Banderien
Die Banderien sind eine alte ungarische Truppengattung, die zu den berittenen Abteilungen gehörte.Die Banderien wurden vom ungarischen Adel gestellt, wobei ein jedes Stammgeschlecht seinem Oberhaupt unter einer eigenen Fahne (lateinisch banderium) folgte. Die Kriegsverfassung König Sigismunds verpflichtete alle Großgrundbesitzer - unter Einschluss der geistlichen - zur Stellung eines Banderiums, das ihrem jeweiligen Besitztum entsprach.
Wladislaw_II. erneuerte 1492 die Banderialverfassung und bestimmte die übliche Stärke der Banderien auf 400 Reiter, die zur Hälfte Husaren, zur Hälfte schwere_Reiter sein sollten. Nach der Schlacht_von_Mohacs 1526 waren die Banderien fast vernichtet, sie traten im Anschluss in einer Stärke von 10 bis 12 Reitern auf. Seit 1601 mussten deshalb alle Herren, deren Banderien schwächer waren als 50 Reiter, in die Komitatsbanderien eintreten.
Die Banderialverfassung wurde während der Herrschaft der Türken abgeschafft. Banderien wurden jedoch noch im 19. Jahrhundert die berittenen Abgeordneten genannt, die von den Komitaten entsandt wurden.

