Bahnhof Berlin-Wittenau
Der Bahnhof Wittenau ist eine Station der Berliner S- und U-Bahn. Er befindet sich im gleichnamigen Ortsteil Wittenau. Der vollständige Name lautet Wittenau (Wilhelmsruher Damm), zuvor Wittenau (Nordbahn). Diese Unterscheidung war bis Mitte 1995 nötig, um keine Verwechslungen mit dem Bahnhof Wittenau (Kremmener Bahn) aufkommen zu lassen. Als dieser 1995 unter dem Namen Karl-Bonhoeffer-Klinik wiedereröffnet wurde, wurde der Zusatz überflüssig, blieb allerdings bis heute erhalten.Der S-Bahnhof befindet sich an der Nordbahn, wo die Linien S1 und S85 halten. Der U-Bahnhof der Linie_U8 befindet sich unterhalb des Wilhelmsruher Damm, der dem Namen auch seinen Zusatz gab. Im bahnamtlichen_Betriebsstellenverzeichnis trägt der Bahnhof das Kürzel BWIN.
S-Bahnhof
Der Bahnhof wurde unter dem Namen Dalldorf (bis 1905) zusammen mit der Bahnstrecke am 10. Juli 1877 eröffnet. Die Strecke war zu dem Zeitpunkt noch weitestgehend eingleisig, erst 1891 kam ein zweites Ferngleis hinzu. 1912 erst kommt ein zweites Gleispaar hinzu, um den Fern- vom Vorortverkehr zu trennen, die Vorortgleise werden schließlich 1925 noch als zweite Strecke im Berliner Raum elektrifiziert, die S-Bahn hält Einzug.
Nach dem Zweiten_Weltkrieg wird die Strecke einschließlich des Bahnhofs um je ein Gleis reduziert. Eine Ausweiche zum Kreuzen der Züge bleibt nicht erhalten, erst eine Station weiter in Waidmannslust wird eine eingerichtet. Die kommenden Jahre sind vom starken Verfall der Strecke geprägt, durch den S-Bahnboykott infolge des Mauerbaus meiden viele potentielle Fahrgäste die S-Bahn und steigen auf die Verkehrsmittel der BVG um. Mit der Übernahme der West-Berliner S-Bahn durch den Senat am 9. Januar 1984 wird die Strecke schließlich, wenn auch nur vorerst, stillgelegt.
Noch im selben Jahr der Übernahme, 1. Oktober 1984, wird der Abschnitt zwischen Gesundbrunnen und Frohnau allerdings wieder befahren. Um die Kapazität des Abschnitts allerdings zu steigern, wird die gesamte Strecke bis 1986 zweigleisig ausgebaut, womit Wittenau sein zweites Streckengleis zurückerhält. Dafür wird der Abschnitt nördlich Waidmannlust im Jahr 1985 wieder vorübergehend eingestellt. Etwa zur gleichen Zeit entfachte die Diskussion über den zukünftigen Namen des Bahnhofs. Ausschlaggebend dafür war die Verlängerung der U-Bahnlinie 8, die in Wittenau einen Bahnhof erhalten sollte. Da die Pläne noch aus der Zeit vor der Übernahme der S-Bahn stammten, wählte die BVG für ihren U-Bahnhof den Namen Wilhelmsruher Damm zur absichtlichen Abgrenzung. Nach 1984 war dieser Name dann auch für den S-Bahnhof vorgesehen, wurde aber nicht übernommen. Lediglich der Zusatz Wilhelmsruher Damm ziert seitdem die Stationsschilder.
U-Bahnhof
Bereits seit dem Bau des Märkischen_Viertels in den 1960er Jahren war eine Anbindung an die U-Bahn geplant. Mitte der 1980er Jahre wurde dann eine Verlängerung der U-Bahnlinie_8 beschlossen. Diese sollte nun nach Wittenau schwenken und das Märkische Viertel von Westen durchqueren. Aber erst nach dem Fall der Mauer, am 24. September 1994, wurde der heutige Endbahnhof Wittenau der U8 am westlichen Rand des Märkischen Viertels eröffnet und am 29. September der Öffentlichkeit übergeben.
Der U-Bahnhof wurde vom Architekten Rainer Gerhard Rümmler entworfen. Er erhielt bunten Fliesen, hauptsächlich in den Farben grün und braun. Die Muster an den Säulen erinnern an Bäume, die die Decke stützen. Der Bahnhof liegt unter dem Wilhelmsruher Damm und erhielt einen Übergang zur S-Bahn.
Eine Verlängerung der U8 über den Bahnhof hinaus in das Märkische Viertel hinein ist langfristig geplant, wegen der angespannten Haushaltslage des Landes Berlin ist sie aber bis auf weiteres unwahrscheinlich.
Siehe auch
Preußische Nordbahn
U-Bahnlinie 8 (Berlin)

