Barmen
Barmen war bis zu seiner Vereinigung mit fünf anderen Städten zum heutigen Wuppertal eine Großstadt im östlichen Rheinland. Heute erstreckt sich Barmen als Stadtteil Wuppertals auf die Stadtbezirke Barmen, Heckinghausen und Oberbarmen. Der nördliche Teil des Stadtbezirks Langerfeld-Beyenburg, das westfälische Langerfeld, gehört ab 1922 ebenfalls zur Stadt Barmen.Geschichte
Historischer Überblick
Der Name Barmen wurde 1070 das erste Mal urkundlich erwähnt. Eine Besiedlung des Gebietes - durch sächsischstämmige Siedler - bestand wahrscheinlich erst seit dem Ende des 8. Jahrhunderts. Barmen war zunächst die Bezeichnung für ein Gebiet, in dem im 15. Jahrhundert 36 Höfe belegt sind. Der Haupthof trug den Namen Haus Barmen oder Dörner Hof (vergleiche die heutigen Straßennamen Ober- und Unterdörnen) und gehörte dem Herzog von Berg, die umgebenden waren dessen Lehnshöfe. Die ältesten Höfe wie Westkotten waren so genannte Freigüter, also dem jeweiligen Landesherren nicht steuerpflichtig.
Über Jahrhunderte bestand in Barmen keine nennenswerte städtische Siedlung, die Zahl der Höfe erhöhte sich bis 1706 auf 51. In diesem Jahr teilte der inzwischen herrschende Kurfürst Johann_Wilhelm_von_der_Pfalz das Gebiet auf und versteigerte die einzelnen Grundstücke. Der Gemeinde überließ er die "Gemarke" um den alten Herrenhof, der später Kern des städtischen Zentrums von Barmen, eben Barmen-Gemarke (heute etwa im Bereich der Quartiere Barmen-Mitte und Friedrich-Engels-Allee) wurde. Das Gebiet wupperabwärts nannte man Unterbarmen, wupperaufwärts wurden die Siedlungen unter dem Begriff Oberbarmen zusammengefasst. Auch um andere Höfe hatten sich kleine Siedlungen gebildet, so beispielsweise Heckinghausen oder Rittershausen.
1709 lebten in Barmen 476 Familien, also gut 2.000 Einwohner. Die Bevölkerung stieg im 18. Jahrhundert beträchtlich durch das aufkommende Bleicher- und Garnweber-Gewerbe. Gemarke wurde allmählich zum Dorf, das allerdings im Gegensatz zum benachbarten Elberfeld nie durch eine Befestigungsanlage gesichert war. Dies mag ein Grund sein, warum sich der geografische Oberbegriff "Barmen" für das Konglomerat von Einzelhöfen und Dorf über die Jahrhunderte halten konnte. 1808 wurden unter französischer Herrschaft schließlich die Stadtrechte verliehen.
(1715)]]
Das Gebiet im Tal wuchs rasant zur Stadt zusammen, 1863 war die Bevölkerung auf knapp 50.000 Einwohner angewachsen. In dieser Zeit fanden sich die Stadtteile Unterbarmen, Mittelbarmen (Gemarke, Werth und andere) und Oberbarmen (mit Wupperfeld und Rittershausen) sowie der Landbezirk mit den Bezirken Aue, Bendahl, Springen, Lichtenplatz, Heydt, Heckinghausen, Wichlinghausen, Schwarzbach, Dickerstraße, Westkotten, Hatzfeld, Leimbach, Karnap, Loh und Westen. Mit der industriellen_Revolution wuchsen diese Gebiete zu einer Großstadt zusammen, die zum Zeitpunkt der Gründung Wuppertals über 180.000 Einwohner hatte.
Das Stadtgebiet wurde seinerzeit in Unter-, Mittel- (oder Gemark-) und Oberbarmen gegliedert, wobei letzteres die alten Dörfer Wichlinghausen, Rittershausen und Heckinghausen umfasste.
1922 wurden Langerfeld mit 16.100 Einwohnern und Nächstebreck mit 3.500 Einwohnern in den Stadtkreis Barmen eingemeindet.
Durch das Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes vom 29. Juli 1929 wurde Barmen zusammen mit den Städten Cronenberg, Elberfeld, Ronsdorf und Vohwinkel zunächst zu "Barmen-Elberfeld" vereinigt. Noch im selben Jahr beschloss die Stadtverordnetenversammlung der neu gegründeten Gemeinde, dem Preußischen_Staatsministerium vorzuschlagen, die Stadt in "Wuppertal" umzubenennen. Dem Vorschlag wurde im Januar 1930 stattgegeben.
1934 wurde mit der ersten Barmer Bekenntnissynode vom 29. bis 31. Mai 1934 die Barmer Theologische Erklärung als das theologische Fundament der Bekennenden_Kirche verabschiedet, um sich damit gegen die Einflussnahme der Nationalsozialisten auf die Kirche zu stellen.
Einwohnerentwicklung
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1810 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung" und 1925 auf die Wohnbevölkerung. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.| valign="top" |
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¹ Volkszählungsergebnis
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(Ausschnitt)]]
Wirtschaft
Barmen war im 19. und angehenden 20. Jahrhundert eine der bedeutendsten Industriestädte des Deutschen Reichs und wurde als ?deutsches Manchester? berühmt. Hauptprodukte der Industrie waren so genannte ?Barmer Artikel?, Bänder, Kordeln und Besätze, die den Weltmarkt beherrschten. Weitere Zweige waren die Garn- und Knopfherstellung, mechanische Webereien, Färbereien und die chemische Industrie: Das Unternehmen Ibach.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Otto von Bismarck
Söhne und Töchter der ehemaligen Stadt
:siehe auch die ausführliche Liste Söhne und Töchter der Stadt Wuppertal
* 1820, 28. November ? Friedrich Engels, ? 5. August 1895 in London; Politiker, Ökonom, Philosoph
* 1861, 29. September ? Friedrich_Carl_Duisberg, ? 19. März 1935 in Leverkusen; Chemiker und Industrieller (erfand 1888 das erste Fiebermedikament und baute die Firma Bayer in Leverkusen auf)
* 1861, 21. Oktober ? Fritz Klingholz, ? 23. Januar 1921 in Berlin; Architekt,
* 1875, 3. Juli ? Ferdinand Sauerbruch, ? 2. Juli 1951 in Berlin; Chirurg
* 1876 ? Adeline Rittershaus-Bjarnason, ? 6. September 1924 in Berlin; Philologin
* 1890, 25. Juni ? Else Brökelschen, ? 22. Oktober 1976, deutsche Politikerin (DVP, CDU), MdB, MdL (Preußen)
* 1896, 5. April ? Robert Tillmanns, ? 12. November 1955 in Berlin, deutscher Politiker (CDU), MdB, Bundesminister für besondere Aufgaben
Die Stadt als Namensgeber von Unternehmen
Einige Unternehmen, darunter der Barmer Bankverein, die Barmer Ersatzkasse und die Barmenia Versicherungen verwenden den Namen dieser Stadt.
Literatur
*Elberfeld und Barmen. Beschreibung und Geschichte. Faksimile-Nachdruck der im Jahre 1863 bei W. Langewiesche's Verlags- und Sortiments-Buchhandlung in Barmen erschienenen Ausgabe. Wuppertal (Buchhandlung Friedrich Burchhard) o. J.
Weblinks
• Barmer Bilderbogen
• Sehenswürdigkeiten in Wuppertal-Barmen
• Virtueller Stadtrundgang durch Wuppertal-Barmen
ksh:Barmen

