Bahnhof Wien Nord
en Hofes mit Wandgemälden von Carl Schweninger]]
Der Nordbahnhof von Wien, heute als Wien Praterstern bezeichnet, befindet sich im 2._Wiener_Gemeindebezirk, am Praterstern. Er hat eine tägliche Passagierfrequenz von ca. 35.000 Personen.
Es halten:
*S-Bahn S1, S2, S3, S4, S8 in Richtung Floridsdorf
*S-Bahn S7 in Richtung Flughafen Wien und Wolfsthal
*S-Bahn S9 in Richtung Bahnhof Wien Meidling, Mödling und Wiener Neustadt
*S-Bahn S15 in Richtung Hütteldorf
*U-Bahn U1 in Richtung Reumannplatz und Leopoldau
*Straßenbahnlinie O in Richtung Raxstraße
*Straßenbahnlinie 5 in Richtung Wien Westbahnhof
*Straßenbahnlinie 21 in Richtung Schwedenplatz und Praterkai sowie zu besonderen Anlässen die Linie 81 Richtung Messe Wien
*Buslinie 80A in Richtung Schlachthausgasse
*Zukünftig auch die U-Bahn Linie U2 in Richtung Karlsplatz und Aspern
Geschichte
Im Zuge der Errichtung der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn wurde der erste Wiener Nordbahnhof am 6. Jänner 1838, damals k.k. Nordbahnhof, erbaut. Aufgrund des stark zunehmenden Passagieraufkommens war der Bahnhof bald zu klein und musste einem Neubau weichen. 1858-1865 wurde das neues Bahnhofsgebäude unweit des Pratersterns errichtet. Wie auch alle anderen Bahnhöfe dieser Zeit in Wien war der Nordbahnhof ein ausgesprochenes Repräsentationsgebäude. Mit der Planung wurden mehrere Architekten beauftragt. Die Ausschmückung der Räume wurde von Bildhauern und Freskenmalern durchgeführt. Die Eröffnung erfolgte am 15. November 1865. In der Zeit der k.u.k. Monarchie war der Nordbahnhof einer der bedeutendsten Bahnhöfe in Europa und einer der Hauptbahnhöfe Wiens mit den wichtigen Verbindungen nach Brünn und Warschau und für viele Einwanderer die Tür zu Wien.
Wie alle Wiener Bahnhöfe beherbergte auch der Nordbahnhof einen luxuriösen Hofsalon für den kaiserlichen Hof.
Während des Zweiten_Weltkrieges wurde das Bauwerk durch Bombentreffer beschädigt, aber instand gesetzt und wieder in Betrieb genommen. Durch den Kalten_Krieg wurden die Grenzen zu nördlichen Nachbarstaaten geschlossen, und die Nordbahnstrecke verlor ihre Bedeutung. In den Folgejahren wurde der kunsthistorisch wertvolle Bahnhofsbau dem Verfall preisgegeben und im Jahre 1965 gesprengt. Der Neubau erfolgte aus verkehrstechnischen Gründen direkt am Praterstern und wurde am 1. Juni 1959 als Bahnhof Praterstern eröffnet. Die Umbenennung in Wien Nord erfolgte am 1. September 1975.
Der äußerlich sehr verwahrloste Bahnhof wurde samt seiner Umgebung oft als einer der Schandflecken von Wien bezeichnet, da er neben Obdachlosen auch ein hohes Maß an Kriminalität anzog.
1997 starteten die ÖBB die so genannte Bahnhofsoffensive: Der von Albert Wimmer entworfene neue Bahnhof Wien Nord bekommt eine neue, lichtdurchlässige Überdachung und vier Bahnsteige. Verständliche Wegeleitsysteme und behindertengerechte Ausstattung sollen auch die Umsteigewege zur U-Bahnlinie_U1, zur künftigen_U2-Station und zu den Haltestellen der Straßenbahn- und Buslinien am Bahnhofsvorplatz verbessern. Der Stationsname wurde mit Fertigstellung des ersten neuen Bahnsteigs im April 2006 in Wien-Nord Praterstern und schließlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 in Wien Praterstern geändert.
Im neuen Bahnhof sollen auf einer Fläche von rund 6.000 m² Handels- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt werden.
Auf Bahnsteigebene wurde im April 2007 der Vollbetrieb im neuen Bahnhof aufgenommen. Die Bahnsteige wurden deutlich verbreitert und auf 55 cm über Schienenoberkante angehoben, um den Fahrgästen ein bequemes Aus- und Einsteigen in die Züge zu ermöglichen. Für sehbehinderte Fahrgäste ist ein taktiles Blindenleitsystem vorgesehen.
Der Umbau begann 2004 und der neue Bahnhof soll im Jänner 2008 fertiggestellt werden.
Das Investitionsvolumen beträgt 39 Millionen Euro.
Umbau des Frachtenbahnhofs
Für das von den ÖBB nicht mehr benötigte Gelände des Frachtenbahnhofs wird schrittweise die Umwandlung in einen neuen Stadtteil geplant. Der Teil an der Lassallestraße ist bereits seit den 1990er Jahren verbaut, hier sind fast ausschließlich Bürogebäude entstanden. Zuerst soll ein weiterer Streifen parallel zu diesen Blöcken entstehen, schrittweise soll diese bebaute Zone nach Nordwesten erweitert werden. Auch die Straßenbahnlinie O soll in dieses neue Gebiet verlängert werden. Der Zeithorizont dieser Planungen liegt allerdings bei 2025.
Literatur
* Wien Museum: Großer Bahnhof: Wien und die weite Welt. Czernin Verlag, Wien 2006. ISBN 3-7076-0212-5
Weblinks
• Pläne des Nordbahnhofs in der Bauzeitung von 1870
• ÖBB-Bahnhofsoffensive Wien Nord auf Schiene
• Stadtentwicklung Wien: Nordbahnhof - weitere städtebauliche Entwicklung
• Private Seite über den Baufortschritt
• Ziel2Wien - Bahnhöfe
• Ziel2Wien - Live Webcam am Dach der ÖBB zur Beobachtung des Baufortschrittes der neuen Bahnhofshalle

