Autobahn-Notlandeplatz
Ein Autobahn-Notlandeplatz ist ein Autobahnstück, welches in relativ kurzer Zeit in einen Flugplatz umgewandelt werden kann, von dem aus militärische Flugzeuge starten und landen können.Deutschland
zwischen den Ausfahrten Büren und Geseke]]
Charakteristika
Ein Autobahn-Notlandeplatz ist in der Regel ca. 3 Kilometer lang und ist durch einen geraden, ebenen Fahrbahnverlauf ohne Überführungen leicht zu erkennen. Der Mittelstreifen ist meist betoniert oder asphaltiert und die Mittelleitplanke ist leicht demontierbar. Damit stehen beide Richtungsfahrbahnen als Start-_oder_Landebahn zur Verfügung.
Auch Hochspannungsleitungen unterqueren in diesem Bereich die Autobahn als Kabel oder sind in weitem Bereich um den Autobahn-Notlandeplatz herumgeführt. Häufig sind die Freileitungsmaste in auffällig niederer Bauweise ausgeführt und auch als Luftverkehrshindernisse mit einem rot-weißen Anstrich gekennzeichnet.
An den beiden Enden eines Autobahn-Notlandeplatzes findet man einen trapezförmig angelegten Parkplatz, jeweils auf der gegenüberliegenden Straßenseite, auf dem Flugzeuge abgestellt werden können. Die Notlandeplätze haben dazu an mindestens einer Seite eine Anschlussstelle an eine Bundes- oder große Landesstraße, um den Verkehr abfließen zu lassen und den notwendigen Nachschub herbeischaffen zu können.
Zu Zeiten des kalten_Krieges wäre im Krisenfall ein solcher Flugplatz innerhalb von etwa 24 Stunden einsatzbereit gewesen, da alles vorbereitet war und nur noch aufgebaut werden musste. Ein mobiler Tower, mobiles Radar usw. wurden in der Nähe vorgehalten. Für Tower, Radar und andere erforderliche Geräte war meistens auf der Hälfte der Landebahn eine Betonfläche mit Zufahrt vorbereitet oder einfach eine größere ebene Fläche, ebenfalls mit Zufahrt, vorhanden.
Der Autobahn-Notlandeplatz auf der A_29 beim Kreuz Ahlhorn wurde beispielsweise in den 1980er_Jahren im Rahmen einer NATO-Übung für 48 Stunden in Betrieb genommen, in der Zeit landeten dort unter anderem Transalls, F4-Phantoms und Tornados.
Geschichte
Die ersten Autobahnflugplätze kamen in den späten Jahren des Zweiten_Weltkriegs auf, als viele reguläre Flughäfen von Bombern zerstört worden waren. Im Kalten_Krieg wurden Autobahn-Flugplätze in der BRD und der DDR weiterbenutzt oder neue eingerichtet. Auch die Schweizer Armee hatte solche Autobahn-Flugplätze gebaut. So wurden sogar manchmal die ursprünglich zivilen Autobahnplanungen stark abgeändert, um einen Flugplatz einrichten zu können. Seit dem Ende des Kalten_Krieges werden die meisten Notlandeplätze nicht mehr gepflegt und verschwinden nach und nach. Einige Autobahn-NLP werden jedoch weiterhin in Betrieb gehalten, so zum Beispiel der NLP auf der A_81 bei Oberndorf am Neckar, weil dort mit der Heckler_&_Koch_GmbH einer der Hauptwaffenlieferanten der Bundeswehr ansässig ist.
Autobahn-Notlandeplätze
A 1 zwischen Ladbergen und Lengerich (Länge: 2100m) , im Oktober 2006 beseitigt
A_1 zwischen Greven und Münster Nord (Länge: 2100 m)
A_1 zwischen Delmenhorst-Süd und Wildeshausen-Nord (zurückgebaut)
A_6 zwischen Kirchardt und Sinsheim-Steinsfurt (westl. Heilbronn)
A_6 zwischen Kirchberg und Crailsheim (Länge: 2400 m)
A_7 zwischen Tarp und Schleswig/Schuby (Länge: 2400 m)
A_7 zwischen Schleswig/Jagel und Owschlag (Länge: 2000 m)
A_9 zwischen Dessau-Süd und Zörbig (Länge: 5000 m) ( in 50ern als Rennstrecke benutzt)
A_10 zwischen Dreieck Havelland und Falkensee
A_12 zwischen Storkow und Friedersdorf
A_13 zwischen Ruhland und Ortrand (zwischen 2000 und 2005 zurückgebaut)
A_19 zwischen Kavelstorf und Laage (Länge: 2500 m)
A_24 zwischen Neuruppin und Herzsprung (Länge: 3000 m)
A_27 zwischen Nordholz und Neuenwalde (Länge: 2500 m)
A_27 zwischen Uthlede und Hagen (2005 zurückgebaut)
A_29 zwischen Großenkneten und Ahlhorn (Länge: 2600 m) (im Oktober/November 2006 zurückgebaut)
A_43 zwischen Nottuln und Dülmen Nord (Länge:2500m) wurde zurückgebaut
A_44 zwischen Büren und Geseke (Länge: 3200 m)
A_57 zwischen Alpen und Sonsbeck (Länge: 3500 m)
A_61 zwischen Meckenheim und Bad Neuenahr-Ahrweiler (Länge: 1900 m)
A_61 zwischen Bad Kreuznach und Gau-Bickelheim (Länge: 1.800 m)
A_81 zwischen Osterburken und Möckmühl (nördl. Heilbronn, Länge: 3.000 m)
A_81 zwischen Oberndorf und Rottweil (Länge: 3.000 m)
Österreich
In Österreich wurden Landungen mit Kampfjets und Flächenflugzeugen auf Autobahnen und Schnellstraßen im inneralpinen Bereich letztmals Ende 1986 geübt.
Schweiz
Zur Situation in der Schweiz siehe'':
Militärische_Bedeutung_von_schweizer_Autobahnen
Polen
Östlich von Stettin gibt es das DOL Kliniska bei
Weblinks
• Notlandeplätze in Deutschland und deren Nutzung
• Notlandeplätze in Polen
• Notlandeplätze in Polen (Karte)

