Glattwale
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! Wissenschaftlicher_Name
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| class="taxo-name" | Balaenidae
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| class="Person" | Gray 1821
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* Eubalaena (3 Arten)
* Balaena (monotypisch)
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Plankton. Aufgrund verschiedener Merkmale grenzen sie sich deutlich von den anderen Bartenwalen (Mysticeti) ab. Die etwa 15-20 Meter großen Tiere wurden von allen Walen durch die Bejagung am stärksten dezimiert.
Körperbau
Allgemeine Morphologie
von 1888]]
Glattwale sind eher plump gebaut. Ihnen fehlt eine Rückenfinne. Die Flipper sind recht kurz, jedoch kräftig ausgebildet.
Wesentliche Unterschiede zu den nahe verwandten Furchenwalen finden sich beim Bau des Kopfes. Der Oberkiefer (Rostrum) ist stark gewölbt, der Kieferknochen ist sehr viel schmaler als der von Furchenwalen. Der Kopf ist proportional wesentlich größer als bei Furchenwalen; beim Grönlandwal kann der Kopf 40 % der Körperlänge ausmachen, also etwa 8 Meter bei zwanzig Metern Körperlänge. Kennzeichnend sind auch die langen, dünnen, schwarzen Barten, die bei den Nordkapern und dem Südkaper etwa 2,5 Meter und beim Grönlandwal etwa 4 Meter lang sind. Glattwalen fehlen die Furchen an der Kehle, die es den Furchenwalen erlauben, ihr Maul weit auszudehnen. Alle sieben Halswirbel sind miteinander verschmolzen. Des Weiteren kennzeichnet Glattwale eine extrem dicke Speckschicht, welche in der Dicke die anderer Wale deutlich übertrifft. Als Bewohner meist sehr kalter Meere bis hin zum Südpolarmeer bildete sich der dicke Blubber als Isolation gegen das kalte Wasser.Nordkaper und Südkaper unterscheiden sich von anderen Walarten und auch vom verwandtschaftlich nahestehenden Grönlandwal durch die starke Besiedlung mit Seepocken im Kopfbereich; vor allem Ober- und Unterkiefer, sowie der Augenbereich sind davon betroffen. Zur Bezeichnung des Bewuchses an verschiedenen Orten sind einige Begriffe gebräuchlich:Auffällig ist, dass die ?Mützen? bei Bullen ausgeprägter sind als bei Weibchen. Warum dies so ist, ist unklar. Eventuell spielen die Mützen beim Balz- und Paarungsverhalten eine Rolle. Für Wissenschaftler hilfreich ist die Ausbildung der Mütze zur Identifizierung von Einzelindividuen. Durch die individuelle Ausbildung der Mützen konnte in der Zwischenzeit fast der gesamte Nord- und Südkaperbestand katalogisiert werden. Dies soll zur Erforschung des Alters, des Lebenszykluses und der Wanderrouten dienen.
Größe und Körpermasse
Glattwale gehören zu den größten Säugetieren; im Vergleich zu anderen Bartenwalen sind sie jedoch nur mittelgroß. Nordkaper und Südkaper sind etwa gleich groß und gleich schwer; sie werden meist etwa 15 Meter lang, maximal kann die Körperlänge 18 Meter erreichen. Ihr Gewicht liegt zwischen 50 und 56 Tonnen. Mit im Mittel 17 Metern wird der Grönlandwal noch größer. Die Länge äußerst großer Exemplare dieser Art kann 20 Meter überschreiten. Solche Exemplare, die jedoch nur mehr ganz selten festgestellt werden, wiegen dann an die 80 Tonnen. Normalerweise beträgt das Durchschnittsgewicht dieser Wale rund 65 Tonnen.
Verbreitung
Glattwale leben bevorzugt in kalten Meeren, auf ihren Wanderungen erreichen sie jedoch auch warme Meeresteile in den Subtropen. Fast alle Gewässer um die Arktis werden von Glattwalen bewohnt, ebenso wie Großteile des Nordatlantiks und des Nordpazifiks. Hier leben der Atlantische_Nordkaper, der Pazifische_Nordkaper und der Grönlandwal. Die drei genannten Walarten leben auch im Ochotskischen_Meer und an vielen Küsten Ostasiens, etwa um ganz Japan. Sie fehlen jedoch fast vollständig an der Nordküste Russlands. Die südliche Hemisphäre wird vom Südkaper bewohnt, der alle südlichen Meere bis auf die Küsten der Antarktis bewohnt. Die Südküste Australiens, Teile der Küste Südamerikas und die Südküste Afrikas gehören zum von ihm bewohnten Areal. Trotz großer Verbreitung ist die Dichte des Bestandes in diesem Gebiet gering.
Bild:Eubalaena glacialis range map.png/'>Verbreitung des Pazifischen_Nordkapers
Bild:Cetacea range map Bowhead Whale.png|Verbreitung des Grönlandwals
Bild:Cetacea range map Southern Right Whale.png/'>Verbreitung des Hoden von Glattwalen, speziell dem Südkaper, mit teils über 800 Kilogramm die schwersten weltweit sind. Auch haben sie unter den Bartenwalen die im Verhältnis zur Körpergröße größten Hoden.
Nach einer Tragzeit von 10 bis 13 Monaten, maximal 17 Monaten, kalbt das Weibchen und bringt ein einzelnes, 4 bis 5 Meter langes Jungtier zur Welt. Selten entfernt sich das Kalb etwas vom Weibchen, so gut wie nie mehr als eine Körperlänge. Die schnellwachsenden Kälber werden nach etwa einem Jahr entwöhnt und sind dann meist bereits 8 bis 9 Meter lang. Die Geschlechtsreife tritt im Alter von etwa 9 Jahren ein, doch sehr frühreife Weibchen kalben manchmal im Alter von sechs Jahren. Glattwale können sehr alt werden, ein Weibchen wird seit mindestens 1935 regelmäßig gesichtet und ist wohl weit über 70 Jahre alt. Anhand der Jahresringe der knöchernen Ohrkapsel konnte das Alter des ältesten bekannt gewordenen Exemplars, eines Männchens der Grönlandwale, auf 211 Jahre zum Zeitpunkt seines Todes bestimmt werden. Damit wäre es älter geworden als viele der für ihr Alter bekannten Riesenschildkröten wie Harriet (176 Jahre) und Tu'i Malila (188 oder 192). Die genaue Bestimmung des Alters der Schildkröte Adwaita steht noch aus, falls das Alter von 256 Jahren nicht bestätigt wird, ist dieser Grönlandwal das wohl am ältesten gewordene bekannte Wirbeltier.
Die Sterblichkeitsrate von Kälbern der Glattwale liegt wohl bei 17 % im ersten Lebensjahr, 3 % der Kälber sterben in den folgenden 3 Jahren. Danach liegt die Sterblichkeitsrate extrem niedrig.
Wanderungen
Momentan sind die Kenntnisse über die Wanderwege von Glattwalen noch recht lückenhaft. Nach Angaben von Inuit ziehen sie nach Alter und Geschlecht getrennt.
= Glattwale der nördlichen Hemisphäre
=Die für den Winter wichtigsten Wurfgebiete für Glattwale im Atlantik der nördlichen_Hemisphäre liegen an den Küsten der US-Bundesstaaten Georgia und Florida. Wo die restlichen Exemplare kalben, ist nicht klar. Zwei Drittel des gesamten Bestandes von Nordkapern wird im Frühling, Sommer und Herbst oft am Golf von Maine gesichtet. Analysen von verschiedenen Daten und Beobachtungen lassen vermuten, dass es ein zweites, noch nicht identifiziertes Sommergebiet gibt.
Am besten erforscht ist bis jetzt der Zug der Grönlandwale. Dieser richtet sich nach den Wasserströmungen von Wasserrinnen im Treibeis. Sie überwintern vorwiegend im Beringmeer und kalben dort auch. Sie übersommern in anderen Gebieten, so etwa Cape Bathurst, dem Amundsengolf, im Mackenziedelta und an der Küste von Yukon.
= Südkaper
=Südkaper kalben an den Südküsten Südafrikas, Argentiniens und Australiens sowie um einige neuseeländische_Inseln wie Dog Island. Die Sommergebiete sind nur teilweise bekannt. Die bisher südlichste Sichtung erfolgte im Eismeer der Antarktis.
Systematik
Externe Systematik
Aufgrund verschiedener morphologischer Differenzen zwischen den Furchenwalen und Glattwalen, welche unter Allgemeine Morphologie genannt wurden, sind Glattwale in eine eigene eingeordnet. Ein interessanter Punkt ist die Einordnung des Zwergglattwales (Caperea marginata). Dieser wird trotz des Namens und einiger morphologischer Parallelen zu den Glattwalen in die eigene Neobalaenidae gestellt.
Interne Systematik
Nach heutigem Stand existieren vier Arten in der Glattwale:
Atlantischer Nordkaper (Eubalaena glacialis)
Pazifischer Nordkaper (Eubalaena japonica)
Südkaper (Eubalaena australis)
Grönlandwal (Balaena mysticetus)
Früher wurden Eubalaena glacialis und Eubalaena japonica als en der Eubalaena glacialis geführt. Jüngere DNA-Untersuchungen untermauerten die These, dass die beiden Unterarten zwei getrennte Arten sind.
Menschen und Glattwale
Walfang
Die heutigen Glattwalbestände sind durch die Jagd drastisch reduzierte Restpopulationen. Vor mehr als tausend Jahren erkannten die Basken als erstes in den Glattwalen eine gute Jagdbeute und bejagten sie. Sie entwickelten mit ihren Waffen die Grundlagen für Walfänger des 20. Jahrhunderts. Der industrielle Walfang reduzierte die Tiere fast bis zur Ausrottung. Nie wurde eine Walfamilie stärker dezimiert. Auf der intensiver bejagten Südhalbkugel erfolgte die Jagd meist an den Wurfplätzen des Südkapers und an einigen Buchten. Zuerst wurde das Kalb gewildert, damit das Muttertier leichter zu erlegen war. Die Beute wurde auf Land oder ins Flachwasser gezogen und dort verwertet. Stets wurden die Barten entfernt, da diese einen hohen Marktwert hatten. Waren die Fänger auch am Öl interessiert, lösten sie den Blubber, zerteilten ihn und stellten das Öl mit großen gusseisernen Pfannen her. Schließlich wurden Nord- und Südkaper um 1935 auf internationaler Ebene geschützt. Trotzdem erlegten Walfänger der Sowjetunion noch bis 1960 im Südatlantik, im Indischen Ozean und im Pazifik tausende Exemplare.
Die englische Bezeichnung von Glattwalen, die heute noch ?right whale? lautet, geht darauf zurück, dass Glattwale die richtige Jagdbeute waren, da sie langsam und groß waren, an der Oberfläche trieben (also nicht versanken) und viel Barten und Öl lieferten.
Viele Kenntnisse über Grönlandwale und deren Bejagung stammen aus einem Bericht von William Scoresby, der ihn unter dem Namen Bericht über die arktischen Gebiete veröffentlichte. Speziell als noch mit Handharpune gejagt wurde, wurden Grönlandwale häufig gejagt.
:?[?] weniger lebhaft, langsamer in ihren Bewegungen und weniger angriffslustig als jede andere ähnlich große Art, kurz, sie lässt sich leicht erbeuten.? ,
begründet Scoresby um 1820 die Beliebtheit der Grönlandwaljagd. Auch existieren Aufzeichnungen über verschiedene ökonomische Aspekte der Barten. Harmer berichtet, dass eine Tonne des so genannten Fischbeines zeitweise Spitzenpreise von 2250 britischen Pfund erzielte. Die eineinhalb Tonnen Barten, die ein Grönlandwal erbrachte, waren teils 3375 Pfund wert. Schnell startete wegen all diesen Vorzügen eine rege Jagd, durch die die Bestände stark abnahmen, obwohl ein Fangschiff pro Saison meist nicht mehr als 7 bis 10 Wale erbeutete. Da die Küstenbestände immer kleiner wurden, mussten die Walfänger auf die Hochsee, um noch ausreichend Beute zu machen. Ab 1850 waren die Bestände so klein, dass sich die Jagd nicht mehr lohnte. Im europäischen Eismeer waren sie vollständig ausgerottet.
wurde von einer Schiffsschraube getötet.]]
Bedrohungen und Schutz heute
Nach dem Verbot wurde sofort intensiv geschützt, vor Südafrika, Argentinien, Neuseeland und Australien wurden inzwischen für den Südkaper Meeresparks eingerichtet, und spezielle Vorschriften regeln den Schutz und den Umgang mit Glattwalen. Der Bestand des Südkapers scheint sich wieder zu erholen, der Bestand umfasst dort etwa 6000 Tiere mit einer Wachstumsrate von 6 bis 7 % (Stand 2001). Vor allem mit Fokus auf die schwindenden Bestände der nördlichen Hemisphäre prognostizieren jüngste Schätzungen jedoch das Aussterben der Glattwale in 200 Jahren, da sich Bedrohungsfaktoren wie Schifffahrt in Zukunft höchstwahrscheinlich maximieren werden. Tatsächlich ist jedoch speziell über die Bestände im Nordpazifik wenig bekannt. ist wenig bekannt; vermutlich ist er gering.]] Da sich alle Glattwale mit Vorliebe in Küstennähe aufhalten, sind sie besonders durch den expandierenden Schiffsverkehr betroffen. Weitere Bedrohungen sind große Fischernetze. Ungefähr 38 % aller Todesfälle sind auf Kollisionen mit Schiffen zurückzuführen, 8 % ertrinken in Fischernetzen. Studien wiesen an 60 % aller Exemplare der beiden Nordkaperarten Narben nach, welche durch die indirekte Einwirkung der Fischereiindustrie entstanden, speziell durch Reusen, welche für den Fang von Krebstieren ausgelegt sind. Die US-Amerikanische Fischereiindustrie versucht inzwischen, alternative Methoden zur Fischerei anzuwenden, um die Zahl der Opfer zu senken.
Bestände
Der Bestand des Grönlandwales beläuft sich auf aktuell 10000 Exemplare, scheint nicht zuletzt wegen seiner Abgelegenheit in nördlichen Meeren stabil zu sein und ist im Vergleich zu dem 8200 Tiere umfassenden Bestand im Jahre 1993 um fast 30% gewachsen. Der Atlantische Nordkaper bewohnt weniger abgelegene Lebensräume mit höherer, Bejagungs- und Gefahrenquote, ihr Bestand hat sich von einigen wenigen Tieren nach Beendigung der Jagd auf Glattwale daher nur auf etwa 300 bis 350 Einzeltiere vergrößert. Über den vermutlich geringen Bestand des Pazifischen Nordkapers sind keine Details bekannt. Der Südkaper hat einen stabilen Bestand von ungefähr 7000 Individuen aufzuweisenZahlen nach der Roten Liste der bedrohten Arten, erstellt von der IUCN. Detailinformationen unten verlinkt, sie dienten auch als Quellen für die Zahlen in diesem Artikel:
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Glattwale und Inuit
Die Bernhard Grzimek (Hrsg.): Grzimeks Tierleben Säugetiere 2, Bechtermünz Verlag, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-1603-1 (unveränderter Nachdruck der Originalausgabe von 1980)
Weblinks
• Glattwale auf Animal Diversity Web
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