Avestische Sprache
Avestisch (auch: Awestisch) ist eine altiranische_Sprache.
Der Name leitet sich von Avesta, dem heiligen Buch des Zoroastrismus, ab.
Avestisch bildet als ostiranische Sprache zusammen mit dem westiranischen Altpersisch die Anfänge der modernen iranischen Sprachen.
Das Avestische, wie es im Avesta überliefert ist, lässt sich in zwei Abschnitte einteilen.
Das Altavestische der Gathas und die jüngere Form, in der die meisten Yasna verfasst sind.
Das Altavestische hat neben dem Anatolischen die ursprünglich indogermanische Grammatik erhalten und weist einen rein indogermanischen Wortschatz auf.
So kennt es alle ursprünglichen proto-indogermanischen Zeiten, acht Fälle, drei Geschlechter und drei Numera.
Es bestehen Ähnlichkeiten zum Sanskrit der Veden.
Sprachwissenschaftlichen Untersuchungen datieren das Altavestische auf die Zeit zwischen 1200 v. Chr. und 600 v. Chr.
Das jüngere Avestische entwickelt sich aus dem Altavestischen und scheint bis ins 8. Jahrhundert v. Chr. noch als gesprochene Sprache existiert zu haben. Gegenüber dem Altavestischen weist es eine vereinfachte Grammatik auf. Als gesprochene Sprache dürfte es um 400 v. Chr. ausgestorben sein. Danach wurde das Avestische nur mehr mündlich als Kultsprache der Priester des Zoroastrismus weitergegeben, bis das Avesta im 4. bis 6. Jahrhundert n. Chr. niedergeschrieben wurde.
Viele persische Wörter, wie z.B. Cheshm ("Auge"), Daryâ ("Fluss"), Goosh ("Ohr"), Dast ("Hand") oder Dar ("Tür") kann man direkt zum Avestischen zurückführen.
Auch die Namen der persischen Zahlen haben eine enge Verwandtschaft mit dem Avestischen.
Literatur
* Karl Hoffmann, Bernhard Forssman: Avestische Laut- und Flexionslehre. 2., durchges. und erw. Aufl. Innsbruck: Inst. für Sprachen und Literaturen, Abt. Sprachwiss., 2004 (Innsbrucker Beiträge zur Sprachwissenschaft; 115).
Siehe auch
• Perserreich
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