Atoin Meto
Die Atoin Meto (atoni, Mensch, meto, trocken, einheimisch), Atoni (Pah Meto; Menschen des trockenen Landes) oder Dawan sind eine bäuerliche Mittelgebirgspopulation, die das ganze zentrale Bergland Westtimors besiedelt, ein Gebiet, das sie selbst pah meto, das trockene Land, nennen. Die Atoin Meto leben auch in der Exklave Oecussi-Ambeno, die zu Osttimor gehört.Bevölkerung
Als dominierende Bevölkerung Westtimors verteilen die Atoin Meto sich auf zehn Territorien mit informeller politischer Infrastruktur, die parallel zur indonesischen Administration existiert und sich an der Struktur der sozialen und politischen Beziehungen einflussreicher Clan-Gruppen (kanaf, wie ein Name) orientiert. Die große Mehrheit dieser Bevölkerung lebt in lokalisierten Weilern (kuan), die von der indonesischen Administration inzwischen zu großflächigen Dörfern (desa) zusammengefasst wurden. Der Rhythmus der jährlichen Schwankungen der nassen und trockenen Jahreszeit bestimmt und reguliert die Gesamtheit des Lebens in diesen Siedlungen. Die Atoin Meto betreiben Subsistenzwirtschaft und hängen existenziell von ihren Haus- und Feldgärten ab, in denen sie hauptsächlich Mais und verschiedene Gemüsesorten anbauen. In jedem Weiler bilden kooperative, patrilinear verwandte Haushalte (ume) den Fokus der ökonomischen, sozialen und rituellen Aktivitäten. Sind diese Aktivitäten übergeordneter Natur, so sind der Klan beziehungsweise die Namen-Gruppe (kanaf) die durchführende Gemeinschaft. Jeder Atoin Meto ist Mitglied einer dieser patrilinearen und exogamen Namen-Gruppen, die sich auf ein definiertes Territorium (pah ma nifu, Land und See; Heimat) bezieht, das aus einer Vielzahl von benannten Orten besteht. Die Geschichte dieser Orte reicht bis in den unmittelbaren Alltag der Atoin Meto hinein; er erinnert sie an längst vergangene Ereignisse, die den Namen-Gruppen Bestand und Identität verleihen.
Für das gesamte Siedlungsgebiet Westtimor liegen keine neueren Zensuswerte vor. Die letzte Angabe aus dem Jahr 1966 gibt eine Bevölkerung von 600.000 an, eine Zahl, die inzwischen jedoch weit überschritten sein dürfte. Gemäß dem zuletzt in Südzentraltimor durchgeführten Zensus von 1989-90 betrug die Bevölkerungsgröße im Landkreis Amanuban schon 194.905, in Amanatun 74.463, in Molo 63.188 Einwohner.

