Bairische Sprache
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Die Bairische Sprache ist eine Gruppe von Dialekten im Südosten des deutschen Sprachraums (Nord-, Mittel-, Südbairisch). Zusammen mit dem Alemannischen und Ostfränkischen bildet es die oberdeutschen Mundarten, daher auch Ostoberdeutsch genannt. Zum Verbreitungsgebiet seiner Dialekte gehören die Gebiete in Bayern, in Österreich (östlich des Arlbergs), in Südtirol und in den zimbernisch-karnischen Sprachinseln in Oberitalien. Mehr als die Hälfte aller Bairischsprecher wohnen außerhalb des Freistaates Bayern.
Der Name der Baiern
Etymologie
Der bairische bzw. bajuwarische Name leitet sich vermutlich von der keltisch-germanischen Bezeichnung baio-wari?z ab und bedeutet etwa Leute aus Böhmen bzw. Männer aus Böhmen. Das Bestimmungswort geht auf das Gebiet Böhmens zurück, das seinen Namen dem keltischen Volk der Boier verdankt. Das Grundwort war existiert heute nur noch als Vorderglied in den Zusammensetzung Werwolf und Wergeld. Es handelt sich dabei um eine alte, noch aus indogermanischer Zeit stammende Bezeichnung für Mann (vergleiche z. B. lateinisch vir oder das isländische Suffix -verji wie in Bæverji, Baier).
Andere Wissenschafter gehen jedoch davon aus, dass sich der Begriff der Baiern direkt vom keltischen Volk der Boier herleitet, da die lautliche Übereinstimmung frappierend ist. Es wird angenommen, dass sich das keltische Volk der Boier mit der römischen Restbevölkerung und den germanischen Einwanderern vermischte und der Name auf das gesamte neu entstandene Volk überging. Der älteste Schriftfund auf deutschem Boden ist eine Tonscherbe mit der Inschrift "Baios" oder "Boios" und wurde im keltischen Oppidum von Manching (bei Ingolstadt an der Donau) gefunden. Dieser Fund kann auch ein schriftlicher Beweis für die Wanderungsbewegung der Boier nach Altbayern sein. Die lautliche Übereinstimmung ist offensichtlich, wird jedoch von manchen Wissenschaftern abgelehnt.
Bairisch und Bayern
In der Sprachwissenschaft wird die Schreibweise Bairisch verwendet und bairisches Sprachgebiet. Im Unterschied dazu bezeichnet das Wort Bayerisch keine Sprachdialekte, sondern bezieht sich ausschließlich auf ein politisches Territorium, den Freistaat_Bayern. Die unterschiedlichen Schreibweisen wurden eingeführt, weil in Bayern außer den bairischen (in Altbayern) auch fränkische und schwäbisch-alemannische (in Franken und Bayerisch-Schwaben) Mundarten gesprochen werden. Das bairische Sprachgebiet liegt in Bayern, Österreich, Südtirol, usw.. Die historische Schreibweise Baiern für das gewachsene bayerische Staatsgebilde wurde im 19. Jahrhundert durch den philhellenischen König Ludwig_I. durch die Schreibweise Bayern, also mit dem Buchstaben y, ersetzt.
Ausbreitung und Abgrenzung
Das Bairische verbreitete sich im Zuge von Wanderungsbewegungen der Menschen über das heutige Südbayern östlich des Lechs hinaus und im Laufe des Mittelalters über das heutige Österreich östlich des Arlbergs, Südtirols und einigen Gebieten in Westungarn (heutiges Burgenland), Italiens, sowie Teile des heutigen Sloweniens und Tschechiens. In dieser Zeit vermischten sich auch Teile des Bairischen (im heutigen Süd- und Ostösterreich) mit slawischen und rätoromanischen Sprachelementen. Anschaulich wird dies bei bestimmten Ortsnamen und in einigen Dialektausdrücken.
Die bairischen Dialektgebiete sind Teil eines Dialektkontinuums, die sich durch geographische Isolation und damit Ausprägung der örtlichen Kommunikation entwickelt haben. Der südbairische Dialektraum in Tirol umfasst die Gebiete der alten Grafschaft Tirol, zu der nicht das Tiroler Unterland und das Außerfern gehörten. Kärnten wurde 976 von ?Baiern? abgetrennt, genauso wie wenig später die Steiermark und durch den Kaiser Ludwig_dem_Bayer 1335 an Österreich angeschlossen. Mit den nordbairischen Dialekten verhält es sich ähnlich, weil sich auch die Machtverhältnisse vor allem in der Oberpfalz im Laufe der Zeit änderten. Die Mischgebiete zwischen dem Mittel- und Südbairischen lassen sich durch die Zugehörigkeit zum Herzogtum Österreich (Tiroler Unterland zu Tirol und Steiermark zu Österreich) und durch Wanderbewegungen wie z.B. im damaligen Bistum_Salzburg zurückführen.
Mit mehr als 12 Millionen Sprechern bildet das Bairische das größte zusammenhängende Dialektgebiet im deutschen Sprachraum. Zum Bairischen gehören die Mundarten folgender Gebiete:
* die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz,Teile von Oberfranken sowie der Landkreis Aichach-Friedberg und Teile der Landkreise Augsburg und Donau-Ries des Regierungsbezirks Schwaben im Freistaat Bayern, die das sogenannte Altbayern bilden.
* die deutschen Sprachgebiete Österreichs mit Ausnahme von Vorarlberg sowie dem Nordteil des Tiroler Außerfern (Reutte).
* das deutsche Sprachgebiet Südtirols.
Samnaun in Graubünden (Schweiz) sowie das Schweizer Münstertal (ebenfalls Graubünden)
* die Sieben_Gemeinden und die Dreizehn Gemeinden, Lusern, Fersental, Sappada(Bladen), Sauris, Timau in Oberitalien (siehe auch Zimbern), in denen sich wegen der jahrhundertelangen Isolation der Ortschaften alt- und mittelhochdeutsche Elemente des Bairischen in mehreren lokalen Varianten erhalten haben.
* die Mundarten der deutschsprachigen Bevölkerung in Süd- und Westböhmen und Südmähren (südliches Sudetenland, Egerland)
* einige karpatische Dörfer der Westukraine zwischen Uschgorod und Mukatschewo
* die von den Hutterern in Kanada und den USA gesprochene deutsche Sprachform (das Hutterische).
Als Übergangsgebiet gilt der Nürnberger_Raum, in dem das Bairische zumindest teilweise gesprochen wird, und Einfluss auf das dorthin von Norden her vorgedrungene Ostfränkische hat.
Das Bairische gehört zusammen mit dem Alemannischen und Ostfränkischen zu den oberdeutschen_Dialekten des Hochdeutschen.
Innere Untergliederung
Das Bairische kann anhand sprachlicher Merkmale in drei Großräume ? Nord-, Mittel- und Südbairisch ? eingeteilt werden. Zwischen diesen befinden sich jeweils Übergangsräume, die als Nordmittelbairisch und Südmittelbairisch benannt sind.
Nordbairisch
Nordbairisch wird im größten Teil der Oberpfalz und im östlichen Oberfranken gesprochen, wobei in Regensburg (Stadt und Land) und in Teilen der Landkreise Regen (Niederbayern), Cham (Oberpfalz) und Kelheim (Niederbayern) Mischformen aus Nord-und Mittelbairisch verbreitet sind.
Das Nordbairische ist eine sehr urtümliche Variante des Bairischen, die noch viele Archaismen bewahrt, die anderswo längst ausgestorben sind. Es hat viele lautliche Eigenheiten und wird in anderen Gegenden Bayerns und Österreichs nur schlecht verstanden.
Schriftdeutsch a wird wie im Nordbairischen vollständig verdunkelt und klingt wie ein offenes o (z.B. bald = bold). Mittel- und Südbairisch oa erscheinen im Nordbairischen oft als oi (so klingt a kloana Stoa in der Oberpfalz wie a kloina Stoi).
Das Nordbairische / Oberpfälzische zeichnet sich besonders durch die ?gestürzten Diphthonge? aus; Dem standarddeutschen Bruder entspricht hier beispielsweise Broúda anstatt Bruáda wie im Bairischen südlich der Donau. Die Frühe, also der ?frühe Morgen?, wird zur Fräih (mittelbair. Fruah oder Friah). Außerdem tritt hier das Personalpronomen dess/déés bzw. diá / diaz für die 2. Person Plural auf.
Verben mit Doppelvokalen wie au oder ei enden im Oberpfälzischen konsequent auf -a (schauen = schaua / freuen = (g)freia) .
L im Wortinneren wird anders als im Mittelbairischen (und genauso wie im benachbarten Fränkischen) nicht vokalisiert, sondern bleibt als Konsonant erhalten (z.B. Wald entspricht oberpfälzisch Wold, demgegenüber mittelbairisch Woid; spielen = spüln / spöln gegenüber mittelbairisch spuin / spüün).
Verkleinerungs- und Koseformen enden in der Mehrzahl meist auf -la (?Moidla? = (die) Mädchen)
Die Mundart im östlichen Mittelfranken (einschließlich Nürnberg) zeigt starken nordbairischen Einschlag und markiert damit ein bairisch-fränkisches Übergangsgebiet (so sagt man auch im benachbarten Nürnberger Land ?es dout mi raia?, was so viel heißt wie ?es reut mich?).
Das im südlichen Burgenland gesprochene Heanzische (?Heinzisch?) geht auf das Oberpfälzische zurück, da die Region von Siedlern aus dem Fichtelgebirge und der nördlichen Oberpfalz bevölkert wurde. Dies ist noch heute am Wortschatz und lautlichen Übereinstimmungen leicht auszumachen. Die Süd- und Oststeirer sprechen den gleichen Dialekt, bezeichnen ihre Mundart aber lieber als ?steirisch?. Sie rückten im Laufe der Zeit vom Eigennamen ?Heanzen? ab.
Das ?Waidlerische?, wie man die Mundart des Bayerischen Waldes nennt, vereinigt nord- und donaubairische Merkmale, wobei das nordbairische Element überwiegt.
Mittelbairisch
Mittelbairisch wird in Niederbayern, Oberbayern, im Süden der Oberpfalz, im Flachgau, in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien gesprochen. Das Tiroler Unterland, Salzburg (ohne den Flachgau), die Obersteiermark und das Burgenland bilden das südmittelbairische Übergangsgebiet.
Es hat großen Einfluss auf seine Schwesterdialekte im Norden und Süden, da fast alle größeren Städte des bairischen Sprachgebiets im Donauraum liegen; dies hat auch zur Folge, dass Mittelbairisch ein höheres Prestige genießt und auch außerhalb seines Sprechergebiets weithin bekannt ist. Die regionalen Unterschiede entlang der Donautiefebene vom Lech bis zur Leitha sind im allgemeinen geringer als die Unterschiede zwischen den verschiedenen Alpentälern des Südbairischen.
Allgemeines Kennzeichen dieser Mundarten ist, dass fortis-Laute wie p, t, k abgeschwächt werden zu den lenis-Lauten b, d, g. Beispiele: Bèch, Dåg, Gnechd (?Pech, Tag, Knecht?). Lediglich k- bleibt im Anlaut vor Vokal als fortis erhalten (zum Beispiel in Khuá ?Kuh?). Außerdem wird auslautendes -n nasaliert, wie in kôô (?kann?) oder Môô (?Mann?), der betreffende Selbstlaut (Vokal) wird als Nasalvokal gesprochen (realisiert).
Als Verkleinerungsformen werden -l oder -al verwendet (Frânzl / Katzal). Im Grenzgebiet zwischen Süd- und Westmittelbairisch (Salzburger Alpengaue, Berchtesgaden, steirisches Tauerngebiet, Tiroler Unterland, Bayerisches Oberland) hört man häufig -ai als Koseform (Dirnai = Mädchen, Keschzai ? Kerzlein usw.)
Das Mittelbairische lässt sich noch untergliedern in Westmittelbairisch (auch ?Altbairisch? genannt) und Ostmittelbairisch. Die Grenze zwischen diesen verläuft durch Oberösterreich und verschiebt sich durch den starken Druck, der vom Wiener Dialekt ausgeht, allmählich westwärts zur Staatsgrenze zwischen Deutschland und Österreich hin.
In Oberösterreich, im Salzburger Flachgau und im niederösterreichischen Wald- und Mostviertel ist, wie im benachbarten Bayern, die altbairische Stammesmundart beheimatet (westmittelbairisch); die ansässigen Dialekte bilden mit dem angrenzenden Niederbayerischen einen Sprachverband (Donaubairisch). Anders als das Ostmittelbairische entstand sie auf dem Boden des alten Stammesherzogtums. Ein deutliches Unterscheidungskriterium zwischen West- und Ostmittelbairisch ist der Dopellaut -au-; im Westmittelbairischen wird er tendenziell mit -a- , im ostmittelbairischen mit -o- aufgelöst (des kaf i ma / des kof i ma = das kauf' ich mir). Auch die gebeugten Formen von ?kommen? ? ?I kim / sie kema(n)? (Infinitiv: ?kema?) sind auf das Westmittel- und Südbairische beschränkt. Das Ostmittelbairische kennt nur die Bildungen mit ?kum-?.
Außerdem typisch für das Westmittelbairische ist die alte Form für ?sind?: hand (?Mir hand eam inna worn? = ?Wir sind dahintergekommen?; ?Sie hand ea zwee? = ?Es sind zwei (Männer, Jungen etc.)?. Das Westmittelbairische unterscheidet nämlich bei der Zahl ?zwei? drei Geschlechter: ?zwee? (männl.), ?zwo? (weibl.) und ?zwoa? (sächl.). ?Uns? erscheint oft als ?ins? und ?zu? als ?in? (?Da Schwåger is in's Heig'n kema? = ?der Schwager kam zum Heu machen?. ?Wenn? wird mit ?boi? aufgelöst (=sobald): ?Boi da Hiabscht umi is? = ?wenn der Herbst herum/vorbei ist?. Das alte germanische Temporaladverb ?åft? wird neben ?na? im Sinne von ?danach?, ?hinterher? verwendet. Die letztgenannten Formen sind heute auf den ländlichen Raum beschränkt.
In Oberösterreich bildet die Mundart des Innviertels mit dem angrenzenden Niederbayerischen eine historische Einheit ? politisch wurde das Innviertel erst 1814 österreichisch. Während die Mundart des Innviertels gen Osten hin (in Richtung Hausruck) einen erkennbaren Lautwandel durchmacht (ui wird zu ü, z.B. "spuin"/"spün", zunehmende å-Verdunklung), sind die Übergänge weiter ostwärts entlang der Donau über das Traunviertel zum Mostviertel hin fließend (Ostmittelbairisch). Zudem nimmt nach Osten hin der Einfluss des Wienerischen zu, der in den letzten Jahrzehnten zunehmend die bodenständigen Mundarten überlagert hat. Am stärksten ist dieser Wiener Einschlag in den größeren Städten und entlang der Hauptverkehrsstrecken zu bemerken.
Der ostösterreichische Zweig des Mittelbairischen geht auf die Mundart des im Gefolge der bairischen Ostsiedlung entstandenen babenbergischen Herrschaftsgebietes Ostarrichi zurück. Das östliche Ostmittelbairisch besitzt ein slawisches Substrat und ein fränkisches Superstrat, was sich im besonderen Wortschatz und einigen lautlichen Eigenheiten zeigt. Außerdem wurde das Ostmittelbairische während der Habsburger Kaiserzeit mit vielen slawischen und ungarischen Fremdwörtern angereichert, wodurch es sich vom Westmittelbairischen merklich abhebt.
Trotz Dialektartschwunds in den größeren Städten des Donauraums gelten die Stadtmundarten von München und Wien weiterhin gewissermaßen als ?Paradedialekte? für West- und Ostmittelbairisch. Folgende Lautisoglossen charakterisieren das Verhältnis des West- zum Ostmittelbairischen:
Außerdem wirkt sich der Wiener Einfluss dahingehend aus, dass im ostmittelbairischen Dialektgebiet in den letzten paar Jahrzehnten eine Tendenz besteht, das alte oa durch das Wiener aa zu ersetzen. Beispielsweise werden oans, zwoa, gloa, gleana, Stoa, hoaß, hoazn durch âns, zwâ, glâ, glâna, Stâ, hâß und hâzn ersetzt. Dieser Sprachwandel hat aber noch zu keiner eindeutigen Dialektgrenze geführt, da sich selbst im äußersten Osten Österreichs (Burgenland) das historische oa gegenüber dem Wienerischen aa noch behauptet, ebenso wie in großen Teilen Niederösterreichs und in Oberösterreich. Dort ist auch die angestammte (altbairische) Wortendung -a anstelle von -n (måcha, låcha, schicka) gang und gäbe.
Am Ostrand des Mittelbairischen, im hochdeutschen_Lautverschiebung aus k entstandene Affrikate k? ist sekundär auf das Gebiet des westlichen Südbairischen und des Hoch- und Höchstalemannischen zurückgegangen. Im Alemannischen ist in weiterer Folge das anlautende k geschwunden, so dass die Affrikate im Anlaut nunmehr ein typisches Kennzeichen vor allem des Tirolerischen ist.
Das Südbairische ist eine recht inhomogene Sprachlandschaft, es besitzt jedoch einige charakteristische Merkmale. Es gliedert sich in halbwegs geschlossene Sprachgebiete und zahlreiche Übergangsdialekte, deren genaue Abgrenzung schier unmöglich ist.
Die wohl bekannteste südbairische Mundart ist das Tirolerische. Neben der starken Affrikatisierung ist dessen hervorstechendstes Merkmal die Aussprache von ?st? im Wortinneren als ?scht? (?Bisch(t) no bei Troscht??). Dies ist ein altertümliches Merkmal. Es wurde nämlich in althochdeutscher Zeit das ererbte, nicht durch die Hochdeutsche_Lautverschiebung entstandene s etwa wie sch gesprochen. Das bezeugen deutsche Lehnwörter in westslawischen Sprachen, z.B. polnisch ?old (Sold). Bis heute hat sich das beim st im Wortinneren noch im Alemannischen, Schwäbischen und Tirolerischen erhalten. Das sp wird auch im Mittelbairischen im Wortinneren als ?p gesprochen, z.B. Ka?pal (Kasperl). Wie im Mittelbairischen heißt es da easchtè (der Erste), Durscht (Durst), da rs im Inlaut als r? in fast allen bairischen Mundarten ausgesprochen wird.
Verben enden im Infinitiv und im Plural wie im Schriftdeutschen grundsätzlich auf ?n?. ?ei? erscheint als ?oa? (?hoaß isch's? = es ist heiß). Das ?Tirolerische? wird in Nordtirol (Österreich) im sog. Tiroler Mittel- und Oberland, in ganz Südtirol (Italien) und in einer Übergangsvariante in Osttirol (Österreich) gesprochen. Die Osttiroler Mundart geht nämlich allmählich ins Kärntnerische über. Der Werdenfelser Dialekt rund um Garmisch und Mittenwald gehört ebenfalls zum Tirolerischen.
Im Tiroler Oberland um Landeck, im Arlberggebiet und den dahinter liegenden Seitentälern ist der alemannische Einschlag unüberhörbar. Alle Infinitive und Plurale enden auf -a (?verliera?, ?stossa? etc.). Der Großteil des Außerfern mit der Bezirksstadt Reutte spricht bereits einen alemannischen Dialekt, der zum Schwäbischen zu zählen ist (?Tiroler Schwäbisch?, entspricht dem Oberallgäuer Dialekt).
Im Tiroler Unterland (Kitzbühel, Kufstein, St. Johann, Kaisergebirge) spricht man nicht Süd- sondern Mittelbairisch (?L?-Vokalisierung, ?st? im Wortinneren ? mit Ausnahme der tendenziellen Affrikatisierung teilt es alle Merkmale mit dem Westmittelbairischen). In den Ohren ?Auswärtiger? klingt es wie eine härtere Variante des Oberbayerischen, mit dem es ansonsten völlig übereinstimmt. Die Infinitive enden nach n-, ng- und m- auf -a (?singa?, ?kema? = kommen), sonst auf -n.
Gemeinsam mit den unter der Rubrik ?Mittelbairisch? vermerkten alpinen Übergangsdialekten teilt das ?Unterländische? auch einige lautliche Gemeinsamkeiten wie die überall anzutreffenden, meist dezenten Affrikata. Die Mundarten_der_Salzburger_Gebirgsgaue sind allesamt Brückendialekte. Die Pinzgauer Mundart verhält sich weitgehend wie die des Tiroler Unterlandes, die Pongauer zeigt donaubairische und die Lungauer Mundart Kärntner Einflüsse.
Die andere große südbairische Kernmundart ist das Kärntnerische. Wie das Ostmittelbairische verfügt es über ein kompaktes slawisches Substrat. Kärnten wurde nämlich im frühen Mittelalter und darüber hinaus von slawischen Stämmen bewohnt; nach der bairischen Landnahme wurden die Slawen (die Winden oder ?Windischen?) allmählich assimiliert, dennoch hinterließen sie Spuren in der deutschen Mundart Kärntens. So erinnert die weiche Sprachmelodie des Kärntnerischen an das Südslawische, viele Eigennamen enden auf -ig (slow. -ik) und auch einige Mundartwörter korrespondieren mit dem Slawischen. Typische Merkmale der Kärntner Mundart sind die andere Verteilung der Vokalquantität und die sanfte Affrikatisierung (wie stimmhaftes ?gg?).
Außerdem kennzeichnet das Kärnterische starke Lautverdunklung (?a? wird oft zu ?o? statt zu å) und im Süden Monophtongierung vom mhd. ?ei? zu ?a? (Dås w?s i nit = das weiß ich nicht)
Das Südbairische kennt keine r-Vokalisierung, sie ist aber besonders in Stadtmundarten am Vordringen. Nach Vokalen wird l hier nicht vokalisiert, als Vorstufe werden aber e und i vor l gerundet (Mülch). In den Städten ist die l-Vokalisierung im Vorrücken (sogar bei Eigennamen, z.B. Höga). Weiters unterscheiden einige südbairische Mundarten Stark- und Schwachlaute, wie in Dåch neben Tåg, altes k ist in Kärnten und in Teilen Tirols und Salzburgs lautverschoben zu k? (Affrikatum), wie in K?lea (Klee). Diese Affrikate stellt ein Phonem dar (vgl. das Minimalpaar rukn/ruk?n).
Ein Charakteristikum der Kärntner Mundart ist die sogenannte Kärntner Dehnung: aufgrund von Interferenz mit dem Slowenischen werden viele Selbstlaute entgegen der hochdeutschen Norm lang ausgesprochen, zum Beispiel lå?s lei la?fm (lass es nur laufen). Diese Erscheinung hat zur Folge, dass zum Beispiel Ofen und offen lautlich zusammenfallen (o?fm), ebenso Wiesn und wissen zu [wi:zn].
Ein weiteres Merkmal des Südbairischen ist die Verwendung des Wörtchens ?sein? (1. Person) und ?seint? (3. Person) anstatt von schriftdeutsch ?sind? (?Mir sein froh? ? ?Wir sind froh?). Diese Form ist für das Tirolerische und Kärntnerische typisch. In den bereits mehrfach erwähnten Übergangsdialekten zum Mittelbairischen ist sie jedoch kaum anzutreffen. Stattdessen verwendet man das mittelbairische ?san?, teilweise mit lautlichen Schattierungen (?sän? etc.).
Dialekte der West-Steiermark zeichnen sich durch die Diphthongierung nahezu aller betonten Vokale aus.
Eine historische Variante des Bairischen ist das Zimbrische. Es hat sich schon in althochdeutscher Zeit abgesondert und wird heute noch mit lokalen Varianten in einigen oberitalienischen Sprachinseln der Zimbern gesprochen.
Genauere Unterteilung
Das Bairische kann auch, abgesehen von den oben besprochenen historischen Isoglossen, in weitere Dialekte unterteilt werden, die sich vor allem an den Regionen orientieren. Eine Besonderheit ist das Wienerische, aber auch das Münchnerische. In Österreich existieren das Heanzische im Burgenland, die Steirischen_Mundarten, die Kärntner Mundarten und die Tiroler_Mundarten. Ein sehr eigener Dialekt in Oberösterreich ist die Mundart des Salzkammerguts, in Niederbayern die Waidlersprach. Dazu kommen das Zimbrische und das Egerdeutsche aus den Sprachinseln in Oberitalien und Böhmen.
Auch im östlichen Teil des südbairischen Sprachgebietes, vor allem in der Steiermark, besteht die starke Tendenz, dass ursprüngliche oa ("Oans" für Eins) durch das Wiener aa zu ersetzen ("Aans"). In der Steiermark ist die ursprüngliche Variante meist nur mehr im Norden oder in ländlichen Gebieten anzutreffen.
Phonologie (Lautlehre)
Vokale
Das Bairische unterscheidet lange und kurze Vokale voneinander; dies wird jedoch nicht in der Schrift zum Ausdruck gebracht, sondern wie im Standarddeutschen durch die Anzahl der dem Vokal nachfolgenden Konsonanten: steht nur ein oder gar kein Konsonant nach dem Vokal, ist dieser in der Regel lang; folgen ihm zwei oder mehr, ist er kurz. Dabei gelten ch und sch jeweils wie ein Konsonant, da diese Buchstabenkombination nur einem Laut entspricht.
Die Verteilung langer und kurzer Vokale fällt im Bairischen völlig anders aus als im Standarddeutschen, so dass es manchmal scheint, als wäre jedes entsprechende standarddeutsche Wort mit Langvokal im Bairischen kurz und umgekehrt; dies stimmt jedoch nur bedingt.
Insgesamt unterscheidet das Bairische sieben Vokale in jeweils zwei Quantitätsstufen voneinander.
Vergleiche folgende Gegenüberstellungen:
Der Sprecher in o.g. Beispielen spricht Mittelbairisch und natürlich Deutsch als Muttersprachen.
In den mittelbairischen Mundarten Österreichs sowie in Teilen Salzburgs sind Vokale vor Schwachlauten und r, l, n in der Regel lang, vor Starklauten kurz. Zur Verteilung in Kärnten s. Kärntner Mundart.
= dunkles vs. mittleres vs. helles a
=Phonologisch unterscheidet das Bairische zwischen hellem à, mittlerem a und dunklem å, wobei das helle à aus dem Schwa-Laut, der dem unbetonten e des Standarddeutschen entspricht, keinen Phonemstatus. Regional tritt er in bestimmten Positionen als Allophon zu unbetontem a und i auf.
Diphthonge
Ein weiteres Merkmal des Bairischen ist die Beibehaltung der mittelhochdeutschen Diphthonge ie, üe, uo als ia und ua, wie in liab, griassn, Bruada (?lieb, grüßen, Bruder?), was es vom Ostfränkischen Bruda abgrenzt, das wie die Hochsprache einfache Langvokale benutzt. Gegen Westen hin grenzt sich das Bairische mit Dåg, Wåsser und dàd (?Tag, Wasser? und ?täte?) gegen Schwäbisch Dààg, Wàsser und däät ab.
Zu diesen Diphthongen treten die neuen Diphthonge öi, oi, ui, die aus der Vokalisierung von l nach Vokal zu i entstanden sind. Insgesamt unterscheiden die meisten bairischen Dialekte 10 Diphthonge, nämlich:
= Historischer Exkurs: altes vs. junges ei
=Ein besonderes Charakteristikum des Bairischen ist der Vokal oa (in Ostösterreich als a ausgesprochen), der aus dem Mittelhochdeutschen ei entstanden ist. Dieser Lautwandel betrifft jedoch nur das sogenannte ältere ei des Deutschen, nicht jedoch das jüngere ei, das erst im Zuge der neuhochdeutschen Allgäu und in Teilen Frankens, Niederbayerns und der Oberpfalz nennt man es ?Weizen? (schwäbisch auch häufig ?Woaza? oder ?Woiza?. Auch im Raum Neuburg/Donau ist der Ausdruck Weizen gebräuchlich.
*Unwissend ?Weizenbier? hingegen wird es nur von Nichtbayern genannt.
Konsonanten
Das bairische Konsonantensystem umfasst 19 Phoneme, deren Status teilweise umstritten ist:
Dabei ist der Laut ein Halbvokal. Eingeklammerte Konsonanten sind Allophone anderer Konsonanten; diese verteilen sich wie folgt:
* tritt nur im Anlaut auf, sein Allophon dagegen im In- oder Auslaut, dessen Variante wiederum nur im Inlaut
* tritt als stimmhafte Variante von in manchen Dialekten auf, v.a. intervokalisch; niemals jedoch im Anlaut, wie es im Bühnendeutschen der Fall ist
Obwohl die Fortis-Verschlusslaute und mit ihren Lenis-Pendants und im Anlaut zusammengefallen sind, können sie nicht als zwei Sonoranten
=
Das Bairische besitzt das gleiche Sonoranteninventar wie das Standarddeutsche, nämlich die Nasallaute m, n und ng [?] sowie l, r und j. Das r wird in manchen Gegenden mit der Zungenspitze gerollt, in anderen Gegenden mit dem Gaumenzäpfchen (sog. uvulares r), ohne dass dies von Bairisch-Sprechern als Fehler empfunden wird.
= Glottisschlag bzw. Knacklaut =
Zwischen Nasallauten kann im Bairischen ein Kehlkopfverschlusslaut, ein sog. Glottisschlag [], auftreten. Dieser wird jedoch als t, d, k oder p geschrieben, um die historische Herkunft des Lauts zu verdeutlichen. In Anlehnung an die englische Bezeichnung heißt er im folgenden auch Stop; er wird durch seine Lautumgebung (m, n oder ng) wie folgt beschrieben:Der n-Stop wird also, je nach seiner historischen Herkunft, unterschiedlich geschrieben, und zwar ohne Ausnahme, obgleich das Bairische keine eigentlichen Orthographieregeln kennt. Das liegt daran, das der Baier den Glottisschlag als ein p, ein t, ein d, ein k empfindet, und das obwohl der Laut, den er dabei äußert, letzten Endes immer derselbe ist.
Eine dem Sprachempfinden, nicht der Aussprache nach völlig andere Art von Glottisschlag ist derjenige, der auch im Morphologie (Formenlehre)
Nominalflexion
Die gesamte bairische Nominalflexion richtet sich am Substantiv aus, dessen grammatisches Geschlecht oder Genus die Deklination der Nominalphrase konstituiert; d.h. sowohl Artikel als auch Adjektiv und andere Attribute müssen in Genus, Kasus und Numerus an das Substantiv, das sie begleiten, angeglichen werden.
Es existieren drei Genera: maskulin, feminin und neutrum.
Als paradigmatische Kategorien existieren die Fälle oder Kasus Nominativ, Dativ und Akkusativ sowie die Numeri Singular und Plural. Adjektive können ferner gesteigert werden.
= Der Artikel =
Im Bairischen werden Substantive anhand ihres grammatischen Geschlechts, des Genus, aufgeteilt; das Genus ist im Regelfall nicht am Substantiv selbst erkennbar, sondern an dessen begleitendem bestimmten Artikel:
Der bestimmte Artikel Singular der Feminina, d' , assimiliert oft an den Anlaut des zu begleitenden Substantivs: vor Frikativen (f, h, s, z) wird er zu t' verhärtet, vor Labialen (b, m, p) zu b' und vor Velaren (g, k) zu g'- assimiliert. Beispiele:
Vor f- kann er jedoch bei Allegro-Aussprache auch zu p' werden: p?Frau (die Frau), p'Fiaß (die Füße).
Der unbestimmte Artikel ist dagegen für alle drei Genera im Basilekt wird a vor einem Vokal zu an. Im Niederbairischen tritt der unbestimmte Artikel im Plural teilweise in der Lautgestalt oi auf, im Kärntnerischen als ane; der bestimmte Artikel behält immer den auslautenden Vokal (de, nie d' ).
Der Artikel wird im Bairischen flektiert, d.h. an ihm wird der Kasus deutlich gemacht. Weil die meisten Substantive im Bairischen alle Kasusendungen verloren haben, ist die Kasusanzeige weitgehend auf den Artikel konzentriert. Ein Überblick über sein Paradigma:
= Das Substantiv =
Das Substantiv gehört zu den flektierenden Wortarten des Bairischen; sein markantestes Kriterium ist ? wie in anderen germanischen Sprachen ? das Geschlecht (Genus), welches sich nur selten nach dem zu bezeichnenden Gegenstand orientiert, und deshalb mit jedem Wort mitgelernt werden muss. Der Kenner der deutschen Sprache sollte damit jedoch kein Problem haben.
Pluralbildung
Das Bairische hat drei der vier germanischen Analogie zu den stark flektierten Substantiven). Besonders die schwachen Maskulina haben im Singular eine Endung für die obliquen Kasus, d.h. für alle Kasus außer dem Nominativ, bewahrt. Sie lautet meistens auf -n.
Zur Klasse der schwachen Substantive (W1) zählen Maskulina und Feminina auf -n im Plural, sowie alle Feminina mit der Pluralendung -an (die meistens im Singular auf -ng auslauten; das -a- ist hierbei ein sog. Sprossvokal bzw. epenthetisch). Ferner lassen sich alle Maskulina und Neutra, die im Singular auf das Suffix -i enden, hier einordnen. Viele der verwandten Substantive des Hochduetschen sind dort allerdings stark, daher der jeweils standarddeutsche Plural zum Vergleich:
Starke Substantive
Bei den starken Deklinationsklassen gibt es keine Kasusendungen; die einzige Veränderung am Wort findet bei der Feminina und Neutra ohne Umlaut mit Pluralendung -a; dabei enden die meisten Feminina im Singular auf die ursprüngliche Dativendung -n. Einige Maskulina, der Stamm auf Vokal auslautet, haben die Endung -na:
Als letzte starke Klasse (S4) gelten Substantive mit Nullplural, zum Beispiel 'Fisch' (m) und 'Schaf' (n). In manchen Dialekten drücken diese Substantive Plural jedoch durch Vokalkürzung oder -längung aus. Diese Klasse besteht eigentlich nur aus Maskulina und Neutra; alle Feminina auf -n, die historisch gesehen zu den schwachen Substantiven gehören, können jedoch auch hierhergezählt werden, da ihr Plural ebenso unmarkiert ist: 'Àntn ? Àntn' ?Ente?. Diese Feminina wechseln jedoch allmählich zur Gruppe S3, und nehmen im Plural die Endung -a (vgl. oben das Beispiel Ein ?Eule?).
Ferner gibt es einige unregelmäßige Pluralformen im Bairischen:
Folgende Wörter existieren nur im Plural: Leid (Leute), Hena/Heana/Hiana (Hühner), Fiacha (das Vieh, also zum Beispiel Rinder; nicht zu verwechseln mit Fiech, Fiecha also zum Beispiel Mücken).
Kasusrelikte
Einige schwache Maskulina haben Kasusendungen in den obliquen_Fällen, also im Dativ und Akkusativ bewahrt, z. B. 'Fåda' ?Vater? und 'Bua' ?Sohn; Knabe, Junge?:
Ebenso wie Fåda flektieren Baua ?Bauer?, Boi ?Ball?, Breiss ?Norddeutscher; Fremder?, Depp ?Depp?, Buasch "Junge" [österr.], Frånk ?Franke?, Frånzos ?Franzose?, Hiasch ?Hirsch?, Hås ?Hase?, Lef ?Löwe? und einige andere.
Ähnlich wie Bua flektieren die Wörter Råb ?Rabe? und Schwåb ?Schwabe?: alle Formen außer Nominativ Singular haben an Stelle von -b den Stammauslaut -m: Råm, Schwåm; die Pluralform Råma, Schwåma sind selten.
Exkurs: Abweichendes Genus vom Standarddeutschen
Das grammatische Geschlecht eines Substantivs wird am Artikel markiert (vgl. oben). In den meisten Fällen entspricht das (Genus) eines bairischen Wortes dem des entsprechenden Wortes im Standarddeutschen. Es gibt aber nicht wenige Ausnahmen:
= Pronomina
=
Personalpronomina
Bei den Personalpronomina unterscheidet das Bairische teilweise, wie viele romanische und slawische Sprachen, zwischen betonten und unbetonten Formen im Dativ (nur 1., 2. Singular) und Akkusativ (nur 3. Singular und Plural); ferner gibt es ein eigenständiges Höflichkeitspronomen in der direkten Anrede, vergleichbar dem deutschen 'Sie':
* Diese Formen gelten als ?weniger? bairisch.
Im Nordbairischen lautet der Nominativ der 2. Pl. dia, im Südbairischen der Dativ der 3. Pl. sen.
Bei der Kombination mehrerer unbetonter Personalpronomina, die auf -'s verkürzt sind, wird der Bindevokal -a- eingeschoben; bei der Reihenfolge der Anordnung gibt es, im Gegensatz zum Deutschen, verschiedene Varianten. Es kann auch zu Mehrdeutigkeit kommen ? ein paar Beispiele:
Dabei kann in (1.a) und (1.b) ebensowenig wie im Deutschen unterschieden werden, ob es sich bei erra ?sie? um die 3. Person Singular feminin oder um die 3. Person Plural handelt. >>>"se" kommt im Bayrischen gar nicht vor und wird als "breißisch" = preußisch abgeandet
Possessivpronomina
a) prädikativ:
b) attributiv:
Auch die Possessivpronomina deina und seina flektieren so. Das Possessivpronomen (Fem. Sg.) iara (?ihrer?) ist aus der deutschen Hochsprache eingedrungen; ursprünglich verwendet das Bairische für weibliche Besitzer ebenfalls das Pronomen seina. Oft wird auch das substantivierte Adjektiv der mei(nige) (der dei(nige), der sei(nige), im Plural: de meinign, de deinign ...) verwendet: "Wem ghead der?" - "Des is da m?i!" (= des is da meinige!)
Indefinit- und Fragepronomina
Ebenso wie die oben aufgeführten Possessivpronomina flektieren die Indefinitpronomina koana ?keiner? sowie oana, das ?einer? auf Standarddeutsch heißt; man kann Letzterm wie im Deutschen das Wort iagad- (?irgend-?) voranstellen.
Ferner gibt es das Indefinitpronomen ebba, ebbs ?jemand, etwas?; es ist plurallos und flektiert wie folgt:
Hier wird also nicht zwischen den Geschlechtern, sondern zwischen Personen und Sachen unterschieden.
Ähnliches gilt für das Fragepronomen wea, wås ?wer, was?:
= Adjektive
=
Viele bairische Adjektive haben eine Kurzform und eine Langform. Erstere wird in prädikativer Stellung verwendet, also dann, wenn das Adjektiv mit dem Hilfsverb
sei ein Prädikat bildet (zum Beispiel as Gwand is rosa). Die Langform kommt zum Einsatz, wenn das Adjektiv als Attribut eines Substantivs dient, (zum Beispiel des rosane Gwand), im Nominativ Neutrum Singular kann auch die Kurzform verwendet werden (a rosa(n)s Gwand).Kurzform und Langform unterscheiden sich (wie schon im Beispiel) oft durch einen Endkonsonanten, der der Kurzform fehlt (in diesem Fall -n), und nur in der Langform (des schene Haus, aber: sche) auftritt. Meistens handelt es sich bei diesen auslautenden Konsonanten um -n, -ch, -g.
Deklination der Adjektive
Wie im Deutschen werden Adjektive in attributiver Stellung flektiert, d.h. sie erhalten verschiedene Endungen. Dabei muss unterschieden werden, ob sie ein Substantive mit bestimmtem Artikel begleiten (und daher selbst in bestimmter Foirm flektieren), oder eines mit unbestimmtem Artikel (und dann dementsprechend nach unbestimmtem Muster gebeugt werden). Werden Adjektive substantiviert gebraucht, also nur mit Artikel, richten sie sich ebenfalls nach diesem. Als Beispiel dient das Adjektiv sche (schön), dessen Stamm bei der Flexion um -n erweitert wird (außer beim Neutrum Singular).In prädikativer Stellung dagegen werden Adjektive ? wie im Deutschen ? nicht flektiert, sondern nur in ihrer Nennform gebraucht:
Steigerung der Adjektive
Im Bairischen dient das Suffix -a zur Bildung des suppletive Adjektivsteigerung, also Steigerung mit einem anderen Wortstamm (sog. starke Suppletion) oder einer Wortstammerweiterung (sog. schwache Suppletion):
Substantivierte Zahlen sind im Bairischen Maskulina, während sie im Standarddeutschen dagegen Feminina:
Verbalsystem
Das Bairische kennt nur ein synthetisches Modus neben Indikativ und Imperativ besitzt das Bairische ferner einen synthetischen, d.h. ohne Hilfsverb gebildeten, Konjunktiv, welcher dem standarddeutschen Konjunktiv II (meist in Funktion des Irrealis, des Optativ oder als Höflichkeitsform) entspricht.
= Konjugation der schwachen Verben =
Der Indikativ drückt wie im Deutschen die Wirklichkeit aus; er wird durch Anhängen verschiedener Endungen an den Verbstamm gebildet, und ist im Allgemeinen dem Standarddeutschen relativ nahe. Vom Standarddeutschen abweichend sind teilweise die Pluralendungen.
Im folgenden das Beispielparadigma des schwachen Verbs
måcha (machen) im Indikativ und Konjunktiv sowie im Imperativ und Optativ:Partizip II dieses Verbs ist gmåcht - siehe dazu genauer unter Schwäbischen als generelle Pluralendung durchgesetzt hat (mia, ia, si machet).
In der 1. Person Plural wurde nur eine Form aufgeführt. Tatsächlich gibt es aber außer den obigen (älteren) Kurzform auch noch eine (jüngere) Langform, die (außer im untergeordneten Satz, wo sie in den meisten Regionen ungrammatisch ist) die häufiger verwendete ist. Sie wird gebildet, indem man die Endung -an durch die Endung -ma ersetzt, also: måchma. Wie diese entstanden ist, steht in diesem Historischem_Exkurs weiter unten.
Verben mit Auslautwechsel
Es gibt jedoch Verben, die von diesem Endungsschema abweichen, weil ihr Stamm auf -g oder -b auslautet, und dadurch mit der ursprünglichen Infinitivendung -n zu -ng bzw. -m verschmilzt. Außerdem wird Stammauslaut -b vor vokalischer Endung i. d. R. zu -w- frikativisiert. Dadurch entsteht sog. Auslautwechsel bei der Flexion; als Beispiele seien sång (sagen) und lem (leben) angeführt:
Das Partizip II lautet gsågt; Partizip I ist nicht gebräuchlich.
Das Partizip I lautet lewad "lebend", das Partizip II glebt.
Verben mit Themasuffix
-a- oder -i-
Eine weitere Gruppe von Verben, deren Infinitiv auf
-an oder -in endet, zeigt in der 1. Person Singular die Endung -d; der Themavokal -a- bzw. -i- bleibt im gesamten Indikativparadigma erhalten. Diese Verben entsprechen oft den deutschen Verben auf -ern (> -an) bzw. -eln (> -in); als Beispiel zunächst zidan (zittern), welches im Konjunktiv einerseits wieder (-a- >) r-haltige Formen zeigen, andererseits auf Verdopplung der Silbe -ad- zurückgreifern kann:Anders als obiges Verb weist das nächste Verb kàmpin (kämmen) neben dem überall möglichen periphrastischen Konjunktiv (mittels Konjunktiv des Hilfsverbs doa) nur eine Möglichkeit des Konjunktivs auf, nämlich Stammmodulation i > l; eine Silbenverdopplung wie oben ist nicht möglich:
= Konjugation der starken Verben
=
Starke Verben bilden ihren Konjunktiv teilweise mit Ablaut anstelle des
ad-Suffixes, sie können aber auch beides kombinieren (diese Formen sind eingeklammert).Bei starken_Verben mit Stammvokal -e- (siehe Beispiele oben) tritt zudem im Indikativ und Imperativ Singular Wechselflexion auf, d. h. ein Vokalwechsel von -e- zu -i- findet statt, jedoch im Gegensatz zum Standarddeutschen auch in der 1. Person Singular. Die Umlautung (standarddeutsch: er schlägt) wird dagegen nicht durchgeführt: er schlagt.
Partizip II dieses Verbs ist kema - siehe dazu genauer unter Emphase): måch!, får!, kimm!, gib! usw.
* für die 2. Person Plural nehme man den Wortstamm plus Endung -ts, also die Indikativform; das betonte Personalpronomen darf wahlweise dazu benutzt werden: måchts!, fårts!, kemts!, gebts! usw.
* für die 1. Person Plural, den sog. Hortativ, nehme man die sog. Langform des Indikativs, die stets auf -(m)a endet (d.i. das ehemals klitisierte Personalpronomen, siehe Historischer Exkurs zur Klitisierung); das betonte Personalpronomen mia darf wahlweise dazu benutzt werden: måchma!, fårma!, kemma!, gema! usw.
* in der höflichen Anrede verwendet man den Imperativ der 3. Plural, d. i. der Wortstamm plus Endung -(a)n; dabei muss die unbetonte Form des Höflichkeitspronomens -S klitisiert werden: måchan'S!, fårn'S!, keman'S!, gem'S! usw.
Der Konjunktiv kann auch als Optativ verwendet werden, wobei hier in der 1. Person Sg./Pl. jeweils das klitisierte Personalpronomen -i bzw. -ma obligatorisch ist. Die Formen auf -ma entsprechen den Langformen des Konjunktiv, die die 1. Person Plural analog zu den Langformen des Indikativs aufweist.
= Konjugation der Hilfsverben
=
Bei einigen oft gebrauchten Verben treten selten Veränderungen bei der Kojugation auf, darum sind diese hier aufgeführt. Außerdem zeigen sie viele regionale Sonderformen. Dazu gehören in erster Reihe die Hilfsverben sei (sein), håm (haben) und doa/dea/duan (tun).
Dabei können, wie bei allen Verben, die Imperativformen auch als lange Indikativformen im übergeordneten Satz auftreten; selbiges gilt für die Optativformen als lange Konjunktivformen.
Das Partizip II lautet
gwen, seltener gwesn.Das Partizip II lautet ghåbt, regional auch ghåd.
Das wichtigste Modalverb im Bairischen ist doa(n), welches in vielen regionalen Formen auftritt, die unmöglich hier alle aufgelistet werden können. Der Stammvokal kann -oa- mit Pluralumlaut -ea- sein (meist Westbairisch), -ua- ohne Umlaut (eher Ostbairisch) und -ua- mit Pluralumlaut -ia- (v.a. Tirolerisch). Jedoch gibt es in allen Dialekten sog. Allegroformen für den Indikativ Plural, die statt Präterito-Präsentia. Diese haben oft einen Vokalwechsel in der Indikativflexion, Nullendung in der 3. Person Singular sowie ein starkes Partizip II (welches immer mit dem Infinitiv gleichlautet und deshalb nicht extra angegeben wird). Im folgenden sind die Paradigmen der wichtigsten Modalverben wiedergegeben:
deaffa (dürfen)kina (können)Daneben gibt es auch den regulären Konjunktiv i kinad. Die Langformen der 1. Person Plural im Konjunktiv lauten mia kàntma bzw. mia kuntma; im Indikativ Plural existieren auch Formen mit Stammvokal -e statt -i-, die allerdings zum Zusammenfall mit dem Pluralparadigma des Verbs kena (kennen) führen, und deshalb nur regional gebraucht werden.
meng (mögen; in nicht-modaler Verwendung auch lieben)miaßn (müssen)woin (wollen)Ebenso flektiert das Modalverb soin / suin (sollen).
= Unregelmäßige Verben
=Als letztes Präterito-Präsentium existiert im Bairischen wissn (wissen), welches zwar kein Modalverb ist, aber ähnlich wie diese flektiert wird:
Das Partizip II dieses Verbs wird allerdings schwach gebildet: gwisst, seltener gwusst.
Weitere unregelmäßige Verben sind im folgenden aufgeführt:
gê (gehen)Das Verb gê ist ein besonderer Fall: Zum einen lautet die Langform der ersten Person Plural gèmma, zum andern ist der Konjunktiv ?i gàng(ad)? eine bairische Eigenbildung. Bairische Schüler sind deshalb beim Erlernen des standarddeutschen Konjunktivs II oft der Meinung, zu ?gehen? laute dieser ?gänge? anstatt ?ginge?.
Von diesem beeinflusst wurde das Paradigma des folgenden Verbs:
stê (stehen)
= Vergangenheit
=Das Imperfekt, die synthetische Vergangenheitsform des Standarddeutschen und prinzipiell auch des Bairischen, existiert nur bei zwei Wörtern: sei (mit wår) und woin (mit woit), wobei auch dies nicht unumstritten autochthone Formen sind; es könnte sich um Lehngut aus der Hochsprache handeln. Bei diesen wird es zur Beschreibung von Zuständen hergenommen, wohingegen bei Ereignissen auch hier das Perfekt überwiegt. Näheres dazu siehe Oberdeutscher Präteritumsschwund.
Zum Ausdruck der Vergangenheit wird das Perfekt verwendet; es wird analytisch mit einem der beiden Hilfsverben ham oder sei plus Partizip II gebildet (dazu siehe weiter unten). Dabei werden anhand der Bildungsweise des Partizips II starke und schwache Verben unterschieden; dieses wird mit dem Präfix g- und den Suffixen -n oder -a (starke Verben) bzw. -t (schwache Verben) gebildet. Dabei kann das Präfix bei den Stammanlauten g, b, t, d, k, p, z verschwinden (außer im Südbairischen) und so das Partizip II mit dem Infinitiv zusammenfallen. Eine Auflistung aller starken Verben des Bairischen finden Sie hier.
= Partizip I
=Das Partizip der Gleichzeitigkeit, auch Partizip I oder Partizip Präsens genannt, wird mit dem Suffix -ad gebildet, zum Beispiel:
* drenzad ?weinend?
* drågad ?tragend?
* (g)schiaglad ?schielend; flunkernd?
* (g)spinnad ?spinnend?
* stingad ?stinkend?
* brennad ?brennend?
* blearad ?plärrend?
* bliarad ?blühend?
Diese Partizipien werden als Adjektive oder adverbiell verwendet ? in attributiver Stellung, als Teil eines Nominalprädikats oder halbsententiell. Zur Bildung von Tempora, wie es im Englischen der Fall ist, werden sie in der Regel nicht eingesetzt (vgl. aber nächsten Abschnitt).
= Partizip II
=Alle Klassen schwacher Verben bilden ihr Partizip II auf das Suffix -t oder -d; sie müssen daher nicht weiter unterschieden werden. Das Präfix g- verschwindet ebenso wie bei den starken Verben vor Plosiven (g, b, d, t, k, p) und wird vor Frikativen (s, sch, h?) zu k- verhärtet. Stammwechsel tritt selten auf:
Verben mit frikativem Stammauslaut -f-, -s-, -z- oder -ch- benutzen das Fortissuffix -t-:
* bàssn, bàsst - passen, gepasst
* brotzn, brotzt - prahlen, geprahlt
* browsn, browst - browsen, gebrowst
* butzn, butzt - putzen, geputzt
* dånzn, dånzt - tanzen, getanzt
* dràtzn, dràtzt - piesacken, gepiesackt
* gugazn, gugazt - husten, gehustet
* hoffa, ghofft - hoffen, gehofft
* kocha, kocht - kochen, gekocht
* låcha, glåcht - lachen, gelacht
* måcha, gmåcht - machen, gemacht
* ràffa, gràft - raufen, gerauft
* schwànzn, gschwànzt - schwänzen, geschwänzt
* sîmsn, gsîmst - smsen, gesmst
* soacha, gsoacht - pissen, gepisst
* stèssn, gstèsst - stoßen, gestoßen
Ebenso Verben mit Stammauslaut -gg- oder -bb-:
* båbba, båbbt - kleben, geklebt
* bigga, biggt - kleben, geklebt
* brogga, broggt - pflücken, gepflückt
* jobba / jobbn, jobbt - jobben, gejobbt
* jogga / joggn, joggt - joggen, gejoggt
* jugga, gjuggt - jucken, gejuckt
* schigga, gschiggt - schicken, geschickt
* stegga, gesteggt - stecken, gesteckt
* stobba, gstobbt - stoppen, gestoppt
Bei Verben mit nasalem Stammauslaut -m-, -n- oder -ng- tritt die Lenisvariante -d- auf:
* dràmma, dràmd - träumen, geträumt
* fånga, gfångd - fangen, gefangen
* (g)långa, glångd - reichen, gereicht
* leana, gleant - lernen, gelernt
* måcha, gmåcht - machen, gemacht
* scheina, gscheind - scheinen, geschienen
* woana, gwoand - weinen, geweint
* wona, gwond - wohnen, gewohnt
Kurzverben:
* drân, drâd - drehen, gedreht
* mân, gmâd - mähen, gemäht
* nân, gnâd - nähen, genäht
* sân, gsâd - säen, gesät
* rean, gread - weinen, geweint
* spöin / spuin, gspöid / gspuid - spielen, gespielt
* wân, gwâd - wehen, geweht
* wöin, gwöid - wählen, gewählt
* zoin, zoid - zahlen, gezahlt / bezahlen, bezahlt
* zöin, zöid - zählen, gezählt
Kurzverben mit verstärktem Dentalsuffix -dt-:
* bån, bådt - baden, gebadet
* bèn, bèdt - beten, gebetet
Verben mit Stammauslaut -l- oder unbetontes -i- / -a-:
* biesln, biesld - pissen, gepisst
* driggin, driggid - trocknen, getrocknet
* gàtln, gàtld - gärtnern, gegärtnert
* gràxln, gràxld - klettern, geklettert
* kàmpin, kàmpid - kämmen, gekämmt
* kàtln, kàtld - Karten spielen, Karten gespielt
* schnàxln, gschnàxld - bumsen, gebumst
* wåggin, gwåggid - wackeln, gewackelt
* ziedan, ziedad - zittern, gezittert
* zöitln, zöitld - zelten, gezeltet
Rückumlaut ist im Bairischen, anders als im Deutschen, auch bei folgenden Verben abgebaut:
* brena, brend - brennen, gebrannt
* kena, kend - kennen, gekannt
* rena, grend - rennen, gerannt
Nur bei einem Verb ist er noch vorhanden:
* bringa, bråcht - bringen, gebracht
Bei manchen Verben wird der Stammauslaut fortisiert:
* denga, denkt - denken, gedacht
* schenga, gschenkt - schenken, geschenkt
Weiters gilt Auslautwechsel bei g- und b-Stämmen:
* frång, gfrågt - fragen, gefragt
* lem, glebt - leben, gelebt
* leng, glegt - legen, gelegt
* sång, gsågt - sagen, gesagt
Ohne Dentalsuffix erscheinen Verben mit Stammauslaut -t-:
* åwatn, gåwat - arbeiten, gearbeitet
Im Südbairischen gelten zum Teil andere Regeln. Das Präfix ge- ist erhalten (vor Sonoranten als g-). Vor Frikativen wird das Präfix zu k- (ksegn, khåp), vor Plosiven bleibt auch das e erhalten, vor r wird es zu kh- (khred, khråtn).
Eine besondere Veränderung kann bei håm (haben) auftreten: Neben ghåbt (südb. khåp) bildet es auch ghåd.
Die Vergangenheit wird schließlich analytisch, also mit den flektierten Formen eines der beiden Hilfsverben håm oder sei gebildet, wobei der Anteil von Verben, die sei verlangen, gegenüber dem Hoch- und vor allem Norddeutschen höher ist (dazu bald mehr).
= Aspekt
=Wie in den meisten germanischen Sprachen und Dialekten ist die Kategorie Aspekt im Bairischen nicht explizit ausgeprägt. Es gibt jedoch Möglichkeiten, incohative Handlungen auszudrücken, indem das Partizip I in Verbindung mit dem Verb wern (?werden?) eingesetzt wird:
* as Haus is brennad worn "das Haus begann zu brennen"
* di Bàm sàn bliarad worn "die Bäume fingen an zu blühen"
In anderen Zusammenhängen, vor allem bei Wettererscheinungen, wird Incohativität mit kema zum + Infinitiv ausgedrückt:
* as kimt zum Wedan "es wird bald ein Gewitter geben"
* as kimt zum Schneim "es wird bald schneien"
Morphosyntax
Im Bairischen ist der Übergang von der Wortbeugung zum Satzbau (Syntax) oft fließend, weshalb viele Bereiche der Grammatik von der Morphosyntax am besten erfasst werden.
Präpositionen
Präpositionen können im Bairischen, ebenso wie im Deutschen, mit dem bestimmten Artikel zu einem Wort verschmelzen (vgl. dt. bei dem = beim, an dem = am, unter den = untern usw.). Allerdings sind im Bairischen weit mehr Präpositionen von diesem Vorgang betroffen als im Deutschen; eine Übersicht:
Da Präpositionen die Betonung auf das nachfolgende Satzelement lenken, können ihnen nur betonte, niemals unbetonte Personalpronomina folgen.
= Präpositionsgebrauch
=Im Bairischen werden für Ortschaften und Städte erst seit dem Einfluss des Hochdeutschen die Präpositionen ?nach? und ?in? gebraucht; traditionell sagt man jedoch a oder af/auf (= nach) und z' (= in); so fährt man z. B. a Daha, wenn man nach Dachau fährt und a Minga statt ?nach München?; anschließend ist man dann z'Minga, nicht ?in München?. Ebenso ist man auch z' Wea (?in Wien?), z'Strâwing (?in Straubing?) oder z'Grâz (?in Graz?), gleich wie schwierig die Konsonantenbündelung am Wortanfang auch wird. Daher auch der Scherz, dass alle bairischen Ortsnamen mit z- beginnen!
Bei Feiertagen findet sich je nach Landschaft entweder ebenfalls z' : z'Ostan, z'Weihnachtn; oder auf: auf Ostern, auf Weihnachten; oder unter dem Einfluss der Standardsprache an; niemals würde ein Baier diese Wörter jedoch (wie im nördlichen Standarddeutsch möglich) ohne Präposition zur Zeitangabe verwenden.
= Konjunktionen
=Eine regionale Besonderheit ist die temporale Konjunktion åft, die in der Steiermark verwendet wird. Sie entspricht etymologisch dem englischen after und bedeutet ?nachher, danach?.
= Präpositionslose Lokalkodierung
=In südbairischen Dialekten treten präpositionslose Orts- und Richtungsangaben (Adverbialien) auf. Man geht dementsprechend nicht ?in die Kirche? oder ?auf den Markt?, sondern ma gêd Kiacha / Moakt, also ohne Gebrauch irgendeiner Präposition. Die Lokalbedeutung wird durch das Ausbleiben des Artikels markiert, der sonst bei jedem Substantiv obligatorisch ist. Weitere Beispiele: i wohn Knittelfeld, i wår Schul, er geht erste Klasse Schul (vgl. auch lat. Romae in Rom, Romam nach Rom).
Orts- und Richtungsadverbialien
Das Bairische hat ein komplexes System von Richtungsadverbialien, welche Bezug zur Sprecherperspektive nehmen; ebenso wie im Deutschen muss, je nach dem, ob die Bewegung vom Sprecher weg oder zum Sprecher hin vollzogen wird, die Subjekt hinter das Prädikat:
Dabei wird das Personalpronomen im Regelfall abgeschwächt, da es nicht betont ist. Von hier ist es nur ein kleiner Schritt zur Kontraktion von Verbendung -n und Anlaut des Personalpronomens m-:
Das ist der Grund, weshalb das Pronomen der 1. Person Plural im Bairischen auf m- anlautet: die mittelhochdeutsche Verbendung -n und der Anlaut des Personalpronomens wir sind zum m verschmolzen (ebenso im Schwäbischen). Dieses m wurde anschließend von den Sprechern nicht länger als Verbendung, sondern als Anlaut des Personalpronomens analysiert, daher heißt der Wahlspruch der Niederbayern: ?mia hàmma mia!? und nicht ?wir sind wir!?. Allerdings ist das auf m- anlautende Personalpronomen für die 1. Plural fast allen hochdeutschen Dialekten gemein und insofern keine bairische Besonderheit; es tritt auch im Alemannischen, im Pfälzischen und im Thüringischen auf.
In der 2. Person Plural hat ein ähnlicher Prozess, jedoch mit anderem Resultat, stattgefunden. Da das Bairische, anders als das Standarddeutsche, das ehemalige Dualpronomen eß an Stelle von ihr gebraucht, und eß auf einen Vokal anlautet, konnte dieser Vokal im inversen Satzbau verschluckt werden:
Diese Anfügung wurde im Laufe der Zeit nicht mehr als klitisiertes Pronomen wahrgenommen, was soweit führte, dass die Endung -s für alle Verben im Bairischen obligatorisch geworden ist. Deshalb wird häufig das Personalpronomen erneut angefügt, wenn heute im Bairischen ein Fragesatz formuliert wird; historisch gesehen ist dies eine Konjunktion oder ein Relativpronomen) angefügt, wenn das Subjekt mit der entsprechenden Person übereinstimmt. Beispiele:
Während also die Endungen der 2. Person Singular wie auch Plural festgefügt sind im Konjugations (gleichbedeutend).
Festzuhalten bleibt bloß: Ein Baier kann einen Satz einmal oder mehrmals verneinen, der Sinn bleibt im allgemeinen der gleiche (Ausnahmen weiter unten).
Folgende Wörter werden zur Verneinung verwendet:
Ausfall von 'es' in unpersönlichen Sätzen
Das formale Subjekt es wird oft elidiert, z.B. er is da größte Docker, wo gib(t). Vor allem im gemischtsprachigen Kärntner Unterland gibt es unter slowenischem Einfluss das formale Subjekt gar nicht, z.B. Regnet (Es regnet).
Lexik
Ein Überblick über die wichtigsten Wortfelder und Möglichkeiten der Wortbildung:
Grußformeln
Das wichtigste Kapitel beim Erlernen einer Sprache sind natürlich Gruß- und Anredeformen. Ein Überblick über die wichtigsten:
Entgegen vielen Vorurteilen über die bairische Frömmigkeit zeigt der reiche Fundus an Grußformeln, dass es in Baiern durchaus möglich ist, dass Wort God ?Gott? im Umgang mit anderen Zeitgenossen zu vermeiden, wenn es dem eigenen Glauben zuwiderläuft.
Anmerkung: Es kann Ihnen auch heutzutage noch geschehen, dass Sie als Einzelperson von wildfremden Menschen mit "Enk" tituliert werden. Bitte verstehen Sie es diesem Fall als ein großgeschriebenes "Euch", also "Sie".
Spezifisches Vokabular
Um den regionalen Unterschieden gerecht zu werden, werden manche Wörter gesondert gekennzeichnet:
A Österreichischer Wortschatz (vor allem Donau-Österreich)
B Altbairischer Wortschatz (Ober- und Niederbaiern, evtl. Oberpfalz)
H Burgenländischer Wortschatz (Heanzisch)
K Kärntner Wortschatz
S Steirischer Wortschatz
T Tiroler Wortschatz
W Wiener Wortschatz
= Substantive
=Viele Berufsbezeichnungen teilt das Bairische mit anderen süddeutschen Dialekten, z.B. Metzger (in Österreich Metzker ?Fleischer?, Schreiner ?Tischler?, Spàngler ?Klempner? ? einige davon gehen stark zurück, so wird z. B. der bairische Beck oft durch das norddt. ?Bäcker? ersetzt; andere Berufsbezeichnungen wie der Zeidler, standarddeutsch ?Imker?, und der Hafner, standarddeutsch ?Töpfer?, verschwinden mit dem Handwerk selbst immer mehr. Speziell österreichische Ausdrücke wie Sàndler für ?Obdachloser? oder Striezi für ?Zuhälter? halten sich besser.
Die bairische Umgangssprache zeichnet sich oft durch eine Vielfalt an Begriffen für ein- und dasselbe Bezeichnete im Standarddeutschen aus; dabei wird dieser Reichtum von Nicht-Baiern oft als derb wahrgenommen, und nicht so sehr als poetisch ? der ?Mund? kann beispielsweise als Mund (neutral), Mei (umgs., aber nicht negativ), Goschn (frech) oder Goschal (liebevoll), Bàbbn (ebenso frech), Lêtschn (abwertend) oder Fotzn (beleidigend) bezeichnet werden.
Spezieller Kleidungswortschatz betrifft die Joppn (?Jacke?) und das Pfoidl oder Pfoadl (?Hemd?, aber auch Hemad) u. v. m.; ?Kleidung? generell wird als Gwand bezeichnet, was Deutschsprechern sehr mittelalterlich vorkommt. Das Wort Dirndl bezeichnet nicht nur das entsprechende Kleidungsstück, sondern ist auch zur Bezeichnung für ?Mädchen? in Altbaiern üblich, während in Österreich hier das Wort Mâdl überwiegt. Jungen heißen allgemein Buam (Sg. Bua), in Österreich auch Burschn, Beaschn, in Kärnten und der Steiermark auch Ledda (Sg. Lodda).
Auch im Bereich der Fauna gibt es speziell bairische Wörter, z.B. Giggal (m) für ?Hahn?, Bibbal (n) auch Ziwarl (n) für ?Küken?, Heiß(al) oder Heinß(al) für ?junges Pferd, Fohlen?, Goaß für ?Ziege?, Hebbal für ?junge Ziege?, Får(n) für ?Jungstier, Stierkalb?, Böichn (f, ahd. belihha) für ?Blässhuhn?, Imp (m) oder Impn (f) für ?Biene?, Oachkàtzl für ?Eichhörnchen?, Brotz (m; lat. Lehnwort) für ?Kröte?, Håtz für "Eichelhäher" usw.
Zum speziellen Vokabular im Bereich Lebensmittel siehe Bairisch-Österreichischer Küchenwortschatz.
= Verben
== Adjektive
=Das produktivste Suffix zur Bildung von Adjektiven ist -ad; es geht entweder auf das Suffix -ert zurück, oder auf das Suffix -end, welches eigentlich zur Bildung des Partizip Präsens verwendet wird (siehe dort; beide Suffixe sind im Bairischen lautlich zusammengefallen).
Stammendungen in Klammern (meist -g oder -ch) werden nur gesprochen, wenn das Adjektiv flektiert wird und dadurch eine vokalische Endung erhält.
= Adverbien
=Vor allem im Bereich der Tageszeiten ergeben sich einige Unterschiede zum Standarddeutschen:
= Uhrzeit
=Bei der Angabe der Uhrzeit gibt es einige Gräben auf dem deutschen Sprachgebiet, die nicht unbedingt mit regionalen Dialekten zusammenfallen; dennoch lässt sich das Bairische (zusammen mit anderen oberdeutschen Dialekten) nach dem Präpositionsgebrauch bei Viertelstunden vom Nord- und Mitteldeutschen abgrenzen:
12:15 - bair.: Viertl noch zwöife, selten: Viertl oans auch: "vial iwa zwäife" (viertel über zwölf)
12:30 - bair.: hoibe/a oans
12:45 - bair.: Dreiviertl oans / Viertl af oans, selten, eher Standard: Viertl vor oans
Vor allem bei vollen Stunden ist es notwendig, das -e bei den Zahlen ab vier nicht zu vergessen:
16:00 - bair.: viare
16:30 - bair.: hoibe/a fümfe
Natürlich gilt im ersten Beispiel fürs Ostbairische, speziell fürs Wienerische, àns statt oans.
= Geldeinheiten
=Zu Zeiten der D-Mark waren in Altbaiern folgende Münzbezeichnungen üblich:
*Fimfal, Fümfal: 5 Pfenning
* Zehnal, Groschn: 10 Pfenning
*Fuchzgal, Fuggal: 50 Pfenning
*Màgl, Iggl: 1 Mark
*Zwiggl: 2 Mark
*Dåla, Fimfa: 5 Mark
Die meisten dieser Bezeichnungen wurden auf die entsprechenden Euro-Einheiten übertragen, wobei sich noch das "Zwånzgal" (in Österreich "Zwànzgal") für die 20-Cent-Münze dazugesellt hat. Diese Bezeichnung wurde schon zu D-Mark-Zeiten in der Sabbat)
/'>-
| Sonntag||Sunda/Sundåg||gleicher Wortstamm (?Tag der Sonne?), mit bair. u für o und Auslautschwund
|}
= Namen
=Siehe Alemannische, eine Reihe lexikalisierter Diminutive auf; Beispiele:
* für "Pferd" verwendet man im Bairischen entweder Rooß oder Pfeadl, beide sind jedoch gleichwertig (d.h. Pfeadl gilt nicht mehr als Diminutiv). Um ein kleines Pferd zu bezeichnen, gebraucht man das Suffix -al: a Pfeaddal. Der Diminutiv Ressl zu Rooß wird eher für die Figur des Springers im Schachspiel verwendet (vgl. dt. Rössel).
* "Haus" hat zwei verschiedene Diminutivformen: Haisl. mit dem oft, aber nicht immer der Abort (früher außer-, heute auch innerhalb des Hauses) bezeichnet wird ("as Scheißhaisl"); Haisal ist dagegen unzweideutig ein kleines Haus.
Allerdings kann auch das Suffix -al seine Diminutivfunktion einbüßen:
* a Sachal ist keine kleine Sache, sondern ein kleines Anwesen.
* a Blatzal ist wie im Standarddeutschen ein Plätzchen oder ein Keks, kein kleiner Platz (Letzterer hieße im Bairischen Blatzl).
* a Drimmal mag zwar ein kleines Trumm sein, es handelt sich im Standarddeutschen jedoch präziser um einen Hundehaufen.
Bei der Diminutivbildung muss mit Umlauten gerechnet werden; dabei ist der Umlaut å > à obligatorisch (und weiterhin produktiv); andere Umlaute treten nicht immer ein ? Beispiele:
* a Gloggn ? a Gleggal (?eine Glocke, ein Glöcklein?), aber: a Goschn ? a Goschal (?ein Mund? (vulgär) ? ?ein Mündchen? (Kosewort))
* a Kuacha ? a Kiachal (?ein Kuchen, ein Küchlein?), aber: a Guaggn ? a Guaggal (?eine Gurke, ein Gürkchen?)
* a Drumm ? a Drimmal (?ein Trumm, ein Trümmlein?), aber der Verursacher des Letzteren: a Hund ? a Hunddal (?ein Hund, ein Hündchen?)
Manche Diminutivformen, die auf -al enden, treten auch in der Form -e (mit langem, geschlossenem "e") auf:
* a Bank - a Bànkal - a Bànge (eine Bank - eine kleine Bank)
* a Kuacha - a Kiachal - Kiache (ein Kuchen - Küchlein)
Endet der Wortstamm auf -n oder auf Nasalvokal, wird ein epenthetisches -d- vor das Diminutivsuffix eingeschoben; dabei wird nasaliertes -n restituiert:
* a Pfånn ? a Pfàndl (?eine Pfanne ? ein Pfännchen?)
* a Stoa ? a Stoandl / Stoandal (?ein Stein ? ein Steinchen?)
* a Må ? a Màndal (dabei bezeichnet der Diminutiv keinen kleinen Mann, sondern das Männchen im biologischen Sinne, wie im Deutschen)
Einige Diminutive zeigen Umlaut e > à; sie sind jedoch lexikalisiert, der Umlaut darf daher als unproduktiv gelten:
* a Hefn ? a Hàfal (?ein Topf ? eine (große) Tasse?)
* a Mensch ? a Mànschgal (?ein Mensch ? eine Spielfigur?)
* a Stempn - a Stàmpal (?ein Pflock - eine Portion Schnaps")
Diminutive von Fremdwörtern auf vokalischen Auslaut tilgen diesen teilweise:
* a Auddo - a Auddal ("ein Auto - ein kleines bzw. niedliches Auto")
Viele Diminutive ohne Grundwort beziehen sich oft auf Menschen, die in irgendeiner Weise bemitleidet werden; sie sind jedoch keine Schimpfwörter, sondern eher Mitleidsbezeugungen:
* a Wâsal (?ein armer Mensch?; Grundwort evtl. Wesen oder Waise?)
* a Båtschal (?ein unbeholfener, ungeschickter Mensch?)
Es gibt noch weitere Diminutive, deren Grundwörter nicht existieren:
* a Bibal (?ein Küken?)
* a Noagal (?ein Getränkerest?, meist im Plural gebraucht; etymologisch an "sich neigen" anschließbar)
Im Berchtesgadener Land ist das Diminutivsuffix meist nicht -(a)l, sondern -ei. Das Hänschen wird beispielsweise so zum Hansei. Murmeltiere heißen in Berchtesgaden Mankei.
Bairische Umschrift
Da das Bairische auch oft verschriftlicht wird (von Mundartdichtern, Musikern), hat sich eine Art Standard für die bairische Umschrift etabliert.
Diese Umschrift wurde auch in diesem Artikel verwendet. In vielen Fällen sieht sie dem standardisierten Deutsch ähnlich, wo das Wort aber anders ausgesprochen wird. Hier einige Richtlinien zur Aussprache der im Artikel verwendeten Umschrift:
* Das r nach Vokalen außer a wird vor Konsonant in der Regel zu hellem à. Es gibt jedoch auch Baiern, die nach o und u manchmal ein stark gerolltes r sprechen, was dann nicht weniger bairisch klingt.
* Das r nach a dagegen wird auch am Wortende und vor Konsonant oft ausgesprochen, und zwar wenndann stark gerollt, so stets ? auch am Wortende ? vor Vokal. Ausnahmen sind die Wörter hia(r), Bia(r) und ähnliche.
* unbetontes -er wird stets wie helles a, aber kürzer, ausgesprochen.
* Zur Regelung des a und seiner Varianten siehe weiter oben unter Phonologie und in der Diskussion zu diesem Artikel.
* ä und ö werden wie e und ü wie i ausgesprochen, auch wenn spitzfindige Forscher manchmal noch winzige Unterschiede herausfinden.
* äi und öi werden ungefähr wie englisches ai in pain ausgesprochen.
* ei dagegen ist ganz normales standarddeutsches ei. Wenn es nicht standarddeutschem eu entspricht, wird es manchmal mit einem winzigen Hauch in Richtung äi gesprochen.
* g wird vor f, s und sch wie k ausgesprochen; gh wird stets wie k ausgesprochen: ghabt, ghåitn usf. Dies gilt im übrigen auch für den Joghurt, weshalb Baiern gar nicht verstehen, warum man ihn mit bloßem g schreiben sollte (vgl. fränkisch Jochert/d).
Literatur
Wörterbücher
Der Wortschatz der bairischen Mundarten in Bayern wird erfasst und beschrieben im Bayerischen_Wörterbuch (Mundarten in Bayern), im Sudetendeutschen_Wörterbuch (Sudetenland) und im Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich (Österreich, Südtirol, Zimbrische Sprachinseln).
= Westmittelbairisch
=* Johann Andreas Schmeller, Bayerisches Wörterbuch (Oldenburg, Neuauflage 2002)
Der Klassiker der bairischen Dialektwörterbücher. Schwierig zu lesen, da in Fraktur und in Schmellers eigentümlicher Alphabetisierung. Schließt Franken und Schwaben mit ein.
* Ludwig Zehetner, Bairisches Deutsch. Lexikon der deutschen Sprache in Altbayern (1997)
Neue, erweiterte Auflage 2005 gerade erschienen. In der Schreibweise oft ans Standardeutsche angelehnt.
= Ostmittelbairisch
=* Otto Hietsch, From 'anbandeln' to 'Zwetschkenknödel'. An Austrian Lexical Cultural Guide (Tyrolia, 2000)
Wie der Untertitel andeutet, nur in begrenztem Maße als Wörterbuch geeignet. Dennoch sehr informativ! In Englisch geschrieben.
*Otto Hietsch, Bavarian into English (3. Auflage, 1997)
* Peter Wehle, Sprechen Sie Wienerisch?
Nachschlagewerke zur Grammatik
= Altbairisch
=* Cordula Maiwald, Das temporale System des Mittelbairischen. (Heidelberg 2002)
* Ludwig Merkle, Bairische Grammatik (Heimeran Verlag, München 1975)
Unterhaltsam geschrieben, ohne akademischen Anspruch. Dennoch unverzichtbarer Überblick!
* Karl Weinhold, Bairische Grammatik (Berlin 1876)
Einzige wissenschaftliche Referenzgrammatik zum Bairischen, leider mittlerweile von der Sprachentwicklung überholt.
Siehe auch
Dialekte in Bayern
Dialekte in Tirol
Kärntner Mundart
Sprachgebrauch in Österreich
Liste von Austriazismen
Liste starker Verben (Bairische Sprache)
Bairisch-Österreichischer Küchenwortschatz
Bairische Umschrift
Wienerisch
Apetlonerisch
Weblinks
• ?Bayrisch lernen?
• Dialekte in Bayern
• Konstruktive Kritik am Konzept des Österreichischen Deutsch
• Lexikon Mundart der Österreicher 1811
• Österreichisches Wörterbuch
• Bayerisches Wörterbuchbar:Boarische Språch

