Auxerre
Auxerre [] liegt an der Yonne und ist zugleich Verwaltungssitz im Département Yonne in der Region Burgund, Frankreich. Die Stadt hat 37.790 Einwohner (Stand: 1999) und eine Fläche von 49,95 km². In der Nähe liegt der Mont Autric.
In Auxerre mündet der Canal du Nivernais in den Fluss Yonne und hat daher einen großen Freizeithafen am Fluss.
Die Stadt ist Heimat des bekannten Fußballvereins AJ Auxerre.
Aus der Gegend um Auxerre stammt auch die Rebsorte Auxerrois.
Geschichte
Historisch wurde die Stadt als römische Befestigung unter dem Namen Oppidum Autessiodorum gegründet. Die Via Agrippa reichte ebenfalls an die Siedlung heran. Im 5. Jahrhundert erfuhr die Stadt durch das Wirken des Bischof und Truppenführers Germanus von Auxerre eine erste wirtschaftliche und religiöse Blütezeit. Im Mittelalter war Auxerre in merowingischem_Besitztum und erst spät - im Jahr 1223 - erhielt Auxerre die Stadtrechte.
Durch die politische Lage im Grenzgebiet zwischen französischem und burgundischem Reich wurde die Entwicklungsmöglichkeit der Stadt über lange Zeit deutlich eingeschränkt.
Im August 1944 wurde Auxerre von den Truppen des General_Leclerc befreit.
1972 vereinigte sich die Stadt mit der Gemeinde Vaux.
Kirchen
Kathedrale Saint-Étienne
Die Kathedrale liegt mitten zwischen den Wohnhäusern, wie das früher immer gewesen ist. Nur die englischen gotischen Kathedralen wurden häufig bewusst auf freiem Feld errichtet. Saint-Étienne wurde 1215 begonnen, also ungefähr zur gleichen Zeit wie Reims und Amiens, hat dann aber mehrere Bauphasen erlebt. Die Fassade stammt aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert, der Nordturm wurde bis ins 16. Jahrhundert hinein gebaut. Diese Schaufläche der Spätgotik zeigt die damals starke Tendenz, alle freien Flächen mit aufgeblendetem Maßwerk zu überziehen, eine Variante der gotischen Ausdruckswut (s. Wilhelm Worringer: Abstraktion und Einfühlung), die in Straßburg ihren Höhepunkt gefunden hat.Entscheidend ist, dass die burgundische Kathedrale schon von der Abmessung der Arkadenzone her gar nicht jene ekstatische Steigerung sucht wie die nordfranzösischen Kathedralen. Der burgundische Sakralbau erstrebt eher eine den menschlichen Maßen vertrautere Haltung. Das Prinzip der Doppelschaligkeit ist hier besonders extrem durchgeführt worden. Hinter den Diensten geht der Laufgang durch, so dass das stützende System des Baues als eine eigene Schicht vor die Raumschicht dahinter und vor die anschließende Fensterfläche gesetzt ist.
Der Obergadenlaufgang geht zurück auf die Wandsysteme der drei großen Kathedralen des oberen Rhônetales, Lausanne, Genf und Lyon, in deren Bauhütten sich kurz vor 1200 die Gotik durchsetzte. (Nußbaum, S. 29)
Im Chor finden wir das gleiche noch konsequenter angewandt. Hier werden Tendenzen deutlich, die darauf hinauslaufen, die Idee des aktiv nach oben strebenden Baugerüstes als eigenes System unabhängig von der Außenmauer für sich existieren zu lassen, gleichsam als Architektur-Idee losgelöst von jeder bautechnischen Funktion, also als reines Kunstwerk.
Die sehr schöne Krypta von St-Étienne stammt noch vom Vorgängerbau aus der Zeit nach 1030 und besitzt bedeutende Fresken. Ein sehr ungewöhnliches Fresko stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts: ?Christus auf einem weißen Pferd?, umgeben von vier Engeln, ebenfalls auf Pferden. Die formale Grundlage dieser Szene ist ein großes juwelengeschmücktes Kreuz, das die gesamte Bildfläche bestimmt. Die thematische Idee der ?Engelreiter? geht letztlich auf Erzählungen aus der Apokalypse des Johannes zurück, wo solche Wesen geschildert werden. Aber auch das Bild des ?reitenden Kaisers? mag hier eine Rolle gespielt haben, das zur damaligen Zeit sehr populär war und hier auf Christus übertragen sein kann (Demus, S. 145-146). Eine solche Art der Darstellung mit Christus als Reiter auf einem Pferd - und nicht auf einem Esel - ist jedenfalls extrem selten.
= Literatur
=*Demus, Otto: Romanische Wandmalerei. Aufnahmen von Max Hirmer. München 1968
*Nußbaum, Norbert: Deutsche Kirchenbaukunst der Gotik. Entwicklung und Bauformen. Köln 1985
Bevölkerung
Entwicklung der Einwohnerzahl:
1851 - 14.166
1936 - 24.282
1954 - 26.583
1975 - 38.342
1982 - 38.767
1999 - 38.919 (?)
Söhne und Töchter der Stadt
• von Auxerre], Truppenbefehlshaber und Bischof
• von Auxerre], Bischof und Heiliger
• Berthier], Organist und Komponist
• Baptiste Joseph Fourier], Mathematiker und Physiker
• Charles Philippe Lepère], Staatsmann
• Soufflot], Architekt
Partnerstädte
P?ock (Polen)
Worms (Deutschland)
Roscoff (Frankreich)
Saint-Amarin (Frankreich)
Greve in Chianti (Italien)
Redditch (Großbritannien)
Siehe auch
Saint-Germain d'Auxerre
Weblinks
• Webseite der Stadt (fr.)

