Autogenschweißen
Beim umgangssprachlich Autogenschweißen, korrekt jedoch Gasschmelzschweißen oder auch Acetylenschweißen genannten Verfahren werden Werkstücke aus Metall mittels offener Flamme, die bei der Verbrennung von Ethin (C2H2) und Sauerstoff (O2) entsteht, erhitzt und direkt oder durch Zugabe von speziell legiertem Schweißdraht miteinander verbunden.Zu einem Schweißgerät gehören mindestens je eine Stahlflasche für Acetylen, das in Kieselgur gebunden ist (Dissousgas), und für Sauerstoff. Für stationäre Schweißanlagen können auch mehrere Flaschen zu einer Batterie zusammengeschlossen werden.
Auf den Flaschen ist jeweils ein Druckminderventil aufgeschraubt, um den Flaschendruck auf den jeweiligen Arbeitsdruck zu reduzieren. Danach sind Absperrventile und Flammensicherungen (auch Gebrauchsstellenvorlagen genannt) angeordnet, damit die Flamme nicht in die Flaschen zurückschlagen kann.
Die Schweißflamme wird am Schweißbrenner eingestellt, wobei Acetylen und Sauerstoff aus der Stahlflasche im Verhältnis 1:1 gemischt werden. Diese Flamme nennt man neutrale Flamme. Sie kann ?hart? oder ?weich? sein, je nach der Geschwindigkeit, mit der das Gasgemisch aus der Brennermündung strömt - je härter die Flamme, desto höher die Temperatur. Die Flamme wirkt bei diesem Mischverhältnis reduzierend, d. h. dass kein Luftsauerstoff an das Werkstück gelangt und somit keine Oxidschicht entsteht, die eine gute Verschweißung verhindern würde. Das Acetylen-Sauerstoff-Gemisch verbrennt in zwei Stufen. In der ersten Stufe findet am Schweißmundstück (Brennerspitze) eine unvollständige Verbrennung statt. Die dadurch entstandenen Gase Kohlenmonoxid und Wasserstoff brauchen zu ihrer restlosen Verbrennung weiteren Sauerstoff aus der umgebenden Luft.
Durch die zweistufige Verbrennung wird eine sauerstofffreie Zone um den Flammenkegel gebildet. Diese Zone wird als Schweißzone bezeichnet und wirkt reduzierend. In dieser Zone, etwa 2 bis 5 mm vor dem Flammenkegel, herrscht die höchste Temperatur der Flamme mit etwa 3200 °C.
Für die Oxyhydrogenflamme siehe auch: Knallgasflamme.
Entwicklung
In den Jahren 1838/40 gelang es dem Franzosen Desbassayns de Richmont, zwei Bleibleche mit einer Wasserstoff-Flamme zu verbinden. Im Zusammenhang mit der von ihm erfundenen Arbeitsweise wurde erstmals der Begriff "autogen" im Bereich der Schweißtechnik erwähnt und künftig in Deutschland als Bezeichnung für die Brenngas-Sauerstoff-Flamme angewandt. Entsprechend der Übersetzung der Worte auto (griechisch: aus sich selbst) und genere (lateinisch: erzeugen) wollte man durch die Bezeichnung "autogen" verdeutlichen, dass beim Autogenschweißen eine Verbindung entsteht, die durch Vereinigung der verflüssigten Werkstoffe "aus sich selbst" lediglich durch Zusammenschmelzen "erzeugt" wird.
Mögliche Gefahren
* Brand/Explosion durch Gasgemisch
* Gefahrstoffe (Gase/Rauch)
* Lärmschäden
* optische Strahlung
* Verbrennungen durch heiße Teile oder Funken
* Lähmungen
* Hautabschürfungen
* Ionisierung
Siehe auch
Schweißen

