Avia (Flugzeughersteller)
thumb|Avia_S.199_(1947)
thumb|Avia_A75
thumb|Daewoo-Avia
Avia ist ein ehemaliger tschechoslowakischer Flugzeughersteller, der heute LKW und Propeller produziert. Die vollständige Bezeichnung der heute in der Tschechischen_Republik beheimateten Firma lautet Avia akciová spole?nost pro pr?mysl letecký (Avia Aktiengesellschaft für Flugzeugindustrie).
Geschichte
Im Jahre 1919 wurde Avia auf dem Gelände einer ehemaligen Zuckerfabrik in Prag-Vyso?any gegründet. Als Konstrukteure wurden Pavel Bene?, Miroslav Hajn und J. F. Koch verpflichtet. Erste Konstruktion war der Tiefdecker Exprevit von 1920, der zur Avia BH-1 (BH steht für Bene?/Hajn) weiterentwickelt wurde und mit seinem abgestrebten Hauptflügel schon ein typisches Konstruktionsmerkmal der Avia-Entwicklungen der 1920er Jahre aufwies. Im Laufe der nächsten 10 Jahre wurde verschiedene Zivil- und Militärflugzeuge produziert. Bekannteste Typen dieser Epoche sind das Reise- und Schulflugzeug Avia BH-9 von 1923, das Doppeldecker-Jagdflugzeug Avia BH-21 von 1925 sowie das Verkehrsflugzeug Avia BH-25 von 1926, welches die Route Prag-Rotterdam beflog. Letztes Modell der Konstrukteure Bene? und Hajn war das Jagdflugzeug Avia BH-33 aus dem Jahre 1927, welches auch in Polen in Lizenz hergestellt wurde.
Avia übernahm in seiner langjährigen Firmengeschichte auch immer wieder die Lizenzproduktion ausländischer Flugzeugmodelle. In den 1920er Jahren waren dies die französische Farman F.62 (als Avia-Farman F.62) sowie die niederländische Fokker_F.VIIb/3m (als Avia-Fokker F.VIIb/3m). Ebenso wurden auch für viele Jahre ausländische Flugmotoren in Lizenz hergestellt, vor allem wassergekühlte V12-Motoren von Hispano-Suiza.
1931 fusionierte Avia mit dem ?koda-Plze?-Konzern und wechselte in neue Produktionhallen in Prag-?akovice. Bene? und Hajn wechselten zu ?KD-Praga, neuer Chefkonstrukteur wurde Franti?ek Novótny. Unter seiner Leitung entstand 1933 das mit 566 Exemplaren meistgebaute tschechoslowakische Flugzeug, der Jäger Avia B.534. Zusammen mit Aero baute Avia 1936/37 den französischen Bomber Bloch MB.200 als Aero MB.200 124 mal in Lizenz. Ein Jahr darauf kaufte die ?SR einige Exemplare des sowjetischen Bombenflugzeuges Tupolew SB-2 sowie die Lizenzrechte, aber noch bevor die Produktion bei Avia unter der Bezeichnung Avia B.71 anlaufen konnte, wurde die Tschechoslowakei von Nazi-Deutschland okkupiert. Die vorhandenen Maschinen wurden von der deutschen_Luftwaffe übernommen und noch einige wenige Exemplare hergestellt (insgesamt 66).
Während der Besatzungszeit produzierte Avia keine eigenen Flugzeuge, sondern nur noch deutsche Modelle, so die Ar_96, die Me_109 und Teile für das Düsenjagdflugzeug Me_262. Konstrukteure von Avia waren auch an der Entwicklung des ersten Düsenbombers der Welt, Arado Ar 234, beteiligt.
Nach Kriegsende wurde die Produktion von deutschem Fluggerät wieder aufgenommen, so die Ar 96 als Aero C-2, aus der Me 109 entstand die Avia S.99 bzw. Avia S.199 und aus der Me 262 entstand die Avia S.92, die noch bis 1957 geflogen wurde. Ende der 1940er Jahre folgte die Lizenzfertigung sowjetischer Modelle (Il-10 als Avia B-33, Il-14 als Avia Av-14).
1946 startete Avia mit der Produktion von LKW- und Bus-Modellen.
Im Jahre 1960 endete im Avia-Werk der Flugzeugbau. Nur ein kleiner Teilbereich arbeitete weiter als Hersteller von Flugmotoren sowie als Zulieferbetrieb für Flugzeug-Ersatzteile um ab 1988 auf dem Luftfahrtsektor nur noch Propeller herzustellen.
1967 erwarb Avia die Lizenz für den Bau leichter LKWs von Renault-Saviem (A15, A20, A30). 1983 wurde die weiterentwickelte Baureihe A21/A31 vorgestellt.
1995 erwarb der koreanische Konzern Daewoo die Mehrheit von Avia. 1996 erfolgte die Umbenennung in Daewoo-Avia. 1997 wurde die neue Baureihe A60/A75/A80 vorgestellt.
Im Jahre 2000 wurde die komplett neu entwickelte Baureihe D-Line vorgestellt.
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten trennte sich der Mutterkonzern Daewoo 2005 von Daewoo-Avia. Seither firmiert die LKW-Firma unter dem Namen Avia a.s..
Im Jahr 2006 stieg der indische LKW-Hersteller Ashok Leyland bei AVIA a.s. ein, der großes Potential der Marke AVIA für den Europäischen Markt sieht. Die Produktionsstätte in Prag Letnany bleib weiter bestehen und soll ausgebaut werden, da Ashok Leyland Prag für das "Fenster zum Westen" hält.
Weblinks
• Offizielle Webpräsenz von Avia Propeller
• Offizielle englischsprachige Webpräsenz von ''Avia a.s.

