Bahnhof Ilmenau
Der Bahnhof Ilmenau ist einer der sechs Bahnhöfe im Ilmenauer Stadtgebiet. Er ist der wichtigste Bahnhof der Stadt und war früher ein Bahnhof der II. Klasse. Fälschlicherweise wird der Bahnhof immer wieder als Ilmenau Hauptbahnhof bezeichnet, was aber nicht korrekt ist, da er diesen Zusatz nie trug.
Lage
Der Ilmenauer Bahnhof liegt in einer Höhe von 478,46 Metern. Er befindet sich südöstlich des Stadtkerns. Südlich wird er von der Langewiesener Straße (B 88) begrenzt. Östlich verläuft der Neuhäuser Weg, westlich die Ilmenauer Hauptverkehrsstraße (B 4/B 88) Friedrich-Ebert-Straße. Nördlich wird der Bahnhofsbereich erst von der Bücheloher Straße (B 87) begrenzt. Im südlichen Teil ist der Bahnhof etwa zwei Meter aufgeschüttet. Dabei wurde das Material aus den Durchbrüchen bei Roda verwendet.
Weitere Bahnhöfe im Ilmenauer Stadtgebiet sind: Ilmenau-Pörlitzer_Höhe, Ilmenau_Bad, Ilmenau Roda, Manebach und Grenzhammer (stillgelegt).
Gleisanlagen
Heute befinden sich im Ilmenauer Bahnhof drei Bahnsteige. Der Bahnsteig 1 (Hausbahnsteig) wird für den Reiseverkehr nach Erfurt bzw. Ilmenau-Bad/Stützerbach genutzt, am Bahnsteig 2 beginnen die Dampflokfahrten zum Rennsteig und der Bahnsteig 3 wird momentan nicht genutzt. Östlich neben den drei genannten Gleisen befanden sich früher zwei weitere Gleise, die dem Güterverkehr dienten. Diese wurden etwa 2002 entfernt, die Laderampe ist jedoch noch gut erkennbar. Zahlreiche Gleisanlagen befanden sich früher auch im nordöstlichen Bahnhofsbereich, die dem Rangieren und dem Güterverkehr dienten. Direkt vom Bahnhof zweigten drei Werksgleise ab: eines führte zum Schlachthof, das andere zur Porzellanfabrik Galluba & Hoffmann (am Neuhäuser Weg) und das dritte führte zum ungefähr zwei Kilometer entfernt liegenden Porzellanwerk. Es wurde erst 1973 gelegt und umfasste einen weiteren Güterbahnhof mit mehreren Gleisen auf der rechten Seite nördlich des Bahnhofs. In den 1970er-Jahren wurde mit dem Bau eines neuen Güterbahnhofes begonnen. Sein Standort war östlich des Bahnhofes am Neuhäuser Weg. Im Jahr 2006 sind dort eine große Freifläche mit Gleisresten sowie Bahnhofsbeleuchtungsanlagen vorhanden, es is geplant das Areal in ein Gewerbegebiet umzuwandeln.Anschließende Strecken
Der Bahnhof Ilmenau ist Endpunkt der 1879 eröffneten Bahnstrecke Erfurt?Ilmenau und befindet sich an Streckenkilometer 19,18 der Bahnstrecke von Plaue. Sie verlässt den Bahnhof in nördlicher Richtung. 1881 kam die Ilmenau-Großbreitenbacher Eisenbahn hinzu. Sie führte in südöstlicher Richtung aus dem Bahnhof. Im Jahr 1904 wurde mit der Rennsteigbahn die letzte Anschlussstrecke des Bahnhofes gebaut. Sie verlässt ihn in südwestlicher Richtung.
Gebäude
Der Ilmenauer Bahnhof wurde 1879 errichtet. Er ist ein relativ schlichter, für die Zeit typischer, roter Backsteinbau. Bauherr war die Preußische Staatsbahn. Der dreistöckige Bau ähnelt den Bahnhofsgebäuden von Elgersburg, Plaue und vor allem Arnstadt sehr stark. In den 1920er-Jahren wurde straßenseitig ein Vorbau errichtet, der sich jedoch gut an das Gebäude anpasst. Zu DDR-Zeiten wurde die Westseite (Wetterseite) des Bahnhofes mit roten Asbest-Schindeln verkleidet, wodurch die ursprünglich einheitliche Backsteinarchitektur in ihrer Ansicht gestört ist. Der Bahnhof war zwischen 1998 und 2005 unbesetzt, im Herbst 2005 wurde jedoch wieder ein Servicecenter der Deutschen_Bahn eröffnet. Es besteht aus zwei Schaltern, wo Fahrkarten, Fahrpläne, verschiedene Literatur sowie Süßwaren, Getränke und Presseartikel zu erwerben sind. Außerdem liegen dort verschiedene Prospekte zu Bahnveranstaltungen, beispielsweise Dampflokfahrten, aus.
Als weitere Bahnhofsgebäude folgten der Lokschuppen für vier Lokomotiven im nordwestlichen Bahnhofsbereich und die beiden Stellwerke Nord und Süd. Als 1904 die Rennsteigbahn eröffnet wurde, kamen zwei Bahnsteige und eine Bahnsteigüberdachung hinzu. Später folgte die Unterführung vom Hausbahnsteig zu den Gleisen 2 und 3, die heute wegen Baufälligkeit gesperrt ist. Ein heute nicht mehr vorhandenes Gebäude war der lange Güterschuppen, der sich nördlich an das Bahnhofsgebäude anschloss. Er wurde in den 1990er-Jahren abgebrochen. Heute befindet sich hier ein Parkplatz.
Zugverkehr
Heutiger Personenverkehr
Heute verkehren täglich 40 Züge (Stadler-Regio-Shuttle, bei Zweifachtraktion 150 Sitz- und 180 Stehplätze) und Bombardier ITINO (120 Sitzplätze), beides Dieseltriebwagen, im Ilmenauer Bahnhof, 20 nach Erfurt (Fahrzeit 56 Minuten) und 20 nach Ilmenau-Bad (am Wochenende bis Stützerbach, Fahrzeit 18 Minuten). Sie werden im Ein-Stunden-Takt von der Erfurter Bahn und der Südthüringenbahn betrieben, wobei im wöchtentäglichen Verkehr zwischen 1:00 Uhr und 4:00 nachts kein Zugverkehr erfolgt. Der Bahnverkehr spielt in Ilmenau nach wie vor eine wichtige Rolle, da viele der 7.000 Studenten der Technischen_Universität mit der Bahn reisen. Seit 2001 gibt es das Semesterticket Ilmenau, mit dem alle Studenten der TU für 14 Euro pro Semester alle Regionalbahnen von Ilmenau nach Erfurt bzw. mit Umsteigen nach Meiningen und Saalfeld nutzen können.
Die Anzahl der Reisenden pro Tag schwankt etwa zwischen 800 und 1000.
Heutiger Güterverkehr
In Ilmenau findet die Verladung von Müll auf Güterzüge der Rennsteigbahn statt. Er wird zur Müllverbrennungsanlage nach Leuna transportiert. Neben dem täglich anfallenden Müll wird auch die Deponie Wolfsberg bei Wümbach auf diesem Wege langsam abgetragen. Des weiteren gibt es noch gelegentlich Holzzüge, die Ilmenau auf dem Weg aus dem Thüringer Wald durchqueren. Meist wird für die Güterzüge die Diesellok V_100 eingesetzt.
Unfälle
Nahe des Ilmenauer Bahnhofes ereignete sich am 13. März 2000 ein Zugunglück, bei dem zwei Menschen schwer verletzt wurden. Der Grund war eine defekte Bahnschranke am Bahnübergang ?Stollen?. Es fuhr ein Bagger auf die Schiene, wo er von der Lok_Nr._219_040-3 erfasst und etwa 100 Meter mitgeschleift wurde. Die Lok entgleiste und wurde dabei zerstört. Der erste Waggon des Personenzuges entgleiste ebenfalls, die Fahrgäste blieben aber unverletzt. Der Bagger wurde völlig zerstört, der Fahrer überlebte jedoch schwer verletzt. Als Folgen des Unfalls wurden die Sicherungstechnik am Bahnübergang komplett erneuert, die BR 219 auf der Strecke durch die Baureihe 642 ersetzt und die Geschwindigkeitsbegrenzung (für Züge) am Bahnübergang auf Schrittgeschwindigkeit reduziert.
Bahnhofsvorplatz
Der Ilmenauer Bahnhofsvorplatz wurde 2000 neu gestaltet. Das Gebiet wurde verkehrsberuhigt sowie ein etwa 50 Meter breiter und 200 Meter langer Park angelegt. Dort befinden sich einige alte Bäume, Hecken, Wiesen und Blumenbeete. Als ?Willkommenszeichen? werden alle Reisenden, die den Bahnhof verlassen, von Miniatur-Nachbauten des Kickelhahnturmes und des Goethehäuschens begrüßt. Direkt vor dem Bahnhof befindet sich ein Taxistand. Rechts beginnt der Busbahnhof, der Ende der 1990er-Jahre neu gestaltet wurde.
Der Busbahnhof liegt auf dem nördlichen Teil des Bahnhofsvorplatzes und verfügt über sechs Bussteige sowie einen überdachten Wartebereich für Fahrgäste und parkende Busse. Der Busbahnhof ist Knotenpunkt des ÖPNV im südlichen Ilm-Kreis. Er wird von folgenden Linien angefahren:

