Badonviller Marsch
Der Badonviller Marsch (Armeemarschsammlung II, 256) wurde 1914 von dem bayerischen Militärmusiker Georg Fürst für das Königlich-Bayerische_Infanterie-Leibregiment komponiert. Während der Diktatur des Nationalsozialismus wurde das Stück auf Wunsch Adolf Hitlers als dessen Auftrittsmarsch verwendet; der originale Titel wurde deswegen durch das deutsch klingende Badenweiler Marsch ersetzt. Der Marsch ist in der Öffentlichkeit noch heute vor allem unter seinem inkorrekten deutschen Titel bekannt.Der Titel erinnert an das Gefecht vom 12. August 1914 bei Badonviller (in Französisch-Lothringen). ?Die Leiber? errangen dort am Beginn des Ersten_Weltkrieges einen ersten Sieg gegen die Franzosen. Zu dem typischen Eingangsmotiv sollen den Komponisten die Hupen der Sanitätsfahrzeuge angeregt haben, mit denen die Verwundeten abtransportiert worden sind. Er zeichnet sich weiters durch sein wuchtiges Posaunenmotiv im Trio aus.
Der Marsch wurde als Adolf_Hitlers Lieblings- und Auftrittsmarsch berühmt. Da er nach dem Ende der NS-Herrschaft aus diesem Grund unwillkürlich mit Hitler in Verbindung gebracht wurde, darf das Stück heute aus politischen Gründen von Bundeswehr- und Polizeimusikkorps nicht gespielt werden. Der erste Leiter des Militärmusikdienstes, Friedrich Deisenroth, hat dies bei der Aufstellung der Musikkorps der Bundeswehr im Jahre 1956 per "Fachdienstlicher Anweisung" festgelegt. Ausgenommen sind so genannte "Historische Konzerte", in denen die Entwicklung des Marsches im Allgemeinen sowie die Eigenart landestypischer Märsche aufgezeigt werden soll. Aufführungen müssen allerdings unter dem originalen Titel "Badonviller-Marsch" erfolgen. Zivile Musikvereinigungen sind von diesem Verbot ausgenommen. In Filmen über die NS-Zeit oder in zeitgenössischen Dokumentationen ("Deutsche Wochenschau") ist der Marsch dagegen oft als Begleitmusik bei Auftritten Hitlers zu hören.
Weblinks
• Badonviller-Marsch: MP3 Download
• Badenweiler Marsch: Text aus NS-Zeit & MP3 Download

