Bandlkramer
Als Bandlkramer (öst. Bandl ?Bändchen?; Kramer ?Krämer, Händler?) bezeichnete man im österreichischen Raum einen Hausierer, der vor allem Kurzware verkaufte. Auch Produkte wie _Hinterglasbilder, Töpferwaren, Siebe, Körbe wurden von den Bandlkramern auf ihrer ?Buglkraxen? von Haus zu Haus ziehend angeboten. Der Bandlkramer hatte auch die Funktion der Verbreitung von Neuigkeiten, Nachrichten, Informationen. Die Bandlkramer gehörten zum fahrenden_Volk wie die Kesselflicker, Sauschneider usf. Jenische Wander- und Markt-Händler führen dieses traditionelle Gewerbe bis heute weiter.In der Folge wurden auch die Hersteller der Bänder Bandlkramer genannt. Da eine große Zahl dieser Betriebe im Raum Groß-Siegharts (Waldviertel) entstand, wurde diese Gegend als Bandlkramerlandl bezeichnet. Auch in Wien wurde ein Teil des siebten Wiener Gemeindebezirkes (Neubau) als Bandlkramerviertel bezeichnet, weil dort Kurzwaren erzeugt wurden. Auch Straßennamen zeugen noch davon, beispielsweise die Bandgasse oder die Seidengasse.

