Baranggay
Das Baranggay (Tagalog: Barangay, ), früher unter der Bezeichnung malaiisches Boot ab, welches "balangay" hieß. Diese Verbindung zwischen Gemeinschaft und Boot unterstützt einige Theorien in der vorkolonialen Geschichte der Philippinen. Sie handeln von der Frage, wie die einzelnen Küsten-Baranggays entstanden sind. Dazu wird als Möglichkeit angegeben, dass jedes dieser Küsten-Baranggays von den Siedlern gegründet worden ist, die per Boot von anderen Orten in Südostasien kamen.Die meisten Siedlungen entstanden entlang der Küsten und Flussläufe der Inseln, da hier eine Nahrungsgrundlage an Fischen und Früchten gegeben war. Zudem bewegten sich die Menschen zumeist entlang und auf dem Wasser von einem Ort zum nächsten. Das Frischwasser der Flüsse diente den Menschen als Trinkquelle, zum Waschen und zum Baden. Küstennahe Siedlungen waren leichter für Händler erreichbar Durch Geschäftsverbindungen mit Händlern kamen die Einheimischen mit anderen Kulturen und Zivilisationen in Kontakt, wie den Chinesen, den Indern und den Arabern und so förderte diese Lage deren wirtschaftliche Entwicklung. So ereichten die Küstensiedlungen in Manila, Iloilo, Panay, Cebu, Jolo und Butuan ein hohes kulturelles Niveau.
Nach dem Eintreffen der spanischen_Kolonisten wurden verschiedene Baranggays zu Dörfern zusammengefasst. Jedes Baranggay innerhalb eines Dorfes wurde von einem cabeza_de_barangay (Barangay-Oberhaupt) geführt, der der Oberschicht der Gemeinden der spanischen Philippinen angehörte.
Das Amt wurde ursprünglich von den ersten Datus, die die Stellung eines cabezas_de_barangay innehatten, weiter vererbt, später, nach Ende der spanischen Regentschaft, wurde das Amt durch eine Wahl vergeben. Die Hauptaufgabe des cabeza de Baranggay war die Eintreibung der Steuern bei den Einwohnern seines Verantwortungsbereiches.
Nach der Kolonialübernahme der Amerikaner gewann die Bezeichnung Barrio eine andere Bedeutung, als die Baranggays mit Namen ausgestattet wurden. Der Begriff Barrio hielt sich bis lange in das 20. Jahrhundert, bis Präsident Ferdinand Marcos die Anordnung herausgab, dass die Barrios zukünftig als Baranggays zu bezeichnen sind. Trotzdem hält sich bei manchen Leuten noch immer die alte Bezeichnung des Barrio.
Verwaltungsstruktur
Jedes Baranggay wird von einem Vorsitzendem (punong baranggay) geführt. Dieser leitet den Baranggay-Rat (sangguniang baranggay) der sich aus 7 Baranggay-Räten (kagawad) zusammensetzt. Außerdem besitzt jedes Baranggay einen Jugendrat ("Sangguniang Kabataan" oder "SK"), der sich aus dem SK-Präsidenten oder Vorsitzenden des SK-Rates zusammensetzt. Dieser leitet jugendorientierten Aktivitäten im Baranggay, wie beispielsweise Basketball-Vereine.
Insgesamt gibt es 8 Mitglieder des Rates, von denen jeder ein einen eigenen Verantwortungsbereich leitet. Die Bereiche sind: (1) Bereich für Ruhe und Ordnung, (2) Infrastruktur, (3) Bildung, (4) Gesundheit, (5) Landwirtschaft, (6) Tourismus, (7) Finanzen und (8) Sport und Jugend. Zu jedem Bereich werden drei Mitglieder ernannt, die die Arbeit des Vorsitzenden unterstützen.
Die Struktur ist die gleiche, wie bei den Provinz- und Gemeindeverwaltungen.
Liga ng mga Barangay
Auf den Philippinen gibt es seit geraumer Zeit eine Vereinigung von Baranggays; die Liga ng mga Barangay (Deutsch: Liga der Branggays). Referenzen beziehen sich zumeist auf deren alte Bezeichnung Association of Barangay Captains (ABC).
Sie repräsentiert alle 41.995 Baranggays und ist somit die größte Basisorganisation der Philippinen.
Andere Verwendungen
Die Bezeichnung Baranggay wird auch als Beinamen von Personen benutzt. Zum Beispiel trägt ein Sponsor des Basketballteams Ginebra San Miguel den Beinamen Barangay Ginebra.
References
Quellen
* Renato Constantino|Constantino, Renato. (1975) The Philippines: A Past Revisited (volume 1). ISBN 971-8958-00-2
* Mamuel Merino, O.S.A., ed., Conquistas de las Islas Filipinas (1565-1615), Madrid: Consejo Superior de Investigaciones Cientificas, 1975.
Weblinks
• Liga ng mga Barangay (Liga der Barangays)ilo:Barangay
war:Baranggay

