Bahnhof Baal
|thumb|350px|Bhf_Baal_um_1914Der Turmbahnhof Baal ist der wichtigste Bahnhof auf Hückelhovener Stadtgebiet.
Seine ursprüngliche Bedeutung als Knotenpunkt für den Personenverkehr hat er in den vergangenen Jahren aufgrund der Stilllegung der dort abzweigenden Nebenstrecken aber eingebüßt.
Geschichte
thumb|left|_Der_alte_Bahnhof_um_1900
thumb|left|_Der_alte_Bahnhof_
= Der ?Alte Bahnhof?
=1852 wurde die Bahnlinie_Mönchengladbach?Aachen durch die damalige Bergisch-Märkische_Eisenbahn eröffnet und Baal erhielt am Streckenkilometer 41,6 einen Personen- und Güterbahnhof.
Dieser Bahnhof war mit einem Empfangsgebäude, einer Rampe für den Güterumschlag, einer kleinen Drehscheibe und einer kleinen Schiebebühne ausgestattet, welche für den Güterverkehr genutzt wurden.
An den ursprünglichen Ort erinnert heute noch der Straßenname ?Am alten Bahnhof?, sowie die Stützmauer des alten Fundaments. Heute befindet sich an der Stelle des ?Alten Bahnhofs? noch der Baaler Güterbahnhof, das Baaler Fahrdienstleiterstellwerk und der Abzweig zur Verbindungskurve nach Ratheim.
= Der Turmbahnhof
=thumb|_Eröffnungsfeier_der_Bahnstrecke_in_Baal
thumb|_Eilzug_im_oberen_Bahnhofsteil_
1911 wurde der Personenbahnhof nach Westen verlegt. Anlass war die neu eröffnete Bahnstrecke Jülich?Dalheim. Um die zwei Eisenbahnstrecken bedienen zu können wurde ein Turmbahnhof erbaut. Über eine Verbindungsstrecke bei Baal Gbf / Baal West wurde die Strecke nach Dalheim auch für den Bahnverkehr zur Hauptstrecke Aachen-M.gladbach-Kassel angeschlossen, was insbesondere für den Güterverkehr zur Zeche Sophia-Jacoba von Bedeutung war.
Zwischen Jülich und Baal wurde der Personenverkehr in den 1960er Jahren so stark ausgedünnt, dass man die wenigen noch verbleibenden Züge im Fahrplan zwischen den vielen Buskursen regelrecht "suchen" musste. Erschwerend hinzu kam der anwachsende Individualverkehr. Die in Folge dessen nachlassenden Fahrgastzahlen veranlassten die Bundesbahn dazu, den Personenverkehr zwischen Jülich und Baal zum 29.09.1968 einzustellen; gleiches geschah am 28. Mai 1972 mit dem Güterverkehr. 1974 begann die Demontage der Gleise zwischen Baal und Linnich.
Die dann noch übriggebliebene Verbindung Baal - Dalheim wurde wegen des so genannten "Rundverkehrs" (eine Verbindung über Mönchengladbach - Rheydt - Rheindahlen - Wegberg - Dalheim - Wassenberg - Ratheim - Hückelhoven - Baal (West) - Erkelenz - Rheydt - Mönchengladbach) zunächst von der Bevölkerung noch relativ gut angenommen.
Doch in den 1970er Jahren wurde auch auf der "Nordstrecke" von Baal nach Dalheim der Fahrplan bis auf wenige Züge am Tag ausgedünnt, der bei der Bevölkerung beliebte ?Rundverkehr? schließlich abgeschafft und parallel verkehrende Bahnbusse taten dann ihr übriges: Am 27. September 1980 fuhr der letzte mit einem Trauerkranz versehene Personenzug von Baal aus in Richtung Dalheim/Mönchengladbach.
Gegenwart
thumb|Südseite
thumb|Nordseite
Der Bahnhof, welcher im Verbundbereich des Aachener Verkehrsverbund liegt, wird von ca. 2000 Fahrgästen pro Tag benutzt und wurde aufgrund der Nähe zu Hückelhoven im Jahre 2002 in ?Hückelhoven-Baal? umbenannt. Der Bahnhof wird von Lokalpolitikern deshalb gerne als ?Hückelhovener Bahnhof? bezeichnet, was bei Baalern auf wenig Gegenliebe stößt. Der Bahnhof ist stark sanierungsbedürftig und soll in den nächsten Jahren von der Stadt umgebaut werden (u. a. Reaktivierung des Aufzugs).
Der Bahnhof verfügt über 2 Bushaltestellen und einen P+R-Platz (auf dem Gelände des ehemaligen Tiefbahnhofs).
Bahnverbindungen (Stand März 2006):
Der Bahnhof besitzt als Knotenpunkt heute (Stand: 2007) nur noch Bedeutung für den Güterverkehr zur Zeche Sophia-Jacoba, denn trotz der Stilllegung des Bergwerks Sophia-Jacoba am 27. März 1997 verkehren weiterhin Kohlezüge der DB AG zwischen Baal Gbf und Ratheim Rbf (Montag und Mittwoch), da die SJ-Brikett- und Extracitfabrik GmbH auf dem alten Zechengelände in Hückelhoven weiterhin Formkohlen aus Anthrazit produziert.
Siehe auch
Bahnstrecke Jülich?Dalheim
Eisenbahn im Kreis Heinsberg
Zeche Sophia-Jacoba
Bahnhof Ratheim
Literatur
* Josef Lennartz: Schienenwege im Rheinischen Grenzland. (Museumsschriften des Kreises Heinsberg, Band 6) 1985.
* Frank Körfer: Die Baaler Bahnhöfe. In: 1100 Jahre Baal. Jülich 1993. S. 112-114
Weblinks
• Bilder des Güterverkehrs zwischen Baal und Ratheim
* http://www.eisenbahn-in-dalheim.de
• Bahnstrecke Baal-Ratheim mit Fahrzeiten der Güterzüge
• Geschichte des Bahnhofs Baal
• Turmbahnhof Baal

