Baalbek
Baalbek () ist eine Provinzhauptstadt im Libanon mit ca 80.000 Einwohnern, ein wichtiges Zentrum der Bekaa-Ebene.
Die Stadt geht auf die römische Kolonie Heliopolis (nicht zu verwechseln mit Heliopolis in Ägypten) zurück, die 15 v. Chr. gegründet wurde. Hier standen die großen Tempelanlagen_von_Baalbek mit dem größten Einzeltempel des Römischen_Reichs.
Geschichte
Erstmals besiedelt wurde das Gebiet des heutigen Baalbek zu Beginn des 3._Jahrtausends_v.Chr. Vermutlich im 1. Jahrhundert v. Chr. überbauten die arabischen Ituräer den Siedlungshügel durch ein großes Heiligtum. Im Gründungsjahr der römischen Stadt Baalbek wurde das Heiligtum neu konzipiert und deutlich vergrößert. Forscher des DAI entdeckten 2005 einen fast hundert Meter langen Saal aus dieser Zeit.
Der Konflikt mit Israel
Baalbeks Bevölkerung ist zum großen Teil schiitisch. Das Hauptquartier der Organisation "Hisbollah" und einige deren Kommandanten wohnen in der Stadt. In Baalbek betreibt die Hisbollah ein Krankenhaus und ein islamisches Kolleg. Laut Hisbollah hatte die Mannschaft, die im August 2006 zwei israelische Soldaten enführte, in Baalbeks Umgebung trainiert.
Baalbek ist auch Libanons Drogenhauptstadt und dutzende Drogenlabore blühen dort. Die Marihuanafelder wachsen aufgrund der fruchtbaren Erde der Bekaa-Ebene, die zum Teil schon für den Reichtum der römischen Kolonie gesorgt hat.
Literatur
Theodor Wiegand: Baalbek. Ergebnisse der Ausgrabungen und Untersuchungen in den Jahren 1898 bis 1905. 3 Bd. de Gruyter, Berlin 1921ff.
* Nina Jidejian: Baalbek ? Heliopolis ? City of the sun. Dar el Machreq Publishers, Beirut 1975 (enthält d. 1921 veröffentl. Originalgraf. des Ausgrabungsber. von Theodor Wiegand, Reprint 1998). ISBN 2721458841
Margarete van Ess: Heliopolis ? Baalbek 1898-1998 ? Forschen in Ruinen. Ausstellung in Baalbek-Libanon zur Erinnerung an den Besuch Kaiser Wilhelms_II. am 11. November 1898. DAI ? Orientabt., Direction Générale des Antiquités du Liban. Das Arab. Buch, Berlin 2001. ISBN 3860933094
* Robert Anderson: Baalbek. Warszawa 2006. ISBN 83-89101-58-0
Weblinks
• Stein des Südens
• Deutsches Archäologisches Institut
• Riesiger Bankettsaal in Baalbek (PDF)

