Auszug aus Ägypten
Mit Auszug aus Ägypten oder Exodus wird die durch das Alte_Testament überlieferte Auswanderung der Israeliten aus dem Frondienst in Ägypten bezeichnet. Die biblischen Erzählungen, die über weite Teile den Traditionen der Wüstenwanderung und Gesetzgebung gewidmet sind, sind in den Büchern 2. bis 5. Mose enthalten. Inwiefern der biblische Bericht von dem Auszug aus Ägypten historische Gegebenheiten widerspiegelt, ist seit einiger Zeit in der Forschung umstritten.Das Motiv des Exodus im Alten Testament
Hauptartikel ?Exodusmotiv
Die Schilderung der Geschehnisse um den Auszug aus Ägypten folgt in ihrer Kerngestalt im - einem Muster, das in der Hebräischen Bibel oft wiederkehrt (in den Büchern Richter und Samuel I und II u.a): Not des Volkes, das unter fremder Gewalt leidet; Auftreten eines charismatischen Befreiers als Gesandter Gottes; Errettung. Die davon abgeleitete Bezeichnung Ätiologie festlicher Bräuche wie der des Passah- () und des Hüttenfests () sowie um Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit zu untermauern (; ; ; ; ; u.v.a.).
Aber auch in der prophetischen Tradition, die weitgehend von der priesterlichen und der deuteronomistischen unabhängig ist, ist das Motiv der Herausführung Israels aus Ägypten und der Wüstenwanderung tief verankert: So benutzt es Ezechiel auf die ?Rechtsvorschriften? und Gesetze, die Jahwe in der Wüste Israel gab (). Auch im ganzen Pentateuch in Betracht gezogen. Von den ägyptischen Quellen ist seit langer Zeit deren Aussagekraft mit Bezug auf die Konflikte zwischen Ägypter und semitischen Bevölkerungen erkannt worden, während anderen Traditionen, die Ausdruck in der hellenistischen Zeit fanden, im Allgemeinen nicht als geschichtlichen Zeugen im eigentlichen Sinn herangezogen werden.
Die alttestamentlichen Überlieferungen
Die biblischen Berichte von dem Auszug aus Ägypten beginnen mit dem Buch Exodus und setzen die Josephgeschichte (; -) voraus. Ein Pharao, ?der Joseph nicht gekannt hatte?, zwingt die Israeliten zum Frondienst. Nach 430 Jahren Aufenthalt im Ägypten () – wobei der Samaritanische Pentateuch und die Septuaginta in diese Zeit die Dauer des Aufenthaltes der Patriarchen in Kanaan einschließen. Vgl. Mose und erteilt ihm den Auftrag, das Volk Israel aus Ägypten herauszuführen (), um es von der Unterdrückung zu befreien. Der Pharao weigert sich, das Volk ausziehen zu lassen, aber, nach der letzten der zehn von Jahwe über Ägypten gesandten Plagen (-; ), können die Israeliten aufbrechen – nachdem sie die Ägypter ?geplündert? haben ().
Nach seien die Israeliten aus ?Ramses? zusammen mit einem ?großen Haufen anderer Leute? ausgezogen oder gejagt worden (; vgl. ). Der Auszug habe als ein geordneter Marsch stattgefunden (). Das Nebeneinander der Ausdrücke ?ausziehen lassen? und ?vertreiben? (vgl. ; ) hat Kommentatoren zu der Schlussfolgerung veranlasst, dass im Buch Exodus zwei unterschiedliche Überlieferungen vorliegen, die von dem Auszug zweier verschiedener Gruppen berichten: Die eine enthalte Berichte von einer früheren Vertreibung in Verbindung mit der 10. Plage (Tod der der Erstgeborenen),Vgl. #Fragen zur Historizität der Exodustradition). Nach Auffassung vieler Bibelwissenschaftler sei die Überlieferung von dem Auszug als Flucht, wie es in angedeutet wird, die ursprüngliche und sei Teil der jahwistischen Quelle und der Priesterschrift zuzuordnen sei. Vielfach findet sich in diesem Bezug auch die Meinung vertreten, dass die Erzählung von den Plagen in Ex 7,8-10,29 ursprünglich eine Volkstümliche, von der Beobachtung von Naturereignissen angeregte Überlieferung gewesen sei und dass der Tod der Erstgeborenen mit dem jüdischen Brauch des Erstlingsopfers und dem Passafest in Verbindung zu setzen sei. Außerhalb des Buchs Exodus werden die Plagen nur als Zeichen Gottes in – wo sie als ?Pest? zusammengefasst werden (Ps 78,50) – und in .
Das Aufkommen von Unordnung in der Natur und in der Gesellschaft, das chaotische Zustände oder katastrophale Ereignisse verursacht, ist aber auch in der ägyptischen Literatur ein bekanntes Thema, und in einigen Texten wird für solche Zustände der Unordnung explizit das Vorhandensein von ?Asiaten? im Lande als Ursache genannt (so in dem Flavius Josephus' Werk Gegen Apion enthalten.Die englische Übersetzungen von Contra Apionem durch William Whiston (Auburn-Buffalo: John E. Beardsley, 1895) ist in der Internet-Seite des Persus-Project und in der Seite [http://www.ccel.org/ccel/josephus/works/files/apion-1.htm www.ccel.org] zu finden. Josephus zitiert diese Texte, um gegen die Entstellung der jüdischen Geschichte zu protestieren, die in der hellenistischen Geschichtsschreibung verbreitet war.
Der älteste bekannte außerbiblische Bericht von dem Exodus ist ein durch Diodorus Siculus (Bibl. Hist. 40,3,1-8) zitierter Text aus der Aigyptiaka von Hekataios von Abdera (300 vor Chr. ca.). Das Fragment weist auf die Fremdenfeindlichkeit, die die Juden in Ägypten erlitten hätten: Diese sei von einer Pestepidemie hervorgerufen worden, zu deren Abwendung alle Fremden aus dem Land getrieben worden seien. Die Mehrheit der Vertriebenen habe sich Mose angeschlossen und sei ihm gefolgt.
Ein späterer von Flavius Josephus in Gegen Apion (1, 227?254[http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?lookup=J.+Ap.+1.227 Ap. 1,227?250 (en)]) zitierter Text wird dort auf Manethos Aigyptiaka (270 vor Chr. ca) zurückgeführt. Diese Überlieferung stamme aus anonymen Erzählungen (Ap. 1,105[http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?lookup=J.+Ap.+1.103 Ap. 1,103?105 (en)]), denen zufolge ein Pharao namens Amenophis, um den Götter zu gefallen (?er wollte Zuschauer der Götter werden?, Ap. 1, 232) auf Anraten eines Priesters die ?Aussätzigen? und ?Unreinen? – 80 Thausend an der Zahl (Ap. 1, 235) – aus Ägypten habe zusammengetrieben und gezwungen, in den Steinbrüchen zu arbeiten. Die ?Aussätzigen? hätten Osarseph (oder Osarsiph), ein Priester aus Heliopolis, als ihren Anführer gewählt, der ihnen unter anderem die Anbetung der Götter verboten habe, und mit Hilfe der nach Ägypten zurückgerufenen Hyksos das Land dreizehn Jahre lang tyrannisiert. Schließlich seien sie aber durch Amenophis und seinem Sohn Ramses besiegt und die Überlebenden bis nach Syrien gejagt worden.
Josephus zitiert auch die Ägyptische Geschichte von Chairemon (Ap 1,288?292), die im Wesentlichen die gleiche Erzählung von Manetho enthält, aber andere Umstände für den Anfang angibt. Von den ?Aussätzigen? habe Amenophis 250 tausend Mann ausgesucht und vertrieben. Diese hätten sich in Pelusium mit weiteren 380 tausend, die nicht in Ägypten eingelassen worden waren, angeschlossen: Zusammen seien zurückgekehrt und haben Amenophis besiegt.[http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?lookup=J.+Ap.+1.288 1,288ff (en)]
Eine weitere Anspielung auf den Exodus, die von Diodorus Siculus überliefert worden ist, gehe auf den Philosoph und Historiker Poseidonios (Ende des 2. Jahrhunderts vor Chr.) zurück. Sie ist eine der Argumente, die die Ratgeber von Antiochos_Euergetes dazu benutzt haben sollen, um den König von Verhandlungen mit den Juden abzuhalten: Die Juden seien ursprünglich aus Ägypten verjagt worden, weil sie ?frevelhafte?, ?den Göttern verhasste? Menschen gewesen seien. Um das Land zu läutern hätten die Ägypter alles ?mit Flechten und Aussatz bedeckte? Volk gesammelt und über die Grenzen getrieben. So sei die jüdische ?Nation? in und um Jerusalem entstanden (Bibl. Hist. 34/35,1,1-2).
Wahrscheinlich nicht unabhängig von dem Manetho zugeschriebenen Zitat ist ein Text, den Josephus zitiert und dem Alexandriner Lysimachos (1. Jahrhundert vor Chr.) zuschreibt (Ap. 1,304?311[http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?lookup=J.+Ap.+1.304 Ap 1,304?311 (en)]). Demnach habe das ?von Aussatz ... und anderen Krankheiten befallene Volk? der Juden zur Zeit des Pharao Bokchoris in den Tempeln gebettelt und dadurch Krankheiten ausgebreitet. Auf Geheiß eines Orakels habe man die Tempel ?gesäubert? und die ?Unreinen? teils ertränkt, teils in die Wüste ausgesetzt. Dort habe sie Mose gesammelt und ?Menschen misshandelnd und Tempel plündernd? nach Judäa geführt.
In seiner nicht erhaltenen Ägyptischen Geschichte fügt der Alexandriner Apion (ca. 30 nach Chr.) der Legende über den Herkunft der Juden eigene Details hinzu. Der von Josephus zitierte Text (Ap. 2,8-27 [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?lookup=J.+Ap.+2.8 Ap. 2,8ff (en)]) besagt, dass die Juden ursprünglich der ?Abschaum? der ägyptischen Rasse, mit ?Aussatz? und allen möglichen Makeln behaftet, gewesen seien. Deswegen seien sie aus Ägypten vertrieben worden und das sei im ersten Jahr des 7. Olympiade (752 vor Chr.) geschehen. Nach Apion habe auch die jüdische Sabbat-Ruhe ihren Ursprung in dieser Vertreibung: Nach sechstägiger Marsch hätten die Juden Schmerzen in der Leistengegend bekommen und seien daher zur Ruhe gezwungen worden und hätten diesen Tag sabbat aus sabbô genannt, die ägyptische Bezeichnung für die von ihnen erlittenen Beschwerden.
Frei von verleumderischen Absichten sind dagegen die durch Strabon niedergeschriebenen Notizen von dem Exodus. Nach Strabon habe Moses, der ein ägyptischer Priester gewesen sei, Menschenmassen aus Ägypten hinaus geführt, weil er die Anbetung von Götzen verabscheute. Im Zuge dieser Auswanderung sei die neue Nation Israel ohne Gewalt, allein durch die Lehren des Moses und den freiwilligen Anschluss der benachbarten Völker entstanden (Geographica XVI, II, 35-36[http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Strabo/16B*.html Geo. XVI (en)]).
Geschichten, die in Bezug auf den Exodus Aussatz, Pest und Ähnliches erwähnen, wurden bis in den 2. Jahrhundert nach Chr. tradiert und von den jeweiligen Autoren weiter bereichert: Noch in Tacitus' Historiae (V, 2ff[http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?lookup=Tac.+Hist.+5.2 Hist. V, 2 (en)]) werden sie als ?Geschichte? des Ursprungs des jüdischen Volks angegeben und zur Rechtfertigung und Verbreitung antijüdischer Hetze verwendet (Hist. V, 5[http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?lookup=Tac.+Hist.+5.5 Hist. V, 5 (en)]).
Ägyptische Zeugen für das Alte, Mittlere und Neue Reich
Die Voraussetzungen dafür, dass ein Auszug aus Ägypten stattfinden konnte, ist die Einwanderung und der Aufenthalt in diesem Land von Stämmen semitischer Herkunft, die sich mit der einheimischen Bevölkerung nicht vermischten. Beide Phänomene scheinen vielfach und für weite Teile der ägyptischen Geschichte durch ägyptische Quellen belegt zu sein.Vgl.: J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 52-73.
Für das Alte_Reich zeugen Reliefs und Inschriften von siegreichen Feldzügen gegen östliche bzw. semitische Nomaden. Für die Krisenperiode der Ersten_Zwischenzeit, in der die militärische Kontrolle über die Ostgrenzen notwendigerweise abgeschwächt war, haben einige Historiker vermutet, dass ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung des Nildeltas asiatischer Herkunft war.So William C. Hayes, The Middle Kingdom in Egypt, in CAH 1, 2 (zit. in: J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 54). Aus dieser Zeit stammt die in mehreren Papyri überlieferte ?Lehre für Merikare?, in der ein König seinem Sohn den Zustand des Nildeltas beschreibt und Empfehlungen für dessen Verwaltung und militärische Absicherung mittels eines Walls gegen das weitere Eindringen der ?elenden Asiaten? erteilt (Zeilen 81 bis 105).Zur Interpretation des Textes vgl. J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 54-58. Ein Auszug in deutscher Übersetzung findet sich in der Seite [http://www.meritneith.de/lyrik-merikare.htm www.meritneith.de].
Eine ähnliche Beschreibung der Missstände im Nildelta, als deren Ursache die dort sesshafte asiatische Bevölkerung angegeben wird, enthält die ?Prophezeiung des Neferti?, die ebenfalls in die erste zwischenzeitliche Periode (XII. Dynastie von Amenemhet I. oder Senusert I.) datiert wird. Die Prophezeiung kündigt den Bau eines ?Walls des Herrschers?, der das Eindringen der Asiaten ins Land verhindern wird. Dieser Befestigungswall wird auch in weiteren ägyptischen Texten als ?Wall des Herrschers? bzw. als ?Wall des Amenemhet? erwähnt.Unter anderen auch Sinuhe B16, siehe: Alan A. Gardiner, Notes on the Story of Sinuhe, S. 169 (Text online bei der Case W. Univ. [http://www.case.edu/univlib/preserve/Etana/notes_story_sinuhe/chapter7.pdf Kap. 7, PDF?810 KB]) Eindeutige archäologische Erkenntnisse über seine Existenz liegen aber nicht vor. J. K. Hoffmeier, The Walls of the Ruler' in Egyptian Literature and the Archaeological Record, in: BASOR, 343 (2006), S.1-20. Vgl. Int. Conf. Walls of the Ruler, May 2006, Univ. Of Wales [http://www.deltasinai.com/uwsegyptfort/speakers.htm abstracts]; Internet Seite der Grabungen in Tell el-Borg, Bericht: [http://www.tellelborg.org/report2000preliminary.htm Tell el-Borg 2000]
Spätere Dokumente bezeugen, dass auch in der Zeit des Mittleren_Reichs die Anzahl der semitischen ?Asiaten? in Ägypten nicht klein gewesen sein muss. So enthält der Papyrus Brooklyn 35.1446, der in die Zeit der XII. Dynastie datiert wird, eine Liste von Sklaven eines Landguts, von denen mehr als 40 als ?Fremde? gekennzeichnet sind und Namen kanaanäischer Herkunft tragen. Auch in anderen Papyri sind Personen (nicht nur Sklaven) mit semitischen Namen genannt.Papyrus London UC XL-I, Papyri Berol 10002, 10004 u.v.a. Reichlich bezeugt ist die massive Einsetzung von asiatischen/semitischen Gefangenen für die Errichtung königlicher und kultischer Bauten. Sogar die ?Arbeit mit Lehm und Ziegeln?, die in den ?Hebräern? auferlegt wird, findet sich in einer Malerei aus dem Grab des Wesirs von Thutmose II. dargestellt: Dort werden die Sklaven als Kriegsgefangene aus Nubien und Kanaan angegeben.J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 112.
Aus der Zeit von Ramses II. stammen auch zwei Briefe, welche ausdrücklich ?apiru-Leute erwähnen, die Bauarbeiten zu verrichten haben:
: ... gib Getreideproviant ... den ?pr, welche für den großen Pylon von ... Ramses Miamun Steine ziehen.J. Bottéro, Le problème des ?abiru, Cahiers de la Société Asiatique, 12, 1954; (zit. in W. H. Schmidt, Mose..., S. 29).
Dass in Folge von siegreichen Kriegszügen auch reiche Tribute in Sklaven von den Besiegten verlangt wurden, ist bereits für das 19.J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 61. und verstärkt von dem 15. Jahrhundert bis zur Amarna-Zeit belegt: Besiegte und Tributäre sind in den meisten Fällen Kanaaniten. Eine Stele des Pharaos Amenophis II. gibt Zahlen für die Deportation von Gefangenen an, die nach manchen Historikern auf eine Politik der Massendeportation hinweisen: um die 100 Tausend Mann, wovon 15.000 Schasu-Beduinen, 3600 ?apiru usw.J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 112F; dort zitiert Amin Amer, Eine Beutliste von Amenophis II. und das Problem der Sklaverei im alten Ägypten, in: JEOL, 17, 1963, S. 141?147. Nach der Amarna-Zeit ist die Deportation und Versklavung von Kanaaniten unter anderen in einem Relief mit Sethos I., der Schasu-Beduinen nach Ägypten führt, und in den Papyri Leiden 348 und 349 bezeugt (vgl. ?Landnahme Kanaans#Die ?apiru der Amarna-Briefe). Dementsprechend haben Bibelhistoriker wie G. Fohrer, H. Engel gefolgert, dass die Israeliten in Ägypten Kriegsgefangene gewesen seien.W. H. Schmidt, Exodus..., S. 25
Der Papyrus Anastasi VI (Zeilen 51-61), der in die Zeit Sethos II. um 1200 vor Chr. datiert wird, bezeugt der Einlass in die Gegend des Wadi et-Tumilat von in Not geratenen edomitischen Beduinen, damit sie ihre Herden
: bei der Festung von Merneptah-hetephirma?at (...) in den Becken von pr-itm die Tjeku angehören
mit Wasser versorgenJ. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Sinai, S. 62. (vgl. unten: Alan Gardiner, The Geography of the Exodus, in Recuil d'études égyptologiques dédiés à la mémoire Jean-Pierre Champollion, Bibliothèque de l'école des hautes études, Paris: 1922 (zit. in: J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 112). Selbst wenn die Tradition der Befreiung aus Ägypten als Bekenntnis für die Begründung der israelitischen Religion diente, so sei es nicht zu bezweifeln, dass ihr zuverlässige Berichte über geschichtliche Vorgänge zugrunde liegen.M. Noth, Geschichte Israels, S. 107, 114 u.a. Dagegen sei nach neueren minimalistischen Auffassungen die Quellenlage zu problematisch, um diese Tradition als historisch anzusehen. So ist nach Lemche die Tatsache, dass keine zeitnahe ägyptische Quelle einen Aufenthalt Israels in Ägypten oder seinen Auszug belegt, ein ?Hindernis für den Begriff des 400-jährigen Aufenthalts Israels in Ägypten?.N. P. Lemche, Ancient Israel: A New History of Israelite Society, Sheffield: 1988, S. 31 (zit. in: J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 53).
Ähnliche Argumente haben Finkelstein und Silberman vorgetragen: die Widersprüchlichkeit der biblischen Texte; das Fehlen ägyptischer Belege von einem Aufenthalt Israels in Ägypten; die Unwahrscheinlichkeit eines Massenauszugs in der Zeit von Ramses II., der den ägyptischen militärischen Aufstellungen und Befestigungen hätte entkommen können; die ausgebliebenen archäologischen Nachweise der biblischen Tradition der Wüstenwanderung.I. Finkelstein, N. A. Silberman, Keine Posaunen vor Jericho, S. 70-78.
Gegen diese und ähnliche Ansichten ist eingewendet worden, dass damit versucht wird, für die historische Forschung ?negative Beweise? und Argumente anzuwenden, die aus mangelnden Erkenntnissen gewonnen sind.Vgl.: J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 53 u.a. Tatsächlich sei der Mangel an direkten Belegen aus ägyptischen Quellen nach anderen Auffassungen unausweichlich, da sich ein Volk ?Israel? erst nach der Landnahme Kanaans konstituiert habe und man es in den ägyptischen Texten ?selbst dann nicht erkennen? würde, wenn die Menschen ?als Einwanderer ins Nildelta namentlich aufgeführt wären?.H. Donner, Geschichte des Volkes Israel, I, S. 98. Auch sei es anzunehmen, dass der Vorgang der Ein- und Auswanderung asiatischer Bevölkerungen für die Ägypter etwas gewöhnliches war und – selbst dann, wenn militärische Zwischenfälle an den Grenzen dabei stattfanden – keinen erwähnenswerten Vorfall dargestellt habe.M. Noth, Geschichte Israels, S. 114.
Mehrere Autoren haben für die Tradition von dem Exodus eine späte Datierung als einzige vertretbare angegeben. So, zum Beispiel, haben Finkelstein und Silberman basierend auf Donald Redford die Meinung vertreten, dass diese Tradition sich im Kontext der politischen Gegebenheiten im Südreich Juda des späten 7. Jahrhunderts vor Chr. geformt habe und allenfalls Elemente einer bestehenden ?Sage von der Befreiung aus Ägypten? übernommen habe. Diese ?Sage? sei im Wesentlichen eine von Kanaaniten bewahrte Erinnerung an den Aufstieg und die Vertreibung der Hyksos aus Ägypten.I. Finkelstein, N. A. Silberman, Keine Posaunen vor Jericho, S. 78-82. Dort zitiert: D. B. Redford, Egypt, Canaan and Israel in Ancient Times, Princeton: 1992, S. 408?469.
Positionen, die die biblische Tradition als Missverständnis oder gar als Ergebnis der Fehler ihrer Verfasser begreifen, waren auch in der biblischen Exegese des 19. Jahrhunderts vorhanden. So wurden Hypothesen aufgestellt, nach denen das Land mi?raim der Exodustradition nicht Ägypten gewesen sei, sondern der nördliche Teil der Sinai-Halbinsel (Beke) oder eine nordarabische Region namens mu?r oder mu?ri (Winckler) oder noch das südliche Palästina – weils dieser Teil Kanaans so oft unter ägyptischer Herrschaft stand.Vgl.: T. K. Cheyne, Exodus, in EB, Bd. 2, Kol. 1434.
Die bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts als ?konservativ? geltende Hypothese über eine doppelte Überlieferung, die der Exodustradition zugrunde liege, geht auf Bernard Stade zurück.B. Stade. Die Entstehung des Volkes Israel, Akademische Reden und Abhandlungen, Berlin: 1899. Nach Stade hatten sich die Israeliten in der Gegend von Wadi et-Tumilat im Nildelta niedergelassen: Nur einige Stämme (wahrscheinlich die ?Rahel-Stämme?) hätten die Unterdrückung der Ägypter erleiden müssen, während die anderen Stämme frühzeitig in die Sinai-Halbinsel ausgewandert seien. Beide Teile des ?israelitischen? Volkes hätten sich später in Kadesch-Barnea wieder zusammengeschlossen. Auch in der neueren Forschung findet sich die Meinung vertreten, dass die Tradition des Exodus sich nur auf einen Teil Israels beziehe.H. Donner, Geschichte des Volkes Israel, I, S. 100ff.G. Rendsburg, The date of the Exodus and the Conquest/Settlement: the Case for the 1100s, in: Vetus Testamentum, 42, 1992, S. 510?517 zit. in J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 125f. Unbestritten ist jedenfalls, dass diese Tradition insbesondere im nördlichen Stamm Ephraim während der Königszeit lebendig war.W. H. Schmidt, Exodus..., S. 22
Zur Chronologie des Exodus
Die Frage zur Datierung des Auszugs aus Ägypten ist oft durch mehrere Autoren als beantwortet erachtet worden: Wenn ein Exodus je stattgefunden hat, dann im 13. Jahrhundert unter Ramses II. oder unmittelbar danach unter Merenptah.H. Donner, Geschichte des Volkes Israel, I, S. 104. In der früheren Forschung galt diese Datierung auch durch die Merenptah Stele belegt: So vermutete Flinders Petrie, dass die Stele von einer militärischen Konfrontation mit den ausziehenden Israeliten berichteteF. Petrie, Egypt and Israel, London: 1912; R. Driver, The Book of the Exodus, Cambridge: 1911 (zit. in J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 124). (vgl. ?Landnahme Kanaans#Die Stele des Merneptah). Viele andere Pharaonen waren mit verschiedenen Argumenten als ?Pharao der Unterdrückung? oder als ?Pharao des Exodus? oder als beide betrachtet worden: Amenophis II., Amenophis III., Sethos I., Ramses III. Thutmoses I. u.a.Vgl.: T. K. Cheyne, Exodus, in EB, Bd. 2, Kol. 1435. Heute vertreten nur vereinzelte Autoren Hypothesen, die ein Datum vor dem 13. Jahrhundert für den Exodus vorschlagen, etwa die, die nach der Angabe des masoretischen Texts von ein Datum um 1445 vor Chr. (480 Jahre vor dem Bau des Tempels in Jerusalem durch Salomo um 967 ca. vor Chr.).John J. Bimson, Reading the Exodus and Conquest, Sheffield: 1978 (darauf basierend: J. J. Bimson, Auszug und Landnahme (Lit.), S. 396-399); Charles F. Align, Egypt and Bible History, Grand Rapids (Mich.): 1981; W. Shea, Exodos, Date of, in ISBE, Bd. 2 (zit. in: J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 125).
Diese ?frühe Datierung? um 1445 vor Chr. würde auch mit der Angabe in übereinstimmen, nach der in der Zeit Jiftachs Israel die Gebiete des Ostjordanlandes bereits seit 300 Jahren besaß. Die abweichende Lesung von 1. Kön 6,1 der Septuaginta, in der von 440 statt 480 Jahren die Rede ist,Vgl.: 1 Kön () . würde den Beginn der Landnahme um die Mitte des 14. Jahrhunderts setzen, die genau jene Zeit der Unruhen ist, wovon die Amarna-Briefe zeugen (vgl. ?Glosse aus dieser Zeit zu einem früher entstandenen Text.J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 123. Diese Annahme kann also eine frühere Datierung nicht ausschließen: Einer der Hauptgründe für den Erfolg der ?späten Datierung? war die Übereinstimmung derselben mit dem nunmehr veralteten conquest model von Albright und Wright der Landnahme Palästinas (vgl. ?Landnahme Kanaans#Conquest Model).
Ein noch späteres Datum (12. Jahrhundert) für den Exodus hat Gary Rendsburg vertreten, der die Anspielung auf die Furcht vor einem Krieg im ?Philisterland? () nicht als spätere Glosse, sondern als Erinnerung an die in jener Zeit stattfindende Migration der Seevölker versteht.
Goschen: Das Land des Aufenthalts
Das Land, in dem sich die eingewanderten israelitischen Stämme niedergelassen haben sollen, wird mehrfach in der Josephgeschichte (; ; ; ) und in den Erzählungen von den Plagen (; ) ?Goschen? (, g??æn) genannt. Dieser Name kommt außerhalb der genannten Texte nicht vor.
Die griechische Version der Septuaginta nennt in Gen 45,10 und 46,34 dieses Land ?arabisch?, was als spätere Erinnerung an die Einwanderung arabischer Bevölkerungen in das Land zwischen nördlichem Sinai und Nildelta gilt.; . Vgl. hierzu: J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Sinai, S.40. ?Arabia? wurde die Sinai-Halbinsel seit Herodot (z.B. Hist. 2,158,2 [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin//ptext?lookup=Hdt.+2.158.1 (en)]) bis in die bisantinische Epoche genannt. Ferner bietet die Septuaginta in Gen 46,28f die Lesung ?bei Heroonpolis (in den Gegend des Lands Ramesse)?. anstatt ?Goschen?: Diese Variante gilt als Hinweis dazu, dass die Landschaft Goschen in der Gegend des Wadi et-Tumilat zu suchen sei,Vgl.: H. Donner, Geschichte des Volkes Israel, I, S. 102f. denn Heroonpolis bzw. Herononpolis war in hellenistischer Zeit der Name der in Tell Maskhuta gelegenen Stadt, die einige Archäologen der biblischen ?Pithom? gleichgesetzt haben.
In dieser Hinsicht wird also der Josephgeschichte einen historischen Kern zuerkannt, denn Region des Wadi et-Tumilat wird auch in ägyptischen Quellen als ein Gebiet erwähnt, in dem der Aufenthalt von nomadischen Stämme gegen Ende des 2. Jahrtausend vor Chr. erlaubt wurde. Auch decken sich die Angaben in Gen 46,34:
:... Dann werdet ihr euch in Goschen niederlassen dürfen; denn die Ägypter haben gegen alle Viehhirten eine große Abneigung
mit den der von ägyptischen Quellen bezeugten Abneigung gegenüber Nomaden- bzw. Hirtengruppen und könnte für die fehlende Integration der Nomaden mit der einheimischen Bevölkerung Rechnung tragen. Nicht in diesem Bild passend sind dagegen die Angaben in von dem ?Land von Ramesse?, in dem den Israeliten ?Landbesitz? zugeteilt worden sei: Dieser Text wird als späterer Zusatz betrachtet.
In der biblischen Bezeichnung des ?Land Goschen? als Land, die in der Erinnerung mit einer Notzeit verbunden ist, ist eine Entsprechung auf den in ägyptischen Texten belegten Ausdruck ?Land des Elends? oder ?Land des Hungers? (t? n qsn.t) gesehen worden, der in der ?Prophezeiung des Neferti? (Zeile 35) die Notsituation im östlichen Nildelta bezeichnet, die gerade von dem Eindringen der ?Asiaten? verursacht worden war. Aber auch eine ?sekundäre Übertragung? ins ägyptische Gebiet des palästinischen Ortsnamens ?Goschen? (; ; ) ist vermutet worden (H. Cazellas), selbst wenn weitere Erkenntnisse über diese Ortschaft fehlen.M. Görg, Goschen, in: , Paris: 1987.
Die Orte des Auszugs
Der Ausdruck ??r?-(ha)misken?th () wird mit ?Städte ... als Vorratslager? () oder ?Vorratsstädte? (; und ) übersetzt und bezeichnet in Ex 1,11 die Baukomplexe (in) ?Pithom und Ramses?, an denen die Israeliten arbeiten mussten. Eine alternative Lesung für Ex 1,11 bietet die Septuaginta an, in der von ?befestigten Städten? die Rede ist.. Auch Josephus Flavius erwähnt unter anderen ?Wälle?, die die Israeliten bauen mussten (Ant II, 203: [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin///ptext?lookup=J.+AJ+2.201 201-237 (en)]). Die Deutung als ?Stadt? im eigentlichen Sinn – wenn auch mit einer bestimmten Funktion – hat sich eingebürgert wie die Ansicht, dass hier eine Anspielung auf die breit angelegte Bautätigkeit von Ramses II. vorliege, was wiederum die Hypothese des 13. Jahrhunderts als Datum des Exodus bekräftigt hat.H. Donner, Geschichte des Volkes Israel, I, S. 103f. Nach Hoffmeier ist aber diese Deutung nicht zwingend und mit ??r?-(ha)misken?th könnten in Ex 1,11 auch ?Lagerhäuser? innerhalb der Stadt gemeint gewesen sein, Einrichtungen aus Lehmziegeln wie jene, die in der Nähe von Tempeln und königlichen Palästen in mehreren Stätten ausgegraben worden sind. Die Suche nach der Lage der Städte des Exodus könnte also insofern belanglos sein, als in Ex 1,11 gar keine Städte gemeint sein könnten, sondern Paläste oder Tempel von oder für Aton und Ramses.J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 116.J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Sinai, S. 63.
Die Lage von ?Pithom und Ramses?
Was die geographische Lage der in Ex 1,11 erwähnten Orte oder Städte betrifft, so sind auch früher Forscher davon ausgegangen, dass sie im östlichen Teil des Nildeltas zu suchen sind. Seit den Ausgrabungen in den nahe gelegenen Stätten Qantir und Tell el-Dab?a, deren Identifizierung mit Pi-Ramesse und Avaris allgemein anerkannt ist, sind alle früheren Hypothesen zur Lage der biblischen ?Ramses? (Tell Farama/Pelusium oder Tanis/Zoan – vgl. – nach Gardiner; Tell el-Retabeh nach Petrie usw.) verworfen worden: Abgesehen von wenigen abweichenden MeinungenZum Beispiel: D. B. Redford, Exodus, in: SJOT, 8, 1994, S. 165?190. (Zit. in J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 117.) gehen fast alle Autoren davon aus, dass ?Ramses? Pi-Ramesse, die Hauptstadt von Ramses II., ist. Diese Stadt hatte beträchtliche Dimensionen (mehr als 10 km2), wurde aus einem Guss gebaut und im späten 11. Jahrhundert wegen der Migration nach Westen des pelusischen Nilarmes, die die Stadt ?trocken legte?, zugunsten von Tanis verlassen. In der folgenden Zeit ihr Name nach und nach in Vergessenheit.Der neben ?Ramses? in Ex 1,11 vorkommende Name ?Pithom? ist nach einer allgemein akzeptierten Lesart die hebräische Umschreibung des ägyptischen pr-itm, ?Haus? bzw. ?Tempel des Aton?. Mehrere Archäologen haben für eine Lokalisierung des biblischen Pithom in Tell el-Retabeh argumentiert.J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Sinai, S. 59-64. Dort zitiert: Manfred Bietak, Tell el-Dab?a, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien: 1975; Kenneth Kitchen, Egyptians and Hebrews, from Raamses to Jericho, in: S. Ahituv, E. D. Oren (Hrsg.), The Origin of Early Israel?Current Debate, Ben-Gurion Univ., Beer-Sheva: 1998, S. 65-131 u.a. Die dort ausgegrabene Stadt, deren tatsächlicher Name während der Dynastie der Ramessiden nicht bekannt ist, war in der selben Zeit wahrscheinlich die wichtigste Stadt der Region des Wadi et-Tumilat, und der Aton-Kult scheint in ihr eine wichtige Rolle gespielt zu haben.Zu den Ausgrabungen in Tell el-Retabeh siehe die Seite Retaba von Michael Fuller (St. Louis Community College): http://users.stlcc.edu/mfuller/Retaba/Retaba1981.html. Nach einigen Autoren sei der Name in Ex 1,11 einem in dieser Stadt vorhandenen Aton-Tempel – wovon jedoch schlüssige archäologische Nachweise fehlen – entnommen und könne die Hypothese der ?Vorratsstädte? als ?Vorratshäuser? eines Tempels oder Palastes bekräftigen.J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Sinai, S. 60; dort zit.: Hans Goedicke, Ramses II and the Wadi Tumilat, in: VA, 3, 1987, S. 83-98 u.a.
Unterschiedliche Vorschläge zur Identifizierung von Pithom mit Tell Maskhuta basieren auf Inschriften aus ptolemäischer Zeit, die den Name pr-itm für die dortige Stadt in dieser Zeit nahe gelegt haben. Tell Maskhuta liegt 14 km östlich von Tell el-Retabeh und war von dem 19. bis in das 7. Jahrhundert vor Chr. unbesiedelt, was für die Verfechter dieser Ansicht als Beweis für die späte Entstehung der Exodus-Überlieferung gilt.John S. Holladay, Pithom, in: Oxford Encyclopedia of Ancien Ägypt, 2000; John Van Seters, The Geography of the Exodus, in: J. A. Dearman, M. P. Graham (Hrsg.), The Land I Will Show You, JOST Press, Sheffield: 2001, S. 255?276 (zit. in J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Sinai, S. 59).
Eine weitere Lokalisierung von ?Pithom? wurde von Eric Upill vorgeschlagen, der den Namen in Verbindung mit Heliopolis setzte, das auch in der griechischen Version von (?... und On, die Heliopolis ist?) explizit genannt wird: Der Aton-Kult war eine prägende Charakteristik dieser Stadt, und auch eine große Bautätigkeit unter Sethos I. und Ramses II. ist dort nachgewiesen. Gegen diese Lokalisierung ist eingewendet worden, dass die Benennung pr-itm für Heliopolis nicht belegt ist und dass nach der Zeit der Ramessiden die Stadt iwnw (On, vgl. auch ; ) hieß.J. K. Hoffmeier, Israel in Egypt, S. 121; dort zit.: E. Upill, , in: Review Biblique, 62, 1955 (zit. in: J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Sinai, S. 69). Nach einigen Autoren könnte Etam die um das Element Pi- (?Haus?) verkürzte Schreibung des Namens ?Pithom?.Vgl.: M. Görg, Etam, in: NBL, Bd. I, Kol. 606f. Der Name wird meistens als Übertragung ins Hebräisch des Gottesnamens Aton, eine Gottheit die in den ägyptischen Quellen sehr oft in Verbindung mit der Region von Teku /Wadi Tumilat erscheint.J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Sinai, S. 69.
Referenzen
Abkürzungen
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Literatur
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Siehe auch
Exodusmotiv
Hebräer
Landnahme Kanaans
Mose
Weblinks
• ?Did the Red Sea Part? No Evidence, Archaeologists Say?, New York Times, 3. April 2007

