Drückerfische
Die Drückerfische (Balistidae) sind eine der der Kugelfischverwandten (Tetraodontiformes).
Die mehr als 30 Arten bewohnen den Atlantischen, Indischen und Pazifischen Ozean. Häufig sind sie leuchtend gefärbt und auffallend gemustert. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass der Kopf einen sehr großen Teil der Körperlänge einnimmt. Das Maul dagegen ist sehr klein, jedoch mit kräftigen, meißelähnlichen Zähnen ausgestattet. Es ist damit ideal an die Lebensweise in nischenreichen Korallenfelsen angepasst, wo die Fische am Sandboden nach Muscheln und Krebsen suchen. Der kräftige Kopf ist notwendig, um die massige Kiefermuskulatur unterzubringen, mit denen die Fische in der Lage sind, die Schalen ihrer Beute aufzuknacken.
Die tagaktiven Tiere verdanken ihren Namen der Fähigkeit, den ersten Rückenstachel durch den zweiten, kürzeren aufrecht zu fixieren, sodass sie in der Nacht in den Spalten der Korallen- und Felsenriffe sich festklemmen und nur schwer von Fressfeinden erreicht und hervorgezerrt werden können. Den selben Gelenkmechanismus besitzen auch die Feilenfische. Zusätzlich wird in den Verstecken das Becken aufgerichtet. Zwischen dem After und dem Becken befindet sich eine dehnbare Haut, die die Fläche des Körpers vergrößert. Oft wird diese Fähigkeit eingesetzt, um Feinde zu täuschen.
Sie haben beim Schwimmen mit der zweiten Rücken- und Afterflosse oft eine typische schräge Körperhaltung. Größere Drückerfische schwimmen manchmal auch auf der Seite. Die Schwanzflosse fungiert als Seitenruder und wird nur bei höheren Geschwindigkeiten für den Vortrieb eingesetzt.
Bei ihrer Suche nach Beutetieren können sie mit ihrem Maul Steine oder Korallen anheben oder einen Wasserstrahl erzeugen, der ihre Nahrung am Meeresboden freilegt. Seeigel werden von einigen Drückerfischarten mit einem Wasserstrahl umgedreht, sodass sie mit ihrer verwundbaren Seite oben liegen.
Drückerfische gehören zu den wenigen Fischen, die in der Lage sind Laute zu erzeugen, indem sie die Partien des Schultergürtels an der dicht unter der Körperoberfläche liegenden Schwimmblase reiben.
Der Verzehr von Drückerfischen kann beim Menschen Ciguatera auslösen.
Arten (Auswahl)
* Balistapus Tilesius 1820
*Orangestreifen-Drückerfisch (Balistapus undulatus (Park 1797))
* Balistes Linnaeus 1758
*Königin-Drückerfisch (Balistes vetula Linnaeus 1758)
* Balistoides Fraser-Brunner 1935
*Leopard-Drückerfisch (Balistoides conspicillum (Bloch & Schneider 1801))
*Riesen-Drückerfisch (Balistoides viridescens (Bloch & Schneider 1801))
* Odonus Gistel 1848
*Rotzahn-Drückerfisch (Odonus niger (Rüppell 1836))
(Rhinecanthus aculeatus)]]
* Pseudobalistes
*Gelbsaum-Drückerfisch (Pseudobalistes flavimarginatus (Rüppell 1829))
*Blaustreifen-Drückerfisch (Pseudobalistes fuscus (Bloch & Schneider 1801))
* Rhinecanthus Swainson 1839
*Picasso-Drückerfisch (Rhinecanthus aculeatus (Linnaeus 1758))
*Rotmeerpicasso-Drückerfisch (Rhinecanthus assasi (Forsskål 1775))
*Diamant-Picassodrücker (Rhinecanthus rectangulus (Bloch & Schneider 1801))
*Schwarzbauch-Picassodrücker (Rhinecanthus verrucosus (Linnaeus 1758))
* Sufflamen Jordan 1916
*Weißrand-Drückerfisch (Sufflamen chrysopterum (Bloch & Schneider, 1801))
* Melichthys Swainson 1839
*Schwarzer Drückerfisch (Melichthys niger (Bloch 1786))
* Xanthichthys Kaup in Richardson 1856
*Blaumaul-Drücker (Xanthichthys auromarginatus (Bennett 1832))
*Sargasso-Drückerfisch (Xanthichthys ringens (Linnaeus 1758))
Weblinks
}}
• FishBase
• Bilder von Drückerfischen aus dem Indopazifik
• Drückerfisch: Rotes Meer, Hurghada (Frühjahr 2003)

