Bad Hönningen
Bad Hönningen ist eine Stadt im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz, am rechten Ufer des Mittelrheins gelegen. Sie ist Sitz der gleichnamigen_Verbandsgemeinde, die neben Bad Hönningen auch die Ortsgemeinden Rheinbrohl, Hammerstein und Leutesdorf umfasst.
Geografie
Geografische Lage
Der Bade- und Weinort liegt rechtsrheinisch zwischen Koblenz im Süden und Bonn im Norden. Die Uferpromenade entlang des Rheins ist 1,5 Kilometer lang, der Stadtwald bietet 60 Kilometer Wanderwege. Der Hönninger Schlossberg ist mit 9 Hektar der größte zusammenhängende Weinberg am Mittelrhein.
Geschichte
Römerzeit
Beim Bau von Gebäuden wurden im 19. und 20. Jahrhundert Relikte aus der Römerzeit und aus der Frankenzeit gefunden. Die heutige Stadt Bad Hönningen lag nördlich, in unmittebarer Nähe des Limes. Aufgrund der Funde aus der Römerzeit kann davon ausegangen werden, dass hier bereits vor rund 1.800 Jahren gesiedelt wurde.
Mittelalter und frühe Neuzeit
In einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich_II. und Kunnigunde an das Bamberger Domkapitel wurde Hönningen erstmals im Jahr 1019 als ?Besitztum Hohingen? urkundlich erwähnt.
Bis Anfang des 15. Jahrhunderts wurde dieses Besitztum ?sand (Sankt) Jürgenhoff? genannt. Dieser ?sand Jürgenhoff? stand an der Stelle, an der später das ?Hohe Haus? errichtet wurde. Im Jahre 1422 verkaufte das Bamberger Domkapitel diesen Besitz an Bischof Otto von Trier für 1500 Gulden.
Der Trierer Kurfürst_und_Erzbischof Raban von Helmstatt ließ um das Jahr 1438 das ?Hohe Haus? errichten. Hönningen gehörte zu der Zeit zur Herrschaft Arenfels. Im Dreißigjährigen_Krieg brennt Hönningen im Jahr 1632 bis auf 12 Häuser ab. 1670 geht das Lehen Arenfels mit allen Besitztümern und Rechten auf das Haus_von_der_Leyen über.
Im Jahre 1209 wurde der heute noch zum Teil existierende Mönchshof gebaut.
Schloss Arenfels
Das heutige Schloss Arenfels geht auf die in den Jahren 1258 und 1259 (Westflügel und Bergfried) durch Gerlach von Isenburg erbaute Burg zurück. 1848 erwarb Reichsgraf Ludolf Friedrich von_Westerholt das Schloss Arenfels. Er ließ es durch den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner neugotisch umbauen.
Schloss Arenfels ist im Besitz der GC Service Group GmbH & Co KG, die im Schloss die Akademie für Business und Organisation installiert hat, wie auch mehrere Gastronomien errichtet.
Entwicklung zur Kur- und Badestadt
Im Jahr 1894 wurde die erste Kohlensäurequelle erbohrt. Weitere Quellen folgten und im Jahr 1895 wurde das erste Badehaus erbaut.
1950 erhielt die Gemeinde von der Landesregierung Rheinland-Pfalz den Titel "Bad"
1969 erhielt Bad Hönningen die Stadtrechte.
Politik
Stadtrat
Der Stadtrat in Bad Hönningen setzt sich aus 22 Ratsmitgliedern zusammen, den Ratsvorsitz hat der ehrenamtliche Stadtbürgermeister Guido Job (SPD).
Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:
(Stand: Isenburg, verweisen darauf, dass Hönningen seit dem 11. Jahrhundert isenburgische Vogtei und nachmals bis 1664 Hauptort der Herrschaft Isenburg-Arenfels war. Die Burgunderrebe bezieht sich auf den althergebrachten Hönninger Rotweinanbau. Das Wappen in dieser Form - Schild jedoch spitzförmig - erscheint schon im Hönninger Schöffensiegel von 1346.
Städtepartnerschaften
Die Städtepartnerschaft zwischen Bad Hönningen und Saint Pierre lès Nemours in Frankreich wurde im Jahre 1980 begründet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
• Arenfels]: 1849-1855 vom Kölner Dombaumeister Zwirner erbaut. Das Schloss entstand aus einer 1259 von Gerlach von Isenburg gebauten Burg Arenfels.
*Burg Ariendorf im Stadtteil Ariendorf: 1840 ließ Ludwig von Loch den neugotischen Bau vom Kölner Dombaumeister Zwirner errichten (an Stelle eines abgerissenen mittelalterlichen Hofhauses, welches 1706 durch den Trierer Kurfürsten Johann Hugo von Orsbeck vom Kloster Nivellen erworben wurde).
*Das ?Hohe Haus?, ein spätgotischer Wohnturm aus einheimischem Bruchstein: 1438 durch den Trierer Erzbischof Raban von Helmstatt erbaut, 1617 unter dem Grafen Ernst von Isenburg Umbau und Einbau einer Spindeltreppe und der ?Kölner Decke?, 1996 vom Heimatverein erworben, seit Mai 2000 Heimatmuseum. Laut einiger Sagen soll es einen geheimen Tunnel vom o. g. Schloss zum Hohen Haus gegeben haben.
*Tempelhof: 1225 im Besitz des Templerordens, 1317 vom Johanniterorden übernommen, nach der Säkularisierung ab 1817 wechselnde Besitzer (Freiherr von Salis, Marquis von Villers, Freiherren von Geyr zu Schweppenburg).
*Burghaus am Rhein: Anfang des 17. Jahrhunderts im Renaissancestil vom kurkölnischen Vizekanzler Christoph von Wintzler erbaut, enthielt 1844 die erste Hönninger Poststation.
*Altes Stadtweingut (ehemals Wirtschaftsgebäude des 1888 gegründeten Winzervereins).
*Kristall-Rheinpark Therme, mit Sprudelbecken und Heißwasser-Solebecken, einschließlich Wellness- und Therapiezentrum.
* Am Rhein, in unmittelbarer Nähe der Stadtgrenze, liegt der Beginn des Obergermanisch-Raetischen_Limes, der von der Nachbargemeinde Rheinbrohl aus nach Regensburg verläuft und im 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. zum Schutz des Römischen Reiches gegen germanische Übergriffe errichtet wurde. Am 15. Juli 2005 wurde dieses Bodendenkmal durch die UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
Tourismus
Veranstaltungen
* ?Mittelalterliches Pfingstspektakulum? auf Schloss Arenfels mit mittelalterlichem Markt und Ritterspielen.
* ?Weinblütenfest? Anfang Juni auf dem Marktplatz, das jährlich erste Weinfest am Mittelrhein.
* ?Hopfenfest? Mitte Juni in der Innenstadt und in der Fußgängerzone.
* ?Peter & Paul Kirmes? Ende Juni mit festlichen Umzügen durch die Stadt, Rummel und Musikveranstaltungen im Festzelt am Rhein.
* ?Antik Trödelmarkt? Anfang Juli in den Rheinanlagen.
* ?Sommernachtsfest? Ende Juli in den Rheinanlagen, das traditionelle ?Fest der tausend Lichter? mit einem Großfeuerwerk über dem Rhein.
* ?Federweißefest? Anfang November, frischer Federweißer und Zwiebelkuchen mit Live-Unterhaltung auf dem Alten Schulplatz.
* ?Nostalgischer Weihnachtsmarkt? Anfang Dezember in der Innenstadt.
Wirtschaft
*Kohlensäurewerk Deutschland, gegründet 1912
*Artus Mineralbrunnen, ehemals Hubertus Sprudel und Arienheller Kohlensäurewerk, gegründet 1896/97. Die Quellen wurden 1894 von dem Bad Breisiger Bürger Peter Lang erbohrt. Tiefe 294m Hubertusquelle und 380m Arienheller.
*Bad Hönninger Fruchtsäfte GmbH, seit 1912 im Familienbesitz
• früher Kali-Chemie
Verkehr
Straßenverkehr
Bad Hönningen liegt direkt an der B 42]_und_hat_über_diese_Anschluss_an_die_Autobahn_[[Bundesautobahn_48|A 48] und hat über diese Anschluss an die Autobahn [[Bundesautobahn 48|A 48 (Abfahrt Bendorf (Nr. 11)) und A 59 (Autobahnkreuz Bonn-Ost (Nr. 42)). Die Landesstraße 257 verbindet Bad Hönningen direkt mit dem Wiedtal und dem Westerwald. Mit einer Autofähre in Rheinbrohl ist die B 9 im linksrheinischen Bad Breisig zu erreichen. Eine Personenfähre verbindet Bad Hönningen mit Bad Breisig.
In Bad Hönningen beginnt die Deutsche Limes-Straße welche nach 700 Kilometern in Regensburg an der Donau endet. Durch Bad Hönningen führt auch der Rheinische_Sagenweg, welcher in Düsseldorf beginnt und in Mainz endet.
Schienenverkehr
Der Bahnhof Bad Hönningen an der rechtsrheinischen_Bahnstrecke Köln?Koblenz wird im Halbstunden-Takt angefahren und verbindet die Stadt im Stunden-Takt direkt mit dem Flughafen Köln/Bonn. Bad Hönningen gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel an.
Der Bahnhof Bad Hönningen wird in den Sommermonaten an Wochenenden auch von der Kasbachtalbahn angefahren.
Schifffahrt
In den Sommermonaten wird Bad Hönningen auch von den Schiffen der ?Weißen Flotte? und den Schiffen der Köln-Düsseldorfer angefahren.
Rad- und Wanderwege
* Wanderwege
** Der Rheinsteig von Bonn über Bad Hönningen, Koblenz (Festung Ehrenbreitstein) nach Wiesbaden
** Der Rheinhöhenweg von Bonn Beuel nach Wiesbaden (teilweise Streckengleich mit dem Rheinsteig)
* Radwege
** Der Rheinradweg, der vom Quellgebiet des Rheins in der Schweiz bis nach Rotterdam verläuft, passiert in der rechtsrheinischen Variante auch Bad Hönningen
** Der Limes-Radweg entlang der Deutschen Limes-Straße von Bad Hönningen nach Regensburg

