Bacchanalien
Die Bacchanalien (von lat. Bacchanalibus), die Bacchusfeste im antiken_Rom waren Feierlichkeiten, die von den Bacchanten_und_Bacchantinnen oft mit wildester Ausgelassenheit zelebriert wurden.Das Fest wurde bereits seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. gefeiert und fand jährlich am 16. und 17. März am Hügel Aventin in Rom statt.
Herkunft und Ablauf
Die römischen Bacchanalien waren aber ursprünglich kein römisches Ereignis; vielmehr entspricht Bacchus weitgehend dem griechischen Weingott Dionysos und die Bacchanalien den Dionysien, welche zumeist im März zu Beginn der neuen Vegetationsperiode stattfanden.
Die Römer waren als große Moralisten bekannt und wehrten sich deshalb umso mehr,als die griechische Kultur immer mehr Einfluss in die römische nahm. Die Aufnahme der ausländischen Anschauungen war für sie ein Sittenverderbnis und eine Verletzung des römischen Nationalstolzes. Rom war gekränkt und fühlte sich machtlos der immer stärker werdenden Abhängigkeit von der griechischen Kultur gegenüber. Dies hatte verächtliche Äußerungen der Griechischen Bevölkerung im Römischen Reiche gegenüber zur Folge; so war zum Beispiel "Graeculi" (Griechlein) ein weit verbreitetes Schimpfwort.Titus Livius, ab urbe condita, 39, 8-19; Alfred Heuß, Römische Geschichte, 2. Auflage, Braunschweig 1964, S. 126.
Ein wesentlicher Grund für die Exzesse der Bacchanalien war die Kombination großer Mengen Alkohol mit psychedelischen Substanzen wie halluzinogenen Pilzen und sogar Tollkirschen. Hinzu kam, dass der Mummenschanz der Bacchanalien eine zusätzliche enthemmende Wirkung hatte. So beschreibt Euripides in "Bacchae" die Teilnehmer als Zecher, die sich Felle und Häute überstreifen und Tierrollen übernehmen. Das Ritual hat in dieser Form starke Ähnlichkeiten mit schamanischen Traditionen.
Die Durchführung der Bacchanalien spiegelt einige Merkmale der römischen_Religion zu dieser Zeit wieder. Die aktive Teilnahme an der Religion stand im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses.
Baccanalienskandal 186. v. Chr.
Im 2. Jahrhundert v. Chr. steigerten sich die Baccanalien zu ausgelassenen, zügellosen Orgien, die im Jahre 186 v. Chr. schließlich durch den Senatus Consultum de Bacchanalibus, den Senatsbeschluss über die Bacchanalien, als der erste religiöse Skandal streng reglementiert wurden. Nach Berichten des Geschichtsschreibers Flavius und Titus Livius wurde der Skandal durch den Konsul Spurius Postumius Albinus aufgedeckt. Insgesamt wurden 7000 Frauen und Männer hingerichtet und die Bacchanalien in der Folge verboten.
Die Inschrift von Tiriolo (186 v. Chr.) stellt den Senatsbeschluss über die Bacchanalien dar, die Verbote bezüglich dieser Zusammenkünfte enthält. Hier wird deutlich, dass die Konsuln des römischen Staates das Bacchanalienverfahren als einen staatsbedrohlichen Verein ansahen und diesem somit alle Vereinsrechte, wie die Wahl eines Vorstehers oder die Gründung einer Vereinskasse, abgesprochen haben. Der römische Senat übernahm somit die vollständige Kontrolle.
Siehe auch
Bakchos
Dionysos
References
Euripides "Bacchae": a Griechische Tragödie
Links
• Senatus consultum de Bacchanalibus in Latein
• Senatus Consultum de Bacchaniabus in Englisch und Latin auf forumromanum.org
• Beschreibung der Baccanlienbeschlüsse des Senats in Englisch

