Bahnhof Wien Mitte
thumb|Bahnhof_Wien_MitteDer Bahnhof Wien Mitte (Landstraße) ist ein Umsteige-Bahnhof der Schnellbahnstammstrecke (S1, S2, S3, S4, S8 Richtung Norden und S7, S9, S15 Richtung Süden) zu den U-Bahn-Linien U3 und U4 sowie Endbahnhof des Wiener City Airport Train.
Laut den letzten Frequenzzählungen der ÖBB ist er der meistfrequentierte Bahnhof Österreichs, vermutlich wegen der zwei U-Bahnlinien, die einbezogen wurden.
Geschichte
thumb|Blick_auf_die_Station_Hauptzollamt_um_1905
Auf dem heutigen Bahnhofsgelände war seit 1803 das Endbassin des Wiener Neustädter Kanals, dieser Hafen wurde 1847 zugeschüttet. Nach Schleifung der Stadtmauer wurde ein Kopfbahnhof nahe der Innenstadt geplant, realisiert wurde Jahrzehnte später nur die jetzige Variante als unterirdisch liegender Umsteigebahnhof. Dieser Neubau erfolgte im Zuge der Wienflussregulierung und wurde 1899 unter dem Namen Hauptzollamt eröffnet.
1962 wurde die Schnellbahn eröffnet; der Bahnhof wurde in Wien-Landstraße umbenannt. Aus dieser Zeit stammt auch das heutige Gebäude mit seinem Überbau eines (mittlerweile leerstehenden) Verwaltungsgebäudes der ÖBB. Hinter dem Gelände war ein Bahnhof für Regionalbusse, der um 2000 aufgelassen wurde. 1975 war geplant, den Bahnhof aufzuwerten und internationale Züge halten zu lassen, er erhielt daher seinen heutigen Namen.
Seit den 1990er Jahren gibt es Pläne zur deutlichen Bebauungsverdichtung in diesem zentralen und verkehrsmäßig gut erschlossenen Bereich, die von den Proponenten als Aufwertung und Beseitigung des bisherigen "Schandflecks" - als solcher wurde das 1962 errichtete Bauwerk nun bezeichnet - argumentiert werden. Auch die unmittelbare Nachbarschaft bezeugt die aktuelle Tendenz zur Bebauungsverdichtung (Büro- und Kinogebäude W3, Justizzentrum Wien-Mitte).
thumb|left|Die_Markthalle_neben_dem_BahnhofZuletzt (1999) wurde ein völliger Neubau des Bahnhofes geplant, wobei das Ortnersche Hochhausprojekt Wien Mitte bis zu 97 m hohe Bürotürme vorsah. Nicht nur gegen diese Türme, sondern vor allem gegen die unverhältnismäßige Verdichtung und die damit verbundenen Verkehrs- und Strukturprobleme wandte sich eine große Bürgerinitiative. Auch stellte die UNESCO in Frage, ob dieses Projekt mit dem Verlangen Wiens nach dem Weltkulturerbe-Status der unmittelbar daneben befindlichen Wiener Innenstadt verträglich sei.
Unmittelbar nach der Immobilienmesse MIPIM in Cannes wurde das Projekt im Frühjahr 2003 aus wirtschaftlichen Gründen fallengelassen.
Das nun kurz vor der Realisierung stehende Projekt WIEN MITTE wurde von den ARCHITEKTEN WIEN MITTE, Ortner & Ortner, Neumann + Steiner und Lintl + Lintl geplant und wurde von den Gesamtdimensionen entscheidend reduziert:
Das Projekt
Architektonisch wird das neue Zentrum durch einen winkelförmigen Glasblock gefasst, der mit dem bestehenden Markthallengebäude ein zur Marxergasse hin offenes "U" bildet. Die ersten drei Geschosse, direkt über der Gleisebene, werden als Einkaufszentrum genützt. Der Haupteingangsbereich an der Landstraßer Hauptstraße mündet direkt in eine Shopping-Mall, die in ihrem Verlauf zum Zugang an der Marxergasse führt. Diese mit Geschäften gefasste Passage verbindet auch räumlich die Stiegen und Liftanlagen der ÖBB und der Wiener Linien an der Landstraßer Hauptstraße mit dem City Air Terminal an der Marxergasse. Das bestehende Gebäude des CAT wird in die Erdgeschossnutzung des Einkaufszentrums integriert. Des Weiteren werden auch die Zugänge zu den Bahnsteigen der U-Bahn (U3 und U4) und der S-Bahn neu gestaltet. Entlang der Landstraßer Hauptstraße und der Gigergasse sind über dem Einkaufszentrum fünf Geschosse mit Büronutzungen angeordnet. Die Erschließung der Büroflächen erfolgt über Lobbys, welche über eine direkte Verbindung zum Straßenbereich im Erdgeschoss verfügen. Eine funktionale Verbindung mit der bestehenden Garage, des Gebäudekomplexes Invalidenstraße, über der Markthalle, mittels einer Brücke ist geplant.
Facts & Figures
127.000 m2 Bruttogeschossfläche
88.000 m2 vermietbare Fläche:
Büro: 40.000 m2
Hotel: 20.000 m2
Geschäftsflächen: 28.000 m2
(Gastronomie und Einkaufszentrum)
500 Stellplätze
BAUBEGINN: 2007
FERTIGSTELLUNG: 2011
Literatur
* Wien Museum: Großer Bahnhof: Wien und die weite Welt. Czernin Verlag, Wien 2006. ISBN 3-7076-0212-5
Weblinks
• Bahnhofsbeschreibung
• Aktuelle Planung
• Das Projekt WIEN MITTE

