Balduin II. von Holland
Balduin II. von Holland (? 1196) war Bischof von Utrecht und der Sohn des Grafen von Holland Dietrich_VI.Nachdem er eine Zeit lang Propst des Kapitels zu Oldenzaal gewesen war, und eine ähnliche Stelle an der St. Marienkirche in Utrecht bekleidet hatte, folgte er im Jahr 1178 dem verstorbenen Gottfried im Utrechter Episkopat. Seine Zeitgenossen rühmen ihn als einen sehr sanftmütigen Mann und priesen seine Keuschheit auf eine Weise, welche die seiner geistlichen Brüder stark in Verdacht bringt. Diese Sanftmütigkeit schloss aber bei Balduin den Mut nicht aus, der sein gräfliches Geschlecht kennzeichnete, und den er selbst bei der Verwaltung der weltlichen Güter des Episkopats so sehr brauchte. Fortwährend hatte er Streit zu führen, gegen die Bewohner Groningerlands und Drenthes, welche sich öfters gegen die Macht des Utrechter Bischofes auflehnten. Auch kam es zwischen ihm und dem Grafen von Geldern zu einem blutigen Zusammenstoß über den Besitz des Landstriches, die Veluve genannt. Im Jahr 1188 versöhnte er sich auf dem Reichstag zu Mainz, wahrscheinlich durch Vermittelung des Kaisers Friedrich_I._Rothbart, mit seinem Gegner Otto_von_Geldern, welcher das Kreuz auf sich nehmen wollte, aber nach den Begriffen jener Zeit vorher mit seinen Feinden versöhnt sein musste. Von Balduins geistlicher Wirksamkeit wird wenig erwähnt. Als er im Jahr 1192 zu Köln, wo er Bruno_von_Berg ordnen sollte, den Erzbischöfen von Trier und Verdun den Vorrang abtreten musste, zog Balduin sich zurück. Nachdem Otto von Geldern aus dem heiligen Lande zurückgekehrt war, erneuerte sich der Streit mit diesem. Balduin begab sich nach Mainz, um die Hülfe des Kaisers Heinrich_VI. anzurufen, aber schon wenige Tage nach seiner Ankunft starb er. In der St. Martinskirche zu Utrecht wurde er begraben.
Moll, Kerkgeschied. v. Nederl. voor de Hervorm. II. 1. S. 100 ff.
Vos.
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Dieser Artikel beruht auf dem gleichnamigen Artikel in der Allgemeinen_Deutschen_Biographie, Band 2, S. 15. Die Urheberrechte sind abgelaufen.

