Auto Union 1000
thumb|Auto_Union_1000_CoupéDer Auto Union 1000 war ein Mittelklassewagen von DKW bzw. Auto Union, der 1958 den ?Großen_DKW_3=6? (F93) bzw. das im Januar 1957 erschienene Übergangsmodell mit der internen Typbezeichnung F94 ablöste. (Vorgänger des Großen DKW war die Sonderklasse F91.)
Vom F94 unterschied sich der Auto Union 1000 in erster Linie durch den größeren Motor (981 cm³) und äußerlich durch die vier Ringe im Kühlergrill sowie den Schriftzug ?Auto Union? statt des DKW-Zeichens auf der Motorhaube. Gebaut wurde er als viertürige Limousine und als Zweitürer sowie als viersitziges Coupé ohne B-Säule mit vorn angeschlagener Tür. Zum Modelljahr 1960 (ab August 1959) bekamen die zweitürige Limousine und das viersitzige Auto Union 1000 S Coupé eine großzügige Panorama-Frontscheibe. Doch auch dieses modische Accessoire konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die rundliche Form des AU 1000 überholt war. Im Grunde ging sie auf Prototypen der DKW Meisterklasse von 1940 zurück.
Die Auto Union produzierte im Düsseldorfer Werk 171 008 Stück des Auto Union 1000 und 1000 S. Ab August 1959 kam eine Kombi-Version unter dem Namen ?Universal? hinzu. Höhepunkt der Baureihe war das Auto Union 1000 S de Luxe Coupé mit Scheibenbremsen.
Technische DatenIm Modelljahr 1961/62 führte die Auto Union die sogenannte Frischölautomatik mit separatem Ölbehälter und -pumpe ein, um die für Zweitaktmotoren typische blaue Rauchfahne zu reduzieren, die zwangsläufig entsteht, wenn das Öl zur Motorschmierung dem Kraftstoff beigemischt wird (Verhältnis 1 : 40). Laut Werbung sollte das neue System vor allem eine längere Lebensdauer des Motors garantieren, die in der Praxis aber nicht erzielt wurde. Im extrem kalten Winter 1962/63 traten ungewöhnlich viele Kurbelwellenschäden auf, weil das bei niedrigen Temperaturen stockende Öl nicht ausreichend durch die dünne Leitung in den Vergaser transportiert wurde.
Nachdem im Jahre 1963 die Produktion in Deutschland zugunsten des Nachfolgers, des IAA 1957 und wurde bei Baur in Stuttgart von 1958 bis 1965 gefertigt. Er erreichte nur eine geringe Stückzahl von 5 000 Coupés. Von September 1961 bis April 1965 fertigte man zudem 1 640 offene Roadster.
Gegenüber dem Auto Union 1000 S war die Motorleistung durch höhere Verdichtung (8 : 1) auf 41 kW (55 PS) gesteigert worden. Eine strömungsungünstige Form des ?Schmalspur-Thunderbird? (wie der 1000 Sp in der Presse gelegentlich geringschätzig genannt wurde) war die Ursache für einen Verbrauch von über 10 l/100 km und eine Höchstgeschwindigkeit, die mit 140 km/h das schwächer motorisierte 1000-S-Coupé nur geringfügig übertraf.
Coupé und Roadster kosteten 10.950,00 DM.
Literatur und Quellen
* Siegfried Rauch: ?DKW ? Die Geschichte einer Weltmarke?, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-87943-759-9
* Peter Kurze: ?DKW-Meisterklasse?, Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2005, ISBN 3-7688-1647-X
* ?auto, motor und sport?, Heft 17/1958
* ?Motor Revue?, Heft 39, Herbstausgabe 1961, Vereinigte Motorverlage, Stuttgart
* Prospekt WB - 3652 (800 - H - 122) von Auto Union DKW

