Tempel von Baalbek
Der Tempel von Baalbeck ist eine der größten und ausgedehntesten antiken Tempelanlagen überhaupt. Die römische Anlage liegt in der Stadt Baalbek im Libanon. Bereits der kleinste Tempel, der Venustempel (fälschlich auch Bacchustempel), ist größer als die Akropolis in Athen.
Geschichte
Die Ursprünge der Tempelanlage verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Fest steht, dass bereits die Babylonier und Phönizier hier Heiligtümer errichtet hatten. Es ist wahrscheinlich, dass die Tempelbauten einst dem Baal oder Moloch geweiht waren; die heute noch vorhandenen Überreste beruhen ohne jeglichen Zweifel auf römischen Ursprung.
Später bauten die Araber die Anlage ohne Rücksicht auf den Baubestand in eine Festung um. Diese wurde von Timur Lenk zerstört.
1739 zerstörte ein Erdbeben große Teile der Anlage. In der Folge wurde sie als Steinbruch genutzt.
Nach einer Palästinareise veranlasste der deutsche Kaiser Wilhelm_II. die Zusammenstellung eines Archäologenteams. Dieses Team legte Teile der Anlage frei. Später setzten libanesische Archäologen die Rekonstruktionsbemühungen fort.
Baubestand heute
Die Anlage umfasst erhaltene Tempel, wie z.B. der Bacchus-Tempel, welcher größer als die Akropolis in Athen ist. Die sechs 20m hohen Säulen des Jupiter-Tempels sind ein Wahrzeichen des Libanons (neben der Libanonzeder). Auch bekannt ist Baalbek für seine gigantischen Steinblöcke, die als Fundament dieser Tempelstadt dienen. Der größte Stein (größter Baustein der Welt) ist ca. 21,36m lang, 4,33m hoch, 4,6m breit und wiegt nach jüngsten Schätzungen etwa 1500 Tonnen. Er wird entweder Hajar el Gouble (Stein des Südens) oder Hajar el Hibla (Stein der schwangeren Frau) genannt. Aufgrund seiner Größe konnte er nicht bis in das Heiligtum transportiert werden, er befindet sich noch heute an der Stelle des römischen Steinbruchs.
Weblinks
• Deutsches Archäologisches Institut
• - Reste der Anlagen von Baalbeck
• - imposant aber kaum bekannt: die "kleine", besser erhaltene Anlage
• Schaetze der Welt
Literatur
*Nina Jidejian: Baalbek - Heliopolis - City of the sun. Dar el Machreq Publishers, Beirut 1975. (m. d. 1921 veröffentl. Originalgraf. des Ausgrabungsber. von Theodor Wiegand, Reprint 1998) ISBN 2-7214-5884-1
*Margarete van Ess: Heliopolis - Baalbek 1898-1998 - Forschen in Ruinen. Ausstellung in Baalbek-Libanon zur Erinnerung an den Besuch Kaiser Wilhelms_II. am 11. November 1898. DAI - Orientabt., Direction Générale des Antiquités du Liban. Das Arab. Buch, Berlin 2001. ISBN 3-86093-309-4

