Axel von dem Bussche
Axel von dem Bussche (24. April 1919 in Braunschweig; ? 26. Januar 1993 in Bonn; (eigentlich Axel Freiherr von dem Bussche-Streithorst) war ein deutscher Offizier und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.Motivation zum Widerstand
Von dem Bussche war deutscher Berufsoffizier (letzter Rang: Major) im Infanterieregiment 9, der hauptsächlich an der Ostfront eingesetzt war. 1942 wurde er dort zufällig Zeuge der Massenexekutionen von Juden bei Dubno. Dieses traumatische Erlebnis motivierte ihn, in den Widerstand gegen das Hitler-Regime zu treten. Er erklärte, angesichts der Verbrechen gebe es für einen Offizier nur drei Wege, um seine Ehre zu bewahren: Im Versuch der Nothilfe gegen die verbrecherischen Exekutoren zu sterben, zu desertieren oder Widerstand zu leisten.
Attentat 1943
Ende 1943 wurde von dem Bussche von Claus Graf Schenk von Stauffenberg in die Verschwörungspläne gegen Hitler eingeweiht. Er erklärte sich bereit, sein Leben zu opfern, um den Versuch Rudolf_von_Gersdorffs vom März 1943 zu wiederholen, sich gemeinsam mit Hitler in die Luft zu sprengen. Im Dezember 1943 sollten Hitler die neuen Winteruniformen der Wehrmacht für den Russlandkrieg vorgeführt werden. Von dem Bussche plante, eine der Uniformen vorzuführen und dabei zwei Handgranaten zu zünden, die im Mantel versteckt sein würden. Der Plan scheiterte jedoch, da ein alliierter Bombenangriff auf Berlin den Eisenbahnwaggon mit den Uniformen am Tag vor dem geplanten Attentat vernichtete.
Verwundung und Entkommen
Im Januar 1944 versuchte Stauffenberg, den hochdekorierten 24-jährigen von dem Bussche für ein weiteres Attentat von der Ostfront abzuberufen. Bevor es dazu kommen konnte, wurde von dem Bussche am 30. Januar 1944 durch einen Granatsplitter schwer verwundet, ein Bein musste amputiert werden. Dadurch jedoch, dass er monatelang ausgerechnet im SS-Lazarett Hohenlychen verbringen musste, entging von dem Bussche der Verfolgungswelle nach dem 20. Juli 1944. Er war neben Fabian von Schlabrendorff und Rudolf von Gersdorff einer der wenigen Offiziere der Verschwörergruppe, die den Krieg überlebten.
Späteres Leben
Nach dem 2._Weltkrieg studierte von dem Bussche Rechtswissenschaften und wurde der erste Nachkriegs-Vorsitzende des AStA der Universität Göttingen. Nach der Studienzeit arbeitete er als Programmassistent bei der Deutschen Abteilung von BBC London. 1948/49 wirkte er als Lektor und Referent für Werbung im Suhrkamp-Verlag, bis er für einige Zeit die Leitung der Pressestelle in dem mit der Vorbereitung neuer deutscher Streitkräfte befassten "Amt Blank" übernahm, anschließend wechselte er ins Presse- und Informationsamt der Bundesregierung als Mitarbeiter im Commonwealth- und USA-Referat. Von 1954 bis 1958 diente er als Legationsrat in der deutschen Botschaft in Washington.
Von 1959 bis 1962 war er Leiter des Internates Schule Schloss Salem.
Nach Gründung der Deutschen_Entwicklungsdienst_GmbH wurde er Anfang 1964 zu einem ihrer beiden geschäftsführenden Direktoren berufen, in dieser Funktion hatte er bis 1966 maßgeblichen Anteil am Aufbau der deutschen Entwicklungshilfe-Organisation. Daneben und danach war er ab 1964 Mitglied des Präsidiums des Deutschen_Evangelischen_Kirchentages, Mitarbeiter im Weltkirchenrat, Berater der Weltbank, Wegbereiter der Stockholmer UN-Umweltkonferenz von 1972 und Mitglied des Wissenschaftskollegiums in Berlin.
Familie
Axel Freiherr von dem Bussche-Streithorst war seit 1950 mit der in England geborenen, englischen (und später auch deutschen) Staatsangehörigen Lady Camilla Mildred Nicola Acheson, (der Tochter des Archibald Acheson, dem 6. Grafen (Earl) von Gosford und Countess Mildred Carter), geschiedener Freifrau Schenk von Stauffenberg, verheiratet. Er hatte mit ihr die Töchter Nicola Dietzsch-Doertenbach geb. Freiin von dem Bussche-Streithorst und Jane Freiin von dem Bussche-Streithorst. Aus der ersten Ehe von Lady Camilla mit Hans Christoph Frhr. Schenk von Stauffenberg stammen drei Söhne: Johann Sebastian Freiherr Schenk von Stauffenberg, Patrick Freiherr Schenk von Stauffenberg und Damian_Freiherr_Schenk_von_Stauffenberg.

