Bad Dürrheim
Bad Dürrheim, Sole-Heilbad und heilklimatischer Kurort, ist eine Stadt im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg (Deutschland). Sie liegt auf der Hochebene der Baar zwischen dem südlichen Schwarzwald und der Schwäbischen_Alb unweit der Donauquelle und der Neckarquelle. Bad Dürrheim ist heilklimatischer Kurort und mit 733 m über NN das höchstgelegene Solbad Europas.
Geografie
Geografische Lage
Bad Dürrheim liegt in der Mitte der Baarhochmulde zwischen Schwenningen und Donaueschingen.
Nachbargemeinden
Neun Kilometer nordwestlich und 3 km nördlich liegt die Doppelstadt Villingen-Schwenningen, 9 km südlich Donaueschingen.
Stadtgliederung
Zur Stadt Bad Dürrheim gehören seit 1972 auch die Orte Biesingen, Hochemmingen, Öfingen, Oberbaldingen, Sunthausen und Unterbaldingen.
Klima
Das Klima des Kurortes in der Nähe des tiefsten Punktes der Baarhochmulde im Niederschlagsschatten des Schwarzwaldes ist niederschlagsarm und kontinental mit großen Temperaturschwankungen im Tages- und Jahresverlauf. Einerseites führt dies zu überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden, andererseits ist Nachtfrost auch im Sommer auf der Baar nicht ungewöhnlich.
Im Winter kann der kälteste Punkt der Baarhochmulde ähnliche Tiefsttemperaturen wie die Zugspitze erreichen (bisheriger Rekord -33,6 °C).
Geschichte
889 wurde Dürrheim erstmals in einer Urkunde als ?Durroheim? genannt. Andere Versionen des Namens waren ?Diureheim? oder ?Diere? ? im Dialekt heißt es heute noch so. Um 1300 gehörte Dürrheim zur Kommende des Johanniter-/Malteserordens in Villingen. Amtssitz des Johannitervogts war der heute noch existierende Hänslehof. 1806 kam Dürrheim zu Baden.
Im Jahr 1822 fand man bei Bohrungen ein unterirdisches Salzlager. Die Sole mit einem Salzgehalt von 27 % wurde seit 1823 gefördert und bis 1972 in der Saline in großen Siedepfannen zu Speisesalz gesiedet. Seit 1883 wird die Sole für Badekuren genutzt (darum Solbad). 1921 wurde aus Dürrheim Bad Dürrheim.
Auf der Gemarkung Ankenbuck befand sich bei 48° 00' 12" nördlicher Breite und 8° 31' 28" östlicher Länge von 1951 bis 1978 ein Rundfunksender für Mittelwelle (bis 1964 auch für Kurzwelle). Als Sendeantenne wurde für Mittelwelle ein 120 Meter hoher, gegen Erde isolierter, abgespannter Stahlfachwerkmast und für Kurzwelle ein 12 Meter hoher Mast mit einem ungewöhnlich dicken Durchmesser von 4 Metern verwendet. Bis 1962 wurde diese Anlage vom Südwestfunk betrieben. 1962 wurde sie im Zuge des Aufbaus des Sendernetzes für den Deutschlandfunk an die Deutsche Bundespost übergeben. Da der Sender_Ravensburg in der Region gut empfangen werden konnte, wurde diese Station mit Inkrafttreten des Genfer Wellenplans stillgelegt. Heute sind die Antennenanlagen demontiert.
1994 war Bad Dürrheim Gastgeber der Landesgartenschau Baden-Württemberg.
Politik
*Wappen und Stadtfarben
Wappenbeschreibung: Gespalten von Rot und Blau durch einen schmalen goldenen Pfahl; vorne ein achtspitziges silbernes Kreuz, hinten über drei silbernen Wellenleisten ein achtstrahliger silberner Stern. Die Bad Dürrheimer Stadtfarben sind Weiß-Rot.
*Kommunalpolitik
Bürgermeiste ist Walter Klumpp, der den Freien Wählern angehört. Dem Gemeinderat gehören 27 Mitglieder an, von denen 13 der CDU, 6 den Freien Wählern, jeweils 3 der FDP und der LBU sowie 2 der SPD angehören. Klumpp wurde bei seiner Wahl von FW, FDP, LBU und SPD unterstützt. Die Stadt Bad Dürrheim hat die touristischen Aktivitäten in einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft, der Kur- und Bäder GmbH, konzentriert. Diese wird von zwei Geschäftsführern geleitet und von einem Aufsichtsrat kontrolliert, dem Stadträte, ein Vertreter des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums und der Bürgermeister als Vorsitzender angehören. Der Gemeinderat der Stadt fungiert als Gesellschafterversammlung. Die Stadt hat der GmbH ihr Hallen- und Freibad Minara übertragen und gibt dazu jährlich einen Betriebs- und Investitionskostenzuschuss.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Saline, erbaut zwischen 1823 und 1826
Narrenschopf ? Schwäbisch-Alemannisches Fastnachtsmuseum mit Sammlungen zur schwäbisch-alemannischen_Fastnacht
* Kurpark
* Salinensee
* Heimatmuseum am Busbahnhof, sonntags 14 bis 17 Uhr geöffnet
Sport
*Alljährlich findet in Bad Dürrheim der RiderMan für Hobby-, Freizeit- und Amateur-Radfahrer statt. Der RiderMan zählt als einziges deutsches Rennen zur Golden Bike Serie des Weltradsportverbandes UCI.
* Das "Solemar" ist ein Wellness- und Gesundheitszentrum direkt am Kurpark mit 800 m² Wasserfläche in 11 Becken, mit Sole-Heilbad, Sauna, Vital-Center, Fitness- und Therapiezentrum sowie Gaststätte.
* Das "Minara" Hallen- (Kinder- und Sportbecken mit Sprungturm) und Freibad (3 Becken mit Rutschbahn) sowie Gaststätte.
* Sportpark mit Angebot für Golf, Bogenschießen, Tennis, Nordic Walking, Klettern/Bouldern, Minigolf, Boule, Radsport (Fahrradverleih). Hallensporthalle, 2 Sportplätze (Fußball, Leichtathletik).
Wirtschaft und Infrastruktur
Der Gesundheits- und Kurbereich ist der wichtigste Wirtschaftsbereich der Stadt, in dem ? vor allem in den ansässigen Kliniken ? auch die meisten Arbeitnehmer beschäftigt sind. Wichtige Arbeitgeber sind auch einige Betriebe der feinmechanischen Industrie, der Kunststoffbranche und der Elektrotechnik sowie mehrere Verbrauchermärkte im Norden der Stadt. Im Zuge der Gesundheitsreform kamen in der jüngsten Zeit immer mehr Kliniken und Pensionen in wirtschaftliche Schwierigkeiten, sodass im Jahr 2004 das traditionsreiche Haus Hohenbaden, eine Mutter-Kur-Klinik des Badischen Roten Kreuzes, und das Karolushaus, ein privates Sanatorium, schlossen. Im April 2005 schloss das Kurheim und Sanatorium, eine Privatklinik im Besitz eines katholischen Ordens. Für die Ansiedlung neuer Firmen wurde das Gewerbegebiet ?Auf Stocken? von der Stadt neu erschlossen. Inzwischen wurde das Karolushaus als Hotel am Solegarten und das ehemalige Kurheim und Sanatorium als "add on Vital-Hotel am Kurpark" wieder eröffnet.
Verkehr
In Bad Dürrheim trifft die Bundesstraße B 27 (Stuttgart?Schaffhausen/Schweiz) auf die B 33 (Konstanz?Offenburg). Die Stadt liegt nahe der A 81 zwischen Stuttgart und Singen/Bodensee Ausfahrt 35, 36 und 37 (A864). Über die B 27/33 erreicht man in Donaueschingen (9 km) die B 31 nach Freiburg im Breisgau und Friedrichshafen am Bodensee. Die nächsten Regionalflughäfen sind in Schwenningen und Donaueschingen. Die nächsten internationalen Flughäfen sind Zürich (80km) und Stuttgart (95 km). Die nächsten Bundesbahnhöfe in Villingen, Schwenningen und Donaueschingen sind über ÖPNV Buslinien mit Bad Dürrheim verbunden.
Töchter und Söhne der Stadt
Manfred Bosch (* 1947 in Bad Dürrheim) ? Schriftsteller
Literatur
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Weblinks
• Stadtverwaltung und Kur- und Bäder GmbH
• Bad Dürrheim: Bilder & Ortsgeschichte
• Stadtteil Sunthausen
• Der Narrenschopf: Größtes Fasnachtsmuseum in Deutschland
lmo:Bad Dürrheim

