Baobab Family
Das Baobab Familien Projekt e.V. ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein, der in der Nähe von Mombasa/Kenia ein Heim für Waisenkinder unterhält sowie obdachlose und HIV-infizierte Menschen unterstützt.Die Vision
Der Projektname ?Baobab? stammt vom gleichnamigen afrikanischen Lebensbaum, dem Affenbrotbaum (Baobab-Baum). Dieser Baum sammelt während kurzer Regenzeiten Wasser für Dürreperioden, bietet Menschen Nahrung, Baustoff, Kleidung, Medizin und Schutz. In seinem hohlen Stamm kann er ganzen Familien Obhut bieten. Er wächst langsam, aber wurzelt fest und hat die Kraft, lange Trockenzeiten zu überdauern. Im Projekt steht der Baobab für das Gedeihen der Vision, eine langfristig wirksame Entwicklungshilfe zu leisten.
Der Verein
Auf einer Weltreise machte Andreas Triebel 1994 in Kenia Station und lebte dort mit kurzen Unterbrechungen bis 1996 zusammen mit Einheimischen. Zurück in Deutschland ließ ihn der Gedanke an die vielen Straßenkinder nicht mehr los. 2000 beschloss er, in Mikindani, einem Vorort von Mombasa, ein Grundstück zu kaufen.
Im März 2000 erfolgte die Grundsteinlegung für ein Mutter-Kind-Haus. Hier bekommen die aufgenommenen Kinder ein Zuhause und eine Zukunftsperspektive, ebenso auch obdachlose, alleinstehende Mütter.
2001 erwarb Andreas Triebel aus eigener Tasche ein weiteres, etwa gleichgroßes Grundstück. Dadurch entstand mehr Platz für die Kinder im Innen- und Außenbereich sowie für eine Erweiterung des Hauses selbst.
Aus der Privatinitiative wurde im Mai 2001 ein eingetragener Verein, der im Oktober 2001 von den deutschen Behörden als gemeinnützig anerkannt wird. Andreas Triebel wird zum ersten Vereinsvorsitzenden des "Baobab Familien Projekt e.V.".
Im Januar 2002 wurden die restlichen Bauarbeiten für das Erdgeschoss mit sieben Wohneinheiten in Mikindani abgeschlossen und das erste Kind zog ein. Betreut von einem einheimischen festen Angestellten und zwei kenianischen Praktikanten, leben im Sommer 2003 acht Kinder im Haus. Im Juli 2003 wird der erste erfahrene Betreuer eingestellt. Zu Beginn des Jahres 2006 wird der erste Stock des Hauses fertig gestellt und dadurch Platz für 40 weitere Kinder geschaffen.
Im Oktober 2005 erfolgte die offizielle Registrierung in Kenia als NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) und damit die Anerkennung als Hilfsprojekt. Dieser Schritt dauerte fast 5 Jahre, da die Zahlung von Schmiergeldern strikt abgelehnt wurde und wird. Die eingehenden Spenden-, Paten- und Mitgliedsgelder sollen ausschließlich für die verschiedenen Projekte verwendet werden.
Der Verein legt größten Wert darauf, alle Planungen, Entscheidungen und Investitionen, sowohl für die Beteiligten in Kenia als auch für alle Mitglieder, transparent zu machen. Vor allem die Transparenz des Spendenweges steht im Mittelpunkt: Alle Mitglieder, Paten oder Spender, die über 100 Euro beitragen, erhalten auf Wunsch die Zugangsdaten zum exklusiven Mitgliederbereich auf der vereinseigenen Webseite. Dort kann jederzeit Einsicht in die Buchhaltung genommen und detaillierte Informationen über die diversen Arbeitsbereiche abgerufen werden.
In Deutschland sind ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiter für den Verein tätig. Lediglich der Vereinsvorsitzende bekommt seine Auslagen erstattet. Die Zusammenarbeit läuft über ein virtuelles Büro im Internet, so dass keine Räumlichkeiten angemietet werden müssen oder sonstige administrative Kosten entstehen.
Die 3 Grundsätze des Vereins: Transparenz ? Schlanke Verwaltung ? Bekämpfung von Korruption
Projekte derzeit
Baobab Family Kinderhaus in Mikindani
Zu Beginn des Jahres 2007 wohnen 31 Kinder Im Baobab Family Kinderhaus; diese werden von 6 fest angestellten Mitarbeitern und 4 Praktikanten betreut.
Die Aufnahmekapazität läge bei ca. 70 Kindern; für die Kostendeckung sind jedoch weitere Paten erforderlich.
Baobab Family HIV-Prävention & -hilfe
Diese wurde am 01.09.2006 gestartet und durch fest angestellte Mitarbeiter und unterstützende Volontäre aufgebaut. Die Mitarbeiter setzen sich aus einem Team von gesunden und HIV-infizierten Menschen zusammen. Der Fokus liegt derzeit darauf, präventive Aktionen in Schulen und Unis, sowie an anderen öffentlichen Orten durchzuführen und damit wichtige Aufklärungsarbeit zu leisten.
Als nächstes werden die Mitarbeiter in die Slums gehen und Listen erstellen, um die Anzahl der Erkrankten zu ermitteln. Nach dieser Vorarbeit will der Verein, in Kooperation mit anderen Hilfsprojekten und eigenen Mitteln, schnell und unbürokratisch da helfen, wo es am Nötigsten ist.
Die aktiven Hilfsmaßnahmen beziehen sich auf die von HIV betroffenen Familien. Hier versucht der Verein in Zukunft durch Microfinancing (Kleinkredite) den Lebensmut der Menschen zu steigern, indem sie unterstützt werden, durch kleine Geschäfte ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In diesem Bereich wird eng mit der vereinseigenen Produktion von Gebrauchsartikeln zusammengearbeitet, welche nur HIV-erkrankte Eltern und Straßenmütter beschäftigt (siehe Baobab Family Produktion).
Baobab Family Produktion ? Überleben mit Handwerk & Kunst
Um Arbeitsplätze für HIV-Infizierte und obdachlose Menschen zu schaffen, gründete die Baobab Family eine eigene Produktion. Zu Beginn im Dezember 2005 wurden aus alten Dosen Öllämpchen und Gießkannen hergestellt; seit März 2006 hat sich das Angebot erheblich vergrößert (z.B. Schmuck, Kunsthandwerk, afrikanische Zahnbürsten) und wächst ständig weiter, ebenso die Zahl der Beschäftigten. Für die Zukunft ist der Verkauf über Zwischenhändler geplant.
Geplante Projekte
Kinderdorf in Homa Bay
Nachdem der Baobab Family durch einen Kenianer ein 30.000 qm großes Grundstück überlassen wurde, ist dort ein kleines Kinderdorf mit einem Haupthaus sowie mehreren Schlafhäusern für jeweils 10 Kinder geplant. Außerdem soll eine Schule sowie eine kleine Klinik, insbesondere für HIV-Infizierte, errichtet werden. Aufgrund der Größe des Grundstücks ist auch eine landwirtschaftliche Eigenproduktion vorgesehen. Geplant sind weiterhin eine Solaranlage sowie eine Regenwassernutzung.
In Homa Bay sollen hauptsächlich Mädchen unterkommen, da in Mikindani nur Jungen wohnen.
Unterstützung
Der Verein hat Mitglieder, Paten und Sponsoren in der ganzen Welt.
Zahlreiche Musiker (u.a. Jahcoustix) unterstützen den Verein u.a. in Form von Benefizkonzerten.
Weblinks
[http://www.baobabfamily.org/] Webseite der Baobab Family
[http://www.youtube.com/watch?v=R_giJsiIuSc] Bericht des Fernsehsenders ARTE über die Arbeit der Baobab Family (auf YouTube)
[http://www.auslandsreporter.de/rohhtml/af_baobab.htm] Interview mit Andreas Triebel auf 'Auslandsreporter'
Links zu dem Projekt u.a. bei
[http://www.laenderkontakte.de/region/afrika/kenia/entwicklungszusammenarbeit_humanitaere_hilfe/index.html] Länderkontakte
[http://www.welthungerhilfe.de/221.html] Welthungerhilfe
[http://www.rafiki-ev.de/Links/links.html] Rafiki e.V. - Verein zur Förderung von Jugendprojekten
[http://www.optique-weiden.de/?p=476]Kritischer Vergleich Bono vs. Baobab Family

