Preußische G 12
Die Gattung G 12 der Preußischen_Staatseisenbahnen ist eine Güterzuglokomotive mit der Achsformel 1'E.
Die G 12 entstand auf Basis der Preußischen_G_12.1 und einer von Henschel für die Kaiserlich Ottomanische Generaldirektion der Militäreisenbahnen (C.F.O.A.) gebauten 1'E-Lokomotive.
Die Lokomotiven wichen in einigen Punkten von den bisherigen Prinzipien des preußischen Lokomotivbaus ab. So hatten sie erstmals einen durchgehenden Barrenrahmen und einen oberhalb des Rahmens angeordneten breiten Hinterkessel (Bauart Belpaire) mit großer Rostfläche.
Zwischen August 1917 und 1921 wurden von Preußen insgesamt 1.168 Exemplare diese Typs beschafft. Die Großherzogliche Badische Staatsbahn ließ 98, die Königlich_Sächsische_Staats-Eisenbahnen 62 und die Königlich Württembergische Staats-Eisenbahnen 42 Fahrzeuge bauen. Außerdem kaufte Baden 10 Lokomotiven von der Preußischen Staatsbahn.
Die sächsischen Lokomotiven wurden wie die Vorgängerbauart als Gattung XIII H bezeichnet; Baden und Württemberg übernahmen die preußische Bezeichnung G 12. Nur die Bayerischen Staatsbahnen beschafften keine G 12; dennoch kann die G 12 als Vorläufer der Einheitsloks in Deutschland angesehen werden.
Die meisten Loks dieser Bauart wurden von der Reichsbahn übernommen. Dort erhielten sie folgende Betriebsnummern:
*Badische G 12: 58 201?225, 231?272, 281?303, 311?318
*Sächsische XIII H: 58 401?482
*Württembergische G 12: 58 501?543
*Preußische G 12: 58 1002?2148.
Die 58 1001 war keine G 12, sondern eine in Deutschland verbliebene Maschine für die C.F.O.A.
Um 1930 wurden sechs, nach 1945 etliche weitere Maschinen auf Kohlenstaubfeuerung umgerüstet, wovon 43 längere Zeit (maximal bis 1968) im Einsatz standen.
Die Deutsche Bundesbahn musterte ihre Exemplare 1953 aus. Die Deutsche_Reichsbahn hatte 1968 noch 300 Maschinen im Einsatz. Bei Einführung der EDV-Nummern im Jahr 1970 wurde bei den dreistelligen Betriebsnummern im Allgemeinen eine eins an der Tausenderstelle eingefügt. Die letzten Lokomotiven wurden 1976 ausgemustert. 56 Lokomotiven wurden von der Deutschen Reichsbahn von 1956 bis 1963 der DDR zur Rekolok der Baureihe_58.30 umgebaut. Bis heute sind mit der 58 261 (Chemnitz-Hilbersdorf) und 58 311 (Ettlingen) zwei ehemals badische Altbaulokomotiven und mit 58 1616 (ehemaliger Dampfspender, Hermeskeil) eine preußischen Ursprungs in Deutschland erhalten geblieben.
Nach dem Zweiten_Weltkrieg verblieben die 58 1669, 1746, 1767, 1904, 1917, 2122 und 2132 auf österreichischem Staatsgebiet. Die 58 1669 wurde 1949 an die DB zurückgegeben, die 58 1904 1951 ausgeschieden und die 58 1917 gelangte 1949 in die Sowjetunion. Die restlichen vier Maschinen bildeten unter Beibehaltung der Ordnungsnummer die ÖBB Reihe 658. Alle Maschinen wurden bis 1966 ausgemustert.
Die G 12 waren überwiegend mit Schlepptendern der Bauarten pr 3 T 20 oder pr 2'2' T 31,5 ausgestattet. Die sächsischen XIII H liefen allerdings mit dem etwas größeren Tender sä 3 T 21, wodurch auch die Fahrzeuglänge stieg. Da beim Umbau auf Kohlenstaubfeuerung Wasserkastenvolumen verloren geht, wurden in der Nachkriegszeit hierfür nur große pr 2'2' T 31,5 oder Einheitstender verwendet.
Weblinks
* , über die 58 311, die in Karlsruhe gebaut wurde und heute im Landkreis Karlsruhe im Einsatz ist.

