Aserbaidschanische Sprache
(perso-arabische_Schreibweise) - Az?rbaycan dili (deutsch: Aserbaidschanische Sprache)
* (perso-arabisch) - Az?rbaycanca (deutsch: Aserbaidschanisch)
Bis zum Jahre 1992 wurde von den Russen und auch von den Aserbaidschanern die ältere Sprachbezeichnung ?Aseri-Türkisch? (Az?ri Türkc?si) für die Amtssprache Aserbaidschans verwendet, die heute allerdings nur noch von der türkischen Turkologie weiter verwendet wird.
Allgemeines
Die aserbaidschanische Sprache lässt sich in zwei große Hauptblöcke einteilen, das Nordaserbaidschanische und das benachbarte Südaserbaidschanische.
Ferner ist Aserbaidschanisch die wichtigste Minderheiten-Sprache Iranisch-Aserbaidschans im heutigen Iran.
Dort ist sie Muttersprache der meisten als ?Iran-Türken? bezeichneten Turkvölker.
Sprecherzahl
Man schätzt die Zahl der Muttersprachler des Aserbaidschanischen auf 23-30 Millionen. Laut CIA Handbook leben etwa 16,33 Millionen im Iran. Diese soll die glaubwürdigste Angabe sein. Andere Quellen geben je nach politischer Sichtweise höhere oder niedrigere Zahlen an. Ethnologue und einige Sprachforscher wie z. B. Ernst Kausen gehen jedoch auch von etwa 23 Millionen Muttersprachlern im Iran aus, wobei es weltweit 40 Millionen Sprecher gibt, wenn man die Zahl der Zweitsprecher hinzurechnet.
In der heutigen Republik Aserbaidschan gaben bei der Türkc? auf das Aserbaidschanische angewandt.
In der Türkei können die ostanatolischen Dialekte ab Erzurum als Aserbaidschanisch angesehen werden.
Der Language Code ist
az bzw. aze (nach ISO 639).Nordaserbaidschanisch
Nordaserbaidschanisch (Quzey Az?rbaycan Türkc?si ?nordaserbaidschanisches Türkisch? und ?imali Az?rbaycan Türkc?si ?nördliches Aserbaidschan-Türkisch?) ist die Bezeichnung für die Variante des Aserbaidschanischen im Kaukasus und der Ost-Türkei. Es ist heute Staatssprache der Republik Aserbaidschan.
Sprecherzahl und Dialekte
Nordaserbaidschanisch ist die Muttersprache von rund 7,5 Millionen Menschen, weitere 4 Millionen sind zweisprachig.
Das Nordaserbaidschanische zerfällt in zahlreiche Mundarten, die auch weit nach Süden und in den Westen ausstrahlen: Quba, Derbent, Baku, ?emaxa, Salian?, L?nkor?n, Qazax, Airym, Borcala, Terekeme, Q?z?lba?, Nuqa, Zaqatal? (Mugal?), Kutkas, Erevan, Naxçevan, Ordubad, Qirovabad, ?u?a (Qarabaq), und Qarapapax.
Die aserbaidschanische Sprache wurde auch von den Vertreter einiger nationalen Minderheiten wie Lesgiern und Talischen als die Kultursprache übernommen.
Geschichte und Alphabete
Das Nordaserbaidschanische bildete einst mit dem im Iran gesprochenen Südaserbaidschanischen die Sprachgruppe des Aserbaidschan-Türkischen.
Das Aserbaidschan-Türkische gilt ? neben dem Osmanischen ? als unmittelbarer Erbe des Oghusischen und hat damit das Türkische und auch das Turkmenische als engere Verwandte. Aserbaidschan-Türkisch ist heute eine der südwestlichen Turksprachen/Oghusischen_Sprachen. Es ist seit dem 11. Jahrhundert Schriftsprache und wurde mit dem arabischen_Alphabet geschrieben.
Ab dem 12. Jahrhundert begann die Trennung des eigentlichen Aserbaidschanisch-Türkischen vom eigentlichen Türkeitürkischen, die bereits um 1450 vollzogen war.
1828 wurde das aserbaidschan-türkische Sprachgebiet zwischen Russland und Persien geteilt: das nördliche Sprachgebiet, das im wesentlichen die alte persische Provinz Aran umfasste, kam an das russische Zarenreich, während das südliche weiterhin unter persischer Kontrolle blieb.
Aus dem nördlichen Sprachgebiet ging in der Folgezeit das ?Nordaserbaidschanische? ? oder besser die als ?Neu-Aserbaidschanisch? bekannte Sprache ? hervor, während das südliche Sprachgebiet im Wesentlichen auf dem altertümlichen Lautstand des alten Aserbaidschan-Türkischen verblieb. Infolge der Grenzziehung zwischen Russland und dem Osmanischen_Reich fiel ein großer Teil des nordaserbaidschanischen Sprachgebietes an die heutige Türkei.
1923 wurde in Baku den Turkvölkern ein lateinisch-basiertes Alphabet vorgestellt, das so gut entwickelt war, dass es schließlich von allen nichtslawischen Völkern Russlands übernommen wurde: Das ?Einheitliche_türkische_Alphabet?, das die Aserbaidschaner ursprünglich Yeni Yol (?neuer Weg?) nannten. 1930 wurde dieses Alphabet verbindlich für Aserbaidschan übernommen, doch musste die Landessprache ab 1940 in einem angepassten kyrillischen_Alphabet geschrieben werden.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde durch ein am 25. Dezember 1991 verabschiedetes Gesetz in Aserbaidschan das Türkei-türkische Alphabet eingeführt, das um 5 Zusatzzeichen ergänzt wurde. Dieses Alphabet heißt nun ? wie auch ursprünglich in der benachbarten Türkei ? ?Neues türkisches Alphabet?. Die Vertreter aller Turkstaaten hatten zuvor beschlossen, dieses Alphabet bis 2005 zu übernehmen oder auf seiner Grundlage ein eigenes zu entwickeln.
= Ehemalige Kyrilliza Nordaserbaidschans
=А а, Ә ә, Б б, Ҹ ҹ, Ч ч, Д д, Е е, Ф ф, Ҝ ҝ, Ғ ғ, Һ һ, Х х, Ы ы, И и, Ж ж, К к, Г г, Л л, М м, Н н, О о, Ө ө, П п, Р р, С с, Ш ш, Т т, У у, Ү ү, В в, Ј ј, З з.
= Heute amtliche Lateinschrift Nordaserbaidschans
=A a, B b, C c, Ç ç, D d, E e, ? ? (Ä ä), F f, G g, ? ?, H h, X x, I ?, ? i, J j, K k, Q q, L l, M m, N n, O o, Ö ö, P p, R r, S s, ? ?, T t, U u, Ü ü, V v, Y y, Z z.?ə? könnte im Aserbaischanischen zwar auch mit ?ä? wieder gegeben werden, da beide Formen erlaubt sind; ?ə? hat sich aber in der Schreibung vollständig durchgesetzt.
Am 1. August 2001 wurde durch einen Erlass des Staatspräsidenten Heydär Äliyev allein das lateinische Alphabet für den amtlichen Schriftverkehr verbindlich und die kyrillische Schrift ? gegen den Protest Russlands und der russischen Minderheit im Lande ? endgültig abgeschafft.
Der Language Code ist AZE.
Schriftbeispiele
* einheitliches türkisches Alphabet (1929-39):
Butun insanlar l??aq?t v? huqyqlar?na g?r? azad v? b?rab?r do?ylyrlar. Onar?n ?uurlar? v? vicdanlar? var v? bir-birl?rin? munasib?td? qardaål?q rynhynda davranmal?d?rlar.
* Erste Variante eines kyrillischen Alphabetes (1939-57):
????? ???????? ??????? ?? ?????????? ???? ???? ?? ??????? ??????????. ?????? ?????a?? ?? ?????????? ??? ?? ???-????????? ??????????? ????????? ???????? ????????????????.
* Endgültige Variante des kyrillischen Alphabetes (1957-91):
????? ???????? ??????? ?? ?????????? ???? ???? ?? ??????? ??????????. ?????? ???????? ?? ?????????? ??? ?? ???-????????? ??????????? ????????? ???????? ????????????????.
* neues türkisches Alphabet (seit 1991/92):
Bütün insanlar l?yaq?t v? hüquqlar?na göre azad b?rab?r do?ulurlar. Onar?n ?üurlar? v? vicdanlar? var v? bir-birl?rin? münasib?td? qarda?l?q runhunda davranmal?d?rlar.
Südaserbaidschanisch
Südaserbaidschanisch (Güney Az?rbaycan Türkc?si ?südaserbaidschanisches Türkisch? und C?nubi Az?rbaycan Türkc?si ?südliches Aserbaidschan-Türkisch?) ist die Bezeichnung für die meistvertretene türkische Sprachgruppe im Iran. Als Alternativbezeichnungen gelten ?Aseri? oder auch ?Aseri-Türkisch?.
Sprecherzahl und Dialekte
Die gesamte Sprecherzahl beläuft sich auf rund zwischen 14 und 24 Millionen. Ungefähr 20-37,5 % der Bevölkerung geben im Iran dann auch Türki als Muttersprache an, und von diesen sind dann auch rund 9,8 Millionen als ?aserbaidschanische Minderheit? von der schiitischen Regierung anerkannt. Umstritten ist jedoch die sprachliche Zugehörigkeit der sogenannten ?Chorassan-Türken? im nordöstlichen Iran. Von der Wurzel her ist sie jedoch als südliches Aserbaidschan-Türkisch anzusehen, weist aber zahlreiche Übergänge in die benachbarten Turksprachen Turkmenisch und Usbekisch auf.
In dieser Zahl sind auch die rund 290.000 Af?ar, 5.000 Aynallu, 7.500 Baharlu, 1.000 Moqaddam, 3.500 Nafar, 1.000 Pi?agçi, 3.000 Qajar, 2.000 Qaragozlu und 65.000 ?ahsavani (1978) enthalten.
Rund 5.000 Sprecher des Südaserbaidschanischen leben heute in Afghanistan. Die Volksgruppe der irakischen Turkomanen, die nach ihrem Heimatstaat als ?Irak-Türken? bezeichnet und die auf eine Kopfzahl zwischen 900.000 (UNO-Angabe) und 2,5 Millionen (Eigenangabe) geschätzt werden, und die 30.000 ?Türken? in Syrien (1961) gelten im Allgemeinen als Sprecher des Südaserbaidschanischen. Die Diskrepanz zwischen den Angaben im Irak ergeben sich durch die koloniale Erfahrung, also der osmanischen Besatzungszeit, türkisch galt in weiten Teilen des Landes als Umgangssprache, gerade innerhalb des kurdischen Adels und der Stadtbevölkerung, so dass man zwischen der tatsächlichen Anzahl von Turkmenen und türkischsprachigen Menschen unterscheiden muss, insbesondere in Städten wie Kerkuk, Musil oder Arbil, war türkisch Umgangssprache und wurde erst mit der Staatsgründung des Irak, langsam durch Arabisch, später durch Kurdisch verdrängt, so dass die tatsächliche Anzahl türkischsprachiger Menschen die zwei Millionen Marke überschreitet, während die Zahl der Turkmenen als niedriger anzusetzen ist.
Rund 530.000 Sprecher des Aserbaidschan-Türkischen leben offiziell in der Türkei, doch dürfte ihre Zahl dort aber wesentlich höher sein. Heute gelten die Bewohner der aus der alten Provinzen Kars entstandenen Provinzen Kars, I?dir und Ardahan als Aserbaidschan-Türken. Insgesamt kann heute von 2 Millionen Sprecher des Aserbaidschan-Türkischen in der Türkei ausgegangen werden.
Einige Hundert Südaserbaidschaner leben auch in Jordanien, und werden dort den ?Türken? zugerechnet, während sie sich selbst als ?Turkmenen? bezeichnen.
Das südliche Aserbaidschan-Türkische zerfällt noch heute in zahlreiche Dialekte: Aynallu (Inallu, Inanlu), Qarapapak, T?briz, Af?ari (Af?ar, Afsar), ?ahsavani (?ahseven), Moqaddam, Baharlu (Qame?), Nafar, Qaragozlu, Pi?agçi, Bayat und Qajar.
Als eigenständige aserbaidschan-türkische Dialekte gelten auch die Sprachen der Teimurta?, das auch als ?Teimuri?, ?Timuri? oder ?Taimouri? bekannt ist, in Mazandaran. Dieser entstammt usbekisch-turkmenischer Wurzel, und die rund 7.000 Sprecher führen sich auf den Mongolenherrscher Timur zurück. Die Volksgruppe der Salçug (Provinz_Kerman) gelten als Nachfahren der Seldschuken, während die Herkunft der Qa?qai noch nicht ganz geklärt ist. Doch gilt als gesichert, daß ihre Vorfahren überwiegend oghusischer Herkunft waren.
Geschichte und Schrift
Ab 1813 musste Persien als Folge der russisch-persischen Grenzkriege im Kaukasus die ehemalige persische Provinz Arran sowie nördliche Teile der Provinz Aserbaidschan an die siegreichen Russen abtreten. Nachdem auch bestimmte osmanische Gebiete in der Region an die Russen fielen, kam es zu massiven Umsiedlungen von Armeniern (aus dem osmanischen Reich und aus Arran) in die christlich-russisch besetzen Gebiete der ehemaligen persischen Provinz Armenien sowie der Aserbaidschan-Türken aus Armenien und anderen Gebieten in die nun von Russen besetze Provinz Arran. Somit waren die Aserbaidschan-Türken nun als Volk zwischen zwei Staaten ? Russland und Persien ? geteilt. Um russische Gebietsansprüche gegen Persien zu erweitern, wurde die Provinz Arran ebenfalls in Aserbaidschan umbenannt, während der südliche Teil, das historische Aserbaidschan, weiterhin in persischem Besitz blieb. Die nördlichen Gebiete, die ehemalige (von Russland annektierte) Provinz Arran, bildet heute den Staat Aserbaidschan. Die südlichen Gebiete Aserbaidschans ist heute in 3 iranische Provinzen aufgeteilt (siehe: Aserbaidschan_in_Iran).Mit der nun erfolgten Trennung mit den nördlichen Dialekten des Aserbaidschanisch-Türkischen ? aus ihnen ging in der Folgezeit das ?Neu-Aserbaidschanische? hervor ? verblieb das südliche Sprachgebiet auf dem Lautstand des Aserbaidschan-Türkischen.
Seit alters her wird für das Südaserbaidschanische das persisch-arabische_Alphabet verwendet.
= Schriftbeispiele
=* .
Transliteration in die inoffizielle Lateinschrift:
Bütün insanlar heysiyy?t v? haqlar bax?m?ndan d?nk (b?rab?r) v? ?rkin (azad) do?ularlar. Us (?ql) v? uyat (vicdan) yiy?sidirl?r v? bir birl?rin? qar?? qarda?l?q ruhu il? davranmal?d?rlar.
(Artikel 1 der Menschenrechte)
*Siehe auch:'' Vergleichende_Betrachtung_der_Turksprachen
Weblinks
*
• Aserbaidschanische Alphabete und Sprachbeispiele
• Nordaserbaidschanisch
• Südaserbaidschanisch
Bücher, Publikationen
Taschenwörterbuch Aserbaidschanisch-Deutsch und Deutsch-Aserbaidschanisch, Berlin 1944.
In den 1980-1990er Jahren entstanden zahlreiche Publikationen, Lexika von den deutschen Aserbaidschanforschern Nemat Rahmati (Aserbaidschanische Chrestomatie, Aserbaidschanisch-Deutsches Wörterbuch),
Yusif Xalilov (Deutsch-aserbaidschanisches Wörterbuch).
2004 entstand das Deutsch-aserbaidschanische Wörterbuch von Yazdani, einem Berliner Türkologen.
Die Bakuer Germanistin Amina Aliyeva gab das erste Lehrbuch des Deutschen für Aserbaidschaner in aserbaidschanischer Sprache heraus.
az:Az?rbaycan dili
ug:?????????????

