Kurdistan
Kurdistan (Land der Kurden[http://www.britannica.com/eb/article-9046469/Kurdistan Kurdistan,] Encyclopædia Britannica) ist das historische Siedlungsgebiet der Kurden mitten in Vorderasien. Es ist mit je nach Definition und Schätzung 490.000 bis 530.000 km² ungefähr so groß wie FrankreichUwe Rolf ; Ekrem Yildiz: Zukunft für Kurdistan : ein Beitrag zur Bedeutung nachhaltiger Entwicklung für Kurdinnen und Kurden. Osnabrück 2003, S. 16 und umfasst heute Teile der Staaten Türkei, Irak, Iran und Syrien. Zur Zeit leben die Kurden vor allem am Oberlauf des Tigris und im Gebiet rund um den Vansee im Südosten der Türkei, in den Tälern des Großen und des Kleinen Zab im Nordosten des Irak und südlich des Urmia-Sees im Nordwesten des Iran.
Der Name Kurdistan wurde im Laufe der Geschichte allerdings in unterschiedlichem geografischen und politischen Sinn verwendet und bezeichnete dabei jeweils Gebiete unterschiedlicher Lage und Ausdehnung. Offene Karten:[http://www.arte-tv.com/de/geschichte-gesellschaft/mit-offenen-karten/392,CmC=503484,CmPage=70.251900.259998.392,CmPart=com.arte-tv.www,CmStyle=98674,view=introduction.html Kartographie Kurdistans auf "Karten" klicken]]
Geschichte
Das Gebiet des heutigen Kurdistan war die Wiege einer Vielzahl von teilweise bisher nur schlecht erforschten Kulturen und Reichen des Altertums. Teile des so genannten fruchtbaren_Halbmonds, in dem der bedeutende Übergang zum Ackerbau vollzogen wurde, liegen in Kurdistan.
Bronzezeit
Die Hethiter besiedelten in der Bronzezeit zwischen 1900 und 1200 v. Chr. das nordwestliche Vorderasien und damit die westlichen Gebiete des heutigen Kurdistan. Ihr Reich endete aus noch immer ungeklärten Gründen. Es werden sowohl Invasionen als auch Bürgerkriege und Hungersnöte diskutiert. Die hethitische Kultur überlebte jedoch bis um 700 v. Chr. in diversen Kleinstaaten in Ostanatolien, zum Beispiel in Milid, dem heutigen Malatya, Zincirli, Karkemisch und Tabal.
Eisenzeit und Antike
]]Nach der Zerstörung des hethitischen Reiches errichteten die Phryger unter ihrem König Midas ein Reich, das im 9. und 8. Jahrhundert v. Chr. Anatolien beherrschte.
Seit 850 bestand in Kurdistan (mit Zentrum am Vansee) das Reich Urartu.
Das armenische_Königreich erlangte im 1. Jahrhundert v. Chr. seine größte Ausdehnung unter König Tigran_dem_Großen und umfasste den gesamten Norden Kurdistans.
Kurden
Die Kurden sind weder Araber noch Türken. Sie stammen möglicherweise von den Medern ab und sollen sich im 9. Jahrhundert v. Chr. in der Nähe des Zagrosgebirges angesiedelt haben.[http://zoom.mediaweb.at/zoom_299/kurdistan.html Kayoumars Shahsavary: Durchs historische Kurdistan] Sie sprechen eine mit dem Persischen verwandte Sprache.arte.tv: [http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/mit-offenen-karten/392,CmC=503484,CmPage=70.251900.259998.392,CmPart=com.arte-tv.www,CmStyle=98674,view=introduction.html Reportage]
Über Jahrhunderte hinweg war ihr Siedlungsgebiet immer wieder Schauplatz von Kämpfen zwischen westlichen und östlichen Mächten, wie zum Beispiel Römern, Parthern, Sassaniden, Osmanen und persischen Safawiden. Bezeichnungen für einen Volksstamm der Wurzel kurd bzw. dessen Gebiet sind in der Antike vielfach belegt:
• Sprache/'>Sumerisch]: Kur-a, Gutim und Land der Karda.
• Sprache|Elamisch]: Sprache/'>Aramäisch]: Kurdoye
• Sprache|Babylonisch]: Qardu []
• Sprache|Griechisch]: (Kyrtioi) (Kardouchoi) Kurden gegen die Sumerer kämpften.Hakan Ozoglu, Kurdish notables and the Ottoman State, 2004, SUNY Press, 186 pp., ISBN 0791459934 (See p.23)
Ora Scwartz-Be'eri, The Jews of Kurdistan: daily life, customs, arts and crafts, Published 2003 UPNE, 272 pp., ISBN 9652782386. (see page 25).
Wixman, R. , The peoples of the USSR (An ethnographic handbook), Armonk, NY: M.E. Sharpe, Inc. 1984.
A. Arnaiz-Villena, E. Gomez-Casado, J. Martinez-Laso, Population genetic relationships between Mediterranean populations determined by HLA allele distribution and a historic perspective Tissue Antigens 60 (2), 2002, pp.111?121. (see pp.117-118)
Yona Sabar, The Folk Literature of the Kurdistani Jews: An Anthology, 1982, Yale University Press, 254 pp., ISBN 0300026986
Die indoeuropäischen Stämme konnten durch ihre Eroberung des Zagros 800 v. Chr. sich mit den Guti vermischen und großen Einfluss auf die moderne kurdische Sprache ausüben.
Die Kurden wurden von Xenophon, einem griechischen Feldherrn, als er sich 401 v. Chr. mit zehntausend Mann aus Persien zurückzog beschrieben. Die Karduchen, so heißt es, Xenophon: Der Zug der Zehntausend. München 1954, S. 189
Weitere historische Eckpunkte sind die Islamisierung im 7._Jh. und die Invasion turkmenischer Nomadenstämme im 11._Jh. sowie von Türken und Mongolen im 13._Jh..
Der Name ?Kurdistan?
Der Name Kurdistan wurde erstmalig offiziell als Verwaltungseinheit des Seldschukenreiches etwa 1157 von König Sultan Sanjar erwähnt und bezeichnete ein Gebiet im Südosten Anatoliens und Nordwesten Mesopotamiens.
Die erste Teilung Kurdistans wurde zwischen dem Osmanischen_Reich und dem Reich der Safawiden (Persien) 1639 im Vertrag von Qesrî ?êrîn besiegelt.
Der Großteil der kurdischen Fürsten begab sich unter die osmanische Oberhoheit. Die damalige Teilung ist auch heute noch an der fast identisch verlaufenden Grenze zwischen der Türkei und dem Iran sichtbar.
Es gibt bis heute allerdings keine genaue geographische Definition von Kurdistan. Die Staaten, zu deren Territorien die kurdischen Gebiete gehören, versuchen mit allen Mitteln, eine solche Abgrenzung und Begriffsbildung erst gar nicht entstehen zu lassen.
Vertrag von Sèvres und Lausanne
Nach der Niederlage und dem Zerfall des Osmanischen Reichs wurde den Kurden im Vertrag von Sèvres 1920 das Recht auf Selbstbestimmung zugebilligt. Die südwestlichen Gebiete Kurdistans waren französischer Einflussbereich und wurden so Syrien zugeschlagen, England wurde Mandatsmacht im heutigen Irak, dem die südöstlichen kurdischen Landesteile zugefügt wurden.
Zur gleichen Zeit organisierte Mustafa Kemal Atatürk den Widerstand gegen die europäischen Besatzungsmächte und Griechenland. Die Kemalisten propagierten eine Regierung beider Völker (Kurden und Türken) und banden auf diese Weise die kurdischen Stammesführer und Scheichs in den türkischen nationalen_Befreiungskampf ein.
Im Vertrag von Lausanne (24. Juli 1923) wurden die neuen Machtverhältnisse zwischen der Türkei und den Besatzungsmächten Vereinigtes Königreich, Frankreich und Italien vertraglich festgeschrieben. Von den Versprechungen des Vertrages von Sèvres gegenüber den Kurden war keine Rede mehr. Das Siedlungsgebiet der Kurden befand sich von da an in vier Staaten: in der Türkei, im Iran, im Irak, und in Syrien.
Die größten Aufstände und Revolutionen im 20. Jahrhundert
• Erster Aufstand von Mahmud Berzanci] in [[Silêmanî (Südkurdistan)
• Koçgiri-Aufstand] (Nordkurdistan)
• Scheich-Said-Revolution] (Nordkurdistan)
• bis 1930]: [[Ararat-Aufstand unter der Organisation Xoybûn (Nordkurdistan)
• Aufstand in Dersim]_(Nordkurdistan)
•_
• ] (Ostkurdistan)
• bis 1975]: [[Molla Mustafa Barzani-Aufstand in Südkurdistan
• bis Demokratischen_Partei_Kurdistan-Iran/'>1968]: Aufstand der [[Demokratische Partei Kurdistan-Iran/'>Demokratischen Partei Kurdistan-Iran
• ]
•_
• bis PKK/'>1999]: Bewaffneter, teils terroristischer Kampf der [[Arbeiterpartei Kurdistans/'>PKK in der Iran, offiziell kein politisches Territorium und keine Verwaltungseinheit
Kurdistan liegt zwischen dem 34. und 40. Grad nördlicher Breite und dem 38. und 48. Grad östlicher Länge (). Es erstreckt sich über Ost- und ?skenderun und dem Taurusgebirge bis hoch zum Ararat - bis zum Urmia-See in Iran und schließt die Region der Zagros-gebirgskette, also den Nordirak und den Westiran, sowie Teile von Nordsyrien mit ein.
= Klima
=In Kurdistan kann es im Sommer angenehm kühl, heiß und trocken sein. Im Winter ist es dagegen sehr kalt und niederschlagsreich.
Religionen
Bei den Kurden sind verschiedene Bekenntnisse vertreten. Die Mehrheit (ca. 80 - 90%) der Bevölkerung sind sunnitische Muslime überwiegend schafiitischer Richtung. Hanafiten gibt es vor allem in der Türkei. Im Südkurdistan sind die Hanbaliten eine weit verbreitete Rechtsschule des Islam. Die etwa 3 - 5 % kurdischen Schiiten leben ganz im Süden des kurdischen Verbreitungsgebiets im Irak nahe der iranischen Grenze. Daneben gibt es Aleviten und Schabbak, die aber früher ihre vom sunnitischen Islam abweichenden religiösen Überzeugungen nicht in die Öffentlichkeit getragen haben und deshalb als Nichtmuslime galten und oft noch gelten.
Des Weiteren gibt es Jesiden und im Iran auch Ahl-e Haqq.
Die Kurden gehörten mehrheitlich früher zur jesidischen Glaubensrichtung, bevor sie zum Islam zwangskonvertiert wurden. Die nicht allzu zahlreichen kurdischen Jesiden der Türkei sind heute fast vollständig ausgewandert und leben zum größten Teil in Nordwestdeutschland. Damit gehören praktisch alle Kurden der Türkei Religionsgemeinschaften an, die man zum Islam zählen kann.
Kultur und Gesellschaft
Am 21. März wird das iranische Neujahrsfest Nouruz gefeiert. Das Newroz-Fest wurde in der Türkei in den letzten Jahren vom Staat übernommen. Damit wollte man der PKK und den Kurden die Möglichkeit entziehen, das Fest zu kurdisieren. Es ist anzumerken, dass das Newroz-Fest traditionell von den Turkvölkern Zentralasiens gefeiert wird, aber nicht von den Türkei-Türken. Bei den letzten Feiern sah man immer wieder, dass das Fest in den kurdischen Gebieten mit sehr großer Beteiligung gefeiert wurde, jedoch nicht so in den türkischen Gebieten.
In großen Teilen der kurdischen Bevölkerung wird wie in den meisten islamischen Gesellschaften das Recht_der_Frauen auf sexuelle Selbstbestimmung unterdrückt. Verstöße gegen dieses ungeschriebene Gesetz können zu sogenannten Ehrenmorden durch die eigene Familie führen. Dagegen kämpfen immer mehr kurdische Frauenbewegungen wie WAD?Kurdische Frauenbewegung gegen Ehrenmorde (WADI): [http://www.wadinet.at/Media/Spiegel/2006-sommer2_oe1.php Informationswebseite] (deutsch). oder Haukari e.V. Kurdischer Frauenverein Haukari e.V.">: [http://www.haukari.de/frauen/frauen.htm '] (deutsch). und ICHAK Kurdischer Frauenverein ICHAK">: [http://www.stophonourkillings.com/index.php?name=News&catid=30 Stop honour killing] (englisch) an.
Musik
Charakteristisch für kurdische Musik sind einfache Melodien mit einem Umfang von nur drei oder vier Tönen, strophische Lieder mit derselben Dichtung und Musik am Ende jeder Strophe. Die meisten kurdischen Lieder sind epischer Natur und handeln von Geschichten kurdischer Helden wie Saladin, Scheich Said oder Said Riza. Auch Liebeslieder, Tanzmusik (Gowend), Hochzeits- und andere Feierlieder, erotische Poesie und Arbeitslieder sind sehr beliebt.
Als Musikinstrumente werden Bilur (Flöte), Ghol (Trommel), Bilûr (Oboe), Saz (Laute), Kemençe (Geige) und Zurna (Schalmei) benutzt.
Siehe auch: Kurdische Musik
Film
Folgende kurdische Filme sind erschienen:
1991: Siyabend und Hece
1992: Ein Lied für Beko
2000: Zeit der trunkenen Pferde
2002: Verloren im Irak
2004: Schildkröten können fliegen
Siehe auch: Kurdischer Film
Literatur
Es gibt eine reiche Volksliteratur in kurdischer_Sprache. Zu erwähnen wäre das Nationalepos Mem û Zîn, welches 1695 von dem kurdischen Dichter Ehmedê Xanî geschrieben worden ist. Der aus Mardin stammende Dichter Cigerxwîn (?êxmûs Hesen), der von 1903 bis 1984 lebte, schrieb für Zeitschriften wie Hewar (dt:Hilferuf). Er studierte ausführlich den Marxismus-Leninismus und hinterließ acht Gedichtsammlungen.
1935 wurde der erster Roman der Neuzeit in kurdischer Sprache, ?ivanê Kurd (deutsch: Der kurdische Hirte), von Ereb ?emo verfasst.
Zeitgenössische Schriftsteller sind Helîm Yûsiv, Haydar Isik, Mehmed Uzun, Mahmut Baksi, Suzan Samanci, Yusuf Ye?ilöz, Sükrü Gülmüs, Rohat Alakom, Taha Hamid, Muhammed Hamo, Salim Barakat und Nezir Bulut. Ziya Gökalp ist einer der berühmtesten Intellektuellen und Publizisten der Türkei. Er war Mitgründer des sogenannten Türk Oca?? (Türkischer Heimatverein), der als Treff der anatolischen Intellektuellen und als "Wissensbörse" diente. Er veröffentlichte die Zeitung Yeni Mecmua, in der er den Turanismus unterstützte. Heutzutage ist Ziya Gökalp unter vielen Kurden ein Tabu-Thema, da er als Kurde ein Unterstützer des türkischen Nationalismus war. Der berühmte Satz ?Kurden und Türken sind wie das Fleisch und der Fingernagel miteinander verwachsen, man kann sie nicht trennen?stammt ebenfalls von Ziya Gökalp. Hilmi Abbas schrieb in deutscher Sprache einige der bisher nur mündlich überlieferten altkurdischen Legenden nieder. Das Buch erschien im Jahre 2003 in München unter dem Titel Das ungeschriebenen Buch der Kurden. Es stellt die Schöpfungsgeschichte aus jesidischer Sicht dar und die mythische Wanderung des kurdischen Volkes vom Osten in den Westen in das heutige Siedlungsgebiet.
Die Entwicklung der kurdischen Literatur blieb bis in die Gegenwart abhängig von den jeweiligen politischen Bedingungen, die charakterisiert waren durch von machtpolitischen Interessen geleitete Grenzziehungen, Fremdherrschaft und Unterdrückung.
Durch den Vertrag von Lausanne wurde Kurdistan durch die Alliierten und die Türkei auf die vier Staaten Iran, Irak, Türkei und Syrien aufgeteilt. Der größte Teil fiel an die Türkei. Auf diese Weise wurden mehr als die Hälfte der Kurden Staatsbürger der neuen türkischen Republik.
Die Entwicklung in den einzelnen Teilen Kurdistans verlief unterschiedlich und hatte zur Folge, dass durch die dort gesprochenen verschiedenen Dialekte und die Verwendung unterschiedlicher Alphabete keine gemeinsame Literatur entstehen konnte.
Siehe auch: Kurdische Literatur, Liste kurdischer Schriftsteller, A?iret, Kurdische Namen, Berühmte_Kurden
Sehenswürdigkeiten in Kurdistan
In Kurdistan kann man sehr viele Blicke in die unberührte Natur vorfinden. Zum einen gibt es große Wasserfälle wie der Geli Eli Beg, zum anderen riesige Gebirge, Wälder und Weiden. Viele historische Bauten sind vorzufinden, eine Menge davon im Nordirak.
Galerie
Image:Knight-Iran.JPG|Darstellung des Königs Chosrau II. als Panzerreiter (Iran)
Image:Kurdistan1.jpg/'>Landschaftsbild aus iranisch Kurdistan
Image:Hills south west of Sanandaj near the village of Kilaneh.jpg|Hügel südwestlich von Dohuk
Image:Zagros_1992.jpg/'>Das Sanandaj
Image:EqbalSquare.jpg/'>Die Freiheitsstatue in Nordirak. Sie wurde 1970 nach einem Vertrag - dem Märzmanifest - zwischen Saddam Hussein, als Vertreter der Regierung des Iraks und den Führern der kurdischen Parteien unter Molla Mustafa Barzani eingerichtet und wurde zunächst als Kurdische Autonome Region bezeichnet. Die Umbenennung in
Die Region wird von der Patriotischen_Union_Kurdistans (PUK) und der Kurdischen_Demokratischen_Partei (KDP) regiert.
Bis heute ist diese Region de facto unabhängig, international jedoch nicht anerkannt. Sie hat ihren eigenen Dinar als Währung, eine Flagge, eine Verfassung und eine Nationalhymne (Ey Reqîb). Die Flagge der Region ist ähnlich jener der historischen Republik Mahabad.
2003 beteiligten sich die Kurden beim Irak-Krieg und konnten so ihren Einfluss und damit die Region vergrößern. Heute fallen auch Teile der Provinzen Diyala (Baquba), Kirkuk und Ninawa (Mossul) unter diese Region.
Etwa dieselben Gebiete waren einst bei der Bildung der autonomen Region aus den drei kurdischen Provinzen ausgegliedert und den Nachbarprovinzen zugeschlagen worden, auch Sinjar sowie das Gebiet zwischen Akrê und Mosul sowie das Gebiet zwischen Maidan und Badra lagen ursprünglich außerhalb der autonomen Region. Im Gegenzug waren Kifri, Çamçamal und Klar von Ta'min abgetrennt und 1974 zu Silêmanî geschlagen worden, Tuz kam zu Salah-ad-Din (Tikrit). Die Provinz Kirkuk erhielt somit vorübergehend eine arabisch-turkmenisch-assyrische Mehrheit, verstärkt durch vom irakischen Regime forcierte Neuansiedlungen.
Geografie
Das Autonomieabkommen vom 11. März 1970 sah eine Region von etwa 37.000 km² vor, die die Provinzen Hewlêr, Dohuk und Silêmanî umfasste. Forderungen der Kurden, dass Kirkuk und Mosul ebenfalls zu dieser Region gehören sollten, wurden von der Zentralregierung mit Rücksicht auf die arabisch-turkmenischen Bevölkerungsanteile dieser Städte zunächst abgewiesen.
Die heutige Größe der autonomen Region liegt bei etwa 80.000 km². Etwa 7 Millionen Menschen leben in dem Gebiet, davon nur rund 4 Millionen Kurden. Mit der Regionalverfassung fordert die Regierung wie in Artikel 2 auch die Distrikte Xaneqîn und Mandali der Provinz Diyala und den Distrikt Badra aus der Provinz al-Wasit und die Provinz Kirkuk. Bis Ende 2007 soll dieser Prozess durch ein Referendum abgeschlossen sein.
Geschichte
= Teilautonomie ab 1970/74
=Nach dem Autonomieabkommen vom 11. März 1970 sollten fünf Minister der Regierung in Bagdad Kurden sein, einer von ihnen war zunächst Barzanis ältester Sohn Ubaidullah. Die Vereidigung des Kurden Taha Muhi ad-Din Ma?ruf als einstiger Vizepräsident des Irak folgte 1974 der Nominierung der Talabani-Fraktion, nachdem Mustafa Barzani abgelehnt hatte. Ein kurdisches Parlament in Hewlêr sollte die Kontrolle über diese Region haben. In Wirklichkeit war das Parlament und damit die Region unter der Kontrolle Bagdads. Es sollte auch eine kurdische Akademie der Wissenschaften gegründet werden und die Gesundheitsversorgung und das Erziehungswesen auf die entlegensten Flecken, die unter den vorherigen Kämpfen gelitten hatten, ausgeweitet werden. Seit 1958 definierte sich der Irak als Staat zweier Nationen - Araber und Kurden - und symbolisierte das mit zwei Schwertern (Dieses Wappen wurde allerdings 1965 wieder durch den Adler_Saladins ersetzt. Dennoch hielten sich die zwei Schwerter in Militäremblemen und waren auch als gigantisches Monument in Bagdad aufgestellt worden. Pläne das alte Wappen wiedereinzuführen, wurden bisher nicht verwirklicht). Irak war seitdem zumindest das einzige Land, in dem Kurden auch offiziell ihre Sprache verwenden durften - freilich nur innerhalb der drei autonomen Provinzen.
Bis 1975 und während des Irakisch-Iranischen_Krieges_1980_bis_1988 stand der Großteil der drei Provinzen nicht unter Kontrolle der Regierung, faktisch nur in den großen und Provinzhauptstädten hielten sich irakische Garnisonen.
= Autonomie ab 1991
=Nach dem zweiten_Golfkrieg 1991 und der Errichtung der nördlichen Flugverbotszone hatte Bagdad erneut keine Kontrolle mehr über die kurdische Region einschließlich der Städte. Die im Waffenstillstandsabkommen von 1991 vorgesehene symbolische Stationierung kleiner Einheiten leichtbewaffneter irakischer Polizisten kam wegen Widerstandes seitens der Kurden und der USA nicht zustande.
Am 19. Mai 1992 wurde das Parlament neu gewählt. Das Ergebnis führte zu fast gleichen Sitzverteilung zwischen der PUK und der KDP (PUK 51 Sitze und KDP 49). Daneben bekam die "Demokratische Bewegung" der Assyrer 4 Sitze und die "Christliche Einheit" einen Sitz. Das Parlament konnte so nicht agieren, da die KDP und die PUK gegeneinander arbeiteten. Am 4. Oktober 1992 deklariert das Parlament den "Föderalen Teilstaat Kurdistan". Die Rivalität der KDP und PUK über die Verteilung der Einnahmen aus dem Grenzhandel führte 1994 zu einem bewaffneten Konflikt zwischen beiden, der sogar soweit ging, dass die KDP Saddam Hussein um Hilfe bat, um ihren Gegner die PUK aus Hewlêr zu vertreiben. Das tat Saddam Hussein auch. Der Konflikt endete erst 1996 in Washington,_D.C.. Seit dem hat jede Partei ihr eigenes Parlament, die KPD in Hewlêr und die PUK in Silêmanî.
Status innerhalb des Irak und Aktuelles
und Maud Barzani, Präsident der Autonomen Region Kurdistans im Weißen Haus]]
In der neuen Verfassung des Iraks wurde der Status der Region anerkannt und ihr volle Souveränität zugesichert. Der Status und die endgültige Größe der autonomen Region sollen in den nächsten Jahren geklärt werden. Am 30. Januar 2005 fanden auch Wahlen zum neuen kurdischen Parlament statt. Dabei sollten die beiden getrennten Regierungen wieder vereint werden. Vor den Wahlen wurden von den 111 Sitzen 42 der PUK und 42 der KDP gegeben.
Am 13. Juni 2005 wurde nach monatelangen Verhandlungen über die Art und Besetzung des Präsidentenamtes das Parlament in Arbil zusammengerufen und Masud Barzani zum Präsidenten der Region gewählt. Ministerpräsident wurde sein Neffe Nêçîrvan Idrîs Barzanî.
Das Parlament hat weitgehende Rechte. So darf kein Soldat der irakischen Armee ohne Erlaubnis in die kurdischen Gebiete. Die Armee der Kurden, die Peschmerga, deren Zahl auf über 80.000 geschätzt wird, wird nicht aufgelöst. Sie hingegen darf im Gegenzug auch im übrigen Irak operieren, wo sie zum Beispiel in Mossul und Kirkuk die US-Truppen unterstützt.
Masud Barzani forderte das Recht einen eigenen Ausweis und eine eigene Währung für die Region einzuführen.
Am 21. Januar 2006 konnten sich die beiden großen Parteien endlich über die Zusammenlegung der beiden Regierungen in Hewlêr und Silêmanî einigen. Dabei wurde Barzani als Präsident und sein Neffe Nêçîrvan Barzani als Ministerpräsident bestätigt. Die Ministerien wurden unter den Parteien aufgeteilt. Interessant ist, dass es einen Minister für die Pesmerga gibt und einen Minister für auswärtige Angelegenheiten. Am 07. Mai 2006 trat zum ersten Mal das wiedervereinigte Parlament in Hewlêr zusammen.
Im August 2006 verkündete Barzani in einem Dekret, dass in der gesamten Region an öffentlichen Gebäuden nur die kurdische Fahne gehisst werden soll. Seiner Meinung nach repräsentierte die derzeitige irakische Fahne eine Vergangenheit voller Gewalt, Krieg und Tod für die Kurden. Dieses Dekret führte zu einem "Fahnenstreit", der viele davon überzeugt, dass die Kurden keine Föderation sondern einen eigenen Staat wollen.
Einige sunnitische Organisationen haben im Oktober 2006 eigene "Emirate" innerhalb von Irak gefordert. Diese Abspaltungsbestrebungen entsprechen ähnlichen Bemühungen von Kurden und Schiiten. Erstere wollen ihre bisherige Autonomie wahren und ausbauen, sie sind faktisch bereits weitgehend unabhängig von Bagdad. Auch die südlichen, schiitischen Provinzen suchen eine vergleichbare Autonomie, ermutigt durch den Iran. Das Ergebnis wären ein ölreiches Kurdistan im Norden und ein ölreicher, an den Iran angelehnter Süden. Bislang waren die Sunniten im Westen die Einzigen, die an einem Irak festhielten. Sollten sie jetzt auch die Abspaltung suchen, bleibt ihnen nur die Anlehnung an Syrien. Während all dies sich im Irak unter Blutvergießen und Leiden entwickelt, wird in den USA ebenfalls über eine Teilung des Landes nachgedacht.Die Teilung Iraks ist bereits geschehen: [http://www.welt.de/data/2006/10/23/1082253.html Teilung Iraks eine mögliche Option?]
Die britische Außenministerin Margaret Beckett sagte der BBC, der Irak könne sich als ?außenpolitische Katastrophe? für das Vereinigtes Königreich erweisen. Sie rückte vom unbedingten Ziel eines geeinten Irak ab und schloss auch eine Teilung des Landes zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden nicht aus ? ?wenn es das ist, was die Iraker wollen, und wenn sie es für machbar halten?. Beckett schließt die Teilung des Iraks nicht aus: [http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/26.10.2006/2857851.asp tagesspiegel.de]
Auch wenn innerhalb des Iraks das autonome Gebiet Kurdistan die freiheitlichste Region ist, ist die Pressefreiheit nicht auf westlichem Standard. Laut Amnesty International und WADI-Austria kommt es immer wieder von Seiten der Autonomiebehörde zu Aktionen gegen oppositionelle Journalisten.Festnahmen von Schriftstellern und Menschenrechtsaktivisten: [http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/0/6758dc5b26cbba70c1256d3200437532?OpenDocument Amnesty International]
Pressefreiheit und andere Probleme im Nordirak: [http://www.wadinet.at/Media/Spiegel/2006-sommer2_oe1.php WADI-Austria]
Politik
= Verfassung
=Im Rahmen der neuen irakischen Verfassung verabschiedete das Regionalparlament den Entwurf einer Regionalverfassung. Eine Abstimmung zur Annahme der Verfassung ist für Dezember 2006 vorgesehen. Die Verfassung fordert das Selbstbestimmungsrecht der Kurden, wie es im Vertrag von Sèvres und in den 14-Punkte-Programm von Woodrow Wilson festgeschrieben worden ist. Die Verfassung unterstreicht auch, dass die Region (das osmanische Vilayet Mosul) ohne Einverständnis der Bevölkerung an den Irak angeschlossen wurde. Der Entwurf umfasst 160 Artikel, deren wichtigste die folgenden sind:
* Art. 1:Die Kurdistan Region als Teil der Bundesrepublik Irak, wird ein mehrparteiliches, demokratisches, parlamentarisches und republikanisches politisches System besitzen.
* Art. 2:Die Kurdistan Region umfasst in den Grenzen von vor 1970 die Provinzen Sulaimaniyya, Arbil, At'Tamim und Dohuk und die Distrikte Akrê, ?eyhan, Sincar aus der Provinz Ninava und die Distrikte Chanaqin und Mandali der Provinz Diyala und den Distrikt Badra aus der Provinz Al-Wasit.
* Art. 3: Die Souveränität liegt beim Volk und wird durch sie legimitiert.
* Art. 4: Die Bevölkerung der Region besteht aus Kurden und den Minderheiten (Turkmenen, Assyrern, Chaldäern und Arabern) und diese Verfassung erkennt ihre Rechte an.
* Art. 5: Kirkuk ist die Hauptstadt der Region.
* Art. 6: Zusätzlich zu der Fahne der Bundesrepublik Irak wird die Region eine eigene Fahne besitzen.
* Art. 7: Die Amtssprache ist Kurdisch.
* Art. 41: Bevor der Ministerpräsident sein Amt antritt, muss er folgenden Eid leisten: Ich schwöre bei Gott, dass ich die Rechte und Interessen des Volkes schützen, die Verfassungen der Bundesrepublik Irak und der Region beachten und mein Amt rechtschaffend, objektiv und ernsthaft führen werde.
* Art. 75: Ohne dem Einverständnis des kurdischen Parlamentes, kann die Verfassung des Iraks nicht geändert werden. Bei Zuwiderhandlungen wird das Volk der Kurdistan Region von ihrem Recht auf Selbstbestimmung Gebrauch machen.
= Wahlergebnisse
=Wahl vom 19. Mai 1992
Da die Hürde bei 7 % lag bekam die KDP 51 und die PUK 49 Sitze. Die KDP gab einen Sitz an die PUK ab, so dass beide Parteien 50 Sitze hatten. Daneben waren die restlichen Sitze für die Aramäer und Christen reserviert. Die Turkmenen beteiligten sich nicht an der Wahl.
Wahl vom 30. Januar 2005
= Politik nach außen
=Der kurdischstämmige Oberbürgermeister Dörtyol (im Golf von ?skenderun) in Betrieb genommen.
1977 wurde die wichtige Ölleitung zwischen dem Irak und der Nordkurdistan eingeweiht.
Die Leitung wurde wegen des Golfkrieges und dem anschließenden Embargo zwischen 1990 und 1997 außer Betrieb gesetzt.
Die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline liefert Erdöl aus Mittelasien und Kaukasien in die Türkei und von dort nach Westeuropa.
Die Ölleitung ist 1760 km lang und hat eine Kapazität von etwa 1 Million Barrel pro Jahr. Die BTC-Pipeline gilt weltweit als eines der teuersten und technisch aufwändigsten Pipeline-Projekte. Seit Mai 2005 fließt über diese Leitung Rohöl zum Mittelmeer.
Parallel zur Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline verläuft die Südkaukasus-Pipeline von Baku über Tiflis nach Erzurum. Sie ist 690 Kilometer lang und soll ab Ende 2005 Naturgas vom Kaspischen_Meer in das türkische Gastransportsystem pumpen. Die
Kapazität ist auf sieben Milliarden Kubikmeter Gas ausgelegt.
Ostkurdistan (Iranischer_Teil)
Das iranische Kurdistan (kurdisch: Kurdistana Îranê; auch Kurdistana Rojhilat oder Rojhilatê Kurdistan (Ostkurdistan)) ist ein inoffizieller Name der von Kurden besiedelten Gebiete im Iran. Es besitz eine gut dokumentierte reiche Geschichte gegenüber andere Teile Kurdistans.
Geschichte
= Dynastien in Ostkurdistan
=
Sassaniden-Reich
Eine sehr frühe Aufzeichnung einer Auseinandersetzung zwischen den Kurden und dem Sassaniden-Reich erscheint im Buch der Taten von Ardashir, Sohn von Babak. Das Buch berichtet über das Leben von Ardashir Papagan oder Ardaschir I., den Gründer der Sassanidendynastie. In diesem Buch berichtet der Autor über die Schlacht des kurdischen Königs Madig und Ardashir.
Hasanwayhiden
Im 10. Jahrhundert bis zum 12. Jahrhundert beherrschten zwei kurdische Dynastien diese Region, die Hasanwayhiden (969-1015) und die Annaziden (990-1117). Der Ardalan-Staat, der im 14. Jahrhundert gegründet wurde, beherrschte die Territorien von Zardiawa (Karadagh), Xaneqîn, Kirkuk, Kifri und Hewraman. Diese Dynastie blieb bis 1867 erhalten, als N?ser ad-D?n Schah (1848-1896) ihre Herrschaft brach.
Safawiden
Während der Safawiden-Herrschaft versuchte die Regierung die kurdischbesiedelten Gebiete im Westiran in seinen Griff zu kriegen. Damals existierten dort halbunabhängige Emirate der Kurden, beispielsweise Mukriyan (Mahabad), Ardalan (Sinne) und Shikakstämme um den Urmia-See herum. Die Kurden widerstanden jedoch der Regierung und versuchten, eine sich selbstregierende Form zu erreichen. Dies führte zu blutigen Ausschreitungen zwischen den Kurden und den Safawiden. Die Kurden wurden schließlich besiegt und infolgedessen entschieden die Safawiden, die rebellischen Kurden durch Zwangsverschiebung und Deportationen im 15./16. Jahrhundert zu bestrafen. Zwischen den Jahren 1534 und 1535 begann Tahmasp I. die systematische Zerstörung der alten kurdischen Städten und Landschaften. Viele Kurden dieser Gebiete waren verbannt auf dem Elburs-Gebirge und im Chorasan. In dieser Zeit wurde der letzte Rest des antiken königlichen Hadhabâni-Stammes (Adiabene) von Zentralkurdistan von der Hauptlandschaft von Kurdistan nach Chorasan deportiert, wo sie noch immer zu finden sind. Die Schlacht fand um die Festung Dimdim statt.
Die_Zand-Dynastie
Während des mittleren 18. Jahrhunderts geriet der kurdische Stamm von Bajalan in einen Konflikt mit der Zand-Dynastie. Als Karim Khan die Kermanshahgebiete besetzte, kämpfte Abd-Allah Khan, der "Chef" der Bajalan, gegen die Macht der Zand-Prinzen. Der kurdische Stamm wurde 1775 in der Nähe von Xaneqîn von Nazar Ali Khan Zand geschlagen. Daraufhin wurden zweitausend ihrer Männer hingerichtet.
Die Kadscharen-Herrschaft
Im Jahre 1880 beteiligte sich ein kurdischer Führer an einer Serie von Revolten gegen die iranische Regierung. Diese Aufruhe wurden erfolgreich von den Kadscharen-Königen unterdrückt. Dieser Sieg war einer der wenigen unter der Kadscharen-Herrschaft. Im frühen 20. Jahrhundert lehnte sich Ismail Agha Simko gegen die iranische Regierung auf, wurde jedoch von Reza Schah Pahlavi besiegt.
Simkos Revolte gegen Reza Schah
Die Schwäche der persischen Regierung während des Ersten Weltkrieges ermutigte einige kurdische Anführer, die chaotische Situation auszunutzen. Ismael Agha (auch bekannt als Simko), Anführer der Schikak, übernahm die Kontrolle in der Gegend westlich des Urmia-Sees von 1918 bis 1922. Simko wurde im Herbst 1922 aus seiner Region vertrieben und verbrachte acht Jahre im Untergrund. Als ihn die iranische Regierung zur Aufgabe überredete, lief er in einen Hinterhalt und wurde 1930 bei Ushno (Oshnaviyeh) getötet. Anschließend verfolgte Reza Schah einen rüden, aber effektiven Kurs gegen die Kurden. Hunderte kurdischer Anführer wurden deportiert und ins Exil getrieben. Ihr Land wurde von der Regierung konfisziert.
= Die Republik Kurdistan in Mahabad
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Als alliierte Truppen im September 1941 im Iran landeten, wurde die persische Armee aufgelöst und die Kurden übernahmen die Munition. Söhne kurdischer Anführer ergriffen die Gelegenheit und flohen aus ihrem Exil in Teheran.
Mit Unterstützung der Sowjetunion wurde in der Stadt Mahabad 1946 ein kurdischer Staat von der kurdischen Bewegung Komeley Jiyanewey Kurd unter der Führung von Qazi Mohammed ausgerufen.
Da der Kleinstaat nur die vier Städte Mahabad, Bukan, Naqada und Oshnaviyeh im Iran umfasste, wurde diese Staatsgründung nicht von allen iranischen Kurden getragen. Es gab sogar Kurden die bei der Eroberung der Republik Mahabad der iranischen Armee halfen.
Die Republik Mahabad überdauerte weniger als ein Jahr, da mit Abzug der sowjetischen Kräfte nach Ende des Krieges die Zentralregierung in Teheran die Armee der Republik besiegte und das Gebiet der ehemaligen Republik wieder an den Iran angliederte.
= Die Islamische Republik Iran und die Kurden
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Eine erneute Welle des Nationalismus überflutete Ostkurdistan nach dem Sturz der Phalavi-Dynastie im Winter 1979, woraufhin Ruhollah Chomeini, der neue religiöse Führer des Iran, einen Dschihad gegen die Kurden ausrief.
Die Krise verschärfte sich, als den Kurden 1979 Sitze in der Versammlung der Experten, die für die neue Verfassung zuständig waren, verwehrt wurden.
Ayatollah Khomeini verhinderte, dass Dr._Ghassemlou, der gewählte Vertreter der Region, an der ersten Sitzung der Versammlung teilnahm.
So wurden die Kurden ihrer politischen Rechte in der neuen iranischen Verfassung beraubt, weil der Großteil von ihnen der sunnitischen Glaubensrichtung anhängt.
Im Frühling 1980 eroberten staatliche Kräfte unter Präsident Ab? l-Hasan Ban?sadr die meisten kurdischen Städte.
Dabei wurden gepanzerte Divisionen in kurdische Städte, darunter Mahabad, Sinne, Pawe und Marivan entsandt.
Kurdische Parteien waren starke Unterstützung der Revolution gegen den Schah, die Ayatollah Khomeini 1979 an die Macht brachte.
Der Schah hatte bewiesen, dass er kein Befürworter der kurdischen Autonomie und des Verlustes der Teheraner Kontrolle über ihre Angelegenheiten war.
Seit Beginn der Revolution waren die Verhältnisse zwischen kurdischen Organisationen und der Zentralregierung gespannt.
Die Kurden, mit unterschiedlicher Sprache und Tradition und grenzüberschreitenden Bündnissen, wurden als Angriffspunkt für fremde Mächte, die die junge Republik destabilisieren wollten, angesehen.
In einer Rede erklärte Ayatollah Khomeini das Konzept ethnischer Minderheiten als konträr zu islamischer Doktrin.
Er beschuldigte auch jene, die "die muslimische Länder nicht vereinen wollen", den Nationalismus unter Minderheiten zu schüren.
Seine Ansichten wurden von vielen religiösen Führern geteilt.
Kurdenkonflikt im Iran
Sunnitische Kurden, im Gegensatz zur überwältigenden Mehrheit ihrer Landsleute, enthielten sich der Abstimmung zur Bildung der islamischen Republik im April 1979.
Dieses Referendum institutionalisierte die schiitische Vorherrschaft und unterband regionale Autonomie.
Schon 1979 brachen Kämpfe zwischen bewaffneten kurdischen Gruppen und Sicherheitskräften der iranischen Regierung aus.
Die kurdischen Kräfte umfassten hauptsächlich die Demokratische Partei Iranisches Kurdistan und die linksgerichtete Komalah.
Die neue Führung hatte wenig für die kurdischen Ansprüche über und reagierte mit militärischen Mitteln.
Ayatollah Khalkhali verurteilte Tausende in Massenprozessen zu Tode, ohne sich um die Rechte der Beklagten zu kümmern. Die Islamische Revolutionäre Garde wurde eingesetzt, um die Kontrolle in den kurdischen Regionen wieder zu übernehmen. Dabei wurden 10000 Kurden getötet.
Die Hälfte der kurdischen Bevölkerung lebt in der Provinz Westaserbeidschan, in der Minoritäten von Azaren und Persern (hauptsächlich Schiiten) in den letzten 60 Jahren ein Monopol auf die wichtigen Posten innehaben. Kurden werden auch vom Gesetz diskriminiert, in dem Sunniten nicht als Kandidaten für wichtige Posten (wie die Präsidentschaft) aufgestellt werden dürfen.
Westkurdistan (Syrischer Teil)
Bevölkerung
Die Kurden leben überwiegend entlang der türkischen Grenze. Sie stellen mittlerweile die Mehrheit in der nordöstlichen Provinz al-Hasaka, sowie in der Bezirksregion Afrin in der Provinz Aleppo. Aufgrund hoher Arbeitslosigkeit siedelten sich viele Kurden in den Großstädten Aleppo und Damaskus an. In Aleppo stellen Kurden sogar mittlerweile gut ein Viertel der Stadtbevölkerung aus (400.000).
Bahn
Eisenbahnen verkehren in Westkurdistan seit ca. 100 Jahren. Die erste Eisenbahnstrecke in Regelspur entstand 1902 zwischen Aleppo und Midan Ekbas an der heutigen türkischen Grenze. Die Netzerweiterung erfolgte 1906 in Richtung Hama.
Quellenangaben
* Günter Max Behrendt: Nationalismus in Kurdistan. Hamburg (Dt.Orient-Institut) 1993. ISBN 3891-7302-92 [http://www.max-behrendt.de/texte/dissertation/titel-und-inhalt.html Inhaltsverzeichnis mit Einzelkapiteln zum Download]
Martin van Bruinessen: Agha, Scheich und Staat - Politik und Gesellschaft Kurdistans. 1988, Neuauflage 2003 bei editionParabolis ISBN 3884022598
Lale Yalçin-Heckmann, Martin Strohmeier: Die Kurden. München 2003. ISBN 3406-4212-96
Weblinks ==• Kurdistan Democratic Party - Iraq
* Angaben zu [http://www.britannica.com/ebc/article-9369506 britannica.com Kirkuk]
* Angaben zu [http://i-cias.com/e.o/kirkuk.htm Kirkuk]
• Informationsstelle Kurdistan e.V.
• Kurdistans Unabhängige Online-Zeitschrift
• Kurdistan Rundbrief
• Eine Reise durch Kurdistan (relevante Informationen mit vielen Fotos)
• Homepage der kurdischen Regionalregierung
• Kurdistanica.com
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