Winnenden
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Winnenden ist eine Stadt ca. 15 km nordöstlich von Stuttgart in Baden-Württemberg. Sie ist die fünftgrößte Stadt des Rems-Murr-Kreises und ein Unterzentrum im Mittelbereich Waiblingen/Fellbach der Region Stuttgart. Seit 1. Januar 1973 ist Winnenden Große Kreisstadt.
Geografie
Winnenden liegt am westlichen Rande des Schwäbischen_Waldes in 270 bis 504 Meter Höhe.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Winnenden. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Backnang, Allmersbach im Tal, Berglen, Remshalden, Waiblingen (nur eine Enklave der Stadt), Korb, Schwaikheim und Leutenbach
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Winnendens besteht aus der Kernstadt, dem 1964 entstandenen Wohnbezirk Schelmenholz (kein eigenständiger Stadtteil) und den Stadtteilen Baach, Birkmannsweiler, Breuningsweiler, Bürg, Hanweiler, Hertmannsweiler und Höfen, die erst im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliedert wurden. Zu den einzelnen Stadtteilen gehören noch separat gelegene Wohnplätze mit besonderem Namen, wie Langeweiden, Pfeilhof in Baach, Buchenbachhof, Burkhardshof und Neumühle in Birkmannsweiler, Sonnenberg in Breuningsweiler, Schulerhof in Bürg, Degenhof in Hertmannsweiler und Ruitzenmühle in Höfen. In der Kernstadt werden zum Teil Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Geschichte aufgrund der Bebauung ergeben haben und die jedoch meist nicht genau abgrenzbar sind. Hierzu gehört beispielsweise die Hungerbergsiedlung.
Raumplanung
Winnenden bildet ein Unterzentrum im Mittelbereich Waiblingen/Fellbach der Region Stuttgart, in der die Landeshauptstadt Stuttgart als Oberzentrum ausgewiesen ist.
Geschichte
Der Ort Winnenden ist vermutlich im 12. Jh. entstanden. Im Jahr 1181 wird Gottfried von Schauenburg-Winnenden als Zeuge in einer Urkunde Kaiser Friedrich_I. erwähnt, der hier seine Burg hatte. Um 1200 kommt die Burg, die um diese Zeit "Windin" genannt wird, zur Herrschaft Heinrichs von Neuffen. 1277 wird sie auf Konrad von_Weinsberg übertragen. Am 10. Oktober 1325 werden Burg und Stadt Winnenden an Württemberg verkauft. Aus der Herrschaft Winnenden entsteht in württembergischer Zeit das Amt Winnenden, das später zum Oberamt erhoben wird. Das Stadtschloss (die "Deutschordenskommende" Winnenden, die seit 1291 erwähnt und auch "Schloss Winnenthal" genannt wird) kommt erst 1665 zu Württemberg.
Im Bauernkrieg steht Winnenden zunächst unter dem Einfluss des Armen_Konrad, muss sich aber 1519 dem Schwäbischen_Städtebund ergeben. Eine pestähnliche Seuche kostet im Jahr 1616 ungefähr die Hälfte der Bevölkerung das Leben. Im Dreißigjährigen_Krieg wurde die Stadt 1638 und 1643, geplündert. Kaiserliche, französische und schwedische Truppen besetzen zeitweise Winnenden.1665 erwirbt Herzog Eberhard_III. von Württemberg die Deutschordenskommende Winnenden als herzogliches Kammerschreibereigut. Aus dessen Gebiet entsteht das Stabsamt Winnenthal. 1693 setzen französische Truppen Winnenden in Brand. Sämtliche Gebäude innerhalb des Stadtmauerrings brennen ab.
1808 werden das Oberamt Winnenden und das Stabsamt Winnenthal aufgelöst und seine Gemeinden, darunter alle heutigen Stadtteile Winnendens, dem Oberamt Waiblingen zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Waiblingen hervorgeht.
Mit der Fertigstellung der Murrtalbahn Stuttgart?Backnang im Jahr 1876 erhält Winnenden Anschluss an das württembergische Eisenbahnnetz.
Eingemeindungen mit Wappen
Im Rahmen der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre wurden mehrere Nachbargemeinden eingegliedert. Dadurch erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung und die Einwohnerzahl überschritt die 20.000-Einwohnergrenze. Daher stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen_Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Januar 1973 beschloss.
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¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Gemeinderat
Im Gemeinderat sind nach der Kommunalwahl 2004 folgende Parteien vertreten: Bürgermeister und mit der Erhebung zur Großen_Kreisstadt am 1. Januar 1973 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister".
Die Oberbürgermeister
* ?1978: Hermann Schwab
* 1978?1994: Karl-Heinrich Lebherz
* 1994?heute: Bernhard Fritz
Wappen
Das Wappen der Stadt Winnenden zeigt in Silber einen von zwei grünen Windenranken umgebenen goldenen Schild, darin drei liegende schwarze Hirschstangen übereinander. Die Stadtflagge ist schwarz-gelb.
Wappen und Flagge wurde der Stadt Winnenden vom Innenministerium Baden-Württemberg am 23. Januar 1961 verliehen. Die Hirschstangen symbolisieren die frühere Zugehörigkeit der Stadt zum Herzogtum Württemberg.
Städtepartnerschaften
Winnenden unterhält Städtepartnerschaften mit
* Albertville in Frankreich seit 1969 und
* Santo Domingo de la Calzada in Spanien seit 1993.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen/Ausstellungen
* Große Modelleisenbahnanlage der PMW e. V. - Daimlerstraße 12. Von Mitte November bis Mitte Januar an jedem Sonn- und Feiertag (außer 24. u. 25.12.) geöffnet von 10.00 bis 12.30 und 14.00 bis 16.30 Uhr.
* Feuerwehrmuseum Winnenden - direkt am Bahnhof
* Heimatmuseum Winnenden - im Schwaikheimer Torturm
* Heimatstube im Stadtteil Winnenden-Hertmannsweiler
Bild:Winnenden-feuerwehrmuseum3.jpg/'>Drehleiterfahrzeuge
Bild:Winnenden-feuerloeschpolizei-stuttgart2.jpg|Feuerlöschpolizeifahrzeug
Bild:Winnenden-feuermeldeanlage-stuttgart.jpg|Brandmelderanlage
Bild:Winnenden-feuermelder-polizei.jpg|Feuer-/Polizeimelder
Musik
Das Punkrock-Label und Versandhaus in der Tiefgarage Albertvillerstraße
Regelmäßige Veranstaltungen
*Mai: "Winnender Wonnetag" (seit 2004)
*Juli: "City-Treff Winnenden", "DLRG 24h-Schwimmen"
*August: "Winnender Weintage"
*Oktober: "Winnender Herbstmarkt"
*Oktober/November: "Winnender Kinder- und Jugendbuchtage" seit 1984 im Festsaal des Zentrums für Psychiatrie
*November/Dezember (1. Adventwochenende): "Weihnachtsmarkt Winnenden"
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Winnenden liegt an der B_14]_([[Stuttgart] ([[Stuttgart?Schwäbisch Hall) zwischen Waiblingen und Backnang. Die alte B 14 führt durch das Stadtzentrum hindurch, während die autobahnähnliche, neue
Bundesstraße_14 an der Anschlußstelle Winnenden-Mitte endet. Diese wird jedoch seit 2006 im weiteren Verlauf in Richtung Backnang ausgebaut.
Winnenden liegt an der Bahnlinie Stuttgart?Backnang, der sog. Murrbahn. Hier verkehrt auch die Linie S3 (Backnang?Stuttgart?Flughafen) der S-Bahn Stuttgart. Vom Haltepunkt Winnenden erreicht man in ca. 25 Minuten Stuttgart. Innerstädtisch wird ein Netz von Buslinien betrieben, die aber auch zu angrenzenden Gemeinden verkehren. Alle Linien verkehren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS).
Ansässige Unternehmen
Überregionale Bedeutung hat der Reinigungsgerätehersteller Kärcher.
Medien
Über das lokale Tagesgeschehen in Winnenden berichtet die Tageszeitung "Winnender Zeitung" des Zeitungsverlags Waiblingen.
Bildung
Winnenden hat je zwei Gymnasien (Lessing- und Georg-Büchner-Gymnasium), zwei Realschulen (Albertville- und Geschwister-Scholl-Realschule), eine Förderschule (Haselsteinschule), eine Hauptschule (Robert-Boehringer-Schule) in der Kernstadt, eine Grund- und Hauptschule im Stadtteil Höfen, drei Grundschulen in der Kernstadt (Stöckachschule, Kastenschule und Hungerbergschule) und je eine weitere Grundschule in den Stadtteilen Birkmannsweiler, Breuningsweiler, Hertmannsweiler und Schelmenholz.
Die private Bodenwaldschule für Erziehungshilfe sowie die Beruflichen Schulen für Hör- und Sprachgeschädigte am Berufsbildungswerk, beide in Trägerschaft der Paulinenpflege Winnenden, runden das Schulangebot in Winnenden ab. Die 1823 gegründete Paulinenpflege ist eine evangelische Institution der Jugend- und Behindertenhilfe. Sie hat nicht nur Schulen.
Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie
Am 1. März 1834 wurde im Schloss Winnenthal eine Nervenheilanstalt eingerichtet. Dr. Albert Zeller wurde mit der Leitung der Heil- u. Pflegeanstalt beauftragt. Zeller prägte mit seiner Arbeit in Winnenthal die Entwicklung der Psychiatrie in Deutschland.
Der Dichter Nikolaus Lenau war hier in Behandlung und auch der Arzt und Physiker Robert Maier.
Im Jahre 1940 wurden 396 Patienten durch die Nationalsozialisten infolge der sogenannten Euthanasieaktion nach Grafeneck verlegt und dort ermordet.
1971 wurde aus der ehemaligen Heilanstalt das moderne Psychiatrische Landeskrankenhaus (PLK). Im Jahre 1996 änderte sich die Rechtsform des Krankenhauses in eine Anstalt des öffentlichen Rechts und das PLK wurde in Zentrum für Psychiatrie (ZfP) umbenannt.
Heute ist das Zentrum für Psychiatrie ein modernes Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie mit ca. 400 Betten und einer zeitgemäßen Ausstattung.
Freizeit- und Sportanlagen
Das ?Wunnebad? bietet als Hallen- und Freibad u.a. 2.000 m² Wasserfläche, eine Rutsche mit Zeitmessung, einen Strömungskanal und eine sehr schöne Saunalandschaft. Im Winter werden die drei Beachvolleyballfelder mit einer Eisbahn überbaut. Im Stadtteil Höfen gibt es ein Mineralfreibad, das nur im Sommer geöffnet hat.
Sport
= Leichtathletik
=Die Stadt Winnenden wird durch die Leichtatletikgemeinschaft Rems-Murr repräsentiert. Die Starter der Gemeinschaft sind häufig in den vorderen Bereichen der Baden-Württembergischen und auch in den Deutschen Bestenlisten vertreten. Trainiert wird regelmäßig im Winnender Stadion. Der letzte große Erfolg ist der 4.Platz der B-Jugend Staffel bei den Deutschen Meisterschaften 2005. Trainer ist der ehemalige erfolgreiche 400m Läufer Andreas Hahn.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Winnenden hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
*Dr. Christian Wunderlich (1806-1871)
*Dr. Albert Zeller (1804-1877)
*Maria Huzel (1856-1946)
*Ernst Spingler (1878-1963)
*Albert Gänßle (1891-1970)
*Dr. Robert Boehringer (1884-1974)
*Dr. Adolf Schmidgall (1900-1985)
*Hermann Schwab, Oberbürgermeister a.D. (1917-2000)
*Karl-Heinrich Lebherz, Oberbürgermeister a.D.
Söhne und Töchter der Stadt
Die Liste enthält Personen, die in Winnenden geboren sind. Ob die Stadt zu ihrem späteren Wirkungskreis gehört, ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
*1550 - 1603: Ägidius Hunnius der Ältere
*1552 - 1610: Polykarp Leyser der Ältere
*1687 - 1752: Johann Albrecht Bengel
*1697 - 1757: Johann Adam Groß d. Ä.
*1785 - 1858: Christoph Gottlob Müller
*1827 - 1895: Johann Gottlieb Christaller
*1960 - 1969: Björn Steiger, Namensgeber der Björn-Steiger-Stiftung
Literatur
* Geographisches, Statistisch-Topographisches Lexikon von Schwaben, Bd. 2, Ulm 1801, Sp.1143-1145
* Beschreibung des Oberamts Waiblingen, Stuttgart-Tübingen, 1850, S. 202-219
* Winnenden in Sage und Geschichte, von G. Börner, 1923, Neuausgabe Verlag W. Halder, Winnenden 1999
*Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961
Weblinks
• Website der Stadt Winnendenlmo:Winnenden

