Airborne Warning and Control System
der US Air Force im Flug]]Das Airborne Warning and Control System (Abkürzung: AWACS) ist ein Flugzeug-gestütztes Radarsystem der USA und anderer NATO-Staaten, das zur Luftraumaufklärung und als Einsatzleitzentrale eingesetzt wird.
Entwicklung
Das System wurde von Boeing entwickelt und ursprünglich in der Boeing 707 eingebaut. Es bezeichnete ursprünglich auch nur den auf der 707 basierenden Typ der Boeing E-3 Sentry mit dem markanten Rotodom, der sich oberhalb des Flugzeugrumpfes dreht.
Inzwischen gibt es mehrere Typen von AWACS.
* AWACS auf Boeing 707 Basis - Bezeichnung: Boeing E-3 (USAF / amerik. Luftwaffe, RAF / britische Luftwaffe, NATO)
* AWACS auf Boeing 767 Basis (JASDF / japanische Luft-Selbstverteidigungsstreitkräfte)
* AWACS auf Boeing 737 Basis mit starrer Antenne - Bezeichnung: Boeing Wedgetail (RAAF / Australische Luftwaffe, Türkische Luftwaffe/Peace Eagle)
* AWACS auf C-2 Greyhound Basis - Bezeichnung: Grumman E-2 Hawkeye (US Navy / amerik. Marine, Französische Marine, Israel, Taiwan)
* AWACS auf _EMB_145 Basis mit starrer Antenne - Bezeichnung: R99-A (Brasilische und _griechische Luftwaffe)
Die Systeme werden von verschiedenen NATO-Staaten und der NATO selbst benutzt. Die NATO-eigenen Maschinen haben eine _luxemburgische Flugzeugkennung und sind in Geilenkirchen bei Aachen stationiert, im Auftrag der NATO fliegt die _RAF vom Stützpunkt Waddington. Zusätzlich existieren auf dem Stuetzpunkt in Geilenkirchen noch drei Trainingsmaschinen ohne Antenne, so gemannte TCA (Trainer and Cargo Aircraft). Während des Kalten Krieges hat es die sehr wichtige Funktion der Frühwarnung vor tieffliegenden Flugzeugen des Warschauer_Pakts erfüllt.
Der AWACS ist eine zentrale Komponente in jedem Luftkrieg im Rahmen der Network Centric Warfare-Doktrin. Ohne ein solches System sind die Luftüberlegenheits- und Abfangjäger in ihrer Rolle auf die vorhandenen bodengestützen Systeme angewiesen.
Der Warschauer Pakt hatte wiederum eigene, dem AWACS vergleichbare Systeme zur Luftraumüberwachung und -verteidigung, darunter:
Tupolew Tu-126 auf Tupolew Tu-114 Basis
Iljuschin A-50 auf Iljuschin Il-76 Basis
Einführung bei der NATO
Auf der Ministertagung des Verteidigungs-Planungsauschusses der NATO am 5. und 6. Dezember 1978 in Brüssel billigen die Minister das Programm für das fliegende NATO-Frühwarn- und Leitsystem und unterzeichnen eine entsprechende multilaterale Grundsatzvereinbarung. Mit dem Airborne Warning and Control System (AWACS) riefen die Mitgliedsstaaten das größte gemeinsam finanzierte Beschaffungsprogramm ins Leben, das bis dahin von der NATO durchgeführt wurde.
Anfang der 70er Jahre gaben die Obersten NATO-Befehlshaber Studien in Auftrag, die belegten, dass die vorhandenen fest installierten Systeme eine wirksame Luftverteidigung des kontinentaleuropäischen Raumes nicht mehr gewährleisten: So verfügte der Warschauer Pakt bereits über schnelle Luftfahrzeuge, die in der Lage waren, sich zum Beispiel im Tiefflug den weitreichenden Radaren zu entziehen; weiterhin bestand Gefahr, dass die fest stationierten Systeme durch elektronische Kampfführung (Eloka) ausgeschaltet werden könnten, und standortbedingt war auch die Vorwarnzeit begrenzt auf ca. eine halbe Stunde. Im NATO-Kommandobereich des SACEUR versprach man sich von mobilen Systemen zum Beispiel die Fähigkeit, frühzeitig auch kleinere Angriffsverbände aufklären und entsprechend eigene Abfangjäger radargestützt einsetzen zu können.
2006]]
Die ersten Maschinen vom Typ E-3A kamen ab 24. Februar 1982 auf der NATO Air Base in Geilenkirchen zum Einsatz, zuvor in den USA seit März 1977. Die Flugzeuge für die NATO wurden bei den Dornier-Werken in Oberpfaffenhofen ausgerüstet und später auch noch betreut. Heute erfolgt die technische Betreuung der NATO Flugzeuge im Werk Manching der EADS. Hier wurde auch in den letzten Jahren ein ESM-System nachgerüstet, zu erkennen an den beiden Antennenbeulen links und rechts am vorderen Rumpf.
Das AWACS-Flugzeug vom Typ Boeing E-3A Sentry (einer Militärversion der Boeing 707-320) kann tieffliegende Flugziele bis zu einer Entfernung von etwa 400 km / 215 Seemeilen erfassen. Insgesamt hat die NATO 17 (von ehemals 18) Flugzeuge diesen Typs in Dienst gestellt. Die Anzahl der Bordbesatzung der NATO AWACS beträgt i.d.R. 17 Personen. Sie besteht aus:
1 AC (Aircraft Commander),
1 FP (First Pilot),
1 FE (Flight Engineer),
1 NN (Navigator),
1 CO (Communication Operator),
1 CT (Communication Technician),
1 DT (Display Technician),
3 SO (Surveillance Operators),
1 SC (Surveillance Controller),
1 FA (Fighter Allocator),
2 WC (Weapons Controller),
1 PC (Passive Controller),
1 TD (Tactical Director),
1 RT (Radar Technician),
Das indisch-amerikanische Manöver "Cope-India 2004" hat gezeigt, dass das Fehlen von AWACS-Unterstützung auf eine Staffel F-15 katastrophal wirken würde: Ohne AWACS-Unterstützung sollen die Amerikaner 90 Prozent der simulierten Luftkämpfe gegen indische Su-30K, MiG-27 und auch gegen modernisierte MiG-21-93 verloren haben. Schon am ersten Tag hätte demnach die indische Luftwaffe sämtliche US-Kampfjets abfangen können.
Weblinks
• Website des NATO E3A-Verbandes
• NATO AWACS-Spotter Geilenkirchen
• Awacs-Squadron der RAF
• Gulfstream Phalcon ELINT
Siehe auch
Frühwarnsystem Boeing, Liste von Flugzeugtypen, Iljuschin A-50, Network Centric Warfare, C4ISR

