Tunnel
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Ein Tunnel, (auch Unterführung) ist eine künstliche Passage, die Berge, Gewässer oder andere Hindernisse (in der Regel als Verkehrsweg) unterquert. Er ist das natürliche Äquivalent zur Brücke. Der Tunnel unterscheidet sich von der Galerie dadurch, dass er abgesehen von der Zu- und Ausfahrt in der Regel allseitig geschlossen ist. Ein sehr kurzer Tunnel ist die Unterführung.
Tunnel bieten:
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*Wasserfahrzeugen' target='blank'>(Burgund-Kanaltunnel)
*Fußgänger]n
* Medien (Wasser etc.)
* Leitungen der Ver- und Entsorgung
eine [[Trasse.
Für den Verkehr erstellte Tunnel können ein/'>Einspurig/'>ein-, Tonne (1000 kg) ihren Namen.
Im Duden wird neben dem Lemma ?der Tunnel? auch ?das Tunell? angeführt.
Geschichte
Vorläufer der dem Verkehr dienenden großen Tunnel waren unterirdische Be- und Entwässerungskanäle, die bereits von den antiken Griechen (beispielsweise Samos: der zur verdeckten Wasserversorgung ca. 530 v. Chr. gebaute Tunnel des Eupalinos), der unter dem israelischen König Hiskija ebenfalls zur Wasserversorgung bei Belagerung gegrabene 500 m lange Hiskija-Tunnel von der Gihon-Quelle zum Siloah-Teich in Jerusalem, der etwa 150 v. Chr. geschlagene 700 m lange Tunnel zur Wasserversorgung nach Qumran am Toten_Meer, besonders von den Römern ausgeführt wurden (beispielsweise Ableitung des Fucino-Sees, 5,6 km langer Tunnel, Mitte des 1. Jahrhunderts). Vespasian ließ im Jahr 77 auf der Via Flaminia einen neuen Tunnel durch den Intercisa-Pass (Furlo) errichten. Aufgrund von Resten antiker Schachtbauwerke in der Umgebung von Dover geht die moderne Forschung davon aus, dass bereits die Römer sich mit dem Gedanken eines Ärmelkanaltunnels nicht nur theoretisch beschäftigt haben. Der mitteleuropaweit älteste frühmittelalterliche Wasserstollen ist der Almkanal in Salzburg, der der Nutzwasserversorgung der Stadt diente und 1143 durch den Mönchsberg geschlagen worden war.
Nördlich der Alpen gab es in Deutschland vor dem Zeitalter des Eisenbahnbaus nur vier Tunnel, die dem Verkehr dienten. Zu ihnen zählt der Tiergarten-Tunnel in Blankenheim in der Eifel. Die Einführung des Schwarzpulvers zur Gesteinssprengung machte seit dem 17. Jahrhundert Tunnel auch beim Bau von Kanälen realisierbar (beispielsweise der 157 m lange Malpas-Tunnel für den Canal du Midi (um 1680) und der Schiffstunnel von Weilburg an der Lahn). 1708 wurde mit dem Urnerloch bei Andermatt der erste Tunnel an einer Alpenstrasse (Länge 64 m) für den Güter und Personenverkehr gebaut. Das 1765 fertiggestellte Sigmundstor/ in Salzburg ist mit einer Länge von 131 Metern der vermutlich älteste Tunnel Österreichs. Der 1789 eröffnete Sapperton_Tunnel im Thames & Severn Canal in England war 3,5 km lang und erlaubte den Transport von Kohlefrachtern. Auch der 2869 m lange Norwood-Tunnel in England ist ein weiteres Beispiel. Durch den 4.880 m langen Mauvages-Tunnel im Canal de la Marne au Rhin im Elsass wurden Boote und Schiffe mit einer Elektrolokomotive getreidelt. Die Treideleinrichtung ist jedoch nicht mehr in Betrieb, da der Kanal überwiegend von Freizeitschiffern genutzt wird.Der erste Verkehrstunnel unter einem Fluss wurde am 1. Januar 1869 in Chicago eröffnet. Der erste Flusstunnel auf dem europäischen Kontinent war der am 7. September 1911 eröffnete Elbtunnel in Hamburg. Bereits 1899 wurde der Spreetunnel Stralau in Berlin in Betrieb genommen.
Die ersten Eisenbahn-Tunnel schuf George Stephenson auf der Strecke Liverpool - Manchester 1826 bis 1830. 1837 bis 1839 wurde auf der Strecke Leipzig - Dresden bei Oberau der erste deutsche Eisenbahn-Tunnel gebaut. Die großen Gebirgs-Tunnel ermöglichte erstmals die Erfindung des Dynamits und der mit Druckluft betriebenen Gesteinsbohrmaschinen.
Bemerkenswert ist auch der 1882 unter dem Col de Tende hindurchgetriebene 3182 Meter lange Straßentunnel. Er war der erste Straßentunnel unter einem Alpenpass und dürfte seinerzeit einer der längsten für den öffentlichen Verkehr freigegebenen Tunnel der Welt gewesen sein.
Tunnel schrieben auch politisch - militärische Geschichte: Gegen Ende des Zweiten_Weltkriegs lagerte die deutsche Rüstungsindustrie zahlreiche Fertigungsstätten in bombensicher vermauerte Verkehrstunnel im Rahmen des sogenannten U-Verlagerungsprogramms aus. In den 1960er Jahren wurden geheime Fluchttunnel aus Ostberlin und der DDR nach Westberlin und Spionagetunnel vice versa während der Zeit der Berliner Mauer gebaut. Während des Vietnamkrieges besaß der Vietcong in den 1970er Jahren eine Vielzahl von Tunneln bis in die Nähe der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon, in welche die Soldaten der Vietnamesischen_Volksbefreiungsarmee sich bei amerikanischen Luftangriffen und Patrouillen versteckten, Nachschublager unterhielten und Verwundete operierten und pflegten. Während des Bürgerkriegs in Bosnien in den 1990er Jahren bauten die bosnischen Truppen einen geheimen Tunnel von Sarajewo unter dem serbischen Belagerungsring hindurch, durch den sie bescheidenen Nachschub erhielten.
Tunnelarten
Eisenbahntunnels
Da Adhäsionseisenbahnen nur eine deutlich geringere Steigung bewältigen können als Straßenfahrzeuge oder Zahnradbahnen, wurden Eisenbahntunnel viel häufiger gebaut als Straßentunnel.
In größerer Anzahl wurden Eisenbahntunnel in Deutschland zwischen 1860 und 1880 errichtet. Im Zuge der Neubaustrecken werden seit Ende 1970er Jahre wieder verstärkt Röhren gebaut. So wurden für die 1991 in Betrieb genommenen Schnellfahrstrecken Hannover?Würzburg und Mannheim?Stuttgart insgesamt 87 mit einer Gesamtlänge von rund 150 km errichtet. Bei der 2002 eröffneten Schnellfahrstrecke Köln?Rhein/Main konnte, als reine Personenverkehrsstrecke, Steigungen von bis zu 40 (statt vormals 12,5) Promille realisiert werden. Mit 30 Tunneln mit einer Länge von 47 km ging der Tunnelanteil an der Gesamtstrecke von 38 auf 27 Prozent ab. Die für Personen- sowie schnellen (leichten) Güterverkehr trassierte Neubaustrecke_Nürnberg?Ingolstadt weist mit neun, insgesamt 27 km langen Röhren, einen Tunnelanteil von etwa einem Drittel aus. Im Rahmen der geplanten bzw. im Bau befindlichen Strecken Nürnberg?Erfurt, Erfurt?Leipzig/Halle und Wendlingen?Ulm werden in den nächsten Jahren zahlreiche weitere Eisenbahntunnel errichtet werden.Martin Muncke: Eisenbahntunnel in Deutschland (Fernverkehr). In: Unterirdisches Bauen in Deutschland (2005), Bauverlag, 2005, ISBN 3-980 3390-3-3
Der Regelquerschnitt zweigleisiger Eisenbahntunnel in Deutschland lag im Dampflokzeitalter bei 46 m² und stieg mit Einführung der Elektrifizierung auf 82 m² an. Die für 300 km/h trassierten Schnellfahrstrecken weisen einen Regelquerschnitt von 92 m² auf. Der Querschnitt eingleisiger Tunnelröhren liegt bei 60,6 m². (Alle Daten: Stand 2005) Alle seit 1998 für den Mischverkehr geplanten Tunnel weisen zwei parallele, eingleisige Röhren auf.
Hinsichtlich der Streckenführung finden sich bei den Eisenbahntunneln mehr Varianten.
= Sporntunnel
=Sporntunnel sind zumeist in Flusstälern zu finden. Da Flussläufe normalerweise eine moderate Steigung aufweisen, wurden viele Eisenbahnlinien durch Flusstäler verlegt. Viele Flusstäler weisen jedoch zum Teil große Flussschlingen auf. Dann ist zur Begradigung und Abkürzung der Trasse ein Sporntunnel notwendig. In den deutschen Mittelgebirgen sind Sporntunnel selten länger als 200 m, im Hochgebirge können sie jedoch auch 1000 oder 2000 m lang sein. Als ungewöhnlich langer Sporntunnel gilt in Deutschland der 4203 m lange Kaiser-Wilhelm-Tunnel an der Moselstrecke. Besonders viele Sporntunnel besitzt die Elstertalbahn zwischen Thüringen und Sachsen. Seltener gibt es Sporntunnel auch bei Straßen. Beispiele dafür sind der 350 m lange Ebenrain-Tunnel bei Sissach und der 180 m lange Oberburg-Tunnel bei Diegten an der Schweizer Autobahn_A2.
= Scheiteltunnel
=Ein Scheiteltunnel ist ein Tunnel, der einen Berg unterhalb eines Passes durchquert. Kennzeichnend sind lange Rampen zu beiden Enden des Scheiteltunnels, die aus den Tälern entlang der Bergflanken ansteigen bis auf die Höhe der Tunnelportale. Je größer die Höhendifferenz ist, die auf der Rampe bewältigt wird, umso kürzer fällt der Tunnel zur Bergdurchquerung aus. Der älteste noch befahrene Eisenbahntunnel Deutschlands, der 691 m lange Buschtunnel (1838), durchsticht nach einer 2 km langen Steilrampe mit 27 ? einen Höhenrücken im Aachener Süden. Scheiteltunnel bei Straßen wurden hauptsächlich im Hochgebirge angelegt, so z. B. am Sustenpass.
= Basistunnel
=Ein Basistunnel führt auf einer Linie durch einen Berg, die ohne steile Auffahrtrampen aus dem Talgrund auskommt. Da die Strecke nicht an Bergflanken empor führt, fällt ein Basistunnel deutlich länger aus als ein Scheiteltunnel. Basistunnel finden sich nur im Hochgebirge, so z. B. der Furka-Basistunnel, Lötschberg-Basistunnel, der in Bau befindliche Gotthard-Basistunnel oder der geplante Brenner-Basistunnel.
= Kehrtunnel
=Ein Kehrtunnel wird in einem Berg geführt, jedoch nicht um diesen zu durchqueren, sondern um bei Steigungsstrecken im Gebirge die Streckenlänge zu erhöhen, wodurch die Steigung geringer ausfallen kann. Diese Bauart vollführt unterirdisch einen Richtungswechsel von 180 Grad. Das Prinzip wurde erstmalig 1863 beim Bau der Schwarzwaldbahn genutzt.
= Kreiskehrtunnel
=(Rhätische Bahn) zwischen Preda und Bergün (Graubünden/Schweiz). Der aus dem Tunnel auftauchende Zug hat knapp eine Minute zuvor den darüber liegenden Viadukt überquert, dazwischen liegt der Kreiskehrtunnel.]]
Ein Kreiskehrtunnel dient dem gleichen Zweck wie ein Kehrtunnel, nur dass der Tunnel wie eine Schraubenlinie einen Richtungswechsel von 360 Grad vollführt. Der einzige Tunnel dieser Bauart in Deutschland ist der 1700 m lange Große Stockhalde-Kehrtunnel der Wutachtalbahn (?Sauschwänzlebahn?). Im Hochgebirge sind Kreiskehrtunnel häufiger zu finden. Ein gutes Beispiel dafür findet sich auf der Gotthardbahn.
= Weitere Anwendungsbeispiele für Tunnel
=* Der Pfingstbergtunnel und der Forsttunnel im Verlauf der Schnellfahrstrecke Mannheim?Stuttgart wurden primär aus Umweltschutzgründen gebaut (zur Vermeidung der Trennwirkung der Bahnstrecke) und nicht, um einen Berg zu durchfahren. Sie weisen eine geringe Überdeckung auf und wurden im offenen Vortrieb erbaut.
* Insbesondere im innerstädtischen Bereich lässt sich der Bau einer neuen Bahn nur im Untergrund realisieren, eben im Tunnel. Dies gilt speziell für U- und S-Bahn-Systeme.
* Eine provisorische Form des Tunnels ist der Fluchttunnel.
Straßentunnel
Da Straßenfahrzeuge größere Steigungen als Schienenfahrzeuge überwinden können, begann der Bau von Straßentunnel in größerem Umfang erst im Zuge des Baus von Autobahnen. Eine bemerkenswerte Ausnahme hiervon bildete zum Beispiel der Col-de-Tende-Straßentunnel. Die Anlage von Straßentunnel ist stets aufwändiger als die von Eisenbahntunneln, da schon für einen zweispurigen Straßentunnel ein größerer Querschnitt erforderlich ist, als für einen zweigleisigen Eisenbahntunnel.
Im Unterschied zu diesen müssen Straßentunnel ab etwa 100 Meter Länge stets im Innern beleuchtet sein. Auch erfordern Straßentunnel ab einer Länge von 300 bis 500 Metern stets über besondere Lüftungseinrichtungen, um zu hohe Konzentrationen giftiger Abgase im Tunnel zu vermeiden. Da beim Straßenverkehr die Unfallgefahr viel höher ist als beim Eisenbahnverkehr, muss der Tunnelsicherheit bei Straßentunneln eine große Aufmerksamkeit gewidmet werden. So sollten bei längeren Tunneln Nothaltebuchten vorhanden sein und auch Evakuierungstunnel existieren.
= Autobahntunnel
=Ein Autobahntunnel ist ein Tunnel, durch den eine Autobahn hindurchführt. Hierbei wird heute allgemein für jede Richtungsfahrbahn eine eigene Tunnelröhre vorgesehen. Es gibt auch Autobahntunnel mit mehreren Röhren, wie den neuen Elbtunnel in Hamburg.
Häufig ist noch eine weitere Röhre vorhanden, die im Gefahrenfall eine schnelle Evakuierung erlaubt.
Zum Bau eines Autobahntunnels ist, da er über zwei Röhren mit einem relativ großen Querschnitt verfügt, ein größerer Erdaushub nötig als für den Bau eines Eisenbahntunnels. Auch sind wegen der Autoabgase bei Autobahntunneln umfangreichere Lüftungsanlagen nötig als bei Eisenbahntunneln vergleichbarer Länge.
Autobahntunnel sind besonders bei Autobahnen im Gebirge anzutreffen, um größere Kurvenradien und geringere Steigungen zu realisieren, als es bei tunnelfreier Führung möglich wäre. In Ballungsräumen dienen Autobahntunnel auch dem Lärmschutz, wobei man hier auch Tunnel finden kann, bei denen die Decke erst nachträglich aufgebracht wurde. Andere Anwendungen von Autobahntunnel sind Unterwassertunnel (z. B. der Hamburger Elbtunnel).
Im Zweiten_Weltkrieg wurden in Deutschland einige Autobahntunnel als bombensichere Fabrik genutzt. Der Autobahntunnel unter dem Gran_Sasso (Italien) dient auch als Zufahrt zu einem Labor zum Nachweis von Neutrinos.
= Bekannte Autobahntunnel
=auf österreichischer Seite]]
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*Deutschland
*• Aubing(München)' target='blank'>an der A 99] mit 1935 Metern längster [[Autobahntunnel Bayerns.
*• Tunnel]
*• Tunnel]
*• Emstunnel
**Engelbergtunnel' target='blank'>an der A81 mit 2530 Metern längster Füssen]
*•_
*• Füssen]
*• Königshainer Berge]
*• (nur Richtungsfahrbahn nach München, andere Richtungsfahrbahn durch kürzeren Nasenfelstunnel])
*• Rennsteigtunnel
**Schönbuchtunnel
**Hölzern]
*•_
*• im Rostocker Stadtgebiet
**Weserauentunnel]
*• der Stadtautobahn_Siegen]
*Österreich
*•_
*Österreich
*• Straßentunnel]
*•_
*•_
*•_
*• Kaltenbachtunnel
**Kirchbergtunnel
**Tunnel]
*•_
*• Pfändertunnel
**Plabutschtunnel
**Tunnel]
*•_
*• Steinhaustunnel
**(Autobahn)/'>Tauerntunnel]
*Schweiz
*•_
*Schweiz
*• (N3)
**Gotthardtunnel]_(N2)
*•_
*• (N13)
**Seelisbergtunnel] (N2)
*• (N2)
**Gubristtunnel] (N1)
*• (N1)
**Kerenzerbergtunnel] (N3)
Fußgängertunnel
Diese Tunnelart findet man hauptsächlich in Städten. Dort dienen Fußgängertunnel häufig als Ersatz für Fußgängerüberführungen über breite Straßen oder als Verbindung von U-Bahn-Stationen.
Einen besonderen Fußgängertunnel gibt es in [[Rendsburg zu sehen. Dort wurde eigens für Fußgänger und Radfahrer ein Tunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal gebaut (Eröffnung 1965). Über Rolltreppen und Fahrstühle erreichen die Nutzer das Tunnelniveau bzw. auf der anderen Seite die Oberfläche. Der Tunnel befindet sich ungefähr an der Stelle der alten Drehbrücke, die wegen der Behinderung des Durchgangsverkehrs zugunsten eines reinen Straßentunnels abgebaut wurde (1961).
Kanaltunnel
Als Kanaltunnel bezeichnet man Bauwerke, mit denen ein schiffbarer Kanal unter Landschaftserhebungen wie Hügeln oder Bergen hindurchgeführt wird. Bei der Planung von Kanälen werden Anhöhen, die nicht mit einem Geländeeinschnitt zu durchqueren sind, wenn immer möglich mit einer längeren Strecke auf gleichbleibender Höhe umgangen oder mit Schleusenreihen überschritten. Wo beides nicht in Frage kommt oder für eine solche Lösung eine zu große Massenbewegung erforderlich wäre, kann der Bau eines Tunnels die wirtschaftlich optimale Variante sein. Kanaltunnel bilden in Kanälen mit mehreren Schleusenstufen einen Abschnitt der Scheitelhaltung.Kanaltunnel sind in der Regel für einspurigen Verkehr ausgelegt. Vor beiden Portalen sind deshalb ausreichende Warteräume und Signaleinrichtungen für die Verkehrsregelung erforderlich. In einigen Tunneln wird der Wasserweg von einem Bankett über dem Wasserniveau begleitet, das für Kontrollgänge und das Ziehen von Kähnen diente.
Der erste Kanaltunnel wurde im 17. Jahrhundert für den Canal du Midi gebaut.
Beispiele für große Kanaltunnel:
* der 5677 m lange Souterrain de Riqueval in der Picardie, Frankreich
* der 5209 m lange Standedge-Tunnel im Huddersfield Narrow Canal, England
* der 4880 m lange Mauvages-Tunnel des Canal de la Marne au Rhin (deutsch: Rhein-Marne-Kanal) in Frankreich
* der 3490 m lange inzwischen eingestürzte Sapperton-Kanaltunnel des Themse-Severn-Kanal in England
* der 3333 m lange Scheiteltunnel Voûte de Pouilly-en-Auxois des Canal de Bourgogne (deutsch: Burgund-Kanal) in Frankreich
* der 2836 m lange Norwood-Tunnel im Chesterfield-Kanal, England
Das einzige Beispiel in Deutschland für einen schiffbaren Tunnel ist der 195 m lange Weilburger Schiffstunnel an der Lahn.
Tunnelbau
Der Bau_von_Tunneln erfolgt in geschlossener oder in offener Bauweise. Bei der geschlossenen Bauweise erfolgt die Herstellung bergmännisch in der Neuen Österreichischen Bauweise mittels Bohr- und Sprengvortrieb beziehungsweise Baggerausbruch oder maschinell mittels einer Tunnelbohrmaschine. Beim Tunnelbau in offener_Bauweise erfolgt die Herstellung des Tunnelbauwerks in einer offenen Baugrube, die anschließend wieder verfüllt wird.
Bei Tunneln im Gebirge und im Hochgebirge kommt nur der Gegenortvortrieb als Bauweise in Frage. Die Grundlage für einen erfolgreiche Tunnelbau ist eine präzise Vermessung des zu bauenden Tunnels. Erschwerend kommt hinzu, dass beim Gegenortvortrieb die beiden Richtstollen ein gleichmässiges Gefälle zum jeweiligen Tunnelausgang haben müssen, um das unterwegs angetroffene Grundwasser zuverlässig abtransportieren zu können.
Bei einem langen Tunnel liegt die Linie des konstanten Gefälles nicht mehr auf einer Geraden, sondern wegen der Krümmung der Erdoberfläche auf Kreisen mit dem Erdmittelpunkt als Kreismittelpunkt. Das Licht zur Vermessung der Tunnelachse breitet sich dagegen völlig geradlinig aus. Eine Missachtung dieses Sachverhaltes führt zu einem Höhenfehler, der beispielsweise bei den etwa 10000 m langen Richtstollen des Simplontunnels etwa 8 m betragen hätte. Die tatsächliche Abweichung beim Zusammentreffen der beiden Richtstollen betrug jedoch nur etwa 22 cm.
Der Bau von Tunnel ist sehr investitionsintensiv. So schlägt in Deutschland ein zweistreifiger Straßentunnel, welcher bergmännisch in mittelschweren Bodenverhältnissen hergestellt wird, im Schnitt mit 20.000 ? pro Meter zu Buche. Dies ist nur ein Durchschnittswert, der nach unten, vor allem aber stark nach oben hin abweichen kann. Davon entfallen in der Regel 15 bis 20 % auf die Ausstattung des Tunnels, zum Beispiel Beleuchtung, Notrufsäulen, etc. Neben den zum Teil enormen Baukosten ist die Unterhaltung des Tunnel ebenfalls sehr kostspielig. So rechnet man im Schnitt mit jährlichen 180.000 ? Folgekosten pro Kilometer Tunnelstrecke.
Tunnelsicherheit
bei Dresden
In Tunneln kann ein funktionierendes Sicherheitssystem im Falle eines Unfalls oder Brandes Leben retten. Folgende bauliche und technische Maßnahmen erhöhen die Sicherheit in Tunnelanlagen:
* Nach Fahrtrichtungen getrennte Tunnelröhren (Richtungsverkehrstunnel, ?Zwillingsröhre? im Gegensatz zu Gegenverkehrstunnel)
* zusätzliche Rettungsstollen, die hauptsächlich als Fluchtweg, aber auch als Zugang für Einsatzkräfte genutzt werden können.
* Belüftungsanlage mit Strahlventilatoren und evtl. Belüftungsschächten
* Anlage zur Sichttrübungsmessung
* Anlage zur Windgeschwindigkeitsmessung
* Anlage zur automatischen Branddetektion (Brandmelder)
Sprinkleranlage und für die Feuerwehr Löschwasserentnahmestutzen
Fluchtweghinweise mit Entfernungsangabe und Fluchtwegbeleuchtung
Notrufnische mit Notrufanlage und mit Feuermelder und Feuerlöscher
* Abflusssystem für brennbare Flüssigkeiten
Überwachungskamera
* Nothaltebuchten bei Straßentunneln
* Notbeleuchtung bei Eisenbahntunneln
Weiterhin ist ein intensives Sicherheitsmanagment notwendig, welches das Erstellen von Alarmplänen und Übungen mit ansässigen Feuerwehren (so genannte Portalfeuerwehren) beinhaltet.
Zahlreiche schwere Unfälle in Tunneln (Siehe Katastrophen im Straßenverkehr und Schienenverkehr) zeigen immer wieder, dass viele Tunnel nur über ein schlechtes Sicherheitssystem verfügen.
Um die Sicherheit zu erhöhen werden auch laufend Tests von den Verkehrsclubs durchgeführt. Dabei werden ungefähr 30 Tunnel in ganz Europa miteinander verglichen. Durch Veröffentlichung dieser Vergleiche soll auf die Tunnelbetreiber ein öffentlicher Druck gemacht werden. Derzeit (2005) beginnt ein von der EU gefördertes Sicherheitsprojekt, dass unter der Federführung des ÖAMTC mit zehn weiteren Ländern unter dem Namen EuroTAP (European Tunnel Assessment Programme). Die EU hat zur Verbesserung der Tunnelsicherheit die Richtlinie 2004/54/EG erlassen, deren Umsetzung in den Mitgliedsstaaten bis zum 30. April 2006 abgeschlossen sein musste. In Österreich wurde dazu das ab 1. Mai 2006 gültige Tunnelsicherheitsgesetz erlassen, dass alle Straßentunnel auf den Autobahnen_und_Schnellstraßen mit einer Länge über 500 m betrifft.
Trotz aller dieser Maßnahmen kann vor allem in Straßentunneln keine hundertprozentige Sicherheit gewährleistet werden. Auch die Benutzer müssen sich der Gefahren bewusst sein und sich an die Regeln halten, wie:
Fahrzeugbeleuchtung einschalten
Fahrgeschwindigkeit reduzieren
Sicherheitsabstand einhalten
* Autoradio mit Verkehrsfunk einschalten
* Auch die Umstellung der Lichtverhältnisse der Augen beachten
* Nicht stehen bleiben im Tunnel.
Ampel unbedingt beachten.
* Nie hinter einem brennenden Fahrzeug noch in den Tunnel einfahren. Die Verqualmung kann den Motor zum Absterben bringen, was eine Flucht aus dem Tunnel wesentlich erschwert.
Motive
Bei der Querung von Wasserflächen ist oftmals eine Entscheidung zwischen Tunnel und Brücke zu treffen. Generell sind Unterwassertunnel kostspieliger als zum Beispiel Hängebrücken. Bei Schiffswegen ist die Einsetzbarkeit von Brücken jedoch oftmals eingeschränkt. Beispiele für Tunnel, die aus schifffahrtstechnischen Gründen an Stelle einer Brücke gebaut werden mussten, sind der Holland und Lincoln Tunnel zwischen New Jersey und Manhattan sowie die Elizabeth-Tunnel zwischen Norfolk und Portsmouth in Virginia.
Seit neuerer Zeit wird Tunnelbau auch aus Gründen des Landschafts- und Umweltschutzes betrieben. So gab es zum Beispiel in den letzten fünf Jahren heftige Auseinandersetzungen um den Bau eines Tunnels im Zuge der BAB_4 westlich von Jena in Thüringen. Ursprünglich war ein Tunnel vorgesehen, der die Autobahn aus dem ökologisch wertvollen Leutratal herauslegen sollte. Aus Kostengründen wurden diese Pläne ? zum Nachteil der Anwohner ? auf einen 2,9 km langen Tunnel reduziert.
Die längsten Tunnel der Welt
Die derzeit längsten und bereits für den Verkehr freigegeben Tunnel der Erde sind:
Seikan-Tunnel, 53,9 km, Japan, Eisenbahn
Eurotunnel, 49,94 km, Frankreich/Großbritannien, Eisenbahn
Iwate-Ichinohe-Tunnel, 25,8 km, Japan, Eisenbahn
Lærdaltunnel, 24,5 km, Norwegen, Straße
Siehe auch: Liste der längsten Tunnel der Erde
Siehe auch
* Listen: Liste der Tunnel, Liste der Alpentunnel, Liste der Schweizer Tunnel, Liste der Straßentunnel in Baden-Württemberg
* Beispiele: Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT), Elbtunnel in Hamburg, Rennsteigtunnel in Thüringen, Warnowtunnel in Rostock, Tuhobictunnel in Kroatien
* Fachgebiet: Portal:Architektur und Bauwesen
Rohrschildtechnik
*
Weblinks
• Verzeichnis von Straßentunneln in Deutschland
• Tabelle aller deutschen Eisenbahn-Tunnel, sortiert nach verschiedenen Kriterien
• ADAC / EuroTAP Tunneltest 2005 & 2006 adac.de
• Die Ergebnisse der Tunneltests in Europa ÖAMTC
• Ergebnisse EuroTAP Tunneltests tcs.ch
• Historische Eisenbahntransversalen in den Alpen AlpenTunnel.de
* http://www.eisenbahn-tunnelportale.de Bilder von Eisenbahn-Tunnelportalen in Deutschland
* http://www.eisenbahn-tunnel-info.de Liste bzw. Aufstellung aller deutschen Eisenbahn-Tunnel
• SEIBOLD-Messtechnik Grafische- und Textinformationen über Tunnel in Österreich

