Baal (Brecht)
Das Drama Baal wurde von Bertolt Brecht 1918 während seines Militärdienstes verfasst und trägt autobiografische Züge. Viele Elemente des Stücks entnahm Brecht aus den Gedichten François Villons. Brecht teilte seinem Freund Münsterer im Mai 1918 den geplanten Titel mit: ?Baal frißt! Baal tanzt!! Baal verklärt sich!!!?. Das Stück wurde 1923 nach der Verleihung des Kleist-Preises an Brecht im Leipziger Alten Theater unter der Regie von Alwin Kronacher uraufgeführt.Das Stück
Der Ort der Handlung ist nicht näher bestimmt; Handlungszeit ist die Gegenwart.
Personen:
*Baal: Lyriker
*Ekart: Komponist, Freund Baals
*Mech: Verleger und Großkaufmann
*Emilie: Mechs Frau
*Dr. Piller: Kritiker
*Johanna: Baals Freundin
*Luise: Kellnerin
*Johannes Schmidt: Baal-Jünger
*Die beiden Schwestern
Handlung
Baal ist ein junger talentierter Dichter und trägt seinem Gönner, dem Großkaufmann Mech, bei einer Abendgesellschaft ein Gedicht vor. Obwohl man ihm Begeisterung sowie Verwunderung entgegenbringt, zeigt Baal kein Interesse, benimmt sich rüpelhaft und wird hinausgeworfen. Baal dazu: ?Was kann ich dafür wenn dein Wein, den du mir gibst mich besoffen macht!?
Mechs Frau wird Baals Liebhaberin, er behandelt sie roh, zwingt sie z.B. in einer Branntweinschenke einen Kutscher zu küssen. Er schläft mit Johanna, der wesentlich jüngeren Freundin seines Bewunderers Johannes, diese stürzt sich, als er sich nichts weiter aus ihr macht, verzweifelt in einen Bach.
Baal schwängert Sophie Dechant, die er anfangs wohl liebte, dann jedoch schnell als Last ansieht und seinem Freund Ekart ?abtreten? will (?Baal: Was muss ich dir geben, dass du meine Frau nimmst??), im Frühling haut er mit Ekart ab. Mit Ekart zieht Baal betrügenderweise durch die Lande. Acht Jahre später ersticht Baal Ekart im Streit und stirbt bei Holzfällern, zu denen er sich geflüchtet hat. Das Drama endet mit den Worten eines Holzfällers, der von den letzten Worten Baals berichtet die lauteten: ?Ich horche noch auf den Regen?.
Epische Strukturelemente
Baal entstand lange vor Brechts Konzeption des Epischen_Theaters. Einzelne Elemente im Baal aber weisen bereits in Richtung seiner späteren Theater-Theorie. So etwa sind Anfang und Schluss des Stücks jeweils offen gehalten und grenzen sich damit von der aristotelischen Theorie ab.
Abgrenzen wollte sich Brecht mit der Sinnlichkeit und 'Diesseitigkeit' des Baal auch vom Pathos des Expressionismus.
Literatur
Ausgaben
*Bertolt Brecht: Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Band 1. Stücke 1 Suhrkamp Verlag, 1989 (Die neue kommentierte Ausgabe)
*Bertolt Brecht: Baal. Der böse Baal der asoziale. Texte, Varianten und Materialien edition Suhrkamp, 1973 (preiswerte Taschenausgabe)
*Bertolt Brecht Baal. Drei Fassungen edition Suhrkamp (Fassungen von 1918, 1919 und 1926)
Vertonung
Friedrich Cerha stellte aus den vier Fassungen Bert Brechts den Text zu seiner Oper Baal zusammen, welche bei den Salzburger Festspielen 1981 uraufgeführt wurde (Regie: Otto Schenk, Dirigent: Christoph von Dohnányi, Baal: Theo Adam, Koproduktion mit der Wiener Staatsoper)
Weblinks
• Moderne Baal Verfilmung
• 'Baal' im Spielplan deutschsprachiger Bühnen

