Bagno (Strafanstalt)
Bagno hießen in Frankreich seit dem 17. Jahrhundert die Strafanstalten, in denen zur Zwangsarbeit Verurteilte ihre Strafe verbüßten. Diese konnten in Frankreich selbst liegen oder in den Kolonien außerhalb des französischen Staatsgebietes.Die bekanntesten Bagnos innerhalb Frankreichs gehörten zu den Marinehäfen in Brest und Marseille. Die Arbeit dort bestand in den schwersten und gefährlichsten Tätigkeiten beim Schiffbau und der Überholung in den Werften. Dazu gehörte insbesondere der Betrieb der Pumpen der Docks. Je zwei Gefangene waren mit eisernen Ketten zusammengeschmiedet.
Schwerverbrecher wurden seit dem 17. bis Mitte des 20. Jahrhunderts in die französischen Kolonien verbannt und mussten unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen ihre Strafe abarbeiten. Berühmter Häftling des Bagnos von Cayenne (Französisch-Guyana) war der Schriftsteller Henri Charriere, der unschuldig wegen Mordes zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt wurde. Nach seiner Flucht veröffentlichte Charriere seinen Bericht "Papillon", der zum internationalen Bestseller wurde und 1973 mit Steve McQueen und Dustin Hoffman in den Hauptrollen verfilmt wurde.

