Bambule
Bambule ist ursprünglich ein Begriff aus der deutschen Gaunersprache, der das Trommeln mit allen möglichen Gegenständen innerhalb und außerhalb von Gefängniszellen als eine von Häftlingen praktizierte Form des Protestes bezeichnet. Das Wort leitet sich von dem ursprünglich wohl afrikanischen Tanz Bamboule (auch Bamboula) ab, der heute noch in Louisiana bekannt ist.
In New Orleans tanzten im Louis-Armstrong-Park mit dem Congo Square bis vor 150 Jahren die Sklaven der Stadt allsonntäglich Calinda und Bamboula. Dazu sangen sie in ihren Dialekten und musizierten auf Trommeln und Holztrompeten. Über den Charakter des Tanzes heißt es: The dance however was very frantic, roared, rattled, twanged, contorts and tumbles and lasted for quite a while. (Quelle: [http://www.streetswing.com/histmain/z3bmbla1.htm]) Über die auch von Jugendlichen in Erziehungsheimen (vor der Änderung des Jugendhilferechts in den 1970er Jahren) praktizierte Form des Protestes, Lärm mit allen zur Verfügung stehenden Gegenständen zu machen, bekam Bambule im Deutschen die Bedeutung Krawall.
Insbesondere in Hamburg ist diese Bedeutung des Wortes geläufig, da mit Bambule ein Bauwagenplatz im Hamburger Stadtteil St. Pauli (Sanierungsgebiet Karolinenviertel) benannt war. Er wurde am 4. November 2002 von der Polizei geräumt, nachdem der Senat entschieden hatte, diese Wohnform nicht mehr zu dulden. Darüber entbrannten heftige Auseinandersetzungen.
Siehe auch
• (Zeitung)|Bambule-Zeitung]
• (Fernsehspiel)]
• (Bauwagenplatz)|Bambule-Proteste in Hamburg 2002]
Weblinks
• Zum Tanz Bamboula (englisch)

