Axel Zwingenberger
Axel Zwingenberger (7. Mai 1955 in Hamburg) ist ein deutscher Jazzpianist, der vor allem durch seine Boogie-Woogie-Interpretationen bekannt geworden ist.Sein Bruder Torsten ist ein bekannter Jazz und Blues-Schlagzeuger.
Biografie
Zwingenberger erhielt ab seinem 6. Lebensjahr Klavierunterricht, kam aber erst mit 18 Jahren mit dem Boogie-Woogie in Berührung. Bis dahin habe er (Zitat) "nicht gewußt, dass man Klavier so spielen kann". Von diesem Zeitpunkt stand diese Stilrichtung des Jazz im Mittelpunkt seiner musikalischen Arbeit.
Im Jahre 1975 erhielt er seinen ersten Plattenvertrag. Im Laufe der Jahre trat er zusammen mit einer Reihe bekannter US-amerikanischer Jazzmusiker (Big Joe Turner, Lionel Hampton, Champion Jack Dupree, Mama Jancey, Jay McShann und viele mehr) auf. Diese Zusammenarbeit führte meist auch zu Plattenaufnahmen. Die Serie der aufgenommenen Sessions umfasst mehr als 20 Schallplatten oder CDs.
Das Boogie Woogie-Spiel ist - obschon in den USA entstanden - heutzutage eine Domäne junger europäischer Spezialisten, zu deren Spitze Axel Zwingenberger zählt. Die Szene des Boogie Woogie-Spiels ist überschaubar; Konzertant treten in Europa ungefähr 20 Pianisten mit dieser Spezialität auf. Dazu zählen neben Axel Zwingenberger Jean-Pierre Bertrand, Christian Bleiming, Gottfried Böttger, Jo Bohnsack, Nico Brina, Michael Cholewinski, Tibor Grasser, Jörg Hegemann, Frank Muschalle, Christoph Oeser, Renaud Patigny, Henning Pertiet, Martin Pyrker, Joachim Schumacher, Abi Wallenstein, Vince Weber, Joja Wendt, Silvian Zingg u.a.m.
Die Spielweise ist sehr athlethisch und Kräfte fordernd, der Pianist muss zum schnellen Boogie Woogie hoch trainiert sein, um sich nicht zu verletzen oder seinen Fingern zuviel zuzumuten. Axel Zwingenberger gilt in seiner Präzision, Geschwindigkeit und Interpretationskraft unter Kennern als Phänomen. Zudem bereichert er den Boogie Woogie mit eigenen Kompositionen und auch der Herausgabe von Noten, mit denen Amateure sich vorsichtig an dieses herausfordernde Klavierspiel heranarbeiten können.
Auf seinen Konzerttourneen anfangs der 90er-Jahre auf dem Gebiet der ehemaligen DDR fielen ihm viele der dort noch vorhandenen Dampflokomotiven auf, und die akustische Nähe der Dampfmaschinentechnik zur stampfenden Rhythmik des Boogie Woogie. Er belebte sein altes Hobby des Fotografierens wieder und spezialisierte sich auf Blitzlicht-Nachtaufnahmen fahrender Dampfzüge. Zwingenberger dokumentierte seine Liebe zu Dampflokomotiven in einem Fotoband ("Der Zauber der Züge", ISBN 3-926398-02-7) mit selbst aufgenommenen Fotografien.
Weblinks
• Axel Zwingenberger-Website mit Biografie, Diskografie und Tourneedaten

