Angela Autsch
Angela Autsch (26. März 1900 in Röllecken bei Attendorn; ? 23. Dezember 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau) war eine Nonne des Trinitarier-Ordens in Mötz in Tirol, der damals einzigen deutschsprachigen Niederlassung des Ordens.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten haben diese versucht, das Mötzer Kloster zu beschlagnahmen. Angela Autsch rettete das Kloster, indem sie juristisch zwingend argumentierte, das Tiroler Kloster sei spanisches Eigentum. Sie kontaktierte den spanischen Konsul in Wien, was schließlich dazu führte, dass die Nationalsozialisten, von der Enteignung des Klosters absahen.
Diese Aktivitäten lenkten die Aufmerksamkeit der Gestapo auf Angela Autsch; der unmittelbare Grund für ihre Verhaftung waren dann kritische Bemerkungen, die sie über Hitler verlautbaren ließ. Aufgrund einer anonymen Denunziation wird sie vom Ortsgruppenleiter von Mötz angezeigt. Wegen "Führerbeleidigung und Wehrkraftzersetzung" wurde sie am 12. August 1940 von der Gestapo verhaftet und am 29. August 1940 in das Frauenkonzentrationslager_Ravensbrück deportiert. Sie trug den roten Winkel der politischen Gefangenen.
Wo immer sie konnte, stand sie ihren Mitgefangenen hilfreich zur Seite. Am 26. März 1942 wird Schwester Angela ins KZ Auschwitz überstellt. Am 16. August 1942 kommt sie nach Auschwitz-Birkenau, wo sie der Krankenabteilung zugeteilt wird.
Nach über vier Jahren Lagerhaft stirbt sie bei einem Bombenangriff in Auschwitz-Birkenau.
Am 8. März 1990 leitet das Erzbistum Wien den Seligsprechungsprozeß ein.
Literatur
*Gaston Vélez de Mendizabal: "Verzehrendes Feuer: Sr. Angela Maria Autsch, der Engel von Auschwitz.", 1997, Maria Roggendorf
*Hermann Multhaupt: "Engel NR. 512. Schwester Angela Autsch. Ein Stück Himmel in Auschwitz.", Bergmoser und Höller Verlag, 1989, Aachen
Weblink
• Angela Autsch im BBKL
• Kurzbiographie von Karin Nusko, Universität Wien, mit weiteren Literaturangaben , abgerufen am 1.5.2007

