Landesbank Berlin Holding
thumb|280px|Aktie_der_Bankgesellschaft_Berlin
thumb|280px|Sitz_der_Landesbank_Berlin_Holding_am_Berliner_Alexanderplatz._Im_Oktober_2006_wurde_das_Logo_der_Bankgesellschaft_auf_dem_Dach_des_Gebäudes_abgebaut.
Eigentümerstruktur
* Land_Berlin 81,00%
* DekaBank 10,00%
* Streubesitz 7,00%
* Gothaer Finanzholding AG 2,00%
Geschichte
Die Bankgesellschaft Berlin wurde 1994 durch Zusammenschluss der Berliner_Bank_AG (Anteil 100%), der Berlin-Hannoverschen_Hypothekenbank_AG (börsennotiert, Anteil 87,6%) und der Landesbank Berlin (Berliner Sparkasse) gegründet. Die Bankgesellschaft nimmt hierbei ausschließlich die Stellung einer Muttergesellschaft einer Holding ein. Ziel der Gründung war es, in Berlin wieder mit einer Großbank vertreten zu sein. Bedingt durch die einzelnen Banken liegt der regionale Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit in Berlin und Brandenburg.
Noch im April 2000 bemerkte der Berlin Hyp-Vorstandsvorsitzende Klaus-Rüdiger Landowsky auf der Bilanzpressekonferenz der Bankgesellschaft-Tochter IBG, dass das Immobiliengeschäft der Bankgesellschaft zu den ?Perlen? des Konzerns gehöre. Wenige Monate später wurden erhebliche Risiken bei dem Geschäft mit geschlossenen Immobilienfonds aufgedeckt, welche die IBG aufgelegt und vertrieben hatte. Dies brachte die Bankgesellschaft in eine existenzgefährdende Situation. Aufgrund der Verwicklungen zwischen Vorständen der Bank und der lokalen Politik (u.a. war Landowsky Abgeordneter der CDU im Abgeordnetenhaus von Berlin) weitete sich die Krise zum Berliner Bankenskandal aus. In dessen Folge wurde ein hartes Sanierungsprogramm zur Stabilisierung des Konzerns eingeleitet. Bei einer Kapitalerhöhung wurde das Grundkapital im Verhältnis 1:4 um 2,0 Mrd. Euro auf 2,55 Mrd. Euro erhöht, wobei die neuen Aktien nahezu vollständig vom Land Berlin gezeichnet wurden. Im Rahmen eines Kostensenkungsprogrammes wurden über mehrere Jahre hinweg über 5.500 Mitarbeiter entlassen. So konnte 2003 erstmals wieder ein operativer_Gewinn ausgewiesen werden.
Aufgrund gewährter EU-Hilfen muss sich das Land Berlin bis 2007 aus der Gesellschaft zurückziehen. Es soll neun Bieter geben die Angebote für die LBB vorgelegt haben. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat mit 4 Mrd. Euro bisher den höchsten Preis geboten. Weitere Interressenten sind: die WestLB, die BayernLB, die LBBW Landesbank Baden-Württemberg, die Commerzbank, die HypoVereinsbank sowie die Investoren Lonestar, Cerberus und JC Flowers.
Umbenennung
Auf der Hauptversammlung der Bank am 14. Juli 2006 wurde beschlossen, auch nach außen einen Schlussstrich zum Immobilienskandal zu ziehen. Die Bankgesellschaft wurde in Landesbank Berlin Holding umbenannt. Das Vermögen der Bankgesellschaft wurde in die Landesbank Berlin AG eingebracht, im Gegenzug erhielt die Bankgesellschaft Aktien an der Landesbank.
Kennzahlen
Die Bankgesellschaft Berlin hatte Ende 2005 bei einer Bilanzsumme von rund 144,5 Mrd. Euro einen Jahresüberschuss von 255,0 Mio. Euro.
Literatur
* Mathew D. Rose: Eine ehrenwerte Gesellschaft. Die Bankgesellschaft Berlin, Transit Buchverlag, Berlin, Juli 2003, ISBN 3-887471792
* Jacques Berndorf (Michael Preute): Die Raffkes. Kriminalroman, grafit Verlag, Dortmund 2003, ISBN 3-89425-283-9
* Lydia Krüger/ Benedict Ugarte Chacón: Privatisierung nach Berliner Art, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 9/2006, S. 1113-1120.
Weblinks und Quellen
• Investor Relations
• Benedict Ugarte Chacón: Anmerkungen zum Verkauf der Landesbank Berlin Holding AG samt Berliner Sparkasse

