Axel Ockenfels
thumb|Axel_OckenfelsAxel Ockenfels (9. Februar 1969 in Rheydt) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler.
Leben
Ockenfels studierte von 1989 bis 1994 Volkswirtschaftslehre an der Rheinischen_Friedrich-Wilhelms-Universität_Bonn. Sein Diplom absolvierte er unter dem Nobelpreisträger Reinhard Selten, für die Diplomarbeit erhielt er 1997 den Heinz-Sauermann-Preis. 1998 wurde er an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg promoviert; seine Doktorarbeit wurde als beste Dissertation der Jahre 1998/1999 mit dem Preis der Economic Science Association ausgezeichnet. In der Folge erhielt er eine Reihe weiterer weitere Auszeichnungen. 2001 bis 2007 war er Emmy Noether Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2002 habilitierte er an der Universität Magdeburg in Volkswirtschaftslehre nach Auslandsaufenthalten als DAAD-Stipendiat an der Penn State University sowie als Postdoc an der Harvard_University.
Bis 2003 arbeitete er als Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Wirtschaftssystemen in Jena, im Juli 2003 löste er an der Universität zu Köln Carl Christian von Weizsäcker als Professor für Wirtschaftliche Staatswissenschaften ab. Von 2003 bis 2007 war Ockenfels Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln. Von 2003 bis 2006 war er Vorsitzender der Gesellschaft für Experimentelle Wirtschaftsforschung. Seit 2004 ist er Gründungsdirektor des Kölner Laboratoriums für Wirtschaftsforschung.
Wirken
Ockenfels wurde durch seine Forschungen im Bereich der Spieltheorie und der experimentellen_Wirtschaftsforschung in der Ökonomie bekannt.
Ockenfels gilt als führender deutscher Vertreter einer modernen, empirisch ausgerichteten Volkswirtschaftslehre. In einem Essay [http://www.handelsblatt.com/news/Default.aspx?_p=302030&_t=ft&_b=1254031 Daten statt Dogmen] In: N. Häring, O. Storbeck: Ökonomie 2.0 - 99 überraschende Erkenntnisse, Stuttgart 2007. über das Selbstverständnis moderner Wirtschaftswissenschaft schrieb Ockenfels im April 2007: "Das Fach ist näher an die Menschen und ihre Probleme gerückt; es gelingt zunehmend, die angeprangerte Lücke zwischen Wissenschaft und "wirklichem Leben" zu überbrücken. Daten statt Dogmen, auf diesen Nenner könnte man das Leitmotiv der modernen Wirtschaftswissenschaft bringen."
Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse wendet Ockenfels beim praktischen Design von Märkten, Auktionen und anderen Anreizmechanismen für Wirtschaft, Politik und Verwaltung an. Seine Arbeiten zu Marktdesign haben unter anderem Einfluss auf Energie- und Telekommunikationsmärkte, auf eBays Auktionsregeln und Bewertungssystem, bei der Optimierung zwischen- und innerbetrieblicher Anreizsysteme und strategischem Verhalten bei Verhandlungen und Auktionen.
Am 2. März 2005 wurde Ockenfels der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen_Forschungsgemeinschaft für seine Untersuchungen zur Natur ökonomischer Motivation und Interaktion, sowie für seine Forschungen zum optimalen Design von Auktionsmärkten und anderen ökonomischen und sozialen Institutionen verliehen. Am 27. September 2006 erhielt Ockenfels den Gossen-Preis des Vereins_für_Socialpolitik. Ockenfels ist Preisträger des Philip-Morris-Forschungspreis 2007.
Seit 2005 ist er Mitglied der Nordrhein-westfälischen_Akademie_der_Wissenschaften und seit 2006 Mitglied der Berlin-Brandenburgischen_Akademie_der_Wissenschaften.
Schriften
* Fairness, Reziprozität und Eigennutz ? Ökonomische Theorie und experimentelle Evidenz. Dissertation, Tübingen 1999 ISBN 3-16-147205-5
* ERC ? A Theory of Equity, Reciprocity and Competition. In: American Economic Review, Volume 90 (1/2000), Seite 166?193 (mit Gary E Bolton).
* Late-Minute Bidding and the Rules for Ending Second-Price Auctions: Evidence from eBay and Amazon on the Internet. In: American Economic Review, Volume 92 (4/2002), Seite 1093-1103 (mit Alvin E Roth).
Quellen
Weblinks
*
• Website von Axel Ockenfels bei der Universität zu Köln
• "Weltberühmt durch ERC" - Porträt über Axel Ockenfels

