Automatic Dependent Surveillance - Broadcast
Automatic Dependent Surveillance - Broadcast, (ADS-B) ist ein satellitengestütztes System zur Ortung von Luftfahrzeugen, das z.Z. eingeführt wird. Luftfahrzeuge, die mit einem ADS-B-Transponder ausgerüstet sind, strahlen einmal pro Sekunde Daten zur Position, Flughöhe, Flugzeugtyp, Geschwindigkeit und das Rufzeichen ab. Diese Funktion wird auch als ADS-B out bezeichnet.
ADS-B wurde in den neunziger Jahren entwickelt und bezieht die Positionsdaten von GPS-Satelliten, in Zukunft auch vom europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Die Reichweite der ADS-B-Ausstrahlung beträgt bis zu 200 nautische Meilen (370 km).
ADS-B-Ausstrahlungen können von Stationen der Flugsicherung und von anderen Luftfahrzeugen empfangen werden, die mit einem ADS-B-Empfänger ausgestattet sind. Der Empfang von ADS-B-Daten von Luftfahrzeugen wird als ADS-B in bezeichnet.
Nutzung
Primär wird ADS-B von der Flugsicherung eingesetzt zur Ortung und Überwachung von Luftfahrzeugen, sowie von anderen Luftfahrzeugen zur Erhöhung der Sicherheit durch verbesserte Informationen für den Piloten über die Flugzeugumgebung. ADS-B verursacht dabei geringere Kosten als konventionelles Radar und erhöht die Qualität der Ortung von Luftfahrzeugen durch eine im Vergleich zum Radar höhere Update-Rate. ADS-B wird heute in Regionen eingesetzt, in denen es keine flächendeckende Radarüberwachung gibt, z.B. Alaska oder Australien. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Verwendung als Ersatz für das Bodenradar zur Überwachung der Luftfahrzeuge auf dem Vorfeld und den Rollbahnen von Flughäfen.
Bei vielen neu ausgelieferten Verkehrsflugzeugen gehören ADS-B-Transponder zur Standardausrüstung.
Zeitplan der Einführung
Der Zeitplan der Einführung wird bestimmt durch die Ausrüstung von ADS-B Transpondern in den Luftfahrzeugen, Kosten für die Ausrüstung, angenommenen Nutzen und die Regularien der Luftfahrtbehörden. Die Kosten der Ausrüstung von Luftfahrzeugen mit ADS-B-Transpondern ist relativ gering und bietet eine Reihe von Vorteilen für die Flugsicherung und die Luftraumnutzer.
Kurzfristige Entwicklungen (2006-2008)
In den nächsten Jahren werden ADS-B-Feldversuche fortgesetzt und eine zunehmende Anzahl älterer Verkehrsflugzeuge mit ADS-B-Avionik nachgerüstet.
* Schweden. Die schwedische Luftfahrtbehörde baut derzeit ein flächendeckendes Netz von 12 Bodenstationen aus.
* Australien. Australien führt Feldversuche in Queensland durch, um die Machbarkeit von ADS-B als Alternative zu radargestützten Überwachungssystemen zu testen. Es wird erwartet, dass durch ADS-B Kosteneinsparungen und erhöhte Sicherheit besonders in den Gebieten realisiert werden, die bisher nicht vollständig durch Radar abgedeckt sind.
Mittelfristige Entwicklungen (2008-2012)
Neben der weiteren Verbreitung von ADS-B-Transpondern bei Verkehrsflugzeugen, ist zu erwarten, dass eine größere Anzahl von Bodenstationen in Betrieb genommen sein wird.
Langfristige Auswirkungen (ab 2012)
* Eine nahezu vollständige Ausrüstung der Flotten der Luftverkehrsgesellschaften wird es ermöglichen, die Vorteile von ADS-B in größerem Umfang zu nutzen.
* Durch eine größere Genauigkeit der Luftraumüberwachung könnte es möglich werden, geringere Staffelungsminima einzuführen und dadurch die Kapazität des Luftraums zu erhöhen.
Weiterführende Links
• Airservices Australia ADS-B info
• Safe Flight 21 ADS-B Projects
• Capstone ADS-B Project
• NUP II Project
• NUP II Plus
• Enhanced General Aviation by ADS-B
• ADS-MEDUP Project
• Eurocontrol CASCADE Programme
• European Organisation for Civil Aviation Equipment
• Public database of ICAO24 address codes and aircraft registrations

