Away From Her
Away From Her ist ein kanadischer Spielfilm aus dem Jahre 2006. Er ist das Regiedebüt der kanadischen Schauspielerin Sarah Polley. Das Filmdrama basiert auf der Kurzgeschichte The Bear Came Over the Mountain der kanadischen Schriftstellerin Alice Munro.
Handlung
Der Film spielt in einer kanadischen Winterlandschaft. Das Ehepaar Fiona und Grant Anderson lebt seit 20 Jahren im Haus der Großeltern von Fiona mitten in der Natur. Fiona erkrankt an der Alzheimer-Krankheit. Erste Vergesslichkeiten stellen sich ein. Als sie nach einem Skiausflug nicht mehr nach Haus findet und Grant sie allein auf einer Brücke findet, wird klar, dass nur noch ärztliche Betreuung ihr helfen kann. Fiona und Grant beschließen, dass sie in ein Pflegeheim für Demenzerkrankte umzieht. Die ersten 30 Tage darf Grant seine Frau, von der er die letzten 45 Jahre nie getrennt war, nicht besuchen, damit sie sich eingewöhnt. Als die 30 Tage vorüber sind, hat sie sich mit dem ebenfalls erkrankten Aubrey angefreundet und erkennt ihren Ehemann nicht mehr. Für Fiona ist er nun nichts weiter mehr als ein Bekannter, der so nett ist, sie zu besuchen. Er wird zum Beobachter eines ungewöhnlichen Liebespaares. Grant bemüht sich wiederum Aubreys Ehefrau Marian näher kennenzulernen, die sich in gleicher Situation wie er befindet. Langsam kommen sich die von der Krankheit ihrer Ehepartner alleingelassenen Menschen näher. Als Marian ihren immer stärker erkrankenden Mann mit nach Hause nimmt, beobachtet Grant, wie seine Frau Fiona darunter leidet und die Krankheit plötzlich schneller voranschreitet. Grant entschließt sich Aubrey wieder zurück in das Heim zu bringen und seiner geliebten Ehefrau den Partner für die letzten Tage zurückzugeben.
Hintergrund
Sarah Polley wurde als Schauspielerin durch die Filme von Isabel Coixet bekannt. Ihre erste Arbeit als Regisseurin erinnert in der Sensibilität stark an die Filme der spanischen Regisseurin. Der kanadische Regisseur Atom Egoyan, mit dem Sarah Polley ebenfalls zusammengearbeitet hat, ist der Executive Producer des Films. Seine Uraufführung erlebte der Film am 11. September 2006 beim Toronto Film Festival. Im Januar 2007 gehörte er zum offiziellen Programm des Sundance Film Festival und wurde im Februar auf der Berlinale_2007 in der Sektion Panorama erstmals in Deutschland gezeigt.
Kritiken
Berliner Zeitung, 14. Februar 2007: ?Der Film ist eine zarte Hommage an Julie Christie, schon seit längerem eine Art Ersatzmutter für die Halbwaise Polley. Christie gibt der Alzheimer-Krankheit - darf man das sagen? - Grazie, mit leiser Ironie, aber ohne einen Hauch von falschem Kitsch.?[http://www.film-zeit.de/home.php?action=result&sub=film&info=cinema&film_id=18454 www.film-zeit.de, 14. Februar 2007]
Der Tagesspiegel, 15. Februar 2007: ?Eine Liebesgeschichte, die über Bande spielt. Und eine Studie allmählichen Verfalls. Allein wie es Julie Christie gelingt, ihrer Fiona noch im Status der Auflösung Würde, Charme und Schönheit zu bewahren, das ist die vielleicht größte Leistung dieses bei aller Tragik hoffnungsvollen Debüts.?[http://www.tagesspiegel.de/kultur/archiv/15.02.2007/3082946.asp www.tagesspiegel.de, 15. Februar 2007]
Frankfurter Rundschau, 16. Februar 2007: ?Bei diesem Thema fällt einem viel ein, was man falsch machen kann, aber Polley macht auf wundervolle Weise alles richtig und setzt ihr Publikum weder ins lauwarme Gefühlsbad noch bettelt sie um Anteilnahme.?[http://www.film-zeit.de/home.php?action=result&sub=film&info=cinema&film_id=18454 www.film-zeit.de, 16. Februar 2007]
ZDF-Online, 11. Februar 2007, Christian Raupach: ?Julie Christies Darstellung ist, das darf man hier einmal so sagen, eine schauspielerische Offenbarung. Die bezaubernd feine Dame und liebende Gattin, die langsam ihrem Mann entschwindet - ihre natürliche, erotische Ausstrahlung zieht in Bann. Aber auch die anderen Darsteller, darunter Olympia Dukakis, machen diesen Film zu einem schauspielerischen Erlebnis.?[http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/12/0,1872,4361196,00.html www.zdf.de, 11. Februar 2007, Christian Raupach]
Perlentaucher, 14. Februar 2007: ?Sarah Polley ist gerade 28 Jahre alt geworden. Dass sie einen so stimmigen und beeindruckenden Film über ein Ehepaar drehen konnte, das länger verheiratet ist als sie auf der Welt, ist ein wenig unheimlich.?[http://www.perlentaucher.de/artikel/3668.html www.perlentaucher.de, 14. Februar 2007]
Weblinks
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• Offizielle Homepage (englisch)
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