KkStB U
Die kkStB U war eine Schmalspurdampflokomotive der k.k._Österreichischen_Staatsbahnen für 760 mm Spurweite. Die Reihe U gehört zu den meistgebauten Schmalspurlokomotiven Europas. Die Lokomotiven wurden auch von zahlreichen privaten Lokalbahnen im damaligen Österreich beschafft. Nach 1953 erhielten die Lokomotiven bei der nunmehrigen ÖBB die Reihenbezeichnung 298.
Geschichte
1894 wurde in der Steiermark die Murtalbahn in Betrieb
genommen. Für diese 76 km lange Strecke einer privaten Aktiengesellschaft (später in den Steiermärkischen_Landesbahnen StLB aufgegangen) benötigten die kkStB als beauftragter Betriebsführer leistungsstärkere Maschinen als jene Typen, die bisher auf den Schmalspurstrecken der Donaumonarchie im Einsatz standen.
Man orderte daher bei Krauss vier Maschinen, die auf der bereits bewährten Steyrtalbahnlok basierten. Deren Fahrwerk und Dampfmaschine wurden nahezu unverändert übernommen, Kessel, Feuerbüchse und Wasserkästen wurden vergrößert ausgeführt. Diese stärkere Weiterentwicklung der Steyrtalbahnlok konnte in der Ebene eine Anhängelast von 515 Tonnen befördern. Bei einer Steigung von 20 Promille vermochte die Lok eine Last von 90 Tonnen mit einer Geschwindigkeit von 20km/h zu ziehen. Die Höchstgeschwindigkeit wurde mit 35km/h festgelegt. Ab 1897
erhielt diese Reihe, dem damaligen Schema folgend, welches Schmalspurlokomotiven den Anfangsbuchstaben ihres ersten Einsatzortes zuteilte, den Buchstaben U (für Unzmarkt, dem Ausgangspunkt der Murtalbahn) als Baureihenbezeichnung. Diese Lokomotiven bewährten sich dermaßen gut, dass sie von nahezu allen Betreibern schmalspuriger Bahnstrecken der Donaumonarchie (außer in Ungarn, wo der Lokomotivbau eigene Wege ging) in großer Stückzahl bestellt und von mehreren Lokomotivfabriken gebaut wurden. Neben den Staatsbahnen kkStB wurde sie von den Steiermärkischen und Niederösterreichischen Landesbahnen und der Zillertalbahn beschafft.
Das letzte Exemplar der Reihe U wurde erst 1922, als schon längst modernere Lokomotivtypen existierten, für die StLB gebaut. Jene Lokomotiven der Reihe U, die bis nach dem Zweiten Weltkrieg in den Besitz der ÖBB übergingen, erhielten ab 1953 die Reihenbezeichnung 298 mit zweistelligen Ordnungsnummern.
Aufgrund ihrer großen Stückzahl sind heute noch zahlreiche Maschinen bei Museums- und Touristikbahnen betriebsfähig im Einsatz zu erleben, einige Exemplare wurden auch als Lokomotiv-Denkmäler aufgestellt.
Die Reihe U in den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie
Nach dem Zerfall der Donaumonarchie nach dem Ersten Weltkrieg verblieben zahlreiche Lokomotiven der Reihe in den Nachfolgestaaten, unter anderem in der Tschechoslowakei, in Polen, in Italien und in Jugoslawien.
Die Reihe U in der Tschechoslowakei
Nach dem ersten Weltkrieg verblieben neun Lokomotiven der kkStB in der nun neu gegründeten Tschechoslowakei. Diese erhielten ab 1924 die neue Baureihenbezeichnung U 37.0. Auch die drei bauartgleichen Lokomotiven der Friedländer Bezirksbahn wurden als U 37.007 - 009 eingeordnet. Die Tschechoslowakischen_Staatsbahnen ?SD setzten die Lokomotiven auch weiterhin auf ihren Stammstrecken ein, später gelangten einige auch zur Schmalspurbahn Ru?omberok?Korytnica kúpele in der Slowakei. 1929 kehrten weitere zwei Lokomotiven aus Polen auf ihre ursprünglichen Einsatzstrecken in Böhmen zurück.
Die Deutsche Reichsbahn bezeichnete die ab 1938 übernommenen ?SD-Lokomotiven als Baureihe 99.784. Die Lokomotiven der ehemaligen Friedländer Bezirksbahn erhielten analog den sächsischen_Schmalspurlokomotiven die Betriebsnummern 99 791 bis 793.
Während des Zweiten Weltkrieges gelangten mehrere Lokomotiven nach Österreich. Eine Lokomotive der ehemaligen Friedländer Bezirksbahn (99 791) verblieb bei Kriegsende in Sachsen, gelangte später zu den Prignitzer_Kreiskleinbahnen und wurde dort im Mai 1957 in 99 4712 umgezeichnet. Dafür fand sich nunmehr auch eine Verbundlokomotive der Reihe Uv und eine weitere U im Bestand der ?SD.
Ab 1957 wurden von den ?SD neue Diesellokomotiven der Baureihe T_47.0 in Dienst gestellt, welche die Reihe U nunmehr entbehrlich machten. 1964 wurde die letzte U 37.0 von den ?SD ausgemustert.
Erhalten blieben die Lokomotiven U 37.002, heute betriebsfähige Museumslokomotive in Jind?ich?v_Hradec, sowie U 37.006 als Denkmalslokomotive in Ru?omberok.
Die Reihe U in Polen
Drei Lokomotiven der Reihe U wurden 1897 für die Strecke ?upków-Cisna von der kkStB in Dienst gestellt. Diese gelangten nach 1918 in den Bestand der neu gegründeten Polnischen_Staatsbahn PKP.
Nach dem Zweiten_Weltkrieg wurden die Schmalspurstrecken der PKP auf die einheitlichen Spurweiten 600 und 750 mm umgebaut und die Lokomotiven wurden daraufhin ausgemustert. In Polen wurde keine Lokomotive der einstigen Reihe U der Nachwelt erhalten.
Die Reihe U in Italien
Für die Strecke Triest-Parenzo (heute: Pore?, Kroatien) beschaffte die kkStB 1902 vier Lokomotiven der Reihe U. Weitere vier Lokomotiven kamen dann ab 1908 noch hinzu. Nach dem Ersten_Weltkrieg gelangten dann mit der Strecke sieben Lokomotiven der Reihe U an die italienische FS. Die FS betrieb die Strecke Triest-Parenzo noch bis zum 31. August 1935, danach wurden die Anlagen abgebrochen und die Lokomotiven verschrottet. Nach 1945 wurde im nun jugoslawischen Koper (italienisch: Capodistria) die ehemalige U.37 als Denkmalslokomotive aufgestellt.
Weiterentwicklungen
Als Weiterentwicklungen der Reihe U gelten die Reihen NÖLB Uv, NÖLB Uh und BBÖ Uh.
Literatur
* Roland Beier: Fahrzeugportrait Reihe U. transpress Verlag, 2001, ISBN 3-613-71152-4
* Kroboth, Slezak, Sternhart: Schmalspurig durch Österreich. 4. Auflage, Verlag Slezak, 1991, ISBN 3-85416-095-X
* Dieter Zoubek: Erhaltene Dampflokomotiven in und aus Österreich. Eigenverlag, 2004, ISBN 3-200-00174-7
Weblinks
• Die Reihe 298 und verwandte Typen bei dampflok.at
• Bildergalerie bei Railfaneurope.net
• Bildergalerie der StLB
• Beschreibung der ?SD Baureihe U 37.0 (tschechisch)

