BAM-Portal
Das BAM-Portal (Gemeinsames Portal für Bibliotheken, Archive und Museen) liefert Informationen über Literatur, Archivalien und Objekte aus deutschen Bibliotheken, Archiven und Museen. Finanziert wird es zur Zeit noch als Projekt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).Zweck
Wissenschaftlichen Nutzern und interessierten Bürgern ermöglicht dieses Portal einen ersten Zugang zu den kulturellen Informationen in Bibliotheken, Archiven und Museen. Hier ist eine Zusammenschau der Ergebnisse aus den drei Sparten möglich. Die Suchergebnisse im BAM-Portal sind aber auch mit den Online-Angeboten der beteiligten Institutionen verlinkt, so dass die Nutzer direkt zu den umfangreicheren Informationen über das gesuchte Buch, die gesuchte Archivalie oder das gesuchte Exponat im Kontext der Sammlung oder des Bestandes der jeweiligen Institution geführt werden.
Das BAM-Portal ermöglicht also den gleichzeitigen Zugang zu kulturellen Informationen, die in den Institutionen der drei unterschiedlichen Sparten gespeichert und auf unterschiedliche Art und Weise erschlossen und zugänglich gemacht werden. Da diese zur Zeit noch fehlen oder erst in Planung sind, ersetzt das BAM-Portal derzeit noch ein eigenes Museumsportal oder Archivportal.
Träger
Das BAM-Portal wird von den folgenden Projektpartnern aus den drei kulturbewahrenden Sparten betrieben:
Bibliotheks-Service-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) (siehe Bibliotheksverbund)
Landesarchiv Baden-Württemberg
Bundesarchiv
Landesmuseum für Technik und Arbeit, Mannheim
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Geschichte des Portals
* In der ersten Projektphase (Mai 2001 bis April 2002) stand eine prototypische Realisierung des Portals im Vordergrund. Dazu wurde eine zentrale Metadatenbank für Datenbestände der Projektpartner geschaffen.Um den Mehrwert einer spartenübergreifenden Suche sichtbar zu machen, beschränkte sich das Portal zunächst auf die Themen Wasserkraft und Industrialisierung, zu denen alle Projektpartner Ressourcen besitzen.
* In der zweiten Projektphase (Mai 2002 bis April 2003) wurde die zentrale Metadatenbank um eine _verteilte_Suche auf originale Datenbestände in verschiedenen Institutionen ergänzt. Dies erlaubte eine große Erweiterung der integrierten Datenbasis. Ein weiterer Schwerpunkt der zweiten Projektphase lag in der semantischen Vereinheitlichung der verwendeten Metadaten. Für die sachliche Erschließung der Daten wurden Untersuchungen zur Verwendung von bibliothekarischem Normvokabular und zu computerlinguistischen Verfahren zur Retrievalverbesserung vorgenommen.
* In der dritten Projektphase (Oktober 2005 bis Juni 2007) wurde die technische Basis des Portals von der verteilten Suche, die sich als zu langsam und fehleranfällig erwiesen hatte, auf eine stabile Data-Warehouse-Lösung umgestellt, wie sie auch andere große Suchmaschinen verwenden. Neben der technischen Verbesserung des Portals und der Realisierung eines Betreiberkonzeptes für die langfristige Sicherung des Online-Angebotes steht vor allem die Integration weitere Quellen im Vordergrund.
Inhalte
Bibliotheken
Integriert sind bereits der Katalog des _Südwestdeutschen_Bibliothekverbunds_(SWB) und der Katalog des _Gemeinsamen_Bibliothekverbunds_(GBV).
Archive
Schon integriert sind die Online-Findmittel des _Landesarchivs_Baden-Württemberg, des _Bundesarchivs und - noch unvollständig - der hessischen Staatsarchive in _Wiesbaden, _Darmstadt und _Marburg. Hinzu kommen demnächst die Online-Findmittel der rheinland-pfälzischen und saarländischen Staatsarchive. Als Datenaustauschformat wird hierbei der XML-Standard "Encoded Archival Description (EAD)" genutzt, was die Kompatibilität zu anderen Portalen erhöht, zum Beispiel zum geplanten deutschen Archivportal.
Museen
Integriert sind die digitalen Inventare
* des _Architekturmuseum_der_Technischen_Universität_Berlin
* des _Badischen_Landesmuseums in Karlsruhe
* des _Deutschen_Uhrenmuseums
* der im Portal DigiCult zusammengeschlossenen 30 schleswig-holsteinischen Museen
* des Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
* des _Landesmuseums_für_Technik_und_Arbeit in Mannheim
* des _Landesmuseums_Württemberg in Stuttgart
* der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim
* der _Staatlichen_Kunsthalle_Karlsruhe
* der _Staatlichen_Museen_zu_Berlin und
* des Stadtgeschichtlichen_Museums_Leipzig
* die Objektdatenbank der Sächsischen_Landesstelle_für_Museumswesen
andere kulturgutbewahrende Institutionen und übergreifende Portale
* das _Kalliope-Portal für Nachlässe und Autographen
* das Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin
IWF Wissen und Medien
Technische Grundlagen
Die recherchierbaren Metadaten zu Beständen und Sammlungen aus den beteiligten Institutionen werden seit 2005 in einer Data-Warehouse-Lösung vorgehalten. Das Portal basiert auf der freien Software Lucene und ist im Kern eine Suchmaschine. Diese ist jedoch direkt angebunden an die Fachinformationssysteme, deren Metadaten sie durchsucht. Statt die Kurztrefferanzeige mit einer innerhalb von BAM erzeugten Detailtrefferansicht zu verbinden, verlinkt das Portal zurück auf die Detailtrefferanzeige im Ursprungssystem (sofern dort eine Online-Präsentation verfügbar ist). Das BAM-Portal integriert aber auch andere Dienste, zum Beispiel Benutzerdienste wie eine Merkliste und Informationen über die teilnehmenden Institutionen (noch im Aufbau). Es ist damit eine echtes _Portal im Sinne der Informatik, das separate Anwendungen integriert.
Weblinks
• BAM-Portal

