Bach (Gewässer)
Ein Bach ist ein nicht allzu breites, mal schnell und mal langsam fließendes natürliches Gewässer.
Üblicherweise wird ein Fließgewässer dann als Bach bezeichnet, wenn es nicht breiter als 5 m ist. Breitere Fließgewässer gelten als Flüsse.
Begriffe und Typen
Der alte Begriff Fließ ist heute noch für viele Bäche insbesondere in Brandenburg und Berlin in Gebrauch, beispielsweise für das Tegeler Fließ oder das Pfefferfließ. In Börderegionen kennt man Fließe heute aber auch als Gräben, die Regenwasser von Feldern ableiten sollen. Diese Gewässer trocknen in regenarmen Monaten häufig aus.
Bayrisch-österreichisch gibt es dafür auch den Begriff Ache.
Die Limnologie, die Wissenschaft der Fliessgewässer, unterscheidet drei regionale Grundtypen von Bächen:
* den Gebirgsbach
* den Mittelgebirgsbach
* den Flachlandbach
Grundlegendes
Bäche sind perennierende_Gerinne, also kleine Fließgewässer, die ständig Wasser führen. Es gibt aber auch periodisch oder episodisch Wasser führende Bäche, wie zum Beispiel die Steingräben der Muschelkalkgebiete in Thüringen oder andere oberirdische Karstgerinne.
Kennzeichnend für den Bach sind die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers, die Temperaturverhältnisse, der Sauerstoffgehalt, die Lichtverhältnisse, die im Bach auftretenden Organismen sowie die Umweltbelastung durch Chemikalien. Weiterhin ist charakteristisch für einen Bach, dass sein Wasserspiegel steigt oder sinkt, im Bach enthaltene Substrate sich verlagern und sich der Lauf des Baches mit der Zeit verändern kann.
Die Strömungsgeschwindigkeit wird durch im Bach befindliche Steine, Totholz und kleinere Inseln, Verengungen, örtliche Vertiefungen oder flachere Bereiche beeinflusst.
Systematik
Die Hydrologie in Verbindung mit der Orographie untersuchen die Formenvielfalt der Fließgewässer, und versuchen, gewisse Grundtypen herauszuarbeiten: Blickt man auf die Gesamtstrecke eines Baches, so lassen sich ein Oberlauf, ein Mittellauf und ein Unterlauf unterscheiden. In einem modelltypischen Bachverlauf entsprechen diese Abschnitte den drei Grundformen Gebirgs-, Mittelgebirgs- und Flachlandbach. Bäche zeigen aber naturgemäß einen vielgestaltigen Verlauf, in Kleinformen von der Quellstrecke, über nahezu stehende Anschnitte mit Rückstauzonen und Wasserfällen oder Sumpfabschnitten, Verengungen mit Klammcharakter oder Furten als Flachwasser weit über der Normalbreite, bis hin zu Versickerungen, in denen das Gewässer unter die Erde abtaucht, und dort weiterfließt, oder sich im Grundwasser verliert.
Bild:Bach_bardou.jpg/'>Gebirgsbach unterhalb von Klammbildung
Bild:Malham Beck from Malham Cove.jpg/'>Typischer Mittelgebirgsbach (Malham Beck, bei Sandbruch, Treibholz
Gebirgsbach
In Gebirgsbächen herrscht wegen des größeren Gefälles eine stärkere Strömung, was für günstige Sauerstoffverhältnisse, aber auch für eine starke Erosion sorgt. Die Gewässersohle ist sehr steinig. Gebirgsbäche führen viel Geschiebe mit sich. Die im Gebirgsbach vorkommenden Tiere sind gegen Sauerstoffmangel sehr empfindlich. Wasserpflanzen kommen so gut wie gar nicht vor.
Mittelgebirgsbach
In Mittelgebirgsbächen nimmt das Gefälle und damit die Strömung ab. Neben der Erosion kommt es auch zu einer Sedimentation. Kleinere Inseln und Kiesbänke entstehen immer wieder neu an verschiedenen Stellen. Die hier entstehenden mannigfaltigen Kleinräume bieten den verschiedenartigsten Wasserlebewesen eine Lebensgrundlage. Zeigerart ist die Bachforelle.
Flachlandbach
In Flachlandbächen ist das Gefälle am geringsten. Das Wasser fließt gemächlich in weiten Mäandern dahin. Sedimentation und Nährstoffreichtum sind recht groß, so dass die Gewässersohle relativ sandig und mit organischem Material durchsetzt ist. Bei geringer Strömung kommen zahlreiche Wasserpflanzen im Bach vor.
Eingriffe des Menschen
Bäche, wie auch andere Gewässer, werden nach ihrem Nutzen beziehungsweise der Gefahr die von ihnen für den Menschen ausgehen als ?friedlich? oder als Wildbach bezeichnet, wobei für letztere in bewohntem Gebiet Maßnahmen zum Hochwasserschutz angebracht sind.Das natürliche Bett der Bäche in Mitteleuropa ist durch Eingriffe des Menschen meist stark verändert worden. Bachbegradigungen und die Einleitung von Schadstoffen haben in Ballungsgebieten zu erheblichen Störungen des natürlichen Verlaufs und zu einer Beeinträchtigung der Selbstreinigungskraft industrienaher Fließgewässer geführt. Auch die Überdüngung der Felder in Bachnähe durch die vielerorts übliche intensive Landwirtschaft sorgt für erhöhte Schadstoffwerte im Bach. Die Phosphat- und Nitratzufuhr führt zu einem verstärkten Algenwachstum, die Einleitung von Abwässern zu einer Massenvermehrung von Bakterien.
Weblinks
• Steckbrief zu den Fließgewässern
• Bachaufnahmen aus dem Bayerischen Wald
pdc:Grick

