Polanica-Zdrój
Polanica-Zdrój [] (deutsch Bad Altheide) ist ein bekannter Kurort im Südwesten Polens, der zum Powiat K?odzki in der Woiwodschaft Niederschlesien gehört.
Geographie, Klima, Landschaft
Das heutige Polanica-Zdrój liegt 12 km südwestlich der Kreisstadt K?odzko (Glatz) am Südhang des Heuscheuergebirges. Es wird von der Reinerzer Weistritz (Bystrzica Dusznicka) durchflossen, deren Uferstraße als Kurpromenade beliebt ist. Durch seine windgeschützte Lage und die waldreiche Umgebung hat es ein mildes und gesundes Klima.
Die umgebende Landschaft ist von besonderer Schönheit. Sie bietet zahlreiche Ausflugs- und Wandermöglichkeiten. Westlich erstreckt sich das romantische Höllental (Piekielna Dolina), welches geographisch das Heuscheuer- und das Habelschwerdter Gebirge trennt.
Geschichte der Ortschaft
Altheide wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gegründet und erstmals 1347 als Besitz der Herren von Glaubitz (auch Glubos) unter der Bezeichnung zu der Hayde erwähnt. 1556 entstand nördlich des Dorfes die Siedlung Neuheide; ab dieser Zeit wurde das bisherige Heyde als Altheide bezeichnet. Die Geschichte der politischen und kirchlichen Zugehörigkeit von Altheide ist weitgehend identisch mit der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Glatz, zu der es gehörte.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts war eine Hälfte des Dorfes im Besitz verschiedener Familien, zuletzt der Herren von Ullersdorf, die sie mit einer Mühle und 6 Häuslerstellen 1538 an die Stadt Glatz verkauften. Die der Familie Seidlitz von Lazan gehörende andere Hälfte des Dorfes fiel 1494 an den podiebradischen Herzog Heinrich d. Ä. von Münsterberg, der zugleich Graf von Glatz war. Er schenkte diese Besitzungen im selben Jahr den Glatzer Augustiner-Chorherren.
Der den Augustinern gehörende Anteil ging 1597 an das Glatzer Jesuitenkolleg über, das den Besitz erweiterte, einen Gutshof und weitere Siedlerstellen errichtete und die landwirtschaftlichen Methoden verbesserte. Im Dreißigjährigen_Krieg wurde Altheide 1645 durch die Schweden zerstört. 1650 errichteten die Jesuiten ein Haus, das als Erholungsstätte für Ordensangehörige diente. Nach einem Brand wurde es 1706?1707 wieder aufgebaut und zu einem Schlösschen erweitert.
1763 fiel Altheide ? wie die ganze Grafschaft Glatz ? an Preußen, das nach der Auflösung des Jesuitenordens 1783 den jesuitischen Grundbesitz enteignete. Das Altheider Stiftsgut wurde 1788 an den preußischen Staatsminister Friedrich Wilhelm Graf von Reden veräußert. Seine Erben verkauften die Besitzungen 1827 an den Glatzer Kaufmann Josef Grolms, der 1828 die ersten bescheidenen Badeeinrichtungen einrichtete. Nach weiteren kurzfristigen Besitzerwechseln erfolgte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein weiterer Ausbau des Badebetriebs. Nachdem Altheide 1890 mit der Linie Glatz?Rückers Eisenbahnanschluss erhielt, stieg die Zahl der Kurgäste und Erholungssuchenden deutlich an.
Die Blütezeit von Altheide begann 1904, als der Breslauer Brauereibesitzer Kommerzienrat Georg Haase das Bad erwarb und gleichzeitig die Aktiengesellschaft Badeverwaltung Altheide AG gründete. Durch die nachfolgenden Investitionen wandelte sich das Dorf Altheide zu einem modernen Kurort. Neben einem starken wirtschaftlichen Aufschwung nahm auch die gesellschaftliche Bedeutung zu. Mit der Stromversorgung, dem Straßen- und Wegebau, der Anlage von Wanderwegen und dem Bau von Sportstätten sowie einer katholischen und einer evangelischen Kirche wurde eine neue Infrastruktur geschaffen, die die Grundlage für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand der einheimischen Bevölkerung durch neu entstandene Arbeitsplätze bildete. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde Altheide als Herzheilbad eines der bekanntesten schlesischen Kurbäder, das sich in der Zwischenkriegszeit noch weiter entwickelte. Besondere wirtschaftliche Bedeutung erlangte auch die Kristallglashütte Wittwer.
Im Zweiten Weltkrieg blieb Altheide von Zerstörungen verschont. Seine Sanatorien dienten teilweise als Kriegslazarette. Als Folge dieses Krieges wurde Altheide 1945 polnisch, zuerst in Puszczyków-Zdrój und erst 1946 in Polanica-Zdrój umbenannt und gleichzeitig zur Stadt erhoben. Die deutsche Bevölkerung wurde 1946 vertrieben. Erster polnischer Bürgermeister wurde Kazimierz D?browski. Ab den 1950-er Jahren entwickelte sich Polanica-Zdrój zu einem beliebten Ferienort.
Geschichte des Bades
Obwohl die Altheider Sauerbrunnen schon 1625 durch den Glatzer Geschichtsschreiber Aelurius beschrieben wurden, erfolgte deren Erschließung erst im 19. Jahrhundert. Der Besitzer Josef Grolms errichtete 1828 ein hölzernes Badehaus mit acht Badewannen. 1904 wurden zwei neue Quellen erbohrt. In kurzer Zeit entstanden moderne Bade- und Parkanlagen, ein Sanatorium, zahlreiche neue Pensionen und das mondäne Kurhaus (heute Wielka Pieniawa). Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Wandel- und Trinkhalle, ein neues Badehaus, das Kurtheater, das Kleine Kurhaus und das Kurkasino errichtet.
Besondere Verdienste um die Entwicklung des Bades erwarb sich Kurdirektor Georg Berlit, der durch die Einberufung von Ärztekommissionen und Wasseranalysen die Bedeutung des Bades und seiner Mineralquellen nachwies und Altheide durch eine groß angelegte Werbekampagne in Deutschland und im Ausland bekannt machte. Während seiner Amtszeit von 1907?1945 stieg die Zahl der Kurgäste von 1.000 auf 16.000 pro Jahr an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kurbetrieb in Polanica-Zdrój nach einiger Zeit wieder aufgenommen.
Quellen und Heilanzeigen
Die alkalischen, kohlensäurereichen Eisenquellen werden zu Trinkkuren und zu Bädern verabreicht. Zu den Heilanzeigen gehören Herz-, Kreislauf- und Nervenerkrankungen, Stoffwechselstörungen sowie Blutkrankheiten.
Sehenswürdigkeiten
*Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Ko?ció? Wniebowzi?cia NMP) wurde 1910 im neobarocken Stil erbaut. Das Altargemälde schuf der aus Schlegel stammende Oswald Völkel, der in München ein bekannter Kirchenmaler war.
*Das ehemalige Jesuiten-Schlösschen neben der Kirche wurde 1706?1707 vom Glatzer Jesuitenkollegium im Stil des böhmischen Barock erbaut. Seit 1861 diente es als Waisenhaus.
*Der gepflegte Kurpark mit seinem alten Baumbestand und den am Park liegenden Kurhäusern.
*Die Pestkapelle nördlich in Neuheide (Polanica Górna) wurde 1680 errichtet.
*In der Nähe im Wald ist eine Marienkapelle von 1843 (Buchenbergkapelle).
beim 5. Rubinstein-Gedenkturnier in Polanica-Zdrój, 9. ? 31. August 1967]]
Kultur und Freizeit
Regelmäßige Veranstaltungen
*In Schachkreisen wurde Polanica-Zdrój durch das Rubinstein-Gedenkturnier bekannt.
*Auch das Festival der Amateurfilme POL-8 findet jährlich statt.
Sport
Am nördlichen Ortsrand liegen ein Sportgelände, ein Freibad und ein Campingplatz.
Wirtschaft und Infrastruktur
Öffentliche Einrichtungen
In den 1950-er Jahren wurde in Polanica-Zdrój eine Plastisch-Chirurgische Klinik eingerichtet, die zur Medizinischen Akademie Breslau gehört. Sie ist die älteste Klinik dieser Art in Polen und behandelt auch ausländische Patienten.
Einwohnerentwicklung
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Partnerstädte
Telgte (Deutschland)
Literatur
• der historischen Stätten] Schlesien, hg. von Hugo Weczerka, Stuttgart 1977
*Das Glatzer Land, ISBN 3-928508-03-2
*Georg Wenzel, Ein Leben für Altheide ? Kurdirektor Georg Berlit 1878?1946; In: Groffschoaftersch Häämtebärnla 2006, S. 38-42
Weblinks
• Offizielle Website (polnisch, deutsch, englisch)
* http://www.grafschaft-glatz.de/bilder/glatz/althei01.htm

