Bad Iburg
Bad Iburg ist eine Stadt und staatlich anerkanntes Kneipp-Heilbad im Südwesten des Landkreises_Osnabrück in Niedersachsen.
Bedeutendstes Bauwerk ist das über der Stadt thronende Schloss_Iburg_mit_ehemaliger_Benediktinerabtei, das über sieben Jahrhunderte die Residenz der Osnabrücker_Bischöfe war.
Bad Iburg gehörte zur Westfälischen Hanse und seit 1980 zur Neuen_Hanse.
Geographie
Geographische Lage
Der Teutoburger Wald bedeckt etwa die nördliche Hälfte Bad Iburgs. Höchste Erhebung ist der Dörenberg (333 m) an der Nordgrenze der Stadt. Die südlichen Stadtteile schließen an das Münsterland an. Im Staatsforst Palsterkamp, bei Glane, entsteht durch den Zusammenfluss des Kohlbaches und Fredenbaches die Glane, in der man viele Forellen vorfindet.
Nachbargemeinden
Bad Iburg grenzt im Norden an Hagen am Teutoburger Wald und Georgsmarienhütte, im Osten an Hilter am Teutoburger Wald, im Süden an Bad Laer und Glandorf sowie im Westen an das nordrhein-westfälische Lienen (Kreis Steinfurt).
Stadtgliederung
* Bad Iburg
* Glane
* Ostenfelde
* Sentrup
* Visbeck
Geschichte
Im Jahr 753 wurde Iburg zum ersten Mal in den Fränkischen Reichsannalen erwähnt. 772 eroberte Karl der Große die "erhabene Königsburg Iburg" gegen seinen Widersacher Herzog_Widukind. Zum zweiten Mal eroberten 783 fränkische Soldaten die Iburg. Über die Region hinaus erhielt Iburg Bedeutung im elften Jahrhundert. Bischof Benno I. errichtete zwischen 1052 und 1068 eine Burg. Der bedeutendste Bauherr war Bischof Benno II., der erste Bischof des Osnabrücker Landes. Er ließ 1068 bis 1088 auf den Trümmern der alten Karlsburg eine Stiftsburg_und_ein_Benediktinerkloster errichten. Benno hatte besonderes historisches Gewicht durch seine Vermittlung im Investiturstreit zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich_IV., seinem Freund, und Papst Gregor VII. beim Gang nach Canossa im Jahr 1077.
Um 1100 wurde die Iburg nach dem großen Brand in Osnabrück ständiger Wohnsitz der Osnabrücker Bischöfe.
Im Jahr 1228 wurde der Bau der St. Nikolaus-Kirche begonnen, die heute Fleckenskirche heißt. Damit erhielten auch die Menschen, die sich am Fuß des Burgberges angesiedelt hatten, eine eigene Kirche.
1254 erhielt Iburg durch Fürstbischof Bruno von Isenburg Stadtrechte; er befestigte den Ort. 1293 wurde Iburg als "oppidum" , als stadtähnliche Siedlung, mit einer "porta" im Osten erwähnt.
Blitzschlag und ein dadurch verursachtes Feuer zerstörten 1349 die Burg und das Kloster.
Im Jahr 1359 erhielt Iburg das Wigboldprivileg. Damit wurden Burg und Ortschaft mit einem Rat und gemeinsamer Verfassung zusammengeführt.
Der Flecken wurde 1455 bis 1482 unter Fürstbischof Konrad III. mit Mauern umgeben; drei Tore ermöglichten den Zugang. Eine Wasserversorgung erhielt Iburg 1518, als Prior Frerking eine Wasserleitung von Dörenberg zum Kloster legen ließ. 1534 wurden die Wiedertäufer von Münster auf Veranlassung von Bischof Franz_von_Waldeck im Bennoturm des Schlosses Iburg festgehalten und bis auf einen später hingerichtet. Siehe auch: Wiedertäufer_im_Bergfried_des_Iburger_Schlosses
Feuer vernichtete 1585 im Flecken Iburg 53 Wohnungen mit Nebengebäuden und Stallungen, also etwa die Hälfte der Wohngebäude.
1625 wurde Franz Wilhelm von Wartenberg, der aus einer Nebenlinie der Wittelsbacher stammte, Bischof von Osnabrück. 1633 besetzten schwedische Truppen Iburg und schenkten die Burg Gustav Gustavson.
Im Westfälischen_Frieden_zu_Münster 1648 wurde wegen der konfessionellen Vermischung als Kompromiss die "Alternatio" (Wechselfolge) erarbeitet. Katholische und evangelische Fürstbischöfe wechselten sich damit ab. Erster evangelischer Landesbischof wurde Kurfürst Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg.
1650 kehrte Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg in die Residenz in Iburg zurück.
1657 erhielt der der Flecken Iburg das Privileg zur Abhaltung einers Jahrmarktes.
1661 wurde Kurfürst Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg erster evangelischer Fürstbischof von Osnabrück, entsprechend dem Friedensvertrag von 1648, der einen Wechsel zwischen katholischen und evangelischen Bischöfen vorsah. 1668 wurde seine Tochter Sophie_Charlotte auf der Iburg geboren. Sie wurde später erste Königin in Preußen, Mutter des Soldatenkönigs und Großmutter Friedrichs des Großen. Nach ihr sind auch das Schloss Charlottenburg und der gleichnamige Stadtteil in Berlin benannt. 1672 endete die Ära der Osnabrücker Bischöfe in Iburg, als Ernst August I. das neue Schloss Osnabrück bezog. Die Iburger Residenz wurde aufgegeben.
Zwischen 1750 und 1755 wurde auf dem Burgberg ein großzügiger barocker Klosterneubau durch den westfälischen Barockbaumeister und kurfürstlichen General Johann Conrad Schlaun errichtet. Das Kloster bestand noch bis 1803, als es aufgrund der Säkularisation aufgehoben wurde.
1885 nahm die Verwaltung des Kreises Iburg ihren Sitz im Schloss.
thumb|Zeppelin-Gedenkstein_bei_Bad_Iburg
Am 28. Juni 1910 strandete das Luftschiff LZ 7_?Deutschland? am Limberg.
Menschen kamen bei diesem Zeppelin-Unglück nicht zu Schaden.
1929 wurde die Bauerschaft Mäscher nach Iburg eingemeindet. 1932 wurde der Kreis Iburg aufgelöst; der Sitz des Landrats befand sich fortan in Osnabrück.
1932 und 1933 wurde der Charlottensee am Fuße des Schlossbergs angelegt. 1953 wurde aus der Sommerfrische aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und dem Luftkurort der 20er Jahre der Kneipp-Kurort Iburg.
1959 erhielt Iburg wegen seiner bedeutenden geschichtlichen Vergangenheit im Mittelalter die Stadtrechte wiederverliehen. 1967 wurde Iburg als Kneipp-Heilbad staatlich anerkennt. Die Stadt trägt seither den Namen Bad Iburg.
1970 wurden die Ortsteile Glane-Visbeck, Sentrup und Ostenfelde zur Gemeinde Glane zusammengefasst. 1972 wurde die Stadt Bad Iburg wurde mit der Gesamtgemeinde Glane, bestehend aus Glane-Visbeck, Ostenfelde und Sentrup, vereinigt und die Einheitsgemeinde Bad Iburg gegründet.
1980 besiegelten Bad Iburg und Berlin-Charlottenburg ihre Städtepartnerschaft. Sie wurde am 10. November beurkundet. Als Zeichen der Verbundenheit wurde die Rennbahn um den Charlottensee in Charlottenburger Ring umbenannt.
Politik
Stadtrat
Sitzverteilung im Stadtrat:
CDU 14 Sitze
SPD 5 Sitze
GfB 4 Sitze
Grüne 3 Sitze
FDP 2 Sitze
(Stand: Kommunalwahl am 10. September 2006)
Bürgermeister
Bei der vorgezogenen Bürgermeisterwahl im März 2006 wurde Drago Jurak gewählt. Er ist der erste hauptamtliche Bürgermeister Bad Iburgs. Die Stadt hatte bis dahin einen ehrenamtlichen Bürgermeistern gehabt und war von einem Stadtdirektor verwaltet worden.
Städtepartnerschaften
Bad Iburg ist seit 1980 Partnerstadt des Berliner Ortsteils und früher eigenständigen Bezirk Charlottenburg, der seit 2001 ein Teil des Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist.
Stadtwappen
Das Wappen der Stadt Bad Iburg zeigt auf einem roten Rad mit fünf Speichen einen halben roten Adler. Das Wappen wurde dem damaligen Flecken Iburg im 15. Jahrhundert verliehen. Das fünfspeichige Rad ist an das sechsspeichige im Wappen der Stadt Osnabrück angelehnt. Der Adler stammt aus dem Wappen von Bischof Konrad IV. von Rietberg.
Der heutigen Wappenform liegt ein Siegel aus dem Jahr 1531 zu Grunde.
Wirtschaft
Verkehr
Die Bundesstraße 51 durchquert das Stadtgebiet in Nord-Süd-Richtung.
Von 1901 bis 1968 war der Bahnhof von Bad Iburg Haltepunkt im Personenverkehr auf der Strecke Ibbenbüren-Gütersloh-Hövelhof. Diese Strecke gehört der Teutoburger Wald-Eisenbahn (Connex-Gruppe), die dort heute im regulären Betrieb jedoch nur noch Güterverkehr betreibt. Außerdem wird der Bahnhof noch von der Museumseisenbahn Teuto-Express genutzt.
Öffentliche Einrichtungen
Bad Iburg ist Sitz des für den südlichen Landkreis Osnabrück zuständigen Amtsgerichts. Das Amtsgericht ist im Schloss_Iburg untergebracht.
Seit Mai 2005 ist Bad Iburg offizieller Sitz der Niedersächsischen Schulinspektion. Die Schulinspektion hat die Aufgabe, die Qualität der Schulen zu sichern und weiter zu entwickeln. Ihren Sitz hat die Schulinspektion im Iburger_Schloss.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
• Iburg#Rittersaal/'>Rittersaal] im Schloss Iburg
• Iburg#Schlossmuseum|Schlossmuseum] mit Münzkabinett
• Speicher], heimatkundliches Museum in Glane
• Bad Iburg]
Regelmäßige Veranstaltungen
* Bennofest
* Iburger Advent (Weihnachtsmarkt im und am Schloss Iburg)
* Glaner Markt
* Schützenfest Bad Iburg
* Schützenfest Glane
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
* 1950 Robert Hülsemann (1868-1950), Kaufmann und Schriftsteller
* 1987 Elisabeth Bremer, Ärztin Gerhard Vollbrecht: Iburgs Weg von der Sommerfrische zum Heilbad in: Heimat-Jahrbuch 2003 Osnabrücker Land Seite 53, Seite 54 Heimatbund Osnabrücker Land e. V. Georgsmarienhütte 2002 ISSN 1618-5757
Söhne und Töchter der Stadt
• Charlotte von Hannover] (* 30. Oktober 1668; ? 1. Februar 1705 in Hannover), erste Königin in Preußen
Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten
• II. von Osnabrück|Bischof Benno II.] gründete das Benediktinerkloster. In der katholischen Schlosskirche wurde er 1088 begraben.
• Friedrich von Hohenzollern (Osnabrück)|Eitel Friedrich von Hohenzollern], Bischof von Osnabrück, starb 1625 in Schloss Iburg.
• Pöttering], seit dem 16. Januar 2007 der 23. Präsident des Geologie und der Abbau von Bodenschätzen im Gebiet der heutigen Stadt Bad Iburg

