Azteken-Kalender
Der Azteken-Kalender besitzt große Ähnlichkeit mit dem älteren Maya-Kalender. Er verwendet zum Beispiel auch eine 52 jährige Kalenderrunde. Allerdings weichen die Datumsbezeichnungen voneinander ab. Der Azteken-Kalender verfügt außerdem nicht über die strikt eingehaltene Lange Zählung des Maya-Kalenders. Nur in sehr wenigen Fällen wurden bei den Azteken die zurückliegenden Jahresbündel von je 52 Jahren in Form von mehreren Ährenbündeln dargestellt.
Monate
Das bürgerliche aztekische Jahr besteht aus 18 Perioden zu je 20 Tagen (meist Monate genannt, obwohl keine Beziehung zum Mond besteht). Ein bürgerlicher Monat besteht aus vier Wochen zu 5 Tagen. Der bürgerliche Kalender wird auch mit Tonalpohualli, Sonnenzählung, bezeichnet.
Die bürgerlichen "Monate" werden nach dem Fest benannt, das sie einleitet:
Am Ende dieser 360 Tage werden fünf "Nichttage" (nemontemi) angehängt. Diese heißen auch "leere" oder "unglückliche Tage".Neben dem bürgerlichen Kalender, der sich an der Sonne orientierte, gab es noch den rituellen Kalender mit dem Namen Tonalpohualli, Tages[zeichen]zählung.
Der Rituelle Kalender wurde vornehmlich von Priestern und Wahrsagern verwendet. Der rituelle Kalender verwendet eine 13 tägige Periode,die mit den Zahlen 1 bis 13 ausgedrückt wurde, und 20 Zeichen (Namen und Bilder von Tieren, Pflanzen und Naturerscheinungen), die in Kombination 260 Tage ergeben.
Weil 365 (die Tage des bürgerlichen Jahres) und 20 (die Zeichen des Ritualkalenders) den gemeinsamen Teiler 5 haben, kann nur jedes 5. Zeichen auf einen bestimmten Tag des Jahres fallen. Die Jahre stehen deshalb rotierend unter allen 13 Zahlen aber nur 4 Zeichen, die mit den vier Himmelsrichtungen, verbunden werden:
* Osten - Rohr (acatl)
* Norden - Feuerstein oder Steinmesser (tecpatl)
* Westen - Haus (calli)
* Süden - Kaninchen (tochtli; spr. totschtli)
52-Jahres-Zyklen
Aus der Kombination der Jahre mit den 13 Zahlen und 4 Zeichen ergeben sich 52 Möglichkeiten für die Benennung der Jahre. Daraus wird eine Periode abgeleitet, der mit dem Jahr "1-Kaninchen" beginnt, gefolgt von "2-Rohre", "3-Feuerstein", "4-Haus" usw. bis mit "13-Kaninchen" alle Namenszeichen dreizehnmal an der Reihe waren. Darauf folgt die Neufeuerzeremonie unter dem Zeichen des tropischen_Jahr mehr als 11 Minuten ab. Die Genauigkeit dieser Schaltjahresmethode wäre somit mit dem Julianischen_Kalender vergleichbar.
Ein sehr bekannter und anerkannter Maya-Forscher Michael D. Coe von der Yale University meint dagegen in einer seiner Veröffentlichungen: "there is no evidence that the Mesoamericans ever intercalated days or leap years."
Es gibt demnach keinen zweifelfreien Beweis der für oder gegen einen Schaltzyklus spricht, nur Indizien. Auf der englischen [http://en.wikipedia.org/wiki/Talk:Aztec_calendar Diskussionsseite] von Wikipedia kann man sich einen guten Überblick über die verschiedenen Theorien und deren Verfechter erfahren.
Tageszyklus
Wie bei den Jahren werden auch die Tage abwechselnd nach den Himmelsrichtungen benannt. Hier hat allerdings jede Himmelsrichtung fünf Zeichen, wodurch sich insgesamt 20 Tageszeichen ergeben:
Die vier Tageszeichen, die gleichzeitig Jahreszeichen sind, sind hervorgehoben. Auch die Tageszeichen werden von 1 bis 13 durchnummeriert, woraus sich ein Zyklus von 260 Tagen ergibt. Die Jahresnamen ergeben sich aus dem Namen des 360. Tages. Da während der fünf Nichttage die Tage weitergezählt wurden, nicht jedoch am Schalttag, können nur vier der zwanzig Zeichen für die Jahre namengebend sein.
Erstmalige Verwendung
Es gibt mehrere Angaben des "Tag 0" der Azteken, welche nicht eindeutig belegbar sind, einig sind sich die Forscher allerdings darüber, dass das Jahr 0 ca. 3000 vor Christi gezählt wurde, zu dieser Zeit existierten die Azteken allerdings noch nicht!
Siehe auch
Liste der Kalendersysteme
Weblinks
• Kalenderumrechnung
Literatur
*von Humboldt, Alexander: Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas, Eichborn, Frankfurt am Main 2004. ISBN 3821845384

